Claras Allerleiweltsgedanken


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Politikerrücktritte …

Wenn Politiker  Mist, sogar weitaus mehr als Mist mit schrecklichsten Folgen gebaut haben, werden immer Forderungen nach ihrem Rücktritt laut.

Meiner Meinung nach kann man ihnen doch keinen größeren Gefallen tun. Finanziell sind sie meist abgesichert und bekommen ihre Gehälter, Pensionen, Saläre oder sonstwas weiter, zumindest einen beträchtlichen Teil davon. Ihr Gewissen (ei wo ist es denn gerade, wo hat es sich denn versteckt, das liebe Gewissen?) verweigert ihnen nicht deren Annahme.

Wenn ich was im politischen Deutschland zu sagen hätte, müssten diese Leute gerade bleiben und vollkommen ohne Vergütung oder Bezahlung die wiedergutzumachenden Schäden aufarbeiten, sicher nicht mehr in leitender Position. An den Opferentschädigungen würde ich sie schmerzhaft beteiligen – sie können ja vorher eine der teuersten Haftpflichtversicherungen abschließen die möglich ist.

Das fände ich weitaus gerechter als einen Rücktritt!

Die auf meinem heutigen Fotoblogfoto gezeigten Personen sind über jegliche politischen Machenschaften erhaben.


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Wie kannst du „ja“ sagen?

Nicht, um mein Mann oder meine Frau zu werden, nein, um mich im Bloggermarathon über die schrecklichen Rauswerfhürden zu bringen, zumindest bis Mitte August.

Wenn du dir mal meine Blogbezeichnung genau ansiehst, dann weißt du, dass dieser Tag für mich einige Bedeutung hat – ich werde nicht nur älter und reifer und weiser – nein, ich gehe in Rente!

Warum ich diesen Ehrgeiz habe, zu diesem Zeitpunkt noch dabei zu sein, kann ich nicht erklären – aber ihr kennt mich ja inzwischen, nicht immer ist Rationalität an oberster Stelle.

Das Banner, um auf das Abstimmungsblog zu kommen, ist gleich rechts daneben, damit ihr euch nicht verlauft!

Ich werde weder auf Twitter noch auf Facebook für mein Blog werben, weil ich das gar nicht kann. Wenns nicht soll sein, dann ist es eben nicht!

Das einzige ist, ich habe in Hameln ein Werbeplakat aufgestellt, aber das kennt ihr ja schon. Und ob ich die Ja-Sager mit der Vogelscheuche nicht eher verjage? Andersherum, sie sind ja keine Vögel.

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Regeln:

  • Es darf jeder abstimmen und seine Favoriten wählen, aber bitte wirklich nur einmal pro 5-Tage- Runde für jeweils einen Blog. Ihr könnt auch für mehrere Blogs stimmen, aber bitte pro Blog nur eine Stimme. Nach jeweils 5 Tagen um 10 Uhr werden alle Blogs, die noch dabei sind, auf Null gesetzt und es darf wieder von vorn abegestimmt werden. Bitte seid fair, wer mit unfairen Mitteln agiert, fliegt, so einfach ist es. Natürlich sind dabei meine technischen Mittel begrenzt und ich appeliere an Eure Sportlichkeit, denn der Beste soll gewinnen.
  • Und jetzt liste ich noch die aus unserem Bloggerkreis bekannten Adressen streng alphabetisch auf, für die ihr voten könnt. Ihr dürft für alle voten, aber für jeden in jedem Abstimmungszeitraum nur einmal. Irgendwie müssen wir uns ja gegen die Twitterer & Co. zur Wehr setzen. – Falls das die anderen Beteiligten auch bei sich auf dem Blog machen, überstehen wir alle wenigstens die erste oder die beiden ersten Runden. – Ich kenne sonst keine Teilnehmer aus unserem Kreis – bin aber sofort zu Ergänzung bereit.

Anna Lena: http://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/ (StNr 31)
April:
http://april11.wordpress.com/ (StNr 71)
Claras Fotoblog: http://clarahimmelhoch.wordpress.com/
(StNr 80)
Coralita – Begegnungen: http://www.coralita.de/
(StNr 82)
Elke Gedankenkrümel: http://promocia.wordpress.com/
(StNr 95)
Follygirl: http://follygirl.designblog.de/
(StNr 66)
Frau Kunterbunt: http://ausgeloest.wordpress.com/ (StNr  67)

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Bitte, bitte, die Stimmabgabe für die ersten 5 Tage muss sehr schnell erfolgen, denn wer nach dem 1. Tag noch keine einzige Stimme hat, der fliegt raus!

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Und hier könnt ihr Anna-Lenas und mein Interview lesen, was wir dort eingestellt haben:

http://www.laufe-marathon.de/2010/07/21/blogger-marathon-2010-interview-mit-anna-lenas-lesestuebchen/

http://www.laufe-marathon.de/2010/07/26/blogger-marathon-2010-interview-clarahimmelhoch-blog/


Es darf jeder abstimmen und seine Favoriten wählen, aber bitte wirklich nur einmal pro 5-Tage- Runde für jeweils einen Blog. Ihr könnt auch für mehrere Blogs stimmen, aber bitte pro Blog nur eine Stimme. Nach jeweils 5 Tagen um 10 Uhr werden alle Blogs, die noch dabei sind, auf Null gesetzt und es darf wieder von vorn abegestimmt werden. Bitte seid fair, wer mit unfairen Mitteln agiert, fliegt, so einfach ist es. Natürlich sind dabei meine technischen Mittel begrenzt und ich appeliere an Eure Sportlichkeit, denn der Beste soll gewinnen.


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Sag „ja“ zu Clara!

Ich bin dann mal weg! ...

aber nicht wie HaPe jacobswegwandernd, auch nicht gleich und sofort – sondern erst ab 30. Juli mache ich mich auf die Socken – aber nur schlappe 42,schießmichtot Kilometer, ach nein Tage. Ich wollte mal meine Leidensfähigkeit testen, mal sehen, wie weit man sich in meinem methusalemischen Alter schleppen kann.

Ich will mit dem Fotoblog am Bloggermarathon teilnehmen, habe aber den Button hier installiert, weil im Fotoblog für solche Sachen bei diesem Theme kein Platz bleibt!.

Ich kann euch also nur bitten, gebt mir nach den Regeln der Kunst eure Stimme, denn ich habe den Ehrgeiz, wenigstens bis zum Erreichen des Rentenalters Mitte August dabei zu sein, denn Rentner-Marathon ist selten!

Is ja auch erst mal egal, ich muss jetzt ganz schnell meine Blog(kunden)verschreckenden Fotos noch vorher posten! Also, husch, husch zum Fotoblog!

Clara in jungen Jahren, mit dunklen Haaren – ja, so werbe ich jetzt für mein Fotoblog!

Und morgen erkläre ich noch einmal genau die Regeln, wie es abläuft!

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Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?  Einer der komischen Suchbegriffe gestern lautete:

Ich und mein Foto hatten Streit.

(Ich schwöre, ich habe das nicht erfunden!)

Die zweite Sache finde ich auch recht ominös:

„sicher desinfektionsmittel knie autokind“

Muss ich das verstehen? Soll ich mein „Autokind Leon“ übers „Knie“ legen, weil es mir sicher wieder das ganze Desinfektionsmittel weggeschluckt hat? – Is ja aber auch wirklich allerhand!


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Avard-gardistische Erfahrungen

Ich habe mich immer gefragt, warum ich (speziell in einem Blog) gelesen habe:

Bitte keine Avards !

Ich habe mich gefragt, warum jemand eine Ehrung ausschlägt … – ja, ich habe mich gefragt, bis es mich selbst getroffen hat.

Natürlich ist da auf der einen Seite Freude darüber, dass der eigene Blog für so interessant gehalten wird, in diese Gruppe der ausgezeichneten Blogs aufzusteigen.

Doch dann kommen bei Kopfmensch Clara die Bedenken:

  • Sicher könntest du dich bei den edlen Spenderinnen (Frau Doktor und Ute42) artig bedanken!
  • Sicher könntest du 7 Schwänke aus deiner Jugendzeit erzählen – dein ganzes Blog ist ja nichts anderes als schwank-haftes Plaudern
  • Doch schon beim Verlinken des Buttons fangen die Schwierigkeiten an – den Marathonbutton habe ich im Schweiße meines technischen Angesichtes nach vielen Fehlversuchen endlich auf meinem  Blog Platz nehmen lassen! Warum soll ich mir weiteren technischen Stress bereiten?
  • Für mich ist so ein Avard eine Form des Schneeballsystems – wenn keinerlei Verpflichtungen daran geknüpft wären, könnte ich schon darüber nachdenken.
  • Wenn jeder Ausgezeichnete bis zu 10 neue Blogs damit beglücken soll, bekommt so eine Auszeichnung inflationären Charakter. Jeder ist froh, wenn er noch Blogs findet, die diese Auszeichnung noch nicht haben!
    (Ich will niemand damit verletzen, der einen Avard angenommen hat und jetzt meint, sein Blog sei es womöglich nicht wert gewesen, weil Clara so dusseliges Zeug darüber quatscht schreibt. )
  • Und genau an letzterer Bedingung scheitert meine Annahme hauptsächlich: Fast alle, denen ich ihn geben würde, haben schon einen.

