Fortsetzung Stadtbesichtigungsparcour

2005 Spiegelbild Clara 93

Ich schlich im Centrum so für mich hin, Kräne zu suchen, das war mein Sinn.
Dabei entdeckte ich eine Scheibe, die machte mich unscharf bei ganzem Leibe.

Kräne hatten wir ja schon vor ein paar Tagen – doch denkt ja nicht, dass mein Vorrat schon erschöpft ist. Berlin bekommt drei neue U-Bahn-Stationen – und dafür steht die ganze Innenstadt Kopf. Das Stück, das auf dem Plan gestrichelt ist, wird ergänzt, damit nun von A nach B in Zukunft mit weniger Zeitverlust gefahren werden kann. – Durch tonaris Bemerkung zu dem U-Bahn-(B)au vor zwei Tagen wurde ich animiert, auf diesen Plan noch einmal genauer hinzuschauen. Blooooooooß gut, dass ich nicht mehr täglich durchs Centrum muss, nicht Bahn fahren muss, denn der “Spaß” geht wirklich noch bis 2019. Ob die in Paris mit ihrer Metro oder in Moskau auch so lange gebraucht haben oder sind das wieder ganz spezielle “Berliner (Bahnhofs- und Flugplatz)-Baugeschwindigkeiten? Aber dann wird dieses Teilstück bestimmt das schönste U-Bahn-Stück der Welt *grins*

2005 U Bahn Plan 39

Der “Preis” für den Bau: Überall Baustellenumfahrungen, Staus und natürlich KRÄNE.

Erst einmal einen kleinen, ganz bescheidenen, der vom Wasser aus operiert.

2005 Schiffskran

Aber der nächste ist fast eine Koryphäe unter den Kränen – er soll nämlich der größte n Europa sein. Ich sage das so vorsichtig, weil ich es nicht selbst ausgemessen habe und deswegen auch nicht bestätigen kann.2005 U Bahnbaustelle 38

Er ist wohl für den Fortschritt an den U-Bahnarbeiten sehr wichtig.

Tja, und dann wollen je die Berliner, aber auch alle anderen Menschen in der Bundesrepublik ihre Steuergelder in ein neues Schloss stecken, denn was ist eine Hauptstadt ohne ein Schloss für die Regierenden???

So wird es auf Schautafeln angepriesen.

2005 Schloss Plan 54

Das ist doch dann wohl klar, dass jede und jeder so ein paar kleine Einschränkungen hinnimmt und sich jahrelang um diese Riesenbaustelle drumherum bewegt.

2005 Schlossbaustelle mit Dom 45

Dann, wenn das Schloss da ist, wird der Dom aber um sein Image fürchten müssen :-)

Wir waren schon lange nicht mehr unterirdisch!!!

Stümmmmmmts? Doch überirdisch gut waren wir auch nicht!

Anna und Clara ist es nieeeeeeee langweilig, dennoch können die beiden nicht immer nur zu Haus hocken und das Spieleprogramm durcharbeiten. Zum Glück sind wir beide Spielerseelen aus ganzem Herzen.

Also sind wir mal wieder in die U-Bahn gestiegen und Richtung Nordwesten gefahren – mit der U 7 nach Spandau. In Höhe der Jungfernheide (das ist der Bahnhof für Anna) fangen die gefliesten Wände an. Das sieht in etwa so aus:

1104 Coll Jungfernheide

Wir waren uns beide einig, dass die Reklame zwar nicht hässlich ist, aber hier nicht hinpasst zu diesem Muster.

1104 U-B Paulsternstr 67 600

Der Bahnsteig “Paulsternstraße” reiht sich in die Fliesenornamentik” ein – die Farben gefallen mir, die Muster nur zum Teil.

Auf dem Bahnhof “Zitadelle” sind die “Wachhäuschen” auch schon auf dem Bahnsteig zu finden. – Ziegelwand und vor allem die Decke gefallen mir.

1104 U-B Zitadelle 600

An der Endstation  U-Bahnhof Rathaus Spandau hält sich die Kunst in Grenzen. Die herunterhängenden Lampen und die verzierten Stützpfeiler lohnen gerade noch so einen zweiten Blick – wer will, darf auch dreimal.

1104 U-B RH Spandau 50 600

Wenn ihr noch andere Fotos sehen wollt, dann husch husch zum Fotoblog.

