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Archiv für die Kategorie ‘Clemens’

Happy birthday, lieber “Hannes” …

26. Oktober 2011 10 Kommentare

und positiver Enkelalarm

Wenn man(n) alt wird, ist das Mist, irgendwie zumindest, aber noch Mist-er ist es, wenn man nicht alt wird. Der blöde Spruch heißt ja tatsächlich: “Wer nicht alt werden will, muss jung sterben.”

Du, lieber Hannes (so habe ich dich in allen meinen Familiengeschichten genannt) hast dich zum Glück für die alt-werden-Version entschieden. Ich verrate aber niemandem, wieeeeeeeeeee alt, kein Wort wird hier davon stehen, versprochen ;-)

Auf so einen besonderen Geburtstag mit einer extra stark ausgelegten Null zweiten Zahl möchten ich natürlich mit dir anstoßen. Vielleicht trank ich damals schon keinen Wein, vielleicht habe ich mir diese “Marotte” erst später zugelegt – auf jeden Fall möchte ich mit dir mit Kastanienschampus anstoßen. Die dicken, gefüllten Gläser stehen schon bereit, auch andere Leckereien aus Kastanien warten auf genussvolles Verzehrtwerden.

Was ist ein Geburtstag ohne Blumen? Entstanden ist das Foto ca. einen Monat vor deinem Geburtstag, da blühten sie noch prächtig und reckten ihre schönen Blütenblätter in die Sonne und in den Schatten. Deine im Garten sind natürlich zahlreicher und vielfältiger – aber die schenkt dir keiner, die musst du selbst pflegen.

Du kennst mich ja, vielleicht nur ein wenig, aber besser als gar nicht, und deswegen: Was wären Geburstagswünsche von mir ohne eine Prise Realismus?

Ein paar Wolken wird es auch in diesem Jahr für dich geben, aber puste sie weiterhin so erfolgreich weg wie bisher, dann klappt das schon.

Als Ausgleich soll dir das Kraftwerk ein wenig Kraft abgeben.

Und was sagst du zu dem nächsten Geschenk – den Korb habe ich mir extra von Frau Pilz schenken lassen. Mit ihrem Einverständnis schenke ich ihn jetzt an dich weiter, um an das einmalige Sammeljahr zu erinnern, was dann leider sauer ausging.

Guten Appetit, da ist wirklich kein Knolli dabei

Aber jetzt muss ich mich beeilen – ich muss ja für den bald eintretenden Enkelalarm noch einige Zoologiebücher wälzen, damit ich weiß, was ich mit dem zarten Mägdelein für Tiere aus Kastanien basteln kann. Ich muss in etwa wissen, wie sie aussehen.

Herzlichen Glückwunsch und alles, alles Gute!

Und zum Abschluss bekommst du noch eine Geschichte aus meiner Blogvergangenheit geschenkt, in der du eine wichtige Rolle gespielt hast:

http://chh150845.wordpress.com/2010/03/07/musste-ich-uber-kochen-kussen-kinder-bloggen/

Meine Mutter wurde von ihren Enkeln …

6. September 2011 45 Kommentare

u.a. deswegen geliebt, weil sie hervorragende Pfefferkuchen backen konnte.

Ich will das bei meinen Enkelkindern mit Pflaumenkuchen schaffen, dennoch schicke ich ihnen jetzt kein Carepaket nach Westdeutschland.

Ich verstoße mit einer Plauderei über Essen gegen alle meine Bloggersitten und Gewohnheiten. Auch wenn es an Körperverletzung grenzt, leckeren Pflaumenkuchen zu zeigen (und hier zumindest nichts abgeben zu müssen *grins*), müssen wir jetzt durch – oder ihr macht den Post gleich zu.

Der Anfang wurde ja am 31. August gemacht, als ich euch in aller Ruhe und Anschaulichkeit zeigte, wie die Pflaumen der pflaumenblauen Clara in den Schoß oder in den Eimer fielen.

Das Ende sieht so aus:

Die vielen Kilo sind entsteint, auf dem Kuchen platziert, die Streuseln verteilt, ein Streifen wunschgemäß ausgelassen und gebacken sieht er auch nicht schlecht aus

Und zwischendurch gibt es eine Schätzaufgabe: Wie viele Grammkilos Pflaumen hingen an diesen Pflaumenkernen dran:2 Kilo, drei oder 4 Kilo oder irgendwas dazwischen?

Die neue Clara-Kunst!

Und jetzt noch eine Rundfrage. Ich nenne die Dinger auf dem Kuchen “Streusel”. Sagt ihr anders oder kennt ihr noch andere Bezeichnungen?

Zwei Leute in meiner Bekanntschaft mögen Pflaumenkuchen lieber ohne Streusel – für mich einfach undenkbar, da dann die Pflaumen so nackt sind und vertrocknen. Welche Art bevorzugt ihr?

Kategorien:Clemens, DDR, Familie, Theres Schlagworte: ,

Man kann 50 Jahre verheiratet sein …update

30. August 2011 23 Kommentare

… und immer noch Spaß miteinander haben,

von anderen Sachen mit “S” will dieser jugendfreie Blog nicht berichten, aber er könnte … und wie …

Der Tag der goldenen Hochzeit ist nun schon 10 Tage vorüber – mein Glückwunsch kam pünktlich. Dieser Post wollte warten, bis das “junge Paar” wieder aus Mallorca zurück ist.

So saht Ihr am 20. August 1961 aus:

50 Jahre später darf ich Personen hoffentlich unverpixelt zeigen, denn kaum jemand könnte so noch nach euch suchen – ein wenig habt ihr euch doch schon verändert, aber nicht negativ. Ich wollte eure hübschen Gesichter nicht verunstalten.

Ich durfte damals mit dabei sein bei eurer Feier und habe unter anderem dabei richtig tanzen gelernt, nicht so steif wie in der Tanzschule. Das Kleid war aber wohl das gleiche, denn beides fand im gleichen Jahr statt. Das gelbe, sehr schöne Kleid hat unsere gemeinsame Oma genäht, liebes Cousinchen.

Man könnte glatt glauben, es ist auch ein Hochzeitsfoto von mir

Eure Hochzeit hat mich davor bewahrt, den Schrecken des Mauerbaus sofort in vollem Umfang zu erkennen, denn in Oberschlesien war ich von deutschen Nachrichten ziemlich abgeschirmt.

Ich wünsche euch beiden weiterhin noch sehr viel Freude miteinander, und die bei bestmöglicher Gesundheit.

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Das Haltbarkeitsdatum der Ehe von anderen Clarafamilienmitgliedern ist offenbar sehr viel schneller abgelaufen.

  1. Derdiedaseine heiratet sicherheitshalber gar nicht erst
  2. Derdiedaseine  heiratet und wird nach 2 Jahren Witwe/r
  3. Derdiedaseine heiratet und lebt nach den magischen 2×7 Ehejahren getrennt und geht auseinander
  4. Derdiedaseine ist verheiratet und lässt jetzt alle hoffen, dass es auch länger und besser gehen kann
  5. Derdiedaseine ist seit über 50 Jahren verheiratet – für Außenstehende allerdings in einer Qualität, in der ich keine 3 Jahre Tisch und Bett und mehr miteinander teilen möchte.

So ist das Leben und so ist das Eheleben. Es ist, wie es ist.

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Gerade habe ich einen Witz gelesen, der gut zu dieser Problematik passt:

Paar im Bett.
ER: “Ach sag mir doch die drei Worte, die Liebende für immer aneinander binden!”
SIE: “Ich bin schwanger!”

Claras leicht boshaftes Gesundheitslexikon – das N

7. Juli 2011 43 Kommentare

Niedlichkeitswahn

Ist Sprachwahl oder Sprachstil eine Frage des Selbstvertrauens? Des Selbstbewusstseins? Ist sie dem Grad oder der Stufe auf der Leiter des Lebens angepasst?

Wenn ich z.B. schöne Fotos mache, die ich jedenfalls für schön halte, dann habe ich sie fotografiert und nicht „geknipst“ oder geknipselt- Das schöne Wort „Fotografieren“ ist zwar sehr viel länger von den Buchstaben her, dafür so viel aussagekräftiger. Sogar ich, die ich wirklich relativ unbedarft auf den Auslöser einer Digitalkamera im Automatikmodus drücke, erdreiste mich, meine Endergebnisse als „Fotos“ oder „Fotografien“ zu bezeichnen, da ich mir bei der Motivwahl und bei der Nachbearbeitung die entsprechende Mühe gebe. -  Vielleicht wollen manche aber auch nur Buchstaben beim Tippen sparen, wenn sie “knipsen” und nicht “fotografieren”. – Die Fotos, die ich in meinen Blog stelle, müssen vor allem erst einmal mir gefallen – den anderen dürfen sie gefallen, müssen sie aber nicht.

Desgleichen finde ich diese Verniedlichungen in der Sprache schon bei Kindern leicht fragwürdig – denn nicht alles ist ein Beinchen, ein Händchen, ein Füßchen, ein Püppchen, ein Schlückchen, ein Ärschchen, ein Patschehändchen und ein Mündchen – vielleicht ab und ab mal, aber nicht immer und ständig und ununterbrochen – alles von meinem Geschmack aus gesehen.

Aber wie viel eigenartiger mutet es mich dann an – da ich es schon bei Kindern übertrieben finde – wenn meine Gliedmaßen als Fingerchen, Händchen oder gar Patschehändchen bezeichnet werden. Dann gucke ich mich und das entsprechende Körperteil an, überlege, ob ich gerade nach Lilliputanien ausgewandert bin oder fragen sollte: „Liebes, hast du meinen Arm geschrumpft?“ – Aber vielleicht ist das auch nur meine ganz persönliche Macke oder  Abneigung, denn niemand durfte mich “ungestraft” Christinchen nennen – ich bin erwachsen.

Frauen geraten ja sehr oft bei großäugigen Tieren, pausbäckigen Babys oder hilfsbedürftigen jungen, hübschen Männern in einen Zustand der schlecht kontrollierbaren Entzückung – bei dieser Altersklasse ist es gerade noch entschuldbar. – Vielleicht bin aber auch nur ich falsch gepolt, dass mir dieses “Verniedlichungsgen” abgeht – einfach zu realistisch.

