Claras Allerleiweltsgedanken

Gemeinsam ins Wasser gehen (2/2)

21 Kommentare

oder: „Nordseewasser schmeckt nicht!“ (1995)

Der erste Versuch in der Alster war für die beiden Liebenden von Verona Hamburg schief gegangen, gemeinsam in Neptuns Reich einzureisen. *grins*

Also musste die Sache etwas besser eingefädelt werden. Wochenendausflug nach St. Peter Ording – keinen Tidenkalender im Gepäck. – Der große Segler vor dem Herrn überredete mich zu einer Wattwanderung, obwohl ich mich erst über die Gezeiten informieren wollte, in diesem Fall über die zu erwartende Flut.

„Das sehen wir doch, wenn uns das Wasser entgegen kommt, da können wir doch dann schnell umkehren!“ Verliebt, wie ich war, glaubte ich ihm jedes Wort – allerdings nicht mehr lange nach dieser Erfahrung.

Ahnungslos und bar jeden Wissens über Nordseegepflogenheiten vertraute ich also seinen Worten und wir wanderten dem Meer entgegen bzw. matschten mehr durch Schlick und Schlamm. Das gerade mal knöchelhohe Wasser in den Prielen war angenehm warm an den nackten Füßen.

Doch halt, was war das denn? Das Wetter, vor allem aber die Sicht, verschlechterten sich zusehends. Das Strandrestaurant auf Stelzen war plötzlich nur noch mit ein paar Lichtpunkten zu erkennen. Und das Wasser stand uns schon bis zur halben Wade. Es kam nicht – wie es sollte oder besser von ihm gedacht – von vorn, sondern es schoss – anders konnte man es nicht nