Stadtführung

Gasometer erwacht zu neuem Leben

Immer, wenn ich zum Doppelkopf auf der Potsdamer Straße fahre, bleibt mein Blick kurze Zeit an dem alten Gasometer in Schöneberg hängen. Eine Bloggerin gab mir den Tipp, mich dort mal umzusehen, weil sich in dieser Gegend kräftig was tut.

Gesagt, getan – am 6. Oktober war das Wetter wunderschön warm und sonnig und der Weg für mich nicht weit. Vom S-Bahnhof Schöneberg sind es keine 10 Minuten zu laufen, wenn frau gleich den richtigen Weg wählt. Mein ausgesprochen guter Orientierungssinn *frechgrins* ließ mich drei Anläufe brauchen, bis ich das Eisengerippe auch tatsächlich gefunden hatte.

Daneben gibt es ein ausgesprochen schönes Cafe mit ganz leckerem Kaffee, das Foto davon kommt aber erst morgen im Fotoblog.  Etwas weiter weg lockt ein Sandfeld zum beach volleyball, doch es war keine Mannschaft da, nur Liegestühle und Standkörbe warteten auf Sonnenhungrige.

Als ich mich am Kunst-, Technik- und Architekturangebot satt gesehen hatte, ging ich vor die Tore des Areals. Dort ist der Viktoriapark mit einigen sportlichen Angeboten für Erwachsene.- Ich beobachtete zwei Männer, die immer und immer wieder vergeblich versuchten, mit ihren großen Boulekugeln die kleine gelbe zu treffen oder zumindest in die Nähe zu kommen. Ob es an ihrer Wurftechnik oder an ihren Augen lag, dass beide immer sooooooooooo weit voneinander landeten, habe ich bis zum Schluss nicht ergründen können.

 

 

Aus Eins mach Vier (3)

Und, seid ihr bereit für den Fotomarathon, Teil 3?

2609 Brunnen Collage

Hier beobachtet der Rabe aus dem rechten Augenwinkel, was denn dieser komische Schatten bedeutet. Er kann nicht verstehen, warum diese Frau mit den bunten Hosen den Brunnen so intensiv beäugt und versucht, etwas Genaueres zu erkennen. Sie vermutet, dass in Frankfurt in diesem Brunnen Geldwäsche stattfindet – na gut, nicht Euro und auch nicht Zloty, das Geld ist schon etwas älter, dafür um so sauberer, weil das Wasser schon lange darüer fließt.

2609 Collage

Der Oderspeicher, sicher früher ein Kornspeicher, wie der seitliche Haken schlussfolgern lässt. (Fotoblog) – Der Pegelstand gab keinen Grund zur Besorgnis. – Das unhübsche Hochhaus habe ich fotografiert, weil ich  mir über die vertikalen Stangen, die mittig über die Fenster gehen, keinen Reim machen konnte. Nur Zier? Zum Runterklettern bei Gefahr ungeeignet, weil sie zu weit oben enden. 2609 Kirche Ausstellung 2

Kunst in der Marienkirche. Die versandete Nachricht war mehr humoristisch zu verstehen, aber die anderen Sachen waren alle sehr aufrüttelnd und gegen den Krieg gerichtet.

2609 Kirche Ausstellung 82

Dieser mit Beton beschwerte und mit Spiegelscherben verzierte Einkaufswagen wird bestimmt nicht mehr entwendet (bei uns stehen diese Wagen nämlich überall rum). Na gut, das Gemüse war auch nicht mehr das frischeste.

2609 Kirche Ausstellung

Ich weiß nur noch, dass die beiden unteren Kunstwerke “Der Terrorist” und das “Trojanische Ei” heißen – letzteres gefiel mir ausnehmend gut.