24 BSuM – die da drinnen und die da draußen …

Wenn jetzt wieder ganz Neugierige von mir wissen wollen, auf welchem U-Bahnhof ich diesen Glatzkopf für Lucies Projekt fotografiert habe, dann muss ich passen. Aber pfiffig wie manche sind, kann ich es bestimmt bald lesen, wo er steht. (Ich war selbst pfiffig, es ist der U-Bahnhof Vinetastraße)

Auf jeden Fall ist ihm warm – trotz seiner Glatze – die Sonne scheint für ihn auch unterirdisch! Beneidenswert, für manche von uns scheint sie kaum oberirdisch.

Wie die Menschen aussehen, die es nicht so warm haben, weil sie im Schnee und in der Kälte stehen, das könnt ihr euch im Fotoblog ansehen – die da draußen.

Dem MOrgenrot entgegen ...

Dem Morgenrot entgegen …

Dem bin ich mit meinem Fotoapparat ganz schön auf die Pelle gerückt, da sieht man ja fast das Ohrenschmalz *hihi*

Und jetzt stürmt der junge Mann in die andere Richtung :-)

Und jetzt stürmt der junge Mann in die andere Richtung :-)

1902 Bahnhofsskulptur 01

Oder soll der auf einem Surfbrett stehen und deswegen diese eng anliegende Kleidung tragen? – Man weiß es nicht, frau auch nicht!

Wo findet man nicht nur eine Rose …

2501 Breitenbachplatz Rose

Diese natürlich ganz besonders für Rosen-Ruth, aber auch für alle treuen LeserInnen hier auf diesem Blog. Ein Vergrößern lohnt sich kaum, denn bei den schlechten Lichtverhältnissen und der Entfernung hat meine kleine Minicam die Hufe gehoben.

Außer der Rose sind zu finden: Bienenstock, Eule, Getreidegarbe, Hasen, Helm, Hund, Mikroskop, Raubvogel und Widder.
Das ist schon eine illustre Zusammenstellung für den U-Bahnhof Breitenbachplatz – über den ihr euch gern über den Link bei Wiki näher informieren könnt. Bitte, bitte keine Beschwerden über die Fotoqualität.

Im Fotoblog gibt es eine Galerie von Tieren, die sich am Heidelberger Platz in der U-Bahn rumtreiben. Aber dann ist erst mal Schluss mit U-Bahn-Kunst – zumindest von der U 3.

Stelle dein Licht nicht unter den Scheffel …

sondern hänge es an die Decke, von der ich euch gestern erzählt habe.

Ich fahre also heute wieder U-Bahn, aber immer nur eine Station – steige aus – nutze die 10 Minuten bis zur nächsten U-Bahn (am Wochenende muss man manchmal ganz schön Geduld mitbringen) – und komme mit diesen wunderschönen Lampenfotos zurück. Es ist erstaunlich, wie viel Mühe man sich früher noch beim Bauen gegeben hat.

2001 Hohenzollernplatz  95 Lampe

Alle anderen schönen und vor allem doch recht abwechslungsreich dekorierten Lampen könnt ihr im Fotoblog sehen. Ein Klick genügt.  Ich finde, ein Miniausflug zu Frau Foto sollte sich lohnen – seht doch selbst.

Musst du mal “an die Decke geh’n” …

dann lass es stilvoll stets  gescheh’n! -
Fällt dir die Decke auf den Kopf,
dann hilft dir nur ein dicker Schopf. -
Musst du dich nach der Decke strecken,
ist das dann meist kein Zuckerlecken. -
Wenn zwei zusammen unter einer Decke,
dann ham se meist was zu verstecke. :-)

**************

“Eigentlich” hasse ich sie ja, diese gereimten Unsinnigkeiten, doch heute verzeihe ich mir mal diesen Ausrutscher.

Wer schon mal in Moskau oder St. Petersburg war, hat sicher einen bleibenden “positiven ” Architekturschock bekommen oder sogar behalten. Damit kann die Berliner U-Bahn nicht mithalten. Doch einige Bahnhöfe sind recht stil- und prunkvoll ausgestattet, doch mir geht es heute nicht um kunstvolle oder werbetechnische Wandgestaltung, sondern einzig und allein um die Decken in Bahnhöfen der Linie U3. Je jünger die Bahnhöfe sind, desto schmuckloser. Ganz besonders schmucklos sind die Freiluftbahnhöfe – da frieren die Leute nicht nur, nein, sie haben auch nichts Schönes, um sich warme Gedanken zu machen.
Wie sagte doch unser “Feier-Prinz”: “Berlin ist arm, aber sexy”. Das muss er irgendwie gaaaaaaaaaaaanz anders gemeint haben.