Also bitte nicht böse sein, aber ich ge- und missbrauche jetzt Herrn Geheimrat von und zu Goethe und sage:

Liebschöne Clara, darf ich’s wagen, dir diesen Avard anzutragen?

Bin weder lieb noch bin ich schön, ich möchte ohne Avard nach Hause geh’n“

In gewisser  Weise passt das heutige Foto zum Thema.


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Hamelner gieblige Erinnerungen

Ich ging in Hameln so für mich hin –
sehr viel zu sehen, das war mein Sinn!“

Zum Glück waren Skryptorias Augen auch noch mit, so dass uns wirklich kein Giebel, keine Laterne und keine Ratte entgehen konnte.

Die Fachwerkhäuser waren wunderschön, sind aber schon von Skryptoria gezeigt worden.

Ich begeisterte mich mehr für dieses schöne Jugendstilhaus.

Diese Front mit mehreren Giebeln konnte mich auch begeistern.

Im Fotoblog gibt es auch noch ein Bild von Hameln.


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Der Abschluss einer gemeinsamen Geschichte …

die aus irgendeinem unerfindlichen Grund die „Doppelkopfgeschichte“ genannt wurde und  Opfer auf allen Seiten gefordert hat, ist  jetzt zu Ende.

Die Geschichte selbst könnt ihr gleich darunter lesen. Mit ihrem Ausgang bin ich nicht 100%ig zufrieden, will aber jetzt auch nichts künstlich in die Länge ziehen.

Wer sehen will, wie farben- und abwechslungsreich Doppelkopf im echten Leben ist, der schaut in das Fotoblog.

Ich muss mich jetzt erst einmal bei einem anständigen Kaffee nach den vielen Hins und auch den Hers ausruhen.


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Geschichten-Doppelkopf (Schluss)

Herr Teddy hat die ganze Sache „traumhaft“ beendet und seine Traumversion geschrieben. Ich sehe da ein paar Unstimmigkeiten, aber wir wollen ja keinen Literaturnobelpreis damit gewinnen.

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Die Mitschreiber sind:

Herr Teddy (lila) Clara Himmelhoch (Seelenbalsam)
Anna-Lena (grün)

Die bisherigen Fotos hat Clara eigenmächtig der Geschichte hinzugesellt, da das Archiv zufällig passende Aufnahmen lieferte.

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Die beteiligten Personen:

Jochen: Vater von Felix und Ex-Partner von Sylvia
Felix: Sohn von Jochen und Sylvia
Sylvia: Mutter von Felix und Ex-Partnerin von Jochen
Felicitas, genannt Feli: Mutter von Jochen und Großmutter von Felix
Celina: Schwangere Freundin von Jochen

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Jochen trat kräftig in die Pedale. Etwas wütend war er schon auf sie, nachdem sie ihm ihren gemeinsamen Sohn nur widerwillig und mit der Drohung ausgehändigt hatte, dass es das letzte Mal wäre. Kaum vorzustellen, dass sie sich mal geliebt hatten, wenn man betrachtete, wie sie jetzt miteinander umgingen. Und dass sie ihm das Umgangsrecht mit seinem Sohn entziehen wollte, machte ihn besonders wütend.

Felix saß hinter ihm auf dem bequemen Kindersitz und schaute sich aufmerksam die Gegend an. Man konnte hier in der Märkischen Heide weit über das Land sehen, über Wiesen, Felder und schmale Wassergräben. In der Ferne waren vereinzelte Häuser und Wälder zu sehen. Oben am Himmel kreisten zahlreich kleine und größere Vögel, für die sich der Vierjährige besonders interessierte. Ein großer Greifvogel erregte besonders seine Aufmerksamkeit.

