Claras Allerleiweltsgedanken

Sollte ich "X" beneiden oder nicht?

Wer ist „X“, der auch Y oder Z heißen könnte und auch weiblich sein könnte? Auf jeden Fall ist es eine Person, die plötzlich und unerwartet stirbt, quasi mitten aus dem Leben herausgerissen wird. – Zu Haus sind von diesem Tod Ehepartner oder Lebensgefährtin und Kinder betroffen und bis ins Mark erschüttert. Wie soll es jetzt weitergehen?

All das wäre in meiner Situation vollkommen anders. Ein Herzensgefährte ist nicht da, in dessen Leben es wie ein Blitz einschlagen würde. – Meine Mutter würde leiden, denn Mütter leiden immer, wenn ihre Kinder vor ihnen gehen. Würden meine Kinder „leiden“ – ich denke, nicht so richtig. Würden sie überhaupt weinen können – oder wären durch meinen Tod die Konflikte und Auseinandersetzungen zu Ende? Sicher wäre das Gefühl ein anderes, wenn ich nicht durch Krankheit tot umgefallen wäre, sondern der Tod selbst bestimmt eingetreten wäre.

Es gibt Tage wie heute, da kann ich „X“ eher beneiden. Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und hatte einen beiderseitigen Tinnitus, wie ich ihn noch nie gehabt habe. Alles rauschte, in meinen Ohren spielten sich wahre „Lüfterorgien“ ab, so hörte es sich an. – Zum Glück schlief ich wieder ein. Als ich am späten Vormittag aufwachte, war es noch schlimmer. Auf beiden Ohren waren die tiefen Frequenzen ausgefallen, so dass sich Männerstimmen wie die von Eunuchen anhörten. Eine Telefonverständigung war ausgeschlossen – ich verstand einfach nichts mehr. Das hatte ich jetzt schon zweimal innerhalb der letzten 13 Monate. Der Gedanke, auch noch mein gutes linkes Ohr zu „verlieren“ und dann ganz und gar von der Kommunikation abgenabelt zu sein, erscheint mir unerträglich. Jetzt ist sie teilweise durch psychische Ursachen gestört, dann wären es physische, die noch irreparabler sind. – Also ging ich sofort in die Notaufnahme des Klinikums. Die Ärztin war – wie mein Facharzt auch – der Meinung, dass es von einer Blockade der Halswirbelsäule kommt. Ich lief den ganzen Tag mit einem heißen Körnerkissen und einem elektrischen Heizkissen herum. – Offensichtlich hat es schon ein wenig geholfen – es hört sich schon wieder normaler an, auch meine eigene Stimme.
Dummerweise hatte ich am Nachmittag ein Kennenlerngespräch mit einer neuen Familie. Was mögen sich die drei Jungen (2, 4, 6) gedacht haben, als ich nie so richtig auf ihre Fragen einging. Ich hoffe, dass mich wenigstens die Eltern verstanden haben und der Kontakt dennoch zustande kommt.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

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