Ich werde jetzt hier keine Architekturvorlesung über die einzelnen Bahnhöfe oder deren Erbauer halten, sondern euch hier und im Fotoblog nur ein paar Fotos zeigen zur Demonstration, dass meine Eingangsthese richtig ist. Die ausgesuchten Bahnhöfe heißen alle was mit -platz: Heidelberger Platz, Rüdesheimer Platz, Fehrbelliner Platz, Hohenzollernplatz.

Vom Heidelberger Platz gibt es ein Video, das noch besser den Gesamteindruck wiedergibt. Also nur wer will: Die Werbung zu Beginn kann man problemlos überspringen.

Neben dieser Kollage könnt ihr im Fotoblog die Sachen in einer Galerie sehen.

1801 Deckenmontage

Jeden Tag (ein) Foto von Berlin – U

Was wäre der Berliner ohne seine U-Bahn? Ein vollkommen gefrusteter Mensch, der immer und überall zu spät kommt!!! Wenn die S-Bahn Achsenbruch hat, bei der Tram die Weichen vereist sind, die Busse aus dem Stau nicht wieder herausfinden – die U-Bahn zieht – größtenteils unterirdisch, wie es sich für ihren Namen gehört – ihre Bahnen, oft pünktlich, relativ preiswert und sehr oft überfüllt.

Die Scheibenkratzereien und Sitzbeschmierereien wollen wir mal nicht als Kunst bezeichnen – aber auf den Bahnhöfen kann man da einiges entdecken, was einen zweiten Blick lohnt.

Die großen Wandbilder von der Station “Klosterstraße” (eine vor dem Alex) hatte ich schon mal hier, hier und hier gezeigt. Deswegen gibt es jetzt für Altlinge und Neulinge nur Collagen. – Die Mosaikbilder sind im U-Bahnhof Märkisches Museum, wo ich 15 Jahre gewohnt habe und wo meine Kinder herangewachsen sind – aber damals war der Bahnhof noch nicht so schön.

Hier seht ihr sie, die alten Busse, die Doppeldecker mit und ohne Frischluftzufuhr, die Eisenbahn und die Clara – alle alt und erschöpft. (nur ein bisschen grins)

Da ist doch junge U-Bahn”kunst” was anderes. In Kreuzberg, am U-Bahnhof Prinzenstraße haben vielleicht die “Prinzen” ein wenig Geld gesponsert, damit dieser Bahnhof so farbenfroh gestaltet werden konnte. Ich finde ihn schön – mal was anderes, nicht etwa, weil es “meine Farben” sind. Und wenn es dann noch sonnt, lichtet und schattet – dann finde ich ihn nochmal so schön – aber er ist nicht mein Einzugsgebiet – ich wohne “vornehm” und langweilig, fast schon Vorstadt.

Die begleitenden Beiträge könnt ihr euch hier und hier ansehen.

Bei Blogspot sind lustige Fotos aus der Universität der Künste – allerdings nicht mehr ganz taufrisch.

 

Im Berliner Untergrund (5) Tram

Sollten mir nicht noch weitere spektakuläre Bilder vom Berliner Untergrund vor meine Mini-Cannon kommen, dann ist erst mal Schluss mit dieser Serie.

So unendlich schön sind die Fotos vielleicht nicht, da natürlich auch diese durch das Blitzlicht verspiegelt sind – doch mir kam es nicht auf den künstlerischen, sondern mehr auf den informativen Wert an.

Mit diesen Stromabnehmern fuhren in meiner Studienzeit die Busse in Dresden. Immer wieder mal musste der Fahrer aussteigen und mit einer langen Stange den Abnehmer vom Netz trennen, da sich was verhakt hatte.

Görlitz, die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, verfügte auch über eine Straßenbahn. Eine Fahrt kostete 0,20 M, also 20 Pfennig. Im Grunde genommen sah sie so ähnlich aus, nur der Stromabnehmer war schon dieser zusammenklappbare Bügel, wie er hier später gezeigt wird.

....Und so kennen wir sie doch noch – bevor sie durch die (hochmodernen) Wagen der sogenannten Tatrabahnen ausgetauscht wurden, die sogenannten Niederflurstraßenbahnen, in denen man wie im D-Zug von vorn nach hinten durchgehen kann.

