Claras Allerleiweltsgedanken

Familienbaum

Wenn ich diesen Baum betrachte, bin ich traurig, dass er zu vollkommen ist, um meine Familie zu repräsentieren – bei uns fehlen Wurzeln, Äste, Zweige.
Kernfamilie der Kindheit: Mutter, Tante, Großmutter – ich zwischen 3 Frauen hin und her gezottelt. Vater im ersten Lebensjahr tödlich verunglückt, Halbbruder und väterliche Familie im anderen Teil Deutschlands, mütterliche Familie in Polen – also keine Cousins und Cousinen greifbar.
Kernfamilie mit 30: Ehemann, 2 Kinder, Mutter 250 km entfernt – weit entfernt Oma und Tante; die väterliche Restfamilie immer noch durch politische Grenze getrennt, die mütterliche nach wie vor in Polen.
Kernfamilie mit 40: Nach Scheidung und Trennung sind Exmann und Tochter zwar noch in der Stadt, aber im anderen Stadtteil, mein nächstes Umfeld schmolz auf einen 14jährigen zusammen. Alles andere unverändert.
Kernfamilie mit 45 (1990): Exmann neu verheiratet, Tochter zum Studium in Baden-Württemberg, Sohn in einer WG – die neu gewonnene Verwandtschaft im anderen Teil Deutschlands kein wahrer Gewinn – ich also mehr allein als je zuvor.
Kernfamilie gegenwärtig: Tochter mit Ehemann und 2 Kindern für mich unerreichbar in Baden-Württemberg, Sohn in Niedersachsen, Mutter in Berlin im Pflegeheim – ein wenig Großfamilie über Deutschland verteilt – ich allein, allein, allein.

Ist es möglich, über „Wahlverwandtschaften“ die Familie zu vergrößern?

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

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