Vielleicht eine Weihnachtsgeschichte?

Da in Claras Familie die pädagogischen Berufe mehrheitsfähig sind, muss etwas davon auch in ihr stecken. Klein- oder fast schon Groß-Anna kann davon ein Lied singen – ein lustiges, wenn es um Sprachspielchen geht, ein weniger lustiges, wenn es um Zahlenspielchen geht. Letztere gehen ihr ein wenig am Popo Interesse vorbei.  Die Uhrzeit will sie nicht lernen, die Zahlen nur stockend addieren oder subtrahieren, das Einmaleins kommt ihr vor wie eine Erfindung des Teufels.

Eines Nachmittags – kurz vor Weihnachten – vertreiben sich die beiden die Zeit bis zum Abendessen mit Wortketten. Der nächste muss mit dem Endbuchstaben ein neues Wort bilden. Da sie daran unheimlichen Spaß hat, werden die Bedingungen verschärft und nur Tiere, Namen, Gegenstände oder ähnliches dürfen genommen werden.

Dann kommt das beiderseits beliebte Lexikonspiel an die Reihe. Einer sucht aus dem Kinderlexikon einen Begriff raus, den der andere erklären muss. Anna macht das hervorragend und Claras Augen rollen vor Begeisterung. Beide haben viel Spaß dabei.

Plötzlich Annas Frage: “Du Clara, kannst du mir mal bitte Duzen und Siezen erklären?”  Nichts leichter als das, denn Clara erklärt gern.

Meine Gegenfrage: “Und jetzt zählst du mal alle auf, die dir einfallen, die du duzt und die du siezt.”

Es sprudelt nur so aus ihr heraus. Und der Höhepunkt war:

Und meine Kuscheltiere darf ich duzen und das Jesuskind  auch!

Also in diesem Sinne: Ein frohes Weihnachtsfest wünsche ich euch!

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42 Kommentare

  1. Solche netten Geschichten schreibt halt das Leben. Wundervoll.
    Wie schön, dass dein Sohn sich so sehr über das Fotobuch gefreut hat, das tut ja sooo gut. Klasse!
    Prima, dass du offensichtlich ein schönes Weihnachtsfest hattest.
    Liebe Grüße – erst im Nachhinein von deiner Bärbel

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    1. Dieses Geschichtchen muss doch gerade dir gut gefallen haben, dachte ich jedenfalls beim Schreiben. – Mein Sohn hat ja das Buch bisher nur angesehen, besonders gefreut haben sich meine Tochter und meine Enkel, worüber ich mich dann wiederum sehr gefreut habe.
      Lass dich ganz lieb grüßen von Clara

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  2. Hast du eine süße Anna, liebe Clara. Euch allen eine schöne Zeit “zwischen den Jahren”! Hier hab ich eine meiner Kindheitserinnerungen für dich rausgesucht, um dich etwas aufzuheitern. Ich dachte als Kind damals tatsächlich sehr ernsthaft drüber nach, wie schwer Erwachsensein wohl werden wird und wieviel Sand man braucht, um die krumme Lanke zuzuschütten, und außerdem: ob das wirklich was hilft… :-) Guckst du hier: http://ingeb.org/Lieder/vorzweej.html

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    1. Hallo, liebe GG, das Lied von der Emma auf der Banke an der Krummen Lanke (ca. 5 km von mir entfernt) hat mich ja bis zur letzten Zeile auf die Folter gespannt, wann denn das mit dem Sand und dem Zuschütten endlich kommt.
      Kind sein ist manchmal nicht einfach – aber Erwachsene haben es auch nicht immer leicht.
      In diesem Sinne beste Grüße von
      Clara

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    1. Ruth, aber eine ganz genau so schöne Weihnachtsgeschichte ist es für mich, dass sich meine family so doll über das Fotobuch von Berlin gefreut hat. Mein Sohn hat es heute hier bei mir angesehen und sogar er war begeistert – ich glaube, das habe ich bisher noch nie erlebt, dass er mich so gelobt hat.
      “Rest-Fest” hätte auch von mir kommen können, aber ich traute mich nicht, es so zu nennen.

