Kinder
Inhaltsverzeichnis:
- Zoo auf dem Balkon
- Bestechende Kinderlogik
- Verkehrte Welt
- Regenbogenfamilien
- Mitschüler quälen Sechsjährige
- Gute Spracherziehung
- Tribut an zwei Haustiere
- Du bist ein Schatz
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Zoo auf dem Balkon
Ursprünglich sollte der Post “Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich”heißen, aber damit habe ich mich dann schwergetan. Der Spruch ist aus dem Neuen Testament – und gerade am heutigen Karfreitag will ich damit nicht spaßen. Außerdem sind mir die Himmelsgeschichten bei dem schlechten Ruf ihrer Erdenvertreter etwas suspekt.
Dennoch dürfen sich die, die selbst noch ein halbes Kind sind, mit mir freuen, u. a. über meinen hübsch verunstalteten Balkon. Viele Leute werden sagen: Iiiihhhh, wie kitschig. – Doch da ich mit dem gestrigen Post bewiesen habe, wie dicht mein Herz noch bei den Kindern und den Märchen ist, kann ich heute meinen Kinderkitsch ruhig zeigen, manche Enkel freuen sich bei mir.
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Bestechende Kinderlogik
Die 7jährige Anna möchte ihre Mama in Berlin-Neukölln von der Arbeit abholen – und ich darf sie begleiten. Plötzlich eine total verschleierte Frau im Tschador. Ich versuche ihr Sinn oder Nicht-Sinn dieses Kleidungsstückes zu erklären, komme auch auf Religionsfragen zu sprechen.
Dann kommen ihrerseits Fragen zu den türkischen Kopftuchträgerinnen. Ich spreche von dem schönsten Schmuck einer Frau – dem Haar – und dass türkische Frauen dieses nur ihrem Ehemann zeigen. Ich sage wohl noch, dass Mädchen ungefähr ab 16 Kopftuch tragen.
Ihre Antwort: „Wenn sie sich schon so jung verschleiern, dann bekommen sie doch gar keinen Mann.„
Noch Fragen?
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Verkehrte Welt?
Wäre es nicht so bitter ernst, es wäre zum totlachen.
Wie weit hat eine Erzieherin, eine Tagesmutter, eine Lehrerin, aber auch eine Oma bis zu einem gewissen Grad Verantwortung für die Erziehung der Kinder, die ihnen anvertraut sind? Ist Erziehung wirklich nur Sache der Eltern? Hat da niemand anderes auch nur ein Wort mitzureden, wenn er es gut mit dem Kind meint und sich verantwortlich fühlt? Ist es nur Sache der Mutter, wenn das Kind fast nur mit Toastbrot und Bärchenwurst ernährt wird, wenn es oft zu wenig oder zu viel angezogen ist, wenn es mit 7 Jahren noch am Daumen nuckelt, ständig zu viele Süßigkeiten isst und u.a. deswegen jetzt schon sehr schlechte Zähne hat, wenn es zu viel fernsehen darf? Um das Unglück voll zu machen, hat das besagte Kind zu Weihnachten einen Nintendo geschenkt bekommen, obwohl der große Bruder schon fernseh- und computersüchtig ist. Soll ich dann als Tagesmutter immer ruhig bleiben? Leider kann ich das nicht, das verbietet mir mein anerzogenes (?), eingepflanztes(?) „Weltverbesserungs-Gen“.
Ich betreue ein Kind ca. 60 bis 70 Stunden im Monat, für das das Jugendamt die Kosten übernimmt, da die Mutter an drei Tagen in der Woche im Schichtdienst tätig ist, dabei aber zu wenig verdient.
Hätte ich mir einen fröhlichen Lenz gemacht und das Kind bei einer nicht altersgerechten Sendung lange Zeit vor dem Fernseher geparkt, um in der Zwischenzeit einen spannenden Krimi lesen zu können, hätte ich den mütterlichen Zorn und Frust verstanden.
Aber genau andersherum wird ein Schuh daraus. Beim vorletzten Abenddienst wollte das Kind plötzlich nicht mehr KIKA sehen, sondern SuperRTL, eine Stunde lang. Meiner Meinung ist die Sendung nicht nur schwachsinnig und mit Werbepausen durchsetzt, sondern von der Thematik her für 10 bis 14jährige gedacht. Also lehnte ich ab, schaltete wie eh und je KIKA ein, las ihr danach noch eine Geschichte vor und hatte ein friedlich einschlafendes Kind.
Doch das Kind beschwerte sich bei der Mutter, die darauf nichts anderes zu tun hatte, als mir aufzuschreiben, dass SuperRTL durchaus in Ordnung wäre, am Wochenende sogar 90 Minuten im Stück. Also setzte ich mich 60 Minuten daneben, um zu wissen, ob ich diese Sendung wirklich als „Schwachsinn“ beschimpfen darf. Untertrieben, wie der Sendername ist es „Superschwachsinn“, vielleicht nicht unbedingt schädlich für knapp 7jährige, aber vollkommen unangebracht.
Am Ende der Sendung klagte das Kind über Kopfschmerzen und konnte ewig nicht einschlafen. Viermal kam sie wieder raus, was sie sonst nie tut.
Also setzte ich mich hin und schrieb der Mutter eine Nachricht, dass ich bei meiner Ablehnung bleibe usw. usf. – Auf der anderen Seite ist es aber eine Mutter, die ihren beiden Kindern (7 und 15) nicht eine einzige Pflicht zumutet, die auch fast vor Angst stirbt, wenn die beiden früh zwischen 5.30 Uhr (ihr Weggang) und 6.00 Uhr (meine Ankunft) in tiefstem Schlaf in einem gut besetzten Mietshaus und in einer mit drei Telefonen ausgestatteten Wohnung allein bleiben. In den 21 Monaten, die ich das Kind betreue, ist sie früh noch nie vor 7.00 Uhr wachgeworden.
Ihre Reaktion war dementsprechend heftig, es war dicht am Rande der Beschimpfung. Ich weiß momentan nicht so recht, wie ich mich beim nächsten Spätdienst verhalten werde.
Sie verlangt nichts von ihren Kindern. Es gab in den Ferien eine Situation, dass ich nicht genau wusste, ob ich am nächsten Morgen werde laufen können, da ich gestürzt war. Ich schlug ihr vor, dass doch der Große seine Schwester zum Hort bringen könnte, da sich die Siebenjährige vollkommen allein anzieht, frühstückt usw. Aber nein, das wäre ja nicht gegangen, weil dann der 15jährige den ganzen Tag schlechte Laune gehabt hätte, weil er so zeitig aufstehen muss
Wir hatten vor einigen Monaten schon mal eine heftige Auseinandersetzung. Ich holte das Kind im Sommer vom Hort ab und musste auf dem Heimweg eine ganze Kleinigkeit erledigen. Wir gingen auf einen Spielplatz in der Nähe. Sie wollte lieber dort bleiben als mit mir mitkommen. Eine Mutter, die mit ihrer etwa gleichaltrigen Tochter da war, bot mir an, ein Auge auf A. zu werfen. Ich bedankte mich und blieb 12 Minuten weg, da es ungeplant etwas länger als beabsichtigt gedauert hat. – Da das Kind offensichtlich nichts vergisst zu erzählen, konnte ich mir eine gepfefferte Strafpredigt anhören. – Wenn ich so richtig in mich hineinhöre, mache ich diese Betreuung nur des Geldes wegen, die wahre Liebe ist es nicht. Das Kind mag ich sehr, den großen Bruder nicht sehr und die Mutter ist phasenweise ungenießbar.
Verkehrte Welt deshalb, weil ich immer denke, die Mütter sollten die strengeren sein und die Omas die, die den Kindern vieles durchgehen lassen. Aber ich habe sehr oft das Gefühl, dass das den jungen Müttern zu anstrengend ist, konsequent nein zu sagen und auch dabei zu bleiben.
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Regenbogenfamilien …
was für ein schönes Wort! Ist es aber auch ein schöner Zustand? Für die Eltern sicher, denn sie haben es sich ja so gewünscht. Für die Kinder auch?
Angeregt wurde ich zu diesen Überlegungen durch einen Artikel von Silke Janovsky, der am 17. April in der Berliner Zeitung erschienen ist.
Ich stelle mir Clara als Kind vor, aber bitte in der heutigen Zeit – denn in der damaligen wären solche Familienzusammenstellungen kaum denkbar gewesen.