2609 Skulpturen 2 Collage

Schach ist international – das kann man auch spielen, wenn der Gegner von der polnischen Seite nicht mehr als “Guten Tag” auf deutsch kann. Der Deutsche revanchiert sich mit dzien dobry. – Wenn Bremen seine Stadtmusikanten hat, dann hat Frankfurt seinen Turm der Tiere. Leider wurde davor gebaut – aber die Bauarbeiter waren so freundlich, mir die Zäune wegzuräumen, damit ich besser an FlusspferdBärZiegeHaseRabe rankomme. – Diese neugriechische Dame mit wallenden Gewändern steht mitten in der Stadt. Ich vermute, dass ihr ehemaliges Zuhause zerbombt wurde, sie aber überlebt hat. – Der Herr, der auf der goldenen Kugel tanzt, schert sich um all das nicht, sondern narrt weiter vor sich hin.

2609 Skulpturen Collage

Kunst und Skulpturen gibt es in Frankfurt reichlich. – Ob die beiden Geschwister rechts oben (1990) darauf aufmerksam machen wollen, dass es in der neuen Gesellschaftsordnung auch Bulimiekranke gibt? – Dagegen spielt der kleine Junge (1970) selbstvergessen mit dem Fisch, den er gerade geangelt hat.

Und morgen nur noch Tag 4 im Fotoblog.

Wer mit dem Kopf durch die Wand will …

hat wenigstens ein Ziel vor Augen.

2209 Kopf durch die Wand 32

Hier und morgen im Fotoblog versucht dieser Riese, im oberen Stockwerk auf den Kaffeetisch zu schauen.

2209 Kopf durch die Wand 31

Wenn Clara nicht mehr “mit dem Kopf durch die Wand will”, dann ist sie zwar domestiziert, aber dann ist sie nicht mehr Clara.

(Der Riese ist kurz hinter dem Maxim-Gorki-Theater zu finden)

Partielle Amnesie …

befällt mich schon ab und an – und natürlich immer öfter, je mehr Tage sich auf meinem Lebensbuch abgespielt haben.

Diese Fotos von dem wunderschönen Musikerdenkmal sind von mir am 9. Februar fotografiert worden, das sagen mir die EXCIF-Daten. Doch leider sagen sie mir nicht, WOOOOOOOOOOOOOO ich das aufgenommen habe. Ich sollte doch diese Funktion auf meinem Fotoapparat nutzen und eine Sprachdatei zu einem Foto hinzufügen, wenn ich mich 4 Monate später schon an nichts mehr erinnern kann. – Wahrscheinlich kann man oder frau über Bildersuche fündig werden, aber ich finde da immer nichts.

Die Sache mit diesen und anderen Fotos vom September 2013 war sowieso etwas eigenartig. Ich hatte Mitte Juni etwas Fußballfahnenmäßiges fotografiert und wollte es auf den Rechner laden. Nichts, wirklich nichts zu finden. Stattdessen Fotos von meiner Mutter nach dem Tod und eben diese von einem Ausflug. Ich frage mich immer noch, auf welchem Winkel der Speicherkarte haben sich diese Fotos so lange versteckt???

Egal, jetzt zeige ich sie euch:

1107 Musikerdenkmal 87

Fast alles, was in der Musik- besonders in der Komponistenwelt – Rang und Namen hat, wird hier auf und mit diesem Denkmal geehrt.

1107 Musikerdenkmal 84

Der goldene Siegerkranz setzt allen Ehrungen noch die Krone auf – und deswegen zeige ich sie im Fotoblog besonders deutlich.

1107 Musikerdenkmal 85

“Stadtführung” als Kategorie zu wählen, wenn ich noch nicht einmal weiß, aus welcher Stadt das Foto ist, finde ich ein wenig gewagt, aber so bin ich eben.

Lang, lang ist’s her – 2

So, jetzt sind wir also schon den dritten Tag auf Fototour in Görlitz, denn den Beitrag aus dem Fotoblog habe ich natürlich dazugezählt. – So eine altehrwürdige Stadt wie Görlitz darf an einigen Stellen auch ein wenig marode sein – das gehört einfach dazu.

