Claras Allerleiweltsgedanken


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Blut in allen Schattierungen

Clara Himmelhoch, schreiben Sie einen Abituraufsatz mit folgendem Thema „siehe oben“. – Und Clara schreibt, nicht ganz so lang und ausführlich, wie ein Aufsatz ausgefallen wäre, sondern in An-Punkten zusammengefasst. Kannst du gucken:

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Blut ist ja nicht nur einfach rot, es kann blau, sauerstoffreich oder -arm, zyklisch, trunken oder sonst noch so alles  sein, worüber ich mir mal so meine Gedanken gemacht habe.

  • Hat frau blaues Blut, ist entweder Sauerstoffmangel angesagt oder ihre Herkunft ist vornehmerer Art – in erstem Fall 112!
  • Hat frau fleckiges Blut auf einem Bettlaken hinterlassen und muss dieses deutlich herumzeigen, muss sie alle glauben machen, sie sei als Jungfrau in die Ehe gegangen. Gut, wenn der zweite im Bett um die Wahrheit weiß.
  • Hat frau frühpubertäres Blut im Slip, denken altjüngferliche Lehrerinnen, es sei eine Blinddarmreizung, dabei ist es die erste Menstruation.
    (Bei mir war es leider umgekehrt, die Lehrerin dachte an die erste Mens und geschwollen ist immer mehr der Appendix. Der fast geplatzte Wurmfortsatz machte einen (erfolgreichen)  Extraschutzengeleinsatz notwendig)
  • Bleibt das zyklische Blut jeden Monat aus, haben das Transpirieren und der Farbwechsel vielleicht noch kein Ende, aber die Angst vor ungewollter Gravidität sollte allmählich abebben.
  • Hat frau trunkenen Alkohol im Blut (oder war das  umgekehrt?), sollte sie Autos und rote Ampeln meiden wie der Leibhaftige das Weihwasser.
  • Hat frau überschnelles Blut in den Adern, dann war der Drogencocktail evtl. zu stark und zu auffällig.
    Heißt Frau dann auch noch Pechstein – wo nomen ja gleich omen sein könnte – verschafft sie monatelang unseren „total verarmten“ Herren Juristen Lohn und Brot.
  • Hat frau pumpendes Blut im Kreislauf, sollten Butter, Nikotin und Coffein  gedrosselt und all der gesunde Kram wie Sport, Obst, Gemüse und weiteres gesteigert werden, um aus einer Hypertonie vielleicht eine Hypotonie zu zaubern.
  • Hat frau fehlende Blutkonserven bei einer OP, kann sie schlimmstenfalls nahtlos vom Anästhesieschlaf in den Dauertiefschlaf übergehen. Also vorsorgen, besonders bei ausgefallenen Blutgruppen, notfalls mit Eigenblutspende.
  • Hat frau eine ausgefallenere Blutgruppe wie da Null und dann auch noch den nichtpositiven Rhesusfaktor auf ihrem Notfallpass stehen, erfreut sie sich bei den Blutspendeinstituten größter Beliebtheit.
  • Hat ein Baby nach der Geburt rhesusfaktorverseuchtes Blut in seinem Körper, weil es von der entsprechenden Mutter (siehe einen Punkt darüber) abstammt, kann „Christopher 123“ vom ADAC zum Einsatz kommen, um dieses Baby in ein Neugeborenenzentrum zur Austauschtransfusion zu fliegen. Dort wechselt es von gelb auf rosé so schnell, dass frau erfreut zuschauen kann.
  • Sollten weder Papa noch Mama die gleiche Blutgruppe haben und der genetische Fingerabdruck auch nur mit dem der Mutter übereinstimmen, dann kann sich das Kind (evtl. )  vielleicht später mal nach seinem biologischen Vater auf die Suche machen.
  • Sollte sich pfützenhaftes Blut neben einem Unfallopfer ausbreiten, helfen nur die 112,  das Institut für Blutspendewesen  und die Gewissheit, dass das jetzt nicht das Ende gewesen ist.
  • Hat ein Kind ein blutendes Knie (beliebig gegen alle Körperteile auswechselbar), hilft zu 80 % ein Pflaster mit Comicfigur o.ä., zu 10% Ablenkung und zu 10 % Trost.
  • Gefriert einem mal das verschreckte Blut in den Adern, dann schnell den Fernsehkanal von Krimi auf Musikantenstadl schalten, damit es sich dann dort vor Ärger überhitzen kann.
  • Verkrustetes Blut in beiden Mundwinkeln kann nur heißen: Fest auf den Tampon beißen und mindestens 2 Stunden Nikotin und Coffein meiden
  • Blutverschmierte Lippen können bedeuten, dass sich Dracula gerade diese leckt  und sagt: „Jungmädchenblut löscht doch immer am besten den Durst“ (Anna-Lena)

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Auch hier bin ich für jegliche Erweiterung meines geistigen Ergusses dankbar, die ich dann an die Aufzählung anhänge, natürlich unter Nennung der Urheberin.

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Weil ich vorgestern so einen lästerlichen Artikel schrieb, zu dem übrigens noch einige interessante „letzte Worte“ hinzugekommen sind, wurde ich einen Tag später  dafür in meine Grenzen gewiesen.

8.15 Uhr: – Das Telefon schrillt an meinem Schlafohr. Wer mich kennt, weiß, dass diese Zeit für mich  gefühlt kurz nach Mitternacht ist. –

Displayblick ergab: Pflegeheim, Station meiner Mutter. Am Apparat: Peter, mein Lieblingspfleger. Bei den Worten: „Ich schicke jetzt die Mutter mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus“, war ich innerhalb von Sekunden ganzwach, innerhalb von Minuten körperwäsche-einsparend angezogen und innerhalb von 10 Minuten mit dem Auto vor dem Heim.

Sie war noch im Zimmer. Alle meine medizinischen Kenntnisse sprachen gegen einen Infarkt und zum Glück behielt ich Recht, was uns nach 3,5 Stunden Notaufnahme (warum dauern 1 EKG, 1 Blutentnahme, 1 Untersuchung und 1 Röntgenaufnahme so unendlich lange!) bestätigt wurde. – Ich muss mal mit meinem Lieblingspfleger sprechen –  8 Wochen zuvor hat er ebenfalls einen „überflüssigen“ Notaufnahmebesuch initiiert. Natürlich besser so als umgekehrt – doch die Pflegeheime entledigen sich sehr schnell einer Aufgabe, die auch vom Hausarzt erledigt werden könnte.