Hätte ich lieber zwei Väter gehabt, zwei Mütter, das klassische Vater-Mutter-Modell oder nur eines davon, also nur einen Vater oder nur eine Mutter? Die allerletzte Variante davon hatte ich ja. – Da ich nie einen Vater kannte, würde ich jetzt spontan für zwei davon plädieren, um alle meine Entzugserscheinungen auf einmal zu kurieren und therapieren!
Oder einfach nur deswegen, weil ich diesen tollen Artikel gelesen habe? Zwei Männer, beide Mitte 40, einer Professor, einer Architekt, leben seit Jahren mit vier Pflegekindern (3 Jungen von 18, 17 und 14 Jahren) und einem Mädchen von 15 Jahren als toll und komplikationslos funktionierende Familie in einem Riesenhaus mit Garten zusammen. Der Benjamin (6 Jahre) ist das leibliche Kind des einen Vaters, der in einem Haushalt von 2 Müttern zur Welt gekommen ist, dort auch die Woche über lebt, aber sehr oft seine „Väter“ und seine „Geschwister“ besuchen kommt.
Wie würde Clara in der heutigen Zeit entscheiden, wäre sie Mitte 20? Bliebe es bei dem typischen „Vater-Mutter-Kind(er)“-Modell? Gäbe es Alternativen? Mit oder ohne Kinder? Alleinerziehend? – Alles müßig, ich bin wenige Jahr(zehnt)e älter.
Vielleicht ist das Leben gar nicht so kompliziert, vielleicht machen es nur die Menschen dazu!
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Mitschüler quälen Sechsjährige
Bei Anna-Lena ging es in ihrer „Geschichte“ um misshandelte Kinder, die von Eltern, Erwachsenen, Erziehungsberechtigten oder Vorgesetzten misshandelt werden. Da hört bei allen von uns das Verständnis auf und das Mitleid mit den gequälten Kindern ist grenzenlos.
Bei dem Artikel in der heutigen Berliner Zeitung hat es mir vor Empörung fast die Sprache verschlagen:
LONDON: Ein sechs Jahre altes Mädchen aus Wales ist über Monate hinweg von Klassenkameraden sexuell missbraucht worden. Mehr als 20 Kinder in ihrem Alter zwangen sie regelmäßig auf dem Schulgelände zum Ausziehen und misshandelten sie körperlich und sexuell, heißt es in einem … veröffentlichten Behörden-Bericht. Die Vorfälle liegen zwei Jahre zurück.“
Keiner aus der Klasse hatte Gewissensbisse und hat es zu Hause „gebeichtet“? Langsam frage ich mich, wo sind wir hingekommen, dass Erstklässler nicht mehr spielen, sondern nur mal so zum Spaß „misshandeln“, oder „quälen“, falls keine Mitschülerin greifbar, dann werden auch mal Tiere gequält.
Entschuldigt bitte meine Bissigkeit bzw. meine Ironie – es ist pure Hilflosigkeit.
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Gute Spracherziehung
Mutter und Tochter an der Ampel, die Mutter hat eine Tüte Pommes in der Hand.
Die Tochter: „Mama, gib mich die Pommes!“
Die Mutter: „Katharinchen, das heißt nicht „Gib mich die Pommes“, das heißt „Gib mich bitte die Pommes!“
Der Berliner Witz mit ALDI ist ja bekannt.
Ein Berliner fragt einen Türken: „Wo geht’s denn hier nach ALDI?“
Der Türke: „Zu ALDI.“
„Was, ALDI hat schon zu, so eine Schweinerei!”
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Tribut an zwei Kaninchen
Samstag; 5.20 Uhr; ungemütlicher Schneeregen; glatte und matschige Bürgersteige; nasse Straßenübergänge durch das Streusalz; ich an der Bushaltestelle.
Die Pflicht ruft – aber die BVG hat dazu eine andere Auffassung. Nicht im Internet nach Abfahrtszeit recherchiert. Strafe: Bus fährt nur aller 30 Minuten und 10 Minuten später als sonst.
Die ersten zwei Haltestellen im Fußmarsch zurückgelegt, um nicht anzufrieren. Dann gewartet, gefühlte 20 Minuten über die planmäßige Abfahrtszeit, tatsächlich nur 10. Verärgert Busfahrer vollgemault – der nicht faul, zurückgemault. Konnte – wie immer – nichts dafür. Welche Verkehrshindernisse liegen Sa früh halb sechs auf der Straße?
Und das alles, weil die Mutter meiner Erstklässlerin vor über einem Jahr einseitig und ohne Abstimmung den Vertrag geändert hat.
Abgemacht war, dass ich dort schlafe, wenn sie am nächsten Tag 5.30 Uhr aus dem Haus muss, da sie ja der Meinung war, dass ein 14jähriger und eine 6jährige nicht für kurze Zeit allein schlafen können. Das ging so lange gut, bis Prinzessin Lucy und Prinz Queeper ihre villenartige Behausung im Wohnzimmer bezogen und sich akustisch heftigst in meinen Nachtschlaf mischten. So schwerhörig konnte ich gar nicht sein, um dieses Kaninchengepolter zu überschlafen. Offensichtlich sind es nachtaktive Tiere.
Wenn der pädagogische Effekt eines Haustieres damit bei dem Kind erreicht wäre, hätte ich das Opfer gern gebracht. Aber sie erscheinen mir wie weitere Kinder für die Mutter, die versorgt, gefüttert, gesäubert werden müssen. Das Mädchen hatte noch nie ein einziges Mal ein Kaninchen auf dem Schoß.
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Du bist ein Schatz, …
liebe Himmelhoch! – Für diesen Satz – so er ernst gemeint ist – würde ich fast alles tun. Ich weiß nicht, warum ich es so nötig habe, gelobt zu werden. Eigentlich müsste ich doch „erwachsen“ genug sein, „in mir ruhen“ und auf Lob anderer nicht angewiesen sein. – Aber sind wir nicht alle irgendwie erpicht darauf, bei anderen positive Resonanz hervorzurufen? Und wollen diese auch noch hören! Nicht nur Kinder wollen gelobt werden. Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn wir mit lieben Worten für irgendetwas „gewürdigt“ werden?
Ich habe heute meine allerkleinste, allersüßeste Wunschenkeltochter in meinem Schlafzimmer auf einer Matratze liegen. Wir hatten 4,5 Stunden Spaß miteinander und seit 19.30 Uhr schlummert sie „selig und süß, schaut im Traum ‘s Paradies…“
Damals, als sie erst 10 Monate war, wollte ich sie fast nicht annehmen, weil sie mir zu klein war – und jetzt kann ich mich schon richtig mit ihr unterhalten. Sie ist wirklich ein Geschenk des Himmels.
In dem Post “Du bist ein Schatz” habe ich angefangen, davon zu erzählen, wie die Lütte bei ihrer ersten Übernachtung meine Wohnung und mich (zum wiederholten Mal) im Sturm erobert hat. Die große Spielzeugkiste mit den verschiedenartigsten Spielsachen fand sie kurzerhand weniger interessant.
Viel spannender waren all die vielen Magneten unterschiedlichster Form, die an allen Metallflächen haften, Fische, Steine, Muscheln, Autos. Zum Glück bin ich ja eine Oma mit so viel Spieltrieb-Gedanken, dass meine Wohnung mehr als genug Betätigung findet. Da sie ganz brav fragt: „Daaf is das haben?“ und auch ein „Nein“ akzeptiert, kamen wir hervorragend miteinander aus. – Im Laufe der Zeit eroberten auch „Bello“ und „Leo“, mein Hofhund und mein Salonlöwe, ihre Sympathie, obwohl sie eigentlich mit den geliebten Magneten beschäftigt ist..
Gegen 23 Uhr wollte ich dann auch schlafen. Sie lag prompt neben statt auf der Matratze. Als ich das korrigierte, wurde sie wach. Aber auch da nicht einmal weinen, nach Mama und Papa verlangen – nein, putzmunter lag sie mit großen Augen da und „unterhielt“ sich mit mir. Ich hatte für sie eine rote Herz-Lichter-Kette leuchten lassen, damit sie sich in der nacht-fremden Umgebung besser zurechtfindet.
Nach einer Stunde – sie noch wach, ich noch wach – erklärte ich ihr, dass mich die Lichtstrahlen in der Nase kitzeln und beim Einschlafen stören. – Im Dunklen sind wir dann wohl beide innerhalb von 5 Minuten entschlummert.
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