Der Adler mit den zwei Köpfen

„Papa, was ist das dort für ein Vogel?“

Jochen schaute kurz in die Richtung, in die Felix wies.
„Ein Doppelkopfadler!“

Jochen hatte wenig Lust, sich diesen mühsam erkämpften Ausflug mit Felix durch trübe Gedanken an Sylvia, seine Verflossene, vermiesen zu lassen. Deswegen war er richtig froh, als sein Sohn von hinten protestierte:
Aber ein Adler kann doch gar keine Karten halten mit seinen Krallen! Und … äh … hat der wirklich zwei Köpfe?

Felix hatte oft mitbekommen, wie seine Eltern mit Freunden Dopppelkopf spielten.  Die Karten für dieses Spiel sahen  so anders aus als die für Maumau oder Uno, das sie sonst zusammen spielten. Papa erklärte ihm die Karten  und murmelte dabei immer was von „Doppelkopf“. – Nicht nur deswegen hatte Felix sich den Namen so gut gemerkt. Nein, an diesen Abenden gab es oft Streit, den er bis ins Kinderzimmer hören konnte. Dabei bekam  er Angst.

Die andere Erinnerung war schöner. An diesen Abenden kam immer seine lustige Oma Felicitas, die alle nur Feli nannten. Sie machte viele Faxen und Spiele mit ihm und las ihm  tolle Geschichten vor. Oma Feli hatte immer Zeit und ein offenes Ohr für ihn.

Oma Feli konnte herrlich singen und reimen. Sie konnte sich sogar auf  den Kopf stellen und dabei mit dem Strohhalm Seifenblasen pusten. Felix  übte, so oft er nur konnte, aber was Oma Feli auf die Beine stellte, das schaffte er nicht. Doch das war nicht schlimm, er war ja noch klein. Und  zusehen und mitlachen war auch viel schöner, und dann von Oma Feli  geknuddelt zu werden, war am allerschönsten.

Einmal hat die Oma erzählt, dass sie eine Heldin ist, weil sie viel  früher gemacht hat, was heute undenkbar wäre. Zum Beispiel mit einer sogenannten „Seifenkiste“ den Berg runter zu rollen. Und als sie unten ankam, erzählte sie dann Felix, ist ihr aufgefallen, dass Bremsen eine erfolgreiche Erfindung gewesen wären  für ihr kleines, hölzernes Fahrzeug.

Felix weiß nicht, was eine Seifenkiste ist, und kann sich auch nichts darunter vorstellen, als Oma Feli versucht, sie zu malen. Eigentlich kennt er nur sein kleines rotes Bobbycar!

Den Gedanken an den Doppelkopfadler hatte Felix schnell wieder verworfen. Was kümmerte ihn ein Vogel hoch in der Luft, wenn es auf der Erde viel interessantere  Themen gab.

„Papa, bastelst du mir eine Seifenkiste?“, fragte Felix unvermittelt von hinten und – um seinen Worten Nachdruck zu verleihen – klopfte er seinem Vater mit der rechten Hand kräftig auf den Rücken.

Jochen grummelte leise vor sich hin. Was hatte seine Mutter bloß wieder angerichtet? Welchen Floh hatte sie Felix ins Ohr gesetzt, sie, die sich als Wildfang in der Kindheit und Jugend einen Knochen nach dem anderen gebrochen hatte?

„Mit deinem Bobbycar bist du viel schneller als es Oma je mit ihrer Seifenkiste war. Glaub mir, das ist  viel besser.“

Felix überlegte angestrengt, ob er sich mit dieser Erklärung seines Vaters zufrieden geben sollte und biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Seine kleine Stirn legte sich in einen Anflug von Falten.

„Ich will aber eine Seifenkiste!“ quengelte er.

„Ja, ist ja gut“, stöhnte Jochen. „Wenn wir bei Oma sind, bauen wir eine Seifenkiste.“

„Versprochen?“

„Jaa.“

„Sind wir bald da?“

„Da vorn, das vereinzelte Gehöft ist es.“

Felix ließ nicht locker. Wenn er sich erst einmal in Fragelaune gebracht hatte, konnte es eine Viertel Ewigkeit so gehen. „Und bleiben wir dann länger oder nur ein Wochenende wie sonst auch?“

Jochen überlegte kurz, ob er es ihm jetzt schon sagen sollte, ließ es aber, obwohl er bei dieser Frage wieder an das letzte Gespräch mit Sylvia denken musste, als sie ihn so abgekanzelt hatte.