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  3. Das sind schon drollige Sachen, die von den Kleinen kommen. Sie haben ihre ganz eigene Sicht der Dinge. Und für sie ist auch Weihnachten schön und magisch. Dir noch einen ruhigen gemütlichen Tag morgen.

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    1. Danke, liebe April – morgen gehen meine Mutter und ich zu meinem Sohn in die WG. Dort kochen die ungarischen Eltern des einen Mitbewohners – es ist absolut anders als in Deutschland, aber auch sehr gut.
      Ein wunderschönes “Geschenk” für mich war, dass meine Enkel und meine Tochter wahnsinnig begeistert waren von dem Berlin-Fotobuch. Ich habe es ja noch mit vielen persönlichen Fotos erweitert. Die Kleine krähte mir am Telefon ins Ohr, auf welchen Seiten sie sich überall entdeckt hat. – Meine Tochter meinte, dass es schön sei, die Sachen ihrer Kindheit dort in Ruhe ansehen zu können und dass sie überhaupt keinen Bildband von Berlin hätten. Darüber freue ich mich riesig, das macht fast die widerliche Mieterhöhungsandrohung wieder wett.

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  4. Frohe Weihnachten, liebe Clara und alles Gute – und danke für Deine entzückende Weihnachtsgeschichte! Und natürlich duzen wir das herze Jesulein, das wissen wir doch alle schon aus dem Gebet: Komm Herr Jesu sei unser Gast und segne, was Du uns bescheret hast”…

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    1. Gesa, du wirst es nicht glauben, aber genau über dieses Tischgebet haben wir auch gesprochen. Anna betet zwar nicht vor dem Essen, aber ich denke, sie und ihre Familie sind tiefgläubig. Oft habe ich ihr aus der Kinderbibel vorgelesen und war dann immer wieder froh ob meiner katholischen Kinder- und Jugendzeit, denn die Erinnerungen sind ja noch da. – Anna meinte: “Komisch, erst sagen wir ‘Herr’ und dann sagen wir doch du”.
      Danke für deine lieben Wünsche!

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  5. Das ist eine schöne Weihnachtsgeschichte. Es ist doch herrlich, die Natürlichkeit der Kinder erleben zu dürfen.

    Liebe Grüße aus dem Spinnstübchen, wo langsam schon wieder angesponnen wird.

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    1. Die Lütte denkt immer so schön mit und widerspricht auch ohne Bedenken, was ich klasse finde, denn ich bin auch der Meinung, man muss sich von Erwachsenen nicht alles gefallen lassen. Wir zwei finden immer einen gemeinsamen Konsens. – Wenn ich den dann auch noch mit meinem Vermieter finden sollte, dann kann ich erst einmal aufatmen.
      Ich sage ja immer, Geld macht nicht glücklich, aber kein Geld auch nicht unbedingt.
      Spinn mal wieder was schönes, da freue ich mich immer so darüber.
      Mit ganz lieben Grüßen von Clara

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  6. eine richtig nette Geschichte, und das mit den Duzen, das gefaellt mir besonders. Im Hebraeischen gibt es das ueberhaupt nicht, da wir nur geduzt, wenn man jemanden dann doch irgendwie “anders” ansprechen will, dann heisst es z.B. Frau Sowieso willst du ….. aber meistens spricht man auch alle mit dem Vornamen an. Auch Lehrer udn Vorgesetzte etc

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    1. Vivi, das ist ja dann bei euch so ähnlich wie im Englischen. – Die Kinder in der ersten Klasse duzen ja oft auch noch ihre Lehrer – aber ein wenig später lernen sie dann doch die Unterschiede. Anna ist sprachlich wirklich perfekt und sie meistert alles hervorragend.
      Und tschüss von Clara

