Claras Allerleiweltsgedanken

Dem Missbrauch knapp entkommen

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Der gestrige Film in der ARD und das anschließende Gespräch mit der Mutter des getöteten Jungen bei Beckmann hat mich zu diesem Post veranlasst. Wir alle können als Mütter, Großmütter, Tanten, Lehrer oder sonst irgendwie mit Kindern in Berührung Kommende nicht aufmerksam genug sein, um Kinder vor jeglicher Form von Missbrauch oder Misshandlung zu bewahren – denn die Kinderseelen sind zart.

Clara ist sieben oder acht  Jahre alt. Auf dem Heimweg kommt ihr ein Mann mit Stock entgegen,  stark gehbehindert. „Hallo Kleine, könntest du mal bitte so nett sein und diesen Brief für mich bei Familie X. im dritten Stock abgeben. Mir fällt das Treppensteigen  so schwer. Ich hatte einen Autounfall.“
Keine von allen Warnlampen ging in Claras Gehirn an. Er bot ihr ja keine Bonbons, nichts Süßes  – er brauchte einfach nur Hilfe.

Mühsam entzifferte sie alle Klingelschilder in der dritten Etage. Doch den Namen, der auf dem Umschlag steht, findet sie nicht. – Plötzlich hört sie jemand schnell die Treppen hochkommen. Kein Stock hinderte mehr die schnelle Fortbewegung – alle Unfallfolgen sind „wie durch ein Wunder“  geheilt.

Und da streckt sich auch schon ein Arm durch das Treppengeländer, umfasst ihr Bein. Es ist Sommer, der Rock ist kurz – und die Hand kommt immer höher.

Bis heute kann Clara beim besten Willen nicht erklären, wie sie der diensthabende Schutzengel heil und „unberührt“ nach unten gebracht hat.

Erzählt hat sie es zu Hause nicht. Für das „Warum“ gibt es viele Gründe.

Hat jemand Erfahrung mit der von Heilpraktikern angewendeten Methode der „Kinesiologie(?)“  –  über Muskelspannungsprüfungen (Arm angebeugt halten gegen Zug und dabei entsprechende Fragen stellen) – So soll man im Unterbewusstsein verschüttete Sachen prüfen können – u. a. auch früh erlebten Missbrauch oder ähnliches. – Ein HNO-Arzt hat diese Methode auch mal angewendet. – Die Ergebnisse beim Heilpraktiker haben mich nicht überzeugt.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

12 Kommentare zu “Dem Missbrauch knapp entkommen

  1. Ich kann gar nicht glauben, was ich in letzter Zeit alles über den Missbrauch höre und lese. Früher waren die Kirchen und Schulen Institutionen die über alles erhaben waren. Jetzt schaut man langsam dahinter, dass da auch nur Menschen arbeiten. Ich bin tief enttäuscht.

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    • Hallo Zelina, du hast sicherlich recht, dass auch in den Kirchen nur Menschen arbeiten, aber man sollte doch annehmen, dass sie wenigstens so viel A… in der Hose haben, ihre Missbräuche zuzugeben und wenigstens ansatzweise nach den hehren Prinzipien ihrer Arbeitgeber leben sollten.
      Ich bin von der katholischen Kirche ganz besonders enttäuscht, weil es die Vorgesetzten auch noch gedeckt haben oder immer noch decken.
      Mit Gruß von Clara Himmelhoch

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  2. @ Clara

    Im Eifer des Gefechts hab ich jetzt ganz vergessen, zu sagen, wie froh ich bin, daß Du entkommen bist!

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  3. Erfahrungen mit Kinesiologie hab ich. Aber diesbezüglich leider nicht.
    Würd gern mehr drüber erfahren.

    @ Freidenkerin
    Danke für Deine Offenheit!
    Ich kenne einige Frauen, die auch ganz offen mit ihrem Mißbrauch umgehen. Wahrscheinlich ist das die einzige Möglichkeit, sich zumindest einen kleinen Teil „von der Seele zu reden“
    (Staune immer wieder über die klaren, treffenden Worte des Volksmunds)

    Mir persönlich ist wahrscheinlich nichts passiert, ich hab aber immer eine Ahnung im Hinterkopf …
    Vielleicht wär das eine Möglichkeit, mehr zu erfahren ….

    Als Erwachsene wurde ich von einem Ex (mein 1. noch dazu) mal fast vergewaltigt, ich konnte mich aber entreißen, keine Ahnung, wie ich dem Würgen entkam.

    Na ja, und so kleine Übergriffe passierten natürlich schon. Ist bei uns ja üblich … leider …
    Dieser Typ hatte dann ein blaues Auge. Keine Ahnung, wie ich die Kraft dazu aufbringen konnte.

    Seine Mutter kam sich dann beschweren zu meiner Mutter – also echt, Sachen gibts …

    Frohe Ostertage!

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    • Eva, es ist nicht ein spezielles „diesbezüglich“. Der Heilpraktiker fragt alle möglichen Situationen ab, z.B. auch Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei mir hat er „festgestellt“, dass ich (angeblich) zwischen 4 und 7 von einem Jungen zwischen 10 und 15 Jahren „missbraucht“ worden bin. Erinnerungen: Null. Es kann auch nicht richtig „schlimm“ gewesen sein, denn ich war schon noch Jungfrau, bis ich es dann plötzlich und erwartet nicht mehr war. Mein Bruder (12 Jahre älter) war es laut kinesiologischem Befund nicht, aber ein Freund von ihm käme in Frage.
      Da er aber bei zwei anderen Sachen auch eine Fehldiagnose gestellt hat, glaube ich nicht daran. Aber faszinierend ist es schon, wenn man plötzlich den Arm nicht fsthalten kann und er lediglich einen kleinen Finger braucht, um ihn runterzudrücken.
      Schluss jetzt, ist muss ins Bett. LG von Clara

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  4. Liebe freidenkerin, ich wusste um dein Schicksal, wir hatten darüber schon gesprochen. Ich wollte dich jetzt nicht zu einem „Offenbarungseid“ verführen. Sollen unsere beiden Kommentare wirklich stehen bleiben?

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    • Aber ja. Ich gehe sehr offen damit um. Kann ja gut sein, dass diese Offenheit irgendwie dabei hilft, solch eine grauenhafte Tat zu vermeiden.

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      • liebe freidenkerin, wenn ich das lese (da kommt mir zuvorderst die galle hoch!), dann glaube ich fast, dass kaum ein mädchen absolut verschont bleibt. ich hatte ähnliches glück wie clara und bin zweimal mit einem blauen auge (offener hose…) davon gekommen. meinen respekt, dass du offen mit dem missbrauch umgehst. dein großvater wird nicht mehr leben, und ob du deiner mutter noch klarmachen kannst, wie sehr das deine seele gebrochen hat, weiß ich nicht. so bleibt die flucht nach vorne der einzige weg, um ein bisschen frieden zu finden. ich selbst habe jahre gebraucht, um davon offen zu reden. die scham war das schlimmste.
        viele grüße und alles gute für dich!

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  5. ja, ich hab erfahrungen mit kinesiologie. davon nach meinem urlaub.

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