Paradies à la Clara (11)

Jetzt, mit dem schnellen gelben Roller, konnte sie schon mal die Wochenmärkte abgrasen, um preiswertes – bitteschön nicht billiges sagen – Obst aufzutreiben. – Wie schnell sich das Leben außerhalb des Paradieses entwickelt hat, darüber konnte sie nur staunen. Wahrscheinlich war da schon vorher vieles da, wovon sie nur in ihrem abgekapselten Paradies nie was erfahren haben.

Aber die Zeiten, wo sie sich unter einen Erdbeer-, Himbeer- oder Kirschbaum stellen konnte und zugreifen, bis sich der Magen vorwölbte – die waren vorbei. Jetzt musste jedes Pfund oder gar Kilogramm hart erarbeitet werden. – Im Paradies musste man sich nicht mühsam nach Erdbeeren bücken oder von Himbeersträuchern zerkratzen lassen – nein, nein, dort war alles besser geregelt!

Also kaufte sie Kirschen nur noch paarweise – für jedes Kind ein Paar.

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  1. 9. September 2010 um 18:37 | #1

    Stelle mir gerade vor, wie Eva-Clarita auf einem gelben Roller aus dem Paradies düst, die prallen, roten Kirschen flattern im Fahrtwind….Filmreif!
    LG

    • 9. September 2010 um 21:50 | #2

      Ja, wäre sie mal so klug gewesen und hätte noch einen ganzen Hänger voll Kirschen mitgenommen – aber da wäre sie vielleicht nicht durch die Auslasskontrolle gekommen – oder vielleicht doch, vielleicht hätte der Engelposten Nachsicht geübt.

  2. 9. September 2010 um 15:52 | #3

    In diesem Jahr waren die guten, dicken Knack- oder Knappkirschen sündhaft teuer.
    Die habe ich mir ein einziges Mal gegönnt.
    Im Prinzip ging es echt nur Paarweise ;-)

    • 9. September 2010 um 17:03 | #4

      Und das empfinde ich nicht nur bei Kirschen so. Spargel ist für mich auch fast unerschwinglich, anderes Obst oder Gemüse fällt mir gerade nicht ein.
      Manchmal habe ich den Eindruck, die lassen das Zeug lieber vergammeln als preislich zu senken.

  3. 9. September 2010 um 14:08 | #5

    Einfacher ist zwar nicht immer besser, bequemer ist es aber schon, wenn die gebratenen Täubchen einfach in den Mund fliegen.

    Ich reiße dann mal meinen Schlund auf, nöch?! Mal sehen, was passiert …

    ;o)

    • 9. September 2010 um 14:30 | #6

      Der Zahnarzt sagt: “Da ist ein Loch und diese Brücke muss erneuert werden”

      • 9. September 2010 um 17:40 | #7

        Ja toll, danke! Und jetzt? Warte ich, bis das Täubchen eine weiße Haube mit rotem Kreuz darauf trägt und fies vor sich hin sirrt?

        ;o))

        • 9. September 2010 um 18:02 | #8

          Ich hätte es nicht besser sagen können – tut mir ja leid. Manchmal muss ich auch meine fiesen Seiten ausspielen!

  4. GZi
    9. September 2010 um 12:52 | #9

    Für jedes Kind ein Paar Kirschen paarweise… und damit haben sie sich dann hübsch gemacht und sie hinterher irgendwann verspeist und wollten sicher mehr… wie wahrlich unparadiesisch!

    • 9. September 2010 um 14:32 | #10

      Tja, manchmall müssen eben auch die Kinder leiden, wenn sich die Mütter nicht “benehmen” können. Wenn ich unsere heutige Politik so betrachte, frage ich manchmal, ob “Sippenhaft” wirklich so ein antiquierter Begriff ist!

  5. 9. September 2010 um 12:33 | #11

    Hach Clara, jetzt bin ich aber beruhigt, es geht wieder aufwärts in deiner Geschichte und die Beschaffungsmaßnahmen geraten auch nicht mehr so außer Kontrolle!

    • 9. September 2010 um 14:39 | #12

      Pass nur auf, dass das Tempo der Geschichte dich nicht aus der Kurve schleudert, wenn du auf meinem gelben Gefährt mit auf “Bananen- und Orangen-Beschaffungs-Tour” kommst – aber über diese Mentalität sind wir ja jetzt 21 Jahre hinaus, nööööööööch?

  6. 9. September 2010 um 11:31 | #13

    Das ist wohl nun das endgültige Ende des Paradieses. Arme Eva-Clara, mit gebücktem Rücken Beeren suchen und Kirschen paarweise kaufen ist wirklich kein Paradies.
    LG Ute

    • 9. September 2010 um 14:35 | #14

      Ich weiß nicht, welche dieser Strafen schrecklicher ist! Ich glaube doch die Kirsch-Strafe, denn die esse ich für mein Leben gern – und die sind wirklich so teuer, die richtig guten, dass frau geneigt ist, sie 100g-weise zu erstehen. Und: …. Zwei Minuten später sind alle weg.

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