Als wir wieder ans Tageslicht steigen wollten, drückte ich meiner Wunschenkelin den Fotoapparat in die Hand und heraus kam das:

Und zuguterletzt gab es noch auf der Treppe ein Streifen-Bild

Und tschüss! Wer wirklichen Prunk in der U-Bahn erleben will, der muss z.B. nach Moskau fahren. Eine der vornehmen, älteren Stationen sieht so aus:

Im Berliner Untergrund (4) Eisenbahn

Die S-Bahn und die Busse habe ich in den letzten beiden Folgen gezeigt. Ich bleibe auf dem Bahnhof Klosterstraße,  der auf der Linie U2 ist und von der man zum Nikolaiviertel und zum Roten Rathaus laufen kann.

Die Atmosphäre auf dem ersten Bild ist doch anheimelnd – irgendwie gemütlicher als unsere heutigen Bahnhöfe.

Ich kenne sie noch aus meiner Kinderzeit, diese Wagen, die an jedem Abteil eine Tür hatten, vor allem aber die, bei denen man im Freien einsteigen musste und auch die Übergänge von Wagen zu Wagen nur sehr spärlich überdacht waren. Und Holzklasse war Ehrensache – dafür war kein einziger Sitz von Sprayern verziert.

Und da ist sie ja wieder – die von so vielen geliebte Dampflokomotive mit ihren typischen Geräuschen. – Und was macht man für ein Geräusch, wenn man einen ICE nachmachen will?

Ich könnte schwören, dass ich in meiner frühesten Kindheit in solchen Zügen noch gefahren bin.

Weiß jeder auf Anhieb, was der Buchstabe D beim D-Zug heißt? Ohne nachzugucken?

Im Berliner Untergrund (3) S-Bahnen

Wenn ich mir die ganzen Fototafeln an den Wänden des U-Bahnhofes Klosterstraße, dicht am Alex, so ansehe, stelle ich fest, dass Busse, S-Bahnen, Straßenbahnen und Eisenbahnen gezeigt werden – doch kein einziger U-Bahn-Wagen.

Was mag das nur zu bedeuten haben, dass die BVG das wichtigste Verkehrsmittel der Berliner ausgelassen hat? – Weil es sich zu wenig verändert hat? Weil es ab und an darin brennt? – Ich weiß es nicht.

Jedenfalls das zweitwichtigste (kommt natürlich drauf an, was man vor der Nase hat und wo man hinwill) ist die S-Bahn.

An den Bildern kann man sehen, dass es Jahre gab, da konnte sie sich nicht entscheiden, ob sie rot sein wollte oder gelb - und das meine ich nicht politisch! Berlin war noch nieeeeee gelb – und das möge bitte auch so bleiben, dass nur die Sträucher und Blumen gelb blühen.

Die S-Bahn – ohne sie wäre Berlin nur das halbe Berlin. Deswegen ist ja auch gut nachvollziehbar, welches Chaos ausbricht, wenn die S-Bahn verrückt spielt und einfach nicht fährt, unregelmäßig fährt, mit verkürzten Zügen fährt. So lieb kann man gar keinen Nachbarn haben, dass man ihn so dicht auf dem Schoß haben möchte.

Und dann überlegen die Oberbosse, ob sie die Preise bei dem veranstalteten Chaos senken oder erhöhen sollen?

Wie man sieht, die BVG musste einen festen Sponsorenvertrag mit der Zahnputzmittelindustrie gehabt haben, denn hier werben auch die S-Bahnen für geputzte Zähne. – Heute ist keine Werbung auf den Wagen, nur manchmal dürfen Sprayer planmäßig verschönern (und das sage ich jetzt bewusst, dieses Wort, denn Streetart kann ja auch schön sein, wie wir gesehen haben.)

Zwischen 1930 und 2010 muss den S-Bahn-Designern nicht so wesentlich viel Neues eingefallen sein, denn kaum jemand würde stutzen, wenn so ein Wagen vorfährt – es sei denn, er ist nicht besprayt, Scheiben nicht zerkratzt und Holzbänke – das würde dann doch auffallen.

So in etwa ist sie auch heute noch – Veränderungen sind wohl mehr technischer als optischer Art.

Dass die S-Bahn mal gelb gewesen sein soll, daran kann ich mich nicht erinnern, allerdings bin ich auch erst seit 1970 in (Ost-)Berlin.