Für (Zar) Peter, den Großen, zum Geburtstag

24. Juni 2011 27 Kommentare

Wenn Mann am 24. Juni 1941 geboren wurde, dann wird er heute folgerichtig 70 Jahre alt oder jung – das vermag ich hier nicht so recht zu sagen oder zu entscheiden. Da wir uns seit 1973 kennen und zwischendurch schon mal – immer schön zeitlich versetzt – ernsthaft darüber grübelten, ob wir es miteinander für eine jeweils zweite eheliche Bindung probieren sollten, sind wir uns sehr vertraut, so dass Alter das geringste Kriterium ist, was wir am anderen beobachten. -

Hier überlegen wir 1983, ob miteinander “gut Kirschen essen” wäre. 

Aus heutiger Sicht sehe ich das Scheitern dieser Überlegungen so: “Wir waren beide zu intelligent – aber in vollkommen entgegengesetzter Richtung, aber zu wenig klug, um eine Partnerschaft zu meistern.

Für etwas möchte ich Dir, auch im Namen meiner damals noch sehr jungen Kinder danken. Du hast uns die Welt des Segelns erschlossen – zuerst auf einem 20er Jollen-Kreuzer auf dem Berliner Müggelsee, später dann auf einem richtigen handfesten Segelboot auf dem Scharmützelsee dicht bei Berlin.

Der Lange lässt sich von den Eleven schippern

Deine Töchter und mein gemischtes Pärchen, die zum Glück im gleichen Alter waren, haben oft gemeinsam Unfug auf dem Boot getrieben, aber auch ernsthafte Fortschritte in der Kunst des Segelns gemacht und mehr oder weniger ihre Liebe für diesen Sport entdeckt. Bei meinem Sohn ist wohl der Segel-”Virus” auf den fruchtbarsten Boden gefallen. Mir dagegen war die Segelei entweder zu langweilig, zu bewegungsarm, zu gefährlich (es gab mehrere nennenswerte Unfälle an Bord) oder zu “kodderig” gewesen. War der Wellengang auf dem Bodden zu heftig, opferte ich Frühstück oder andere Mahlzeiten den Fischen. – Vielleicht war meine fehlende Liebe zur Segelei der Hauptgrund, weshalb es zwischen uns nicht klappen konnte.

Damit das Erinnerungsvermögen auch von ein paar Fotos unterstützt wird, habe ich in alten Alben gekramt – leider waren die Fotos schon ein wenig vergilbt, aber das müssen wir jetzt alle hinnehmen – dafür sind es echte Zeitzeugen. – Erst die Mannschaft, dann der Kapitän.

Zuerst kommt die Planung der Route - der Junior ist ganz eifrig dabei

Der Junior nimmt die Aufgabe an der Pinne sehr ernst

Zur allgemeinen Freude bei diesem Wetter: Land in Sicht!

(Der) Smutje hat Pause!

Was es dieses Jahr zu wenig regnet, hatten wir damals zu viel

Der Kapitän unter Segeln und "unter Verantwortung" - denn er muss für die Mannschaft mitdenken

Der Kapitän auf Landgang

Seitdem du dich um das von deinen Eltern ererbte Grundstück mit einer Akribie kümmerst, die Produkte entstehen lässt, die lässig das nächste Jahrtausend noch überdauern werden, hast du deine Berufung gefunden. Mit unnachahmlicher Sach- und Fachkenntnis entsteht fast alles in Eigenarbeit, deren Reihenfolge ich wahrscheinlich genau umgekehrt gemacht hätte. Das Innenleben des Hauses ist nach wie vor ein Stiefkind gegenüber solchen Großprojekten wie Carport (mindestens für die Unterstellung eines LKWs geeignet) oder Zaun, der von dir seit ca. 3 Jahren kreiert wird. Jedes andere Wort dafür wäre schnöde Untertreibung. Sicherlich werden das die 70 schönsten und die 70 sichersten  Zaunmeter im Ort werden. Inzwischen  kommst du auch trockenen Fußes durch das sich auf Knopfdruck öffnende Tor mit dem Auto unter das Carport.  Du machst mit stoischer Gelassenheit alle Arbeiten allein, die lässig locker 3 Leute über einige Jahre ausüben könnten- aber dein Hirn ist immer ausgelastet, deine Hände sind immer beschäftigt und dein Ausgeglichenheits- und Zufriedenheitslevel dümpelt in den den oberen Regionen herum. Und wer kann das schon von sich immer behaupten. Für Aufgaben ist noch über Jahre gesorgt und die Ideen zur Verwirklichung werden dir schon nicht ausgehen – das wünsche ich dir.

Deine Nichtenenkelkinder (in Ermangelung eigener) mögen die Familienschaukel noch einige Zeit okkupieren und dich ab und an mal auf andere Gedanken als Arbeit bringen. Vielleicht bringt irgendwann mal Konstantin das Werk vom Opa zu Ende.

Der Pinienzapfen - das Zeichen des Hauses - und die Familienschaukel

Im Fotoblog gibt es noch was von unserem letzten Besuch am Scharmützelsee zu sehen: Erinnerung 1, Erinnerung 2, Erinnerung 3 und Erinnerung 4.

Kategorien:Clarageschichte, Clemens, DDR, Theres Schlagworte:

Drei Sekunden nicht aufgepasst …

15. März 2011 25 Kommentare

Die Cetus - Foto: Georg Bleicher, Berlin

… können ein neues Leben hervorrufen, unter Umständen aber auch eines beenden.

Die Geschichte spielte sich im Sommer 1984 ab. Der Haupt”held”, um den es damals und heute geht, war schon 13 Jahre jung und noch nicht 14 Jahre alt – ein Lebensalter, in dem man schon gewisse Verstandesleistungen erwarten konnte.

Die Sonne schickt sich allmählich an, in den Scharmützelsee zu tauchen. Eine leichte Brise schaukelt das Segelboot im Hafen und lässt den Tee in den Tassen und das Bier in den Gläsern schaukeln.  Die Patchworkfamilie – bestehend aus dem “Kapitän” der “Cetus”, den beiden “Hilfsmatrosen” Theres und Clemens und dem Ersten Offizier in Form meiner Person – saßen beim Abendbrot an Deck. Die Stimmung, die sich über den See breitete, war beschaulich und schön.

Das Essen war beendet – Clemens, der kleine Segeleleve, hibbelt herum und weiß kaum wohin mit seiner überschüssigen Energie. Für einen 13jährigen bietet so ein Boot zu wenig Auslauf, vielleicht täte es ein alter Dreimaster. Theres sitzt gemütlich auf der Bank in der Plicht, die Beine hoch,  und steckt die Nase in ein Buch mit mathematischen Rätselaufgaben.

Die Großen sitzen gemütlich am Tisch und wollen den Tag ausklingen lassen. Clemens spielt mit den vom Großbaum hängenden Schlaufen der Bändsel, die zum Reffen oder Zusammenbinden des Großsegels gebraucht werden. Aus Jux und Dollerei und kindlicher Blödheit steckt Clemens seinen Kopf hinein. Ich quittiere das mit einer unwilligen Bemerkung  “lass diesen Blödsinn” und das Gespräch plätschert wieder leise vor sich hin.

Plötzlich stößt der baumlange Kapitän den zum Glück schon abgeräumten Tisch  um, weil er blitzschnell aufsteht. In diesem Moment fällt mein  Blick auf meinen Sohn und ein angstvolles “Clemens” kommt aus meinem Mund. Peter schnappt den kleinen Kerl, der bewusstlos in der Schlinge hängt, die Schwester fängt zu weinen an – und ich staune nur über Peters Reaktionsgeschwindigkeit. Ich glaube nicht, dass diese Situation zu seinen täglichen Übungen gehört. Er setzt Clemens in der Kajüte auf die Bank  und verpasst ihm leichte Backpfeifen, bis er ihn ins Bewusstsein zurückgerufen hat. Clemens erstaunter Blick und die nasse Hose zeigen uns, dass er ziemlich tief bewusstlos gewesen sein muss.

Schwesterchen hat noch den ganzen Abend geweint, auch wenn der kleine (freche) Bruder schon wieder seine Witze machte. Sie war so aufgeregt, dass sie von uns ihren ersten Schnaps im Leben zur Beruhigung spendiert bekam.

Clemens lebt offensichtlich gefährlich, aber immer wieder bewahrt ihn ein Schutzengel davor, dass ihm was Schlimmes und uns großer Kummer widerfährt. Die “Geschichte von den Füßen aus dem Fenster” handelt von einem Zweijährigen und seiner Schwester, der einen Großeinsatz der Feuerwehr verursacht.  In “Schrecksekunde” erzähle ich, wie er es mit 7 Jahren noch einmal schafft, nicht aus dem 6. Stock zu fallen.

Im Laufe seines Lebens bis zu seinem heutigen 40. Geburtstag hatte er noch einige Situationen, wo er gerade noch so von der Schippe gesprungen ist – und alle waren selbst verursacht, keines war eine “Krankheits-Schippe”, sondern fast alle hatten mit Sport oder Fahrzeugen zu tun.

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Ich wünsche dir, dass du die Leben von zwei Katzen für dich verbrauchen kannst, denn die von einer hast du wohl schon ver(sch)wendet.

Und weiterhin wünsche ich dir, mein lieber S. Clemens,  dass du noch lange, noch oft und noch immer so geschmeidig “von Bord” gehen kannst wie hier von der “Cetus”, als du noch sehr klein und sehr jung warst.

Das war doch nur der Arbeitstitel?!?

15. März 2011 16 Kommentare

Und es begab sich im Jahr 1970, dass Clara mit ihrem zweiten Kind schwanger ging. Was die beiden Großen (Eltern des Embryos) der Familie dazu bewog, von vornherein und ohne jegliche Sicherheit und ohne Ultraschallaufnahme zur Geschlechterbestimmung (die es damals noch nicht gab) dem kleinen Mitglied der Familie (Theres) weiszumachen, dass ein kleiner Tobias* (Name von der Redaktion geändert) unterwegs ist, weiß bis heute niemand.  Zum Glück ging die Geschichte  gut aus, und Mutter Clara brachte keine “Tobine”, sondern wirklich einen Tobias  aus dem Krankenhaus nach Haus.

Wie man unschwer an dem schon gestern veröffentlichten Geburtstagspost für Mama Gertrud feststellen kann, haben Großmutter und Enkel also an einem Tag Geburtstag – im Jahr 1971 das beste Geburtstagsgeschenk, was meine Mutter je bekam.

Nachdem ihr die Hebamme herzlichst gratuliert hatte und ihr ausnahmsweise das Geschlecht verriet, hatte ich sie wenig später an der Strippe.

Der Dialog verlief in etwa so:

Danke für deine guten Wünsche und ebenfalls herzlichen Glückwunsch zum Stammhalter. Wie heißt er denn?

Ich:

Na, das weißt du doch: Tobias!

Meine Mutter:

Nein, das kann doch nicht sein, das ist doch kein Name für ein Kind! Das war doch nur der Arbeitstitel. Wie heißt er denn wirklich?

So, und dieser Arbeitstitel wird also heute 40 Jahre jung und hat sich nie ernsthaft über seinen Namen beschwert – höchstens über die Länge. Seine Schwester hat im echten Leben einen Namen mit 3 Buchstaben, von denen man nicht einen einzigen in Spiegelschrift schreiben kann. Er dagegen hat einen Namen mit 9 Buchstaben, von denen er grundsätzlich vor dem Schuleintritt 4 in Spiegelschrift schrieb.

Hier noch eine Diashow aus seiner frühesten Sturm- und Drangzeit. Der Sturm und der Drang enden hier mit seiner körpererhöhenden Frisur im 15. Lebensjahr, in dem er zur Konfirmation ging. Da er der Kleinste seines Jahrgangs war, musste schon mal zu solchen Tricks gegriffen werden. – Was er an Größe vermissen ließ, brachte er an Geschicklichkeit mit, denn den dreifarbig-grauen Konfirmationsanzug nähte er sich vollkommen allein. Ich hätte nicht die Hälfte so viele Taschen und Reißverschlüsse einnähen wollen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.




Auf welche Ideen kommt Frau …

8. März 2011 35 Kommentare

wenn heute Internationaler Frauentag ist oder wenn sie mal gerade keinen Computer hat. Sie postet natürlich etwas, was (nur) mit Frauen zu tun hat und schickt auch gleich noch die süße Drachendame Tiamat mit ins Rennen.

Über den Frauentag will ich mich jetzt nicht auslassen, das machen sicherlich andere besser als ich – aber auf der zweiten Idee werde ich jetzt rumkauen, denn ich konnte gerade neue Erfahrungen sammeln.

Also Frau macht:

  1. sie leckt die Küche, so dass wieder vom Fußboden gegessen werden könnte (so frau das will, aber sie hat Teller und Besteck)
  2. sie liest ein Buch statt Blogs
  3. sei putzt Fenster, da die zarte Frühlingssonne den Zustand der stark vernachlässigten Glasflächen deutlich zu Tage bringt
  4. sie telefoniert ausgiebig statt zu mailen
  5. sie kontrolliert Fernseh- statt Computerprogramme auf ihre Tauglichkeit
  6. sie liest Zeitung statt News oder Schlagzeilen auf dem Bildschirm
  7. sie lässt den Staubsauger statt des Feedreaders arbeiten
  8. sie erledigt lange liegen gebliebenen Schriftverkehr mit Institutionen
  9. sie besucht Freunde statt User
  10. sie geht schon gegen 1.00 Uhr statt erst gegen 4.00 Uhr ins Bett

0der

sie kocht ca. 15 Liter (3 große Töpfe voll!!!)  Soljanka, 2/3 davon entstanden auf Wunsch eines einzelnen Herrn, der am 15. März 40 Jahre lang atmet, isst, trinkt, lebt, lacht und überhaupt – längere Zeit davon unter meiner Obhut.

Wisst Ihr, wie viel “Langeweile” und Liebe im Spiel sein muss, um so viel Speck, Zwiebeln, Salami, Kassler, saure Gurken, Sauerkraut und Paprika zu schnibbeln und zu schneiden, um dann mit Brühe, Ketchup en masse, Gurkenwasser, Letscho und Gewürzen zu einer der schmackhaftesten Suppen zu verarbeiten, die ich kenne.

Meine Familie einschließlich meiner Mutter liebt diese Suppe heiß und innig – und offensichtlich ihr Enkel auch. Mit dieser im Osten so beliebtberüchtigten Suppe will er auf seiner Party mit ca. 60 Leuten ein wenig Ostflair aufkommen lassen, denn viele seiner Freunde und Kumpel haben diesen Geschmack noch auf ihrer Erinnerungszunge.

Ihr könnt ja mal raten, welche der 10 Punkte ich erledigt hätte, wäre der Computer lange genug weg gewesen. Aber da ich ihn schon nach 27 Stunden zurück bekam, blieben viele dieser Punkte als Planung.

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Jetzt will ich euch noch kurz in zwei Collagen zeige, wie es der kleinen Drachendame Tiamat unterwegs ging. Bei Lucie (hier zu sehen) ist sie vor Freude fast im Karree gesprungen, denn hier fand sie ständig und überall Spielgefährten und Freunde. Sie spielte mit einem Kranich, flog mit einem Schmetterling, soff und segelte mit alten Seebären, fürchtete sich vor dem geschlitzten Schaf, wollte sich im Vogelhaus einnisten, nahm brav zwischen Hund und Katze platz, verabschiedete sich am Bahnhof tränenreich von Lucie und … und … und

war auf dem Tisch beim Bloggertreffen mit dabei, aber nicht die Hauptperson.

Was Tiamat in Bochum und in Essen am Anfang meiner Reise bei meiner Verwandtschaft so erlebte, das erzähle ich später einmal.

helau helau helau – und keiner bringt mir einen Pfannkuchen (weiten Teilen der deutschen Bevölkerung unter dem verunglimpfenden Namen “Berliner” bekannt) mit Pflaumenmus und Puderzuckerglasur – mein Spitzenfavorit!

Mitleid ja? … Mitleid nein? Mitgefühl???

11. Dezember 2010 24 Kommentare

Ganze Zeitungsseiten, Medienberichte und anderes beschäftigen sich zur Zeit mit dem ZDF, der Samstagsveranstaltung und mit der Aussage: “ZDF-Wettkandidat bleibt gelähmt!”

Ich weiß nicht so recht, wie ich meinen Post anfangen soll, ohne als absolut herz- und gefühllos dazustehen. So traurig es für den jungen Mann ist, kann ich jedoch kein echtes Mitgefühl oder gar Mitleid aufbringen. Das Sprichwort “Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um” kennt ja wohl jeder.Vielleicht hat sich der Verletzte, als ihm sein Zustand nach dem Erwachen aus dem künstlichen Koma klar wurde, sogar gewünscht, dass genau der zweite Teil des Satzes mit ihm passiert wäre. Jetzt muss er sich mit der Perspektive anfreunden, ein Leben im Rollstuhl zuzubringen und ständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. -

Als junge Physiotherapeutin behandelte ich einen 17jährigen, der per Kopfsprung in ein unbekanntes Wasser gesprungen war und sich von diesem Moment an unterhalb des Kopfes kaum noch bewegen konnte. In seinem bedauernswerten Zustand wäre ihm – dreist wenn er es gewollt hätte – die Durchführung eines Suizids nicht mehr möglich gewesen. – Meine Behandlung bestand sehr oft nur in Gesprächen, denn ich war nur unwesentlich älter als er und hätte mir ein solches Schicksal nicht vorstellen mögen. – Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist. – Doch ich erinnere mich noch gut, wie er mit seinem Schicksal gehadert hat und lieber bei dem Unfall gestorben wäre.

Doch zurück zu dem anfangs erwähnten Verunglückten. Mit 23 und einer beabsichtigten Stuntman-Karriere müsste Gefahrenbewusstsein durchaus vorhanden und entwickelt gewesen sein.

So hartherzig es sich anhören mag, auch beim eigenen Sohn würde ich ähnlich reagieren – allerdings hätte ich tage-, wochen-, monatelang vorher in der Trainingsphase versucht, ihm diesen Wahnwitz auszureden – doch Söhne sind oft beratungsresistent, der Himmelhochsche macht da keine Ausnahme.Beim Zusammenprall zweier  “Wasserski-Motorräder = Jetski” saß er auf einem drauf und fand sich kurz danach bewusstlos im Wasser wieder – aber sein Schutzengel hat bisher noch immer funktioniert – Leser mit Leseerfahrungen kennen ja schon einige gefährliche Situationen mit ihm.

Ein Unglück, das zufällig aus etwas überhöhter Risikobereitschaft passiert, ist etwas anderes, doch für Fassaden-Senkrecht-Kletterei, Bungeespringen, S-Bahn-Surfen und anderen Sch… habe ich Null Verständnis, eigentlich noch weniger als Null. Schon Paragliding, Tauchen, Bergsteigen, Klettern, Fliegen, Segelspringen, Snowboarden, Wellenreiten und was es so alles gibt, um sich von einem gesunden Menschen innerhalb von Minuten in einen Behinderten oder einen Toten zu verwandeln, begucke ich mit einer gewissen Skepsis. Nicht umsonst nehmen das viele Unfallversicherungen aus ihrem Leistungskatalog raus.

Doch ich schwofte ab, ich wollte ja beim ZDF bleiben. Was wird die Hauptmotivaton des jungen Mannes und des beteiligten Vaters gewesen sein? Ruhm? Ehre? Geld? Ehrgeiz? Gemisch aus allem? Wollte der Autohüpfer Wettkönig werden? Wollten die beiden ihre eigenen Nerven kitzeln oder die der Zuschauer?

Meine Hochachtung, mein Mitgefühl oder mein Mitleid haben Personen, die im Dienst für andere verunglücken oder ums Leben kommen.

  • Feuerwehrleute – und es muss nicht ganz so tragisch sein wie beim Einsatz am 11. September in NewYork
  • Bomben- und Mienenentschärfer, die ihr Leben riskieren, damit andere wieder in ihre Wohnumgebung zurückkehren können
  • Bergleute, die auf diesen Broterwerb angewiesen sind
  • Piloten, die manchmal trotz des Einsatzes all ihres Könnens einen Absturz nicht verhindern können

und

  • Angestellte der deutschen Bahn, die mit ihrer Körperwärme und all ihrer Berufsliebe eine zugefrorene Weiche persönlich auftauen müssen, damit 1000de Arbeitswillige früh genug an ihre Wirkungsstätte oder zum Training für “Wetten dass” zurecht kommen.