2706 Alte Ziegelmauer 65

Doch jetzt zu Sachen, die wirklich ansehenswert sind, z.B. die vielen Brunnen. Morgen kommen im Fotoblog auch noch Fotos davon. – Dieser Engel hockt in der Steinstraße, dicht am Demianiplatz – und machte auf mich einen – vorsichtig gesagt – eigenartigen Eindruck, wie er sich so das Wasser durch die Finger rinnen lässt.

 

2706 Brunnen Görlitz Engel 76

Ich hatte das Gefühl, er ist so dünn, dass man ihm durch die Rippen pusten konnte.

2706 Brunnen Görlitz Engel 78

Das “Gegenstück” dazu scheint mir diese Figur zu sein, die mit voller Kraft aus ihren Nüstern das Wasser speit.

2706 Brunnen Görlitz 15

Nun wieder zur Architektur, für die Görlitz so berühmt ist. – Ein heftiges Streitobjekt der Vergangenheit war das Jugendstil-Kaufhaus am Demianiplatz. Es wurde zuletzt von K*a*r*stadt geführt, doch dann geschlossen. Die Görlitzer haben wohl seine Wiedereröffnung erkämpft.

2706 Görlitz Kaufhaus 71

Von außen an der Fassade lang fotografiert:

2706 Görlitz Kaufhaus 69

In der Altstadt wäre fast jedes Haus ein Foto wert, doch das wäre langweilig. Hier nur eines. Details daraus hatte ich schon gezeigt. – Es ist eine Schule. Ich weiß nicht, ob Görlitzer Schüler sorgsamer mit der Vergangenheit umgehen als Berliner – hier wäre es sicher schon besprayt und schlimmer.

2706 Architektur Görlitz 88

Ich sehe gerade, das ist heute der Post der Hochkantfotos, aber was kann ich dafür, wenn der Engel so lang und dünn und groß ist?

Wolltet ihr schon immer wissen, wo die EU ihre Butterberge lagert???

2706 Butterberg

In einem hübschen Restaurant an der Neiße, das sich “Obermühle” nennt. Aber sie geben davon reichlich an ihre Gäste ab. Und damit das alles ganz gerecht zugeht, wacht dieses Tier mit Weisheit und Verstand über die Verteilung.

2706 Garten Eule 59

 Zum Schluss noch die gleichen Fotos als Galerie, wenn sie sich jemand lieber so ansehen möchte.

Auf Görlitz-Pirsch I – als Galerie

Clara Himmelhoch:

Damit alles von Görlitz an einer Stelle ist – deshalb hier das Regeblogte. Im Fotoblog ist auch noch die Langform.

Ursprünglich veröffentlicht auf Himmelhohes Fotogeflüstere:

Ich bin ja bei mehr als 5 Fotos Galeriefan – die ist übersichtlicher und man kann dennoch jedes Foto einzeln betrachten.

Original ansehen

Lang, lang ist’s her … 1

Damit meine ich nicht den chinesischen flinke-Finger-Pianisten (auch wenn einer in der Familie beste Ansätze zeigt, ähnliche Erfolge zu erringen – und sie unterscheiden sich gerade man um 20 Jahre), sondern meine Zeit in Görlitz.

1964 habe ich dieser Stadt schnöde den Rücken zugedreht, um in die weite Welt zu ziehen. Diese hieß erst Dresden, dann  Berlin, und das war wirklich “weite Welt”. Jede Stadt erschien mir besser als dieses baufällige Nest am Arsch der Welt Rande Deutschlands. – Inzwischen ist durch die Grenzöffnung zu Polen der Rand Deutschlands nicht mehr ganz so schlimm, obwohl kaum jemand aus Deutschland polnisch spricht.

Doch die Baufälligkeit hat sich deutlich gebessert – Görlitz hat sich zu einer der schönsten Altstädte gemausert – und das sage ich nicht nur aus Lokalpatriotismus. Vor kurzem war ich zweimal dort – vom “50 Jahre Abitur-Treffen” berichtete ich ja am 15., 17. und 19. Mai d.J. ausführlich .