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    1. Britta, das Haus wurde vor ca. 2 Jahren verkauft – jetzt ist es aus der Sozialförderung raus und die können wohl ziemlich rigoros die Mieten erhöhen. Jetzt haben sie innerhalb von 2 Jahren um über 40 % erhöht. Ich habe so das Gefühl, die wollen hier alle Mieter raushaben, denn es ist teilweise ein ganz schöner Schweinestall hier. – Mal sehen, mein Sohn will sich mal drum kümmern.
      Danke für dein Mitgefühl und liebe Grüße an dich von Clara

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    1. Danke Petra – das Essen, das ich heute “gezaubert” habe, war für meine Begriffe doch recht gut – zumindest ist der Gans ihr 24stündiges kaltes Salzbad sehr gut bekommen.
      Liebe Grüße auch an dich von Clara

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  7. Liebe Clara,
    was für eine hübsche “Weihnachtsgeschichte”, ein wenig nach dem Motto “Alle Menschen werden Brüder”…..
    Dir und Deinen Lieben fröhliche Weihnachtsfeiertage ♥♥♥
    Herzlichst moni

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    1. moni, warum ist das so in der “Ode an die Freude” geschrieben – warum sind die Schwestern nicht erwähnt?
      Die Gans hat zumindest erst einmal geklappt und gut geschmeckt.
      Liebe Grüße an dich von Clara

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  8. Was für eine nette wahre Geschichte liebe Clara.
    Du bist gut im erklären..*lächel
    Und Anna Antwort sooo süss.

    Falls die persönliche Post doch noch nicht angekommen ist
    Dir und deinen Lieben ein Frohes fröhliches schönes Weihnachtsfest.

    *lassdichbittemaldrücken*

    Herzliche Grüsse, Elke

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    1. Elke, du darfst mich drücken, auch ohne vorher “bitte” zu sagen, ich freue mich, denn irgendwie beschleicht mich seit der Post von meinem Vermieter ein sehr ungutes Gefühl. Sie haben vor 1,5 Jahren die Kaltmiete um 21 % angehoben und jetzt sind es nochmal 20 %. Wie soll ich bei ca. 800 Euro Rente allein schon 580,00 Miete bezahlen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber vor einem Umzug in eine Einzimmerwohnung fürchte ich mich wie der Teufel vor dem Weihwasser. – Ich werde morgen alle Briefe und alle Post zu meinem Sohn mitnehmen, vielleicht kann der was erreichen. Ich habe einfach Angst, dass ich rausfliege, wenn ich nicht bezahlen kann.
      Deine Post ist bisher nicht gekommen, aber ich freue mich auch nach Weihnachten noch darüber, vielleicht noch mehr, weil ich dann das hinter mir habe, was mir Sorgen bereitet hat.
      Danke sagt einfach nur Clara

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      1. Oh man liebe Clara das ist ja ein Mist.
        Solche Sorgen und das zu Weihnachten.
        Ach was egal wann..es ist schrecklich.
        Ich hoffe dein Sohn kann etwas erreichen.
        *ich drück fest die Daumen*

        *und jetzt drück ich dich ohne vorher zu fragen*

        ganz liebe Grüsse zu dir..von Elke

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    1. Ute, das, genau das wünsche ich dir. Vor allem wünsche ich dir, dass du von unangenehmer Post verschont wirst, wie sie mich gestern und heute im wahrsten Sinne des Wortes getroffen hat. Aber da kümmere ich mich erst nächstes Jahr drum.
      Ute, lasse es dir wirklich gut gehen, du hast es verdient!!!!

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    1. Danke, dass ich sie immer stundenweise genießen darf. – Das allerschönste an der Sache ist, dass die Liebe und die Begeisterung füreinander gegenseitig ist, wenn ich mal das Universum zwischen 1 und 0 auslasse.
      Alles Gute für euch drei von mir

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    1. Danke – ihr werdet ja schon fast vor Ort und Stelle sein und du von mindestens zwei ungeduldigen Mädchen umringt sein. Greta bekommt den Trubel ja noch nicht so mit.
      Viel, viel Freude auch für euch wünscht
      Clara

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