Paradies à la Clara (15)

13. September 2010 12 Kommentare

Nachdem EvaClara die Kinder in die Welt hinaus geschickt hatte, stellte sie fest, dass es ganz schön ruhig um sie geworden war, viel zu ruhig für ihren Gechmack. Freunde und Bekannte konnten  manchmal mit ihrer etwas aufgedrehten Art wenig anfangen. Mit denen, die um ihre Freundschaft buhlten, konnte sie wenig anfangen – also wurde sie ein wenig zum Einzelgänger – als “Einsiedler” kann man es noch nicht bezeichnen.

Sie schaute sich um in ihrem Leben, was sie so erreicht hatte und ließ die gesundheitlichen Macken dabei mal bewusst aus dem Spiel.

Oft genug hatte sie schon ihre Neugier im Paradies bereut – war dieser eine Apfel wirklich den ganzen Ärger wert gewesen? – War die Trennung von Adam wirklich nötig gewesen? Wäre da nicht mehr Kompromissbereitschaft besser gewesen?  – Hätte sie die Kinder so weit weg in die Welt hinaus “schicken” oder lassen sollen? – Wäre es besser gewesen, sich einen neuen “Adam” zu suchen, um mit ihm das Alter zu genießen? Nach dem einen unglücklich ausgegangenen Versuch beharrte sie auf ihrer Unabhängigkeit !

Fragen über Fragen, die sie sehr oft bewegten, wenn sie grübelnd auf ihrem Balkon saß. Da sich beim Grübeln ja bekanntlich die “Katze in den eigenen Schwanz beißt”, beschloss sie, jetzt alles so zu nehmen, wie es ist – mit allen Unzulänglichkeiten und allen Imponderabilien (des Lebens).

Die Wiese war eben nicht mit vierblättrigen Kleeblättern übersät – aber dreiblättrige sind auch schön anzusehen! Dafür gab es ab und an auch andere Blumen zu sehen.

Und wenn sie anderen Leuten Geschenke bereitete, bekam sie meist einen netten Brief in dieser Flimmerkiste und einen Lacher zurück.

Paradies à la Clara (2)

31. August 2010 14 Kommentare

Ja, da standen sie nun mit Sack und Pack vor der Paradiestür – ohne Geld, ohne Wohnung, ohne Ahnung, wie es weitergehen soll.

Adam guckte immer ein wenig hilflos auf Eva (Clara), die ihm das alles eingebrockt hatte. Sie guckte recht kampflustig. Letztendlich waren sie jedoch gemeinsam der Meinung:

Kommt Zeit, kommt Rat – vielleicht auch Rad, damit sie ihr Gepäck ein wenig besser transportieren können.

Erst einmal mussten die beiden Kleinen versorgt werden. Es ist schon so lange her, hießen die nicht Kain und Abel? Jetzt hängen sie jedoch noch hilflos und unselbständig an Mutters Rockzipfel.

Autofahren mit den eigenen Kindern …

14. Juli 2010 32 Kommentare

in diesem speziellen Fall nur mit dem männlichen Part davon, der ja mit knapp 40 Jahren dem Kindersitz schon längst entwachsen ist und die Bezeichnung “Kind” nicht mehr so richtig verdient.

Anmiert zu diesem Post, der schon ewig in Warteposition lauert, hat mich ein Post meines zweiten Kindes  über das Autofahren.

Zu mir als Autofahrerin sei gesagt, dass ich es seit 1973 aktiv betreibe und diese ca. 300.000 km unfallfrei hinter mich gebracht habe. Früher fuhr ich weitaus schneller und riskanter, inzwischen ruhiger und gelassener und vor allem in der Dunkelheit oder gar noch bei Regen sehr passiv und vorsichtig – da nützt ein Navi zwar viel, weil es den Streckenverlauf zeigt, aber eben nicht alles. Besonders zurückhaltend in unbekanntem Gelände!

An Engstellen bin auch ich diejenige, die die anderen zuerst fahren lässt, da ich ja Zeit habe, meist zumindest.

Wenn aber dann der ungeduldige Sohn daneben sitzt und Bemerkungen der aufgeführten Art macht, war ich schon nahe dran, ihn mitten auf der Strecke aussteigen zu lassen.

Bemerkungen wie

  • Du hättest dir lieber einen neuen Aluklapproller als ein neues Auto kaufen sollen!
  • Willst du hier den morgigen Tag abwarten?
  • Wenn du weiter so auf der Autobahn rumstehst (stockfinstere Nacht, kaum ein Auto unterwegs, 90 zugelassen, 80 gefahren), musst du dich nicht wundern, wenn dir gleich einer in den Kofferraum guckt! Anhalten auf der Autobahn ist verboten!

An alle kann ich mich nicht mehr erinnern, weil ich sie eine wie die andere entbehrlich fand.

Sicherlich fährt er gut Auto, aber nach meiner Einschätzung fährt er auch wie ein Henker Auto – typisch männlich. Inzwischen ist er ruhiger geworden. Er ist ja schon mit 17 ohne Führerschein mit einer Rennpappe gefahren – er hat in dieser Beziehung kaum etwas ausgelassen, was nicht erlaubt war. Seine Unfälle halten sich in Grenzen, aber es sind entschieden mehr als meine.

Zu rücksichtsvoll und defensiv sollte man sicher nicht fahren, weil das andere zu falschen Reaktionen verleiten kann – aber immer so fahren, wie man es gerade kann und wie man sich fühlt!

Söhnchen, du kannst jederzeit zu mir “faule Socke” oder “krummer Hund” sagen, da würdest nur symbolisch ein paar hinter die Löffel bekommen, aber als “schlechte Autofahrerin” lasse ich mich nicht abstempeln, von dir nicht!

Als mein Sohn meinte, ich sollte mir einen “Roller” kaufen, hat er doch nicht etwa an so etwas gedacht?

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Himmelhochs brauchen 1973 ein Auto /Stöckchen

4. Juli 2010 22 Kommentare

Hallo, meine liebe SPS, mein Stöckchen-Sammelbehälter läuft über, bei der Hitze geht ja auch nichts davon weg in den Kamin.

Deswegen muss ich was an dich zurückgeben zum Thema: “Das braucht doch kein Mensch!

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In meiner Schrankwand stehen 4 Modellautos: 3 schnucklige weiße für den Fall … siehe Gedanken über Luxus, aber dann natürlich in groß und nicht als Modell  – und ein hässliches, grauweißes Entlein. Und gerade an diesem hängt mein Herz besonders – wie in der Bibel die Geschichte  mit dem schwarzen Schaf schon erklärt.

Diese schicken Weißen braucht man schon nicht, höchstens für die Kinder, die  haben schon oft damit gespielt.

Doch warum ich den kleinen, hässlichen, grauweißen Trabant-Kombi immer noch hier stehen haben, versteht nur, wer Clara kennt – denn da hängt – welch ein Zufall – eine Geschichte dran, nicht  am Modell, sondern am Auto in echt. - Damals bin ich noch nicht auf die Idee gekommen, einen Sponsor für einen Audi zu suchen (heute aber auch nicht, Es gibt Autos, die ich mehr mag.)

Die Geschichte vom typischen DDR-Autokauf erzähle ich gleich, nachdem ich mir einen Kaffee geholt habe.

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Die Zeitrechnung zählt  1973 Jahre nach Christi Geburt  und 2 Jahre nach Clemens’ Geburt. Theres Abstand zur Zeitenwende betrug 1968 Jahre, aber in dieser männlich dominierten Zeitenzählung hat ein Mädchen leider nur geringe Chance, die Kalenderzählung zu bestimmen und damit hier kundzutun, dass sie 5 Jahre jung ist.

Clara hat ein schreckliches Erlebnis mit ihrem Motorroller hinter sich, den sie sich kurz nach dem Abitur gekauft hat. Eines Tages rutschte sie auf einer Ölspur geradewegs auf die linke Fahrbahn und dort blieb ein riesiger LKW kurz vor dem Zusammenprall ca. einen Meter vor ihr stehen.

Echte Schrecksekunden brennen sich ins Gedächtnis ein, auch wenn sie 45 Jahre her sind. Fazit: Der Motorroller wurde sofort verkauft und jeglichem motorisierten Verkehrsmittel wurde abgeschworen. Lieber wollte sie den “Auto-Anteil” ihres Führerscheins ein Leben lang ungenutzt lassen als noch einmal in eine solche Paniksituation zu kommen.

Aus diesem Grund hat sie sich nicht für ein Auto angemeldet. Jede Oma, jeder beidseitig Erblindete, fast jedes Schulkind war angemeldet, nur Clara versäumte es, mit 18 Jahren das Anmeldeformular auszufüllen. In der “Provinz” wäre nach ca. 15 Jahren, in dem immer etwas privilegierteren Berlin nach ca. 10 Jahren das entsprechende Auto in Zwickau oder Eisenach vom Band gelaufen.

Hätte sie nur über einen Funken Geld- und Handelssinn verfügt, wäre aus dem Verkauf dieser Anmeldung kurz vor dem Fälligkeitsdatum viel Geld zu machen gewesen. Zu dumm oder zu ehrlich?!

Als bei einem innerfamiliären (Streit-)gespräch Hannes den Tatbestand äußerte, zwar über eine Anmeldung für ein Auto, aber nicht über eine Fahrerlaubnis=Führerschein  zu verfügen, blieb Clara dennoch bei ihrer motorlosen Meinung. Sein sofortiger Fahrschulbesuch wäre nicht möglich gewesen, weil auch dafür die Wartezeiten zwischen zwei bis fünf Jahre betrugen. Das hielt ihn davon ab – also wurde die Autoanmeldung 1972 fällig und keiner wollte (Clara) oder konnte (Hannes) es fahren. Das Auto wurde im Kollegenkreis weiterverkauft und deckte mit der “Verkaufsprämie” etliche der gerade notwendig gewordenen Ausgaben.

Das jetzt herrschende autolose Klima wurde kühler bis frostig, da Hannes dem entschwundenen Auto über Gebühr nachtrauerte.
Irgendwann hatte er Clara weich”geredet”, so dass die sagte: “Ich besorge uns ein Auto” (bisschen naiv war sie ja schon immer!)

Um ein vernünftiges gebrauchtes zu bekommen, mussten ca. 150 Mitbewerber ausgestochen werden. Mit Geld war dies in unserem Fall nicht möglich, also, wie dann? Der Preis eines 3-Jahres-Wagens pendelte so um den Anschaffungspreis herum.

Clara verschaffte sich eine Übersicht, studierte Chiffre-Annoncen auf der Suche nach einem Trabant-Kombi. Chiffre deswegen, weil kaum jemand Telefon hatte, Handys noch nicht erfunden waren. Kombi deswegen, weil sonst eine vierköpfige Familie mit Bambirad nicht unterzubringen wäre.

Und dann ging es ans Schreiben – mit der Hand – jeder Brief ein Unikat.

Eines Tages ein Anruf, wir sollten kommen und Geld mitbringen. Gemeinschaftliches Unterkiefer-Aushaken war angesagt.

Dort angekommen, fragte Clara vorsichtig: “Haben Sie denn nur wenige Zuschriften bekommen?” Der Verkäufer griff hinter sich und holte drei dicke Stapel vor.

Ihr Staunen wandelte sich fast in Ehrfurcht, denn die Verkaufsverhandlungen waren perfekt abgeschlossen. “Und warum haben Sie sich gerade für uns entschieden?” Seine Antwort: “Sie haben den lustigsten Brief geschrieben und außerdem ging mir ihre Autonot richtig ans Herz!”

Noch Fragen?

Damals fürs Schreiben ein Auto – und heute einen Kommentar! Qualitätssteigerung? Werteverfall? – Alles relativ – heute brauche ich kein Auto, gebrauchte stehen an jeder Ecke rum – heute freue ich mich mehr über (freundliche) Lesermeinungen .


Und hier könnt ihr das Auto der Himmelhochs sehen, na fast, und hier auch.

Familie Breitmaulgrinsfrosch

27. Mai 2010 37 Kommentare

Historisches in Mauretanien

Vor vielen, vielen Jahren lebte in einem kleinen Land eine glückliche Froschfamilie. Viele Jahrzehnte davor gab es diese Familie noch nicht, weil da alle noch in des Herrgotts großem Froschteich als Kaulquappen umherschwammen, ja, es gab noch nicht einmal das Froschland.

Als Gott dann beschloss, die Familie „Breitmaulgrinsfrosch“ ins Leben zu entlassen, organisierte er erst mal, dass sich Herr Breit und Frau Maul in ihrem gut geschützten kleinen Land in einer seiner Hauptorganisationen kennen und froschlieben lernten.

Diese beiden waren mit ihren Namen doch sehr gestraft. Herr Breit hüpfte am Anfang hin und wieder,  später häufiger auf die Bahnhofsfroschwaage, da er im Bereich seiner Froschschenkelchen immer breiter zu werden drohte. – Auf dem Foto sehen wir ihn, als er mal mit einem Wiegeergebnis der Waage nicht zufrieden war und deswegen fast vor Unglück zum Alkohol gegriffen hätte:

Frau Maul dagegen hätte sich über ihren Namen gar nicht beklagen dürfen, denn bei ihr konnte man wirklich sagen: „Nomen est omen!“. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit riss sie ihr Froschmaul auf, quakte mit anderen um die Wette oder verteidigte andere Froschleute, die gar nicht darum gebeten hatten. Deswegen hat sie sich in dieser geschützten Froschrepublik des öfteren ihr quakendes Maul verbrannt. Besonders unangenehm fiel sie dadurch auf, dass sie nicht wie alle anderen Frösche “quak” quakte, sondern immer “quok”. Sie hielt es nur für eine Marotte, andere witterten darin schon Widerstand.

Politische Gegebenheiten

Dieses Land war so schön und so sicher für alle Frösche, weil eine große, hohe Mauer drum herum gebaut war, damit kein Frosch auf die gefährliche Straße hüpfen und dort womöglich von schnellen Audis  oder dicken Mercedessen überfahren werden konnte. Die einheimischen Vierräder, die manche für „Autos“ hielten und die man deswegen wahrscheinlich so schlecht zu kaufen bekam, waren nach astronomischen Sonnenumkreisern benannt oder trugen den Namen einer prächtigen Burg im Froschland. Frau Maul hatte immer so bei sich gedacht: „Lasst dem Luther was des Luthers ist und beleidigt sein Domizil nicht mit einem schnöden Autonamen.“

Diese Fahrzeuge waren so langsam, aber vor allem auch so laut und so stinkig, dass sich jeder Frosch zeitig genug vor ihnen in Sicherheit bringen konnte. Das war doch also sehr im Sinne der Frösche gedacht – zumindest derer, die auf der Straße hüpften. Die Frösche, die gerade drin saßen, hätten es schon gern etwas schneller gehabt.

Ansonsten ging auf dieser grünen Wiese mit den vielen schönen, allerdings sehr oft auch mittelschwer chemieverdreckten Teichen und Flüssen alles recht deutsch und manches manchmal auch demokratisch zu:

Deswegen nannte man dieses Land: DDM, also Deutsches Demokratisches Mauretanien.

Die Hochzeit

Da Herr Breit und vor allem Frau Maul mit ihrem Familiennamen nie so sonderlich glücklich waren, wie oben schon ein wenig näher erläutert, änderten sie diesen in einer feierlichen Zeremonie in Ehepaar Breitmaul – wie Sie sehen, fing damals diese Unsitte der Doppelnamen schon an, die später solche Blüten trieb wie Eleonore Maushäuser-Rattenfänger, aber darüber will sich Frau Kommentatorin nicht länger auslassen, weil sie sonst ihr Thema verfehlt oder sehr elegant um- um… schifft? Umfroscht? Umlabert!!!!!

Es dauerte gar nicht lange, da wurde das Treiben der Frösche im Teich – in diesem speziellen Fall natürlich nur das des Paares Breitmaul – belohnt.

Froschtöchterchen ist da

Das frischgelaichte Töchterchen bekam zur demokratischen Ergänzung des Familiennamens den Vornamen Frosch, so dass wir jetzt mit den Breitmaulfroschs mitfiebern können, wie es weitergeht. Als Tochter Frosch in der Seekathedrale getauft wurde, sang ein Chor himmlischer Meerjungfrauen, begleitet von einem Orchester saitenbeherrschender Karpfenteichbewohner. – Man konnte sich nicht einigen, ob dieses süße Kind mehr dem Vater oder mehr der Mutter ähnele.

Fröschlein wollte noch ein Geschwisterchen haben, weil es selbst nämlich immer ein wenig ängstlich war und sich nichts so richtig traute. Den Ausspruch: „Sei doch kein Frosch“ hasste das Kind aus tiefster Froschkinderseele und er kam ihm schon zu den Kiemen raus, so oft hörte es ihn.

Froschsöhnchen ist angekommen

Fromme Froschkinderträume gehen in Erfüllung und bald schwamm im kleinen Familienteich, der allerdings nicht größer war als eine mit Wasser gefüllte Badewanne, der kleine Froschprinz. In dieses eigene Reich waren sie gezogen, als der kleine Froschprinz den Leib seiner Mama so stark ausbeulte, dass diese nur noch mit Mühe in die umliegenden Naherholungsgebiete hüpfen konnte, denn so einen fahrbaren Umweltstinker hatten sie noch nicht. Also wurde die Badewanne gekauft,

Löwenzahn für Mutter Maul

mit Wasser befüllt, mit Seerosen verschönert und in den Vorgarten wurden Löwenzahn und Löwenmäulchen gepflanzt, beides auf Wunsch von Mutter Maul, da sie eine Löwin von edelster Rasse ist.

Seerosen für Papa Breit

Da er von Anfang an so ein fröhliches Kind war, nannten ihn seine Eltern kurz und bündig „Grins“, weil sie die Erweiterung des Namens zu

Familie Breitmaulgrinsfrosch

so schön und passend fanden. So einen wunderbaren Familiennamen hatte niemand in dem wohlbehüteten Mauretanien. Zumindest niemand, den man im Telefonbuch finden konnte. Und in die Akten der großen Horch- und Guck-Kraniche wollten sie nicht Einsicht nehmen.

Die Froschtaufe politisierend

Zur Taufe von Prinz Grins scheuten die Eltern weder Mühen noch Kosten. Schließlich sollte dieser kleine Frosch den Familiennamen weitertragen und vielleicht sogar mal über die Mauern des Landes bekannt machen. Die Eltern waren nämlich sogenannte Freidenker-Frösche, denen es in dem großen Gemeinschaftsteich und auf der Gemeinschaftswiese manchmal etwas eng und zu fröschig war – sie wollten mehr Freiheit. Quok! Quok! Deswegen arbeiteten sie ja auch beide beim Sender “Freies Denken in Berlin” = FDB, der quasi das Gegenstück vom “Onkel Tobias vom Rias” war. Dieser Sender hat nichts mit einer ähnlich lautenden Partei zu tun, bei der man den letzten Buchstaben weniger sächsisch aussprechen muss, dann ist er blaugelb, damit haben grüne Frösche nichts im Sinn.

Die gute Fee ist auch dabei

DieDie Eltern bestellten eine gute Fee, Die gute Feedie bei ihrer Ankunft gemächlich ihrem transportablen Wunderbaum entstieg wie Phönicia aus der Asche.  Es ist verständlich, dass sie bei der allgemein herrschenden Materialknappheit diesen  Baum für alle ihre Auftritte in- und außerhalb von Mauretanien ständig bei sich haben wollte.  (KünstlerInnen durften auch außerhalb Mauretaniens auftreten). Undenkbar für sie, einfach nur so effektlos zu erscheinen.

Der Feen Wunderbaum

Ihr Gefolge bestand aus  lauter kleinen Elflein, schwarze und weiße, die auch mal

Elfe Schwarz

wieder eine Froschtaufe erleben wollten. Es hatte sich herumgesprochen, dass diesmal ein besonders spaßiger Frosch – nämlich ein schwarz-goldener, getauft werden sollte. Die aufmüpfigen Eltern hatten das Rot einfach aus der Farbkombination gestrichen.

Die gute Fee brachte ein Zukunftsfoto für den kleinen Prinz Grins mit – Ein Bild, wie er als erwachsener Frosch aussehen wird. Alle waren hellauf begeistert:

Alle bewunderten, wie gut er sich seiner Umgebung anpassen wird

Die Fee vom festen Land, die Frösche vom kalten Wasser – etwas schwierig war das Zusammenkommen schon, sie konnten nur kurz miteinander kommunizieren.

Elfe Weiß

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…..

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Und das waren die Gäste bei der Froschtaufe.  Sie alle sangen dreistimmig den Kanon: “Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See …”

Die Voraussagen der Fee

Die Fee sprach von 4 Losen, die sie für die Familie mitgebracht hat. Vater, Mutter und Töchterchen zogen je ein Röllchen. Mutter Maul durfte zur Belohnung, weil sie gerade Prinz Grins gelaicht hatte, auch noch das Los für den Wickelfrosch ziehen.