„Etwas länger bleiben wir schon. Wie lange genau, weiß ich noch nicht.“

Und bevor Felix eine weitere Frage stellen konnte, wies Jochen auf den kleinen, gepflegten Vierseithof und die ältere Frau, die davor stand. „Wir sind da. Und schau, die Oma wartet schon auf uns!“

Felix stürzte in die ausgebreiteten Arme der Oma. Statt „Hallo …“ sprudelte es aus ihm heraus:  „Hast du ‚Matteral’ zum Seifenkistenbauen?

Jochens Handy klingelte. Er wollte die unbekannte Nummer schon wegdrücken, als die Vorwahl ihm Sylvias Wohnort signalisierte. Er kannte dort keinen, denn Sylvia war nach der Trennung überstürzt nach Glückstadt gezogen. – Mit unguten Vorahnungen nahm er ab: „Hallo?

… … Ihre Frau ist soeben verletzt eingeliefert worden. Wir brauchen Ihre Einwilligung zur Operation. Könnten Sie bitte herkommen?!

Zuerst dachte Jochen „Sch…, warum ist bloß die Scheidung noch nicht durch!

Doch dann  wurden seine Gedanken versöhnlicher. Er gab selbstkritisch zu, dass er durch seine „schwangere Büroflamme Celina“ und vorherige „Nebenfrauen“ die Trennung verursacht hat.

Schnell erklärte er Felix und Felicitas das notwendigste und machte sich auf die Rückfahrt. Das „Omageheimnis“ mit dem neuen Opa sollte seine Mutter selbst lüften. Er hatte genug damit zu tun, Felix den künftigen Halbbruder „schmackhaf“t zu machen.

Beim Kopfkino während der Fahrt wechselten sich Selbstvorwürfe mit Gefühlen ab, die er längst verschüttet glaubte.

Als er das Krankenhaus betrat und ihm der Geruch nach Desinfektionsmitteln entgegen schlug, kam er langsam in der Wirklichkeit an. Er hatte gar nicht gefragt, um welche Operation es sich handelte. Wenn sie seine Einwilligung zur Operation haben wollten, bedeutete das, Sylvia sei nicht ansprechbar.

Sein Herz begann zu rasen, als er die Treppen in den dritten Stock hinauf hastete. Die freundliche Dame am Empfang hatte ihm mitgeteilt, dass Sylvia auf der Intensivstation läge.

„Gut, dass Sie so schnell gekommen sind“, begrüßte ihn die Dienst habende Schwester. „Der Oberarzt wartet schon auf Sie. Ihre Frau befindet sich in einem äußerst kritischen Zustand. Ohne Operation hat sie keine Überlebenschance und sie selbst ist nicht ansprechbar“.

Sie führte Jochen in ein elegant eingerichtetes Büro. Kurz danach erschien der Arzt, der ohne große Höflichkeitsfloskeln zur Sache kam.

„Ihre Frau hat eine Hirnblutung, das ist das eine Problem. Beim Röntgen haben wir außerdem ein Aortenaneurysma festgestellt, das dringend operiert werden muss.“ Jochen schluckte. Er musste schnellstens handeln, das wusste er. Vor seinem inneren Augen tauchte Felix auf und er wusste, was er zu tun hatte.

„Papa! Papa!“ Jochen wurde kräftig in die Seite gekniffen. Felix saß neben ihm im Gras und schaute ihn neugierig an. Was machten sie hier? Wo war Sylvia, wo das Krankenhaus? Hatte er alles nur geträumt? Nur langsam fiel ihm alles wieder ein. Dass er mit Felix eine Radtour gemacht hatte, dass sie unterwegs – hier, auf dieser Wiese – eine kleine Pause gemacht und Jochen überlegt hatte, wie er dem Kleinen schonend beibringen konnte, dass es wahrscheinlich der letzte Ausflug mit seinem Papa wäre und Felix auch seine geliebte Oma zum letzten Mal besuchen würde. Dann muss er wohl eingeschlafen sein.

Und dann hatte er diesen furchtbaren Traum. Jetzt quälte ihn das schlechte Gewissen. Noch war es nicht zu spät, alles zu verhindern. Ja, er hatte  eine Affäre mit Celina, aber sie war nicht schwanger wie in seinem Traum. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis alles genau so kommen würde wie in seinem Traum. Vielleicht konnte er das mit Sylvia wieder hinbekommen, wenn er sein Ego mal außen vor lassen würde.

„Fahren wir jetzt weiter zu Oma?“ fragte Felix und begann bereits seinen Fahrradhelm wieder aufzusetzen.

„Ja. Gleich. Ich muss nur noch kurz mit Mama telefonieren.“