Claras Allerleiweltsgedanken

300 km westlicher …

19 Kommentare

… wäre aus ihm vielleicht ein Karl Lagerfeld geworden und Clara hätte, ebenfalls vielleicht, keine Sorgen mehr mit Hartz IV gehabt.

Es ist, wie es ist – die Designerkarriere hat er aus- oder besser nicht eingeschlagen –  aus ihm ist Clemens Himmelhoch geworden, vielleicht liebenswerter und unkomplizierter als der weißhaarige Exot, dafür jedoch unbemittelter und unbekannter – außer in diesem Blogumfeld vielleicht.

Und damit sich das ändert (grins), gibt’s mal wieder eine Geschichte, wie sie das Leben so schreibt, das Leben bei Himmelhochs eben.

Clara ist Anfang der 80er Jahre zu einer Hochzeit eingeladen. Wie alle Frauen jammert sie spontan los: „Ich hab’ nichts Vernünftiges anzuziehen!“ Mehrere Einkaufsbummel brachten kein befriedigendes Ergebnis. Also beschließt sie in den sauren Apfel zu beißen und sich ein Kleid selbst zu nähen. Stoff ist schnell besorgt, das dreiteilige Kleid an einem Wochenende genäht. Kleinigkeiten sind es, die sie an der Passform stören. Doch wie soll sie sich hinten am Rücken etwas abstecken?

Plötzlich kommt Clemens (11 Jahre) und hat den Mund voller Stecknadeln – wie ein Profi. Schnell steckt er alles wunschgerecht ab und bewundert seine Mama in dem schönen Kleid. Und plötzlich, ganz verschämt und unsicher: „Wenn ich mal heirate, dann nähe ich das Kleid für meine Frau selbst.“ Clara kann nur grinsen, lachen und sich freuen. Ca. 25 Jahre später hat sie ihren inzwischen Großen mal an die Story erinnert. Sie weiß bis heute nicht, ob ihm die Lust aufs Nähen oder die Lust aufs Heiraten eher vergangen ist, jedenfalls läuft er noch ungebunden rum.

Als Clemens kurz vor seiner Konfirmation stand, kam zu Haus  das Kleidungsthema auf, doch zum Glück nicht für den weiblichen Teil der Familie. Clara konnte auf das damals genähte Kleid zurückgreifen und Theres fand in ihrem Kleiderschrank was Passendes. Doch Clemens konnte ja schlecht in seinen geliebten, abgewetzten Turnschuhen mit dem dazu passenden Outfit vor die Gemeinde treten (seiner Meinung nach hätte er gekonnt).

Seine Körperhöhe wich von der seiner Mitkonfirmanden um ca. 15 cm ab, allerdings nach unten. Er sah aus wie der kleine Bruder von einem der anderen. Alle, vorrangig jedoch er,  waren der Auffassung, dass er in einem Anzug oder Sakko o.ä. unpassend gekleidet wäre. Da war guter Rat teuer.

Auch jetzt hatte der „kleine Lagerfeld“ die passende Idee. Stoff in 3 verschiedenen Grautönen war schnell besorgt, die Mama bestand auf einem Schnittmuster. Ohne meine Hilfe nähte er eine Hose, ein kurzärmliges Teil und eine Bundjacke. Dabei wurde mit Taschen, Reißverschlüssen und Farbkombinationen nicht gespart. Nicht, dass ich es nicht gekonnt hätte, aber ich hätte es so kompliziert nicht nähen wollen.

Diese Frisur kostete Zeit und Mühe, aber das Nähen erst recht

Schade, dass er danach doch ziemlich schnell gewachsen ist, die Kombination sah richtig gut aus. Die Haare wurden täglich gestärkt und gestylt – damit hat er wichtige Zentimeter zu seinen Mitschülern ausgeglichen.

Jetzt, mit 1,82 m, hat er solchen unfairen Wettbewerb nicht mehr nötig – prompt verzichtet er auf jeglichen Haarschmuck.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

19 Kommentare zu “300 km westlicher …

  1. Ja, wirklich eine schöne Geschichte. Da wäre mein Konfirmand sehr unbeholfen auf dem Gebiet. Der wäre wahrscheinlich eher im Schlafanzug gegangen, als sich selber was zu nähen…

    Danke, dass Du mich nochmal erinnert hast!

    Liebe Grüße von Ruthie

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  2. Liebe Margot,
    weißt Du eigentlich, dass Du maßlos übertreibst mit Deinem Ein-Mann-Zelt? Du hast wohl noch keine dicken Menschen gesehen. Wahrscheinlich gibt’s in München keine…

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  3. Das Nähen hat er mit dem Übergang in den Westen aufgegeben – da war es nicht mehr nötig, da hat man ja alles zu kaufen bekommen. – Er hat die ganzen Geschichten und Kommentare gerade gelesen und sich mächtig amüsiert.
    Aber du übertreibst, ich habe dich ja jetzt auf dem Video gesehen, von wegen und „Zeltmacher“.
    Schöne Tage wünsche ich dir, vielleicht werde ich bald wieder gesund.
    Mit Gruß von Clara

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  4. Nix da, meiner 😉

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  5. neihein! diese eine strähne in der stirn, ich kann mich ganz dunkel an diese marotte erinnern. und die brille dazu… du willst sagen, der hat sich seinen anzug selbst genäht? das ist wirklich außergewöhnlich. ähm ja, ich bin schon vergeben…

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    • Waren denn nicht irgendwelche Klassenkameraden von dir ähnlich schön. Die Brille war das typische Kassengestell, viel was anderes gab es nicht, außerdem waren großen Gläser Mode. – Ich will nicht sagen, …. er hat! Und wie!
      Lieben Vorostergruß von Clara

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  6. Sehr schöne Geschichte!! Auch wenn ich fast befürchte, dass sich der Herr Clemens jetzt ein wenig angepriesen vorkommt.
    🙂
    Das macht aber nichts.
    Ich hoffe, es wird vielleicht was mit Sunny, sie ist eine super Frau.
    Darf ich dann bitte Blümchen streuen?
    *g*

    Liebe Grüße und habt einen schönen Tag!
    Heike.

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    • Heike, auf die Idee bin ich ja noch gar nicht gekommen, Clemens hier zu „versteigern“ – er wird mir was husten und doch machen, was er will. Also ob das mit dem Blumen streuen was wird, ?????? – Du warst übrigens im Spamordner, warum auch immer.

      Einen schönen Tag wünscht Clara

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    • Ein Blumenmädchen wollte ich schon immer haben, liebe Heike 🙂 Sollte ich mal eins brauchen, bist du meine erste Wahl!
      Auf den Herrn Clemens verlass ich mich da aber lieber nicht. Ich glaube, der lässt sich nicht viel einreden 😉
      LG und auch von mir einen schönen Tag an euch beide!
      Sunny

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      • Sunny, du sollst ihm ja auch nichts einreden, wenn, dann eher ausreden, dass er sein Geld nicht nur allein verbrauchen soll, sondern davon an Weib und Kind was abgeben soll. – Aber du hast schon recht, unsere Spekulationen, von denen er noch nicht einmal was weiß, sind müßig.
        „Schwiegermutter“ Clara

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  7. Eine schöne Geschichte :)Und ein Mann, der nähen kann, ungebunden ist und dann auch noch (wenn auch knapp) größer ist als ich… Vielleicht solltest du uns mal bekannt machen? 😉

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