Auf Mutter Mauls Los  stand: „Du wirst dein Leben lang regenbogenbunt sein und durch deine schillernden Geschichten die Frösche deines Blogs fesseln. – Sie war zufrieden mit dieser Voraussage der Fee.

Töchterchen Frosch, die viel zeitiger als die Menschenkinder lesen, schreiben und vor allem rechnen konnte (ein Froschleben ist ja auch um viele Jahre kürzer) las von ihrem Loszettel vor. „Glückselig“. Sie fragte mit großen Froschaugen ihre Eltern: „Ist das immer der Zustand, in dem ich mich befinde, wenn ich eine ganz, ganz schwierige Rechenaufgabe rausbekommen habe?“ – Obwohl ihre Eltern dieses Glückseligkeitsgefühl nicht im Zusammenhang mit Mathematik kannten, stimmten sie zu, denn ihr Fröschlein hüpfte tatsächlich immer von zwei seiner vier Beine auf die anderen zwei, wenn es eine vertrackte Lösung gefunden hatte. – Die Fee war mit der Auslegung zufrieden und versprach noch viele, viele dieser glückseligmachenden Momente in des Töchterleins Leben.

Vater Breit wollte mit seinem Los nicht so recht rausrücken, da er es nicht verstand. Also löste Mutter Maul die Banderole von dem Losröllchen – mit ihren tollpatschigen Schwimmhautpfoten keine so einfache Aufgabe – und lachte schallend los. Auf dem Zettelchen für ihren Sohn stand: „Schlampig“ – teilweise entschuldigte sie sich für ihr unverschämtes Lachen bei ihrem Söhnchen, andererseits wusste sie nun gleich, was sie in den nächsten Jahren zu erwarten hatte: „Faule Fische im Schulranzen, weil er sie wieder vergessen hatte auszuräumen; die ganze Badewanne (=Wohnung) blockiert von seinem Spielzeug, da er nichts wegräumen wollte und und und.“ – Die Fee bestätigte diese Voraussichten, teilte aber gleichzeitig mit, dass chaotische Kinder von einer riesengroßen Kreativität geplagt oder damit belohnt werden, so dass sie Fähigkeiten haben, die weit über ihre Altersgrenzen hinausgehen. Sie prophezeite ihm, dass er ein großer Näher vor dem Herrn werden wird, der immer weiß, wie er seinen Geldbeutel füllen und vor allem wieder leeren kann.

Mutter Maul  wollte sich den Tauftag nun nicht verderben lassen und war vor allem auf die letzte Voraussage für Vater Breit gespannt. Dort stand schlicht und ergreifend „Tunnel“.

Er konnte so garnichts mit dem Wort anfangen und schaute erwartungsvoll die Fee an. Und diese sprach: “Du wirst mit deiner ganzen Sippe durch einen langen, dunklen Tunnel hüpfen müssen, um in eine größere, mit Wasser gefüllte Badewanne umziehen zu können – doch diese Freude wird nicht lange anhalten!

Das war allen zu mysteriös, obwohl sich viele Jahre später herausstellen sollte, dass die Fee die Zukunft bessser als aus jeder Kugel vorausgesagt hatte. – Alle wandten sich wieder dem feuchten Wasserfest zu.

Das verpatzte Familienfoto

Am Ende musste die gute Fee nochmals kurz die Luft anhalten und zu den Breitmaulgrinsfroschs in die nasse, kalte Wohnung hinabsteigen, denn mit der nagelneuen Unterwasserkamera sollten schließlich noch ein paar Aufnahmen für das Familienalbum gemacht werden. Aus Personenschutzgründen wollte kein Frosch hier abgebildet werden, also können nur ein paar Wohnungsfotos gezeigt werden.

Alle waren mit dem Fest zufrieden, die Fee rauschte mit ihrem Gefolge wieder hinauf in ihren Wunderbaum, die mit Wasser gefüllte Badewanne sah etwas verwüstet aus – und wenn sie nicht gestorben sind, dann quaken sie noch heute.

Ob das aber immer noch in ihrem Naturschutzgebiet, das man auch als Frosch-Reservat bezeichnen könnte, passiert, ist der Erzählerin nicht bekannt. Vielleicht gab es auch eine Vertreibung aus dem “Paradies” und sie quaken jetzt in der gefährlichen, freien Welt, wo die bösen Drogen locken, die schnellen Autos und, und, und ….

*************

Diese Geschichte gab es zur Belohnung für die fleißigen Kommentarschreiberinnen Eva Felicity (regenbogenbunt),   Martha (Eine mit Wasser gefüllte Badewanne) Sunny (Tunnel), Rosenruthie (glückselig) , Anna-Lena (Wunderbaum), Freidenkerin (schlampig)Andrea (Orchester) und Sabina farben-reich (Unterwasserkamera). Ich hoffe, dass allen “Wortlieferantinnen” mein Geschichtengeschenk gefällt. Dieser kleine Gruß ist für Sunny

Familie Breitmaulgrinsfrosch (1)

25. Mai 2010 27 Kommentare

Vor vielen, vielen Jahren lebte in einem kleinen Land eine glückliche Froschfamilie. …

Alles weitere dieser Geschichte findet Ihr einen Post darüber, da gibt es die gesamte Geschichte!

Vor vielen, vielen Jahren lebte in einem kleinen Land eine glückliche Froschfamilie. Viele Jahrzehnte davor gab es diese Familie noch nicht, weil da alle noch in des Herrgotts großem Froschteich als Kaulquappen umherschwammen, es gab noch nicht einmal das Land. Als Gott dann beschloss, die Familie „Breitmaulgrinsfrosch“ ins Leben zu entlassen, organisierte er erst mal, dass sich Herr Breit und Frau Maul in ihrem gut geschützten kleinen Land in einer seiner Hauptorganisationen kennen und froschlieben lernten.

Diese beiden waren mit ihren Namen doch sehr gestraft. Herr Breit hüpfte am Anfang hin und wieder, später häufiger auf die Bahnhofsfroschwaage, da er im Bereich seiner Froschschenkelchen immer breiter zu werden drohte. – Frau Maul dagegen hätte sich über ihren Namen gar nicht beklagen dürfen, denn bei ihr konnte man wirklich sagen: „Nomen est omen!“. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit riss sie ihr Froschmaul auf, quakte mit anderen um die Wette oder verteidigte andere Froschleute, die gar nicht darum gebeten hatten. Deswegen hat sie sich in dieser geschützten Froschrepublik des öfteren ihr quakendes Maul verbrannt.

Dieses Land war so schön und so sicher für alle Frösche, weil eine große, hohe Mauer drum herum gebaut war, damit kein Frosch auf die gefährliche Straße hüpfen und dort womöglich von schnellen Porsches oder dicken Mercedessen überfahren werden konnte. Die einheimischen Vierräder, die manche für „Autos“ hielten, waren nach astronomischen Sonnenumkreisern oder prächtigen Burgen des Landes benannt. Frau Maul hatte immer so bei sich gedacht: „Lasst dem Luther was des Luthers ist und beleidigt sein Domizil nicht mit einem schnöden Autonamen.“ Diese Fahrzeuge waren so langsam, aber vor allem auch so laut und so stinkig, dass sich jeder Frosch zeitig genug vor ihnen in Sicherheit bringen konnte. Das war doch also sehr im Sinne der Frösche gedacht – zumindest derer, die auf der Straße hüpften. Die gerade drin saßen, hätten es schon gern etwas schneller gehabt.

Ansonsten ging auf dieser grünen Wiese mit den vielen schönen, allerdings sehr oft auch mittelschwer chemieverdreckten Teichen und Flüssen alles recht deutsch und manches manchmal auch recht demokratisch zu:

Deswegen nannte man dieses Land: DDM, also Deutsches Demokratisches Mauretanien.

Da Herr Breit und vor allem Frau Maul mit ihrem Familiennamen nie so sonderlich glücklich waren, wie oben schon ein wenig näher erläutert, änderten sie diesen in einer feierlichen Zeremonie in Ehepaar Breitmaul – wie Sie sehen, fing damals diese Unsitte der Doppelnamen schon an, die später solche Blüten trieb wie Eleonore Maushäuser-Rattenfänger, aber darüber will sich Frau Kommentatorin nicht länger auslassen, weil sie sonst ihr Thema verfehlt oder sehr elegant um- um… schifft? Umfroscht? Umlabert!!!!!

Es dauerte gar nicht lange, da wurde das Treiben der Frösche im Teich – in diesem speziellen Fall natürlich nur das des Paares Breitmaul – belohnt. Das frischgelaichte Töchterchen bekam zur demokratischen Ergänzung des Familiennamens den Vornamen Frosch, so dass wir jetzt mit den Breitmaulfroschs mitfiebern können, wie es weitergeht. Als Tochter Frosch in der Seekathedrale getauft wurde, sang ein Chor himmlischer Meerjungfrauen, begleitet von einem Orchester saitenbeherrschender Karpfenteichbewohner.

Fröschlein wollte noch ein Geschwisterchen haben, weil es selbst nämlich immer ein wenig ängstlich war und sich nichts so richtig traute. Den Ausspruch: „Sei doch kein Frosch“ hasste das Kind aus tiefster Froschkinderseele und er kam ihr schon zu den Kiemen raus, so oft hörte sie ihn.

Fromme Froschkinderträume gehen in Erfüllung und bald schwamm im kleinen Familienteich, der allerdings nicht größer war als eine mit Wasser gefüllte Badewanne, der kleine Froschprinz. In dieses eigene Reich waren sie gezogen, als der kleine Froschprinz den Leib seiner Mama so stark ausbeulte, dass diese nur noch mit Mühe in die umliegenden Naherholungsgebiete hüpfen konnte. Also wurde die Badewanne gekauft, mit Wasser befüllt, mit Seerosen verschönert und in den Vorgarten wurden Löwenzahn und Löwenmäulchen gepflanzt, beides auf Wunsch von Mutter Maul, da sie eine Löwin von edelster Rasse ist.

Da er von Anfang an so ein fröhliches Kind war, nannten ihn seine Eltern kurz und bündig „Grins“, weil sie die Erweiterung des Namens zu

Familie Breitmaulgrinsfrosch

so schön und passend fanden. So einen wunderbaren Familiennamen hatte niemand in dem wohlbehüteten Mauretanien. Zumindest niemand, den man im Telefonbuch finden konnte. Und in die Akten der großen Horch- und Guck-Kraniche wollten sie nicht Einsicht nehmen.

Fortsetzung folgt

Geständnis

24. Mai 2010 17 Kommentare

Geheiratet haben wir am Ostermontag. Diese Geschichte passierte an einem Pfingstmontag. Ihr seht, Gutes und weniger Gutes ist an den Montagsfeiertagen oft dicht beieinander.

Jetzt, da ich annehmen darf, höchstens für die drittschlechteste Mutter Berlins gehalten zu werden, will ich die alptraumverursachende

Theres-Clemens-Gänsehaut-Geschichte

dokumentieren.

Es begab sich an einem Abend Mitte der 70er Jahre, dass die Bewohner einer 6. Etage – insbesondere die weiblichen – auf der schon erwähnten Fischerinsel in helle Aufregung gerieten.

Das genaue Alter der Protagonisten will ich verschweigen, um nicht eine nachträgliche Klage wegen Verletzung der Aufsichtspflicht zu riskieren. Andererseits: Die Sache ist nach 35 Jahren verjährt.

*************

Eines Abends folgten wir der Einladung zu einer Geburtstagsfeier, die mit Tanz auf einem Schiff veranstaltet werden sollte. Die Kinder freuten sich darüber, allein bleiben zu dürfen, denn da wurde der Beginn der Nachtruhe nicht so streng elterlich reglementiert. Der “seelische Reifegrad” der Kinder, zumindest der des älteren, schien diese Entscheidung zu rechtfertigen.

Getroffene Vorsichtsmaßnahmen:

  • Streichhölzer zugriffssicher verwahrt
  • Gasherd gegen Elektroherd getauscht (Maßnahme, die der Vermieter für alle Hausbewohner ungefragt erledigte)
  • Fenster mit einem nach unserer Meinung sicheren Verschlussmechanismus versehen

Für alle anderen, plötzlich auftretenden Imponderabilien (ist das nicht ein Traumwort, diese Unwägbarkeiten des Lebens?) war die Nachbarin instruiert. Die Wohnung blieb unverschlossen, so dass die Kinder jederzeit auf den Flur konnten, wo noch 11 andere Familien wohnten.

Der heutzutage übliche Babysittermodus war total unbekannt und wurde von niemandem, großes Ehrenwort, von niemandem, den wir mit Kindern kannten, angewendet. Das Ängstlichkeitslevel der Mütter / Eltern war weitaus niedriger als heute.

Jetzt kann ich nur berichten, was sich abgespielt haben könnte, denn das Stückwerk, was ich im Nachhinein von Nachbarn und Kindern erfuhr, hat nie ein komplettes Puzzle ergeben.

Kinderzimmerdialog

“Theres, guck doch mal, ich kann ganz doll alles sehen, was da unten los ist”, ruft Clemens seiner großen Schwester zu.
“Das dürfen wir aber nicht, komm sofort  wieder runter, Clemens”, versucht die schon sehr vernüftige Theres ihren Bruder vom Schreibtisch zu locken, der so verführerisch unterm Fenster steht, dass man von dort einen fantastischen Überblick über das Geschehen auf Parkplatz und Straße hat. Clemens ist jedoch nicht bereit, seinen so selten genehmigten Ausguck widerspruchslos aufzugeben. Durch sein intensives Schwärmen schafft er es , seine Schwester ebenfalls auf den Tisch zu locken. Im alten Testament ist die Verführung weiblich, im neuen Hochhausleben dagegen männlich.

Was sehen Kinder normaler Weise, wenn sie vor den hohen Fensterbrüstungen stehen: Himmel, Wolken, Äste, Dächer!

Und jetzt: Autos, Motorräder, Menschen, Leben!

Als Theres ebenfalls Aussichtsposten bezogen hatte, freut sie sich und im kindlichen Übermut lösen sie die angeblich sichere Fenstersperre, öffnen das Fenster und spielen: “Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh …” Offensichtlich haben sie dabei jedesmal ihre Beine zum Fenster rausgestreckt, damit auch wirklich jedermann ihre Schuhe begutachten kann.

Plötzlich meint Theres: “Guck mal, da drüben winkt uns jemand!” (das: “ganz aufgeregt” setze ich jetzt einfach mal in Gedanken hinzu). Freundlich winken beide Kinder zurück.

Auf einmal stellt Clemens fest, dass es jetzt richtig spannend wird. Mit Blaulicht und großem Tatü… fahren zwei große Feuerwehrwagen vor das Haus. Ursprünglich war er ja schon bereit, seinen Fensterplatz gegen seine Spielecke zu tauschen, weil es langsam langweilig geworden war – doch die beiden Feuerwehrautos versprachen neue Spannung.

Ich darf es mir jetzt nicht ausmalen, was so ein kleiner Kerl anstellen muss, um aus einem Fenster senkrecht nach unten gucken zu können – denn dort spielte ja jetzt die Musik.

Er sieht, wie mehrere Feuerwehrleue hektisch aus dem Auto springen. Einige rennen ins Haus hinein, andere breiten ein großes, dunkles Tuch aus, dass alle festhalten. Wäre ihm der Begriff “Trampolin” schon bekannt gewesen, hätte er es womöglich ausprobieren wollen.

Spätestens jetzt haben die beiden diensthabenden Schutzengel wahrscheinlich ganz schnell Verstärkung angefordert, denn beide Kinder sahen gespannt, wohl doch ein wenig unruhig, den Männern entgegen, die plötzlich in der Wohnung standen. Es hatte kurz und  heftig an der Wohnungstür geknallt – ein Knall, wie ihn eben so ein abgesprengter Türzylinder von sich gibt – und da waren sie, die Feuerwehrleute, die hektisch in das Haus hineingerannt und sechs Treppen nach oben gestürmt waren. Im Hintergrund sind in der geöffneten Wohnungstür viele der Nachbarsleute zu erkennen. Ich vermute mal einfach so, dass einige Frauen feuchte Augen haben.

Wo sind denn eure Eltern?“, fragte einer. Wahrheitsgemäß, wie das Kind erzogen wurde, antwortet es: “Die sind tanzen.”

Ja aber, warum ist denn das Fenster offen?”, muss wohl einer recht fassungslos gefragt haben. Und auch da konnte ihn Theres “beruhigen”: “Das lassen unsere Eltern immer offen, damit wir frische Luft bekommen!” Nur erzählte sie nicht, dass dieses Fenster im Normalfall mit einer Sicherung verschlossen war. (Den Mechanismus der Kippfenster wie heute gab es im Osten nicht.) – Also auf jeden Fall: Erstickt wären sie nicht!

Die Feuerwehr will die Kinder in Obhut nehmen, doch eine Nachbarin verhindert das und packt sie zu ihren beiden Kindern dazu.

***************

Als Clara und Hannes nach Haus kommen, das aufgebrochene Schloss und den Zettel der Feuerwehr vorfinden, sind die Alpträume der nächsten Wochen vorprogrammiert.

Die aufmerksamen, winkenden Nachbarn von Gegenüber, die den Feuerwehreinsatz initiiert hatten, wurden mit Blumen und Sekt “überschüttet”.

Kategorien:Clarageschichte, Clemens, DDR, Familie, Theres Schlagworte:

Irr- und Umwege bei der Wohnungssuche …

8. Mai 2010 13 Kommentare

… in der DDR!

Ausgangslage: Ein quirliger Erstklässler, hinreichend bekannt unter dem Namen Clemens, seine allseits interessierte Schwester Theres von 9 Jahren, ein dauerarbeitender Diplomingenieur und eine permanent sich in Weiterbildung befindende Clara wohnen 1977 gemeinsam in Berlins schönster Zentrumslage in einer wunderschönen Vollkomfortwohnung, die nur einen Nachteil hat: Sie ist mit 49 qm und zwei nicht zu großen Zimmern einfach zu klein und zu eng für 4 Personen. (Ich bewohne jetzt allein 64 qm)

Der eine will seine Eisenbahnplatte aufbauen, die andere möchte in Ruhe lesen, lernen oder musizieren. Der Senior braucht nach seiner anstrengenden Arbeit ein wenig Ruhe und verschanzt sich aus diesem Grund permanent hinter Kopfhörern und last, but not least hätte Clara gern einen Arbeitsplatz, den sie nicht ständig für die nächste Mahlzeit räumen muss.

Dass eine größere Wohnung nötig war, konnte und wollte keiner abstreiten, nur die “DDR-Wohnungszuteilungs-Gesetze” schrieben vor, dass beide Kinder im Schulalter sein müssen, bevor der Familie eine 3- bis 4-Zimmer-Wohnung zusteht. – Dieser Punkt war erfüllt, also ging es auf Wohnungssuche. Willige Tauschpartner mit großen Wohnungen wurden gesucht und gefunden, die in eine kuschelige Wohnung am Ufer der Spree in Fernsehturmnähe ziehen wollten.

Folgende Bedenken wurden nun reihum gegen alle gefundenen Wohnungen vorgebracht:

  • Die ist zu weit weg vom Zentrum!
  • Die hat ja noch Ofenheizung, da muss ich ja Kohlen schleppen!
  • Ich will in keine Parterrewohnung!
  • Altbauwohnungen haben zu hohe Decken und Fenster !
  • Da muss ich ja in eine neue Schule!
  • Zu den Umbauarbeiten habe ich keine Lust!

Diese Liste ließe sich beliebig erweitern. Clara war jedenfalls am Rande der Verzweiflung, denn sie litt wohl am meisten unter der Enge.

Nun hätte ja der arbeitende Papa in seiner Arbeits- und Wohnungsvergabestelle eine 4-Zimmer-Plattenbau-Wohnung beantragen können, denn dort wurde schließlich das Gros aller Berliner Neubauten geplant, gebaut und für Angestellte  auch verteilt.

Doch der Haken war: Um nichts in der Welt wollte er nach Marzahn ziehen, was ich bis heute nicht richtig nachvollziehen kann.  Clara wäre (fast) alles egal gewesen – Hauptsache Platz in der Wohnung!

Also musste Plan B ran:

Eine fingierte Scheidung mit Kinderaufteilung sollte das Problem lösen: C+C (Clemens + Clara) behalten die alte Wohnung, T+H (Theres + Hannes) beantragen eine 2-Zimmer-Wohnung, die es angeblich ganz schnell geben sollte. – Ende 1978 war die Scheidung über die Bühne.

Die Kinder sollten nicht eingeweiht werden, um sie nicht zum Mitwisser dieses Deals zu machen. Blöd nur, dass sich die Klassenlehrerin von Theres als “Verkündigungsengel” aufspielen musste. Heute ist es Twitter, früher Lehrer, die unangenehme Nachrichten verbreitet haben.

Das untröstliche, weinende Kind konnte nur damit getröstet werden, dass der DDR-typische, schlitzohrige Plan offengelegt wurde und sie Aussicht auf ein eigenes Zimmer bekam.

Diese neue Wohnung kam viel später als erwartet und lag genau gegenüber von dem inzwischen entstandenen “Marzahner Garten”.

Mit viel Ausdauer und Glück gelang es uns danach, die beiden 2-Zimmer-Wohnungen gegen eine herrliche 4-Zimmer-Whg. im gleichen Areal zu tauschen, in dem wir bereits wohnten, also quasi genau gegenüber.

Blöd nur, dass bei der Einweihungsparty der Grundstein zur endgültigen Trennung gelegt wurde.

Erst die Henne? Erst das Ei?

24. April 2010 17 Kommentare

Sohn zu seiner Mutter:

“Mensch, Mama, du bist ja genau wie ich – entweder alles oder nichts! “

****************

Frage: Wer hat  hier was von wem geerbt?

Und zu diesen 26 Worten kommen jetzt noch ein paar Fotos: Ich lade euch bei diesem schönen Wetter zu einer Oben-ohne-Fahrt ein -

keine Angst, ich meine das Auto, das noch nicht erst mal meins ist. Aus einem Cabrio lassen sich Berlins Schönheiten viel besser fotografieren.

Außer der Schrift gehört mir nichts an dem Auto

 

Und jetzt fahren wir noch an einen der vielen Berliner Seen und da könnt ihr das fotografieren:

Spiegel in der Natur

Und wenn wir die Fahrt an einem bestimmten Wochenende machen, können wir vielleicht das hier  sehen:

Berlin leuchtet - an vielen Stellen

Früh übt sich, …

18. April 2010 9 Kommentare

wer ein guter Finanzoptimierer werden will

(Da ich den Protagonisten meiner ersten zwei Donna-schreibt-Geschichten gestern nicht in der Puddingschüssel landen lassen wollte – bekommt er den heutigen Post gewidmet)

Wie jeden Sommer bereitete die Clara-Familie ihren Urlaub vor, wieder war Bulgarien das Ziel (Der Mastika schmeckt dort so gut, *grins*). Sollen alle Sachen von vier Personen für sechs Wochen in einen Wartburg Kombi passen, muss über jedes Stück gründlich nachgedacht und eventuell auch demokratisch (autoritär) diskutiert werden, denn Dachgepäckträger oder Gepäckboxen hätten den schnellen Ritt von Hannibal gebremst. Zeltzeug, Campingmöbel, Kochausrüstung und ähnliches mussten neben Schwimmflossen, Sonnencreme und ähnlichen notwendigen Sachen verstaut werden. Für die Packkünste war Hannes zuständig – Theres half ihm dabei mit mathematischer Logistik. Offensichtlich war das für sie gelebte Geometrie.

Kurz vor der Abfahrt bat Clemens seine Finanziers um einen „Kredit“. Die geforderte Summe erschien für einen Zehnjährigen ungewöhnlich hoch. Das Bankkonsortium kannte jedoch sein besonderes feeling für Geld – also stimmte es der Sache zu und betrachtete es als „Frühkindliches Experiment im Umgang mit größeren Finanzmitteln“. Die Hausbank wäre durch den Verlust dieser Summe (ca. 100,00 Mark) nicht ernsthaft in den Ruin getrieben worden bzw. hätte sie notfalls auf die Spareinlagen des Klienten zurückgreifen können.

Die letzten Tage war zu beobachten, dass der Filius  eifrig in seinen Münzalben blätterte, Münzen entnahm und Listen aufstellte. Seit der ersten Auslandsreise sammelte er die Münzen aller Länder. Der Länder, die von Hannibal erobert werden durften, und auch die der anderen.

In jedem Ort, der zu einem kürzeren oder längeren Aufenthalt einlud, zog es Clemens eifrig an diese Kioske, die Sachen ausliegen hatten, die jedes DDR-Kinderherz höher schlagen ließen. Jedes Mal kam er mit einem relativ prall gefüllten Einkaufstütchen zurück. Das betrieb er wohl solange, bis der Kredit oder der Platz im Auto oder beides aufgebraucht waren. Nachfragen ignorierte er standhaft.

Auf dem Zeltplatz konnten die restlichen Familienmitglieder mit Staunen beobachten, wie das junge Finanzgenie die „Vermehrung seines Münzsammlungsreichtums“ in Angriff nahm. Zur Erklärung sei vornweg gesagt, dass Clemens ein viel jünger aussehender, goldbraun gebackener, strohblonder Junge war, der alljährlich in Ländern mit dunkelhaarigen Kindern auf der Liste „Entführungsgefährdet“ stand – vorausgesetzt, solch eine Liste hätte existiert. Er legte sich die komplette Sammlung von DDR-Münzen auf den Unterarm – denn er wollte ja tauschen, nicht betteln – und ging zu Zelt-Familien aus aller Herren Länder.

Wie er seine Sammelabsichten geäußert hat, kann hier nicht niedergeschrieben werden, denn er wollte keine Zeugen dabei haben. Wahrscheinlich hätten dabei Erziehungsautoritäten auch wirklich nur gestört. – Fakt ist, kurz nach seinem Auftauchen vor irgendeinem Zelt wurden befreundete Familien gleicher Nationalität lautstark zur Unterstützung herbeigerufen, bis alle Münzen gefunden waren. Besonders die Italiener legten einen besonderen Eifer an den Tag, dieses Kind glücklich zu machen.

Versteht irgendjemand, warum niemand sein DDR-Geld wollte?????? Und er alle Münzen immer und immer wieder zurückbrachte???

Das wiederholte sich solange, bis er alle Posten seiner vorher erstellten Liste abgearbeitet hatte. – Im heimatlichen Berlin wurden dann Kataloge gewälzt, Münzen geputzt und Alben gefüllt, zum Glück aber keine Reichtümer angehäuft.

Drei Wochen etwa benötigte Clemens dafür, das Geld für die Rückzahlung des Kredits flüssig zu machen. An Klassenkameraden und Freunde verkaufte er die Sachen, die er auf der Reise in größerer Stückzahl gekauft hatte. Sein leichter Aufpreis hatte mit den üblichen Handelsspannen nichts zu tun und kann durchaus mit seinem Arbeitsaufwand begründet werden.

Ist es irgendwie verwunderlich, dass später das Studienfach BWL hoch im Kurs stand?

Eltern mit kleinen Kindern …

5. April 2010 12 Kommentare
erleben weitaus intensiveren Urlaub als Ehepaare ohne Kinder!

Die Familie hat einen der ganz seltenen FDGB-Urlaubsplätze erwischt. “Ganz selten” deswegen, weil er wirklich an der Ostsee war, nicht am Bodden, nicht in einem so vollkommen unbedeutenden Ort wie Hintertupfingen. Sommer, Sand, Sonne, Wasser – alles schön, alles gut, bis zum ersten Zwischenfall.

Söhnchen, ca.2 Jahre jung, sitzt auf dem Töpfchen, vom  Kinderkrippchen gut konditioniert. Heimattopf ist immer und überall im Gepäck. Plötzlich klägliches Weinen, das in jammervolles Gebrüll übergeht. Aus Lust oder aus Langeweile hatte Knäbelein an seinem Gliedelein gespielt. Meistens ging das trotz der leichten  Phimose gut – doch dieses Mal hatte es, das Knäbelein, wohl übertrieben. Ein laut schreiendes Kind mit einer immer stärker anschwellenden und sich dunkelrot verfärbenden Glans kann eine jungenunerfahrene Mutter zur Verzweiflung bringen. – Zum Glück hatte auch ein medizinisch gebildeter Mensch einen Platz in diesem Ferienheim bekommen und der brachte die Sache mit einem Handgriff wieder in Ordnung und das Kind zur Ruhe.

Ruhe bis zum nächsten Zwischenfall.

Zur allgemeinen Kinderbelustigung diente dem bereits erwähnten Knäbelein und dem zwei Jahre älteren Mägdelein folgendes Spielzeug: Ein leichter,  runder Plastikpropeller sitzt auf einer Achse und kann mittels einer schnell zu ziehenden Schnur zum Fliegen gebracht werden. Theres durfte öfter ziehen, da schon weitaus geschickter bei der Handhabung. Brüderchen staunte und sah dem schwirrenden Propeller nach. Plötzlich ein leichtes “Klick” und ein lautes Gebrüll, dann ein ganz klein wenig Blut in Clemens’ Gesicht. In dem Moment sahen wir einen aufgeregten Schutzengel mit den Flügel flattern und sich entschuldigen, dass er nicht alles hatte verhindern können. Der leichte Plastikpropeller war gegen einen Lampenschirm geflogen, hatte einen Splitter rausgebrochen, der das untere Augenlid  traf. – In diesem Fall bekamen wir sogar die Sondergenehmigung, das Armeesperrgebiet Prora zu durchfahren, um schnell zum Augenarzt zu kommen. – Zum Glück war das eigentliche Auge unverletzt geblieben und das Tragen der schwarzen Augenklappe sah er als Steigerung seines Piratenimages an.

Und last but not least hat diese schwarze Klappe am Strand gute Dienste geleistet,  denn es gab natürlich noch einen dritten Zwischenfall.  Als er nämlich irgendwann am Strand abhanden gekommen war, ließ der Bademeister nur einen blonden Zweijährigen mit Augenklappe ausrufen und ganz schnell konnten wir unseren Ausreißer wieder in den Arm nehmen. Da habe ich erfahren, dass Kinder immer entgegen der Sonne abhauen, weil sie nicht geblendet werden wollen.

Wer will da mit langweiligen Sonnenliegenurlauben tauschen?

Diese Bilder sollen der Beweis sein, dass Ostern auch mit ungeputzten Fenstern durchaus gute Miene zum wolkigen Spiel machen kann!

 

Der erste lange Balkonaufenthalt

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