Der zweite Anlass war der 70. Geburtstag meiner Freundin – der blieb bisher noch unkommentiert. Da Görlitz so eine Fülle an Motiven bietet, gibt es in diesem Blog heute und übermorgen Fotos und im Fotoblog am 26. und 28. Mai – ohne Extraverlinkung.

CLARA lädt zur Stadtbesichtigung ein

2506 Figur Görlitz 82

und sie kann nicht verleugnen, dass sie aus einer Lehrerfamilie stammt.2506 Cafe Görlitz 802506 Gästewohnung Lehrer 01Die Altstadt war zu meinen Schülerzeiten eine der gemiedensten Wohngegenden – überall wo anders war es besser, weil neuer, moderner, schöner. Heute würde ich das bei dieser herrlichen Architektur nicht mehr schreiben.

2506 Architektur Görlitz 90

Was mich an nach außen öffnenden Fenstern so fasziniert, kann ich gar nicht sagen – aber ich finde sie schön, obwohl sie wohl durch Wind und Wetter schneller bruchgefährdet sind.

2506 Architektur Görlitz Fenster 942506 Architektur Görlitz Fenster 95

Und wenn dann noch solche liebevoll gestalteten Türen den positiven Gesamteindruck vervollkommnen – bekommt Görlitz wieder einen Pluspunkt von mir.

2506 Architektur Görlitz Tür 03

Die Eigentümer dieses Hauses können sagen: “Klein, aber mein.

2506 klein aber mein

Da bleibt mir nur zu sagen: Vergiss mein nicht!

2506 Zunftzeichen Blumen defekt 86

 

 

Wenn im Rathaus nicht Hoffest gefeiert wird -

sondern “Tag des Ehrenamtes” – dann sieht dieses neugotische Gebäude von innen wunderschön aus.

1106 Rotes Rathaus 99

Das Gewölbe hat fast etwas Sakrales an sich.

1106 Rotes Rathaus 97

Die Fenster unterstreichen den kirchenähnlichen Charakter noch. – Auch die Absperrung ist liebevoll gestaltet.

1106 Rotes Rathaus Türgriff 96

Und wie so oft müssen über allem die Löwen wachen.

Im Fotoblog gibt es die schöneren, weil größeren Fotos.

Bahnhof Bad Wilsnack – Klappe die letzte

Als der Oberförster – in diesem Falle war sein Name vielleicht nicht “Hugo” – die Heilerde entdeckte, nahm Bad Wilsnack einen kometenhaften Aufstieg (oder fast zumindest) zum Kurbad. Die Tragweite seines Fundes muss ihn gleich und sofort – wahrscheinlich noch vor Ort – so berührt haben, dass er auf dem Gemälde ein ganz ergriffenes Gesicht zieht.

0911 1906 Förster Zimmermann Heilerde

Ich zeige euch noch ein paar Bilder aus der vornehmen und fröhlichen Kur-erei (nicht den Anfangsbuchstaben vertauschen!!!) der früheren und heutigeren Zeiten und dann fahre ich auch schon weiter, denn ich habe nur für eine Stunde meinen Aufenthalt in Bad Wilsnack unterbrochen.

0911 1925 Kurpark 07

Ihr seht, so ein kleines Schoßhündchen ist dabei und behütet die Dame – oder macht neue Kontakte für sie.0911 2000 Badeszene

Dieses Bild muss noch aus Zeiten stammen, als die Zeitungen noch nicht so großformatig wie heute waren, dafür aber mehr lesenswerten Inhalt hatten.0911 2000 Kurbadszenen

Yoga, Massagen und Sauna – was will man mehr für seine Gesundheit tun.

Und das sind die Hinterlassenschaften der unmittelbaren Neuzeit – im wahrsten Sinne des Wortes: Schweinereien.

0911 2013 Graffitti 02

Aus dieser hübschen Tür (oder Tor) verlasse ich jetzt das Städtchen, steige wieder in den Regionalzug und fahre an mein eigentliche Ziel: Ein Kaffeetrinken in Perleberg. Bretter bedeuten nicht immer, dass die Welt damit vernagelt ist.

1511 BW Tor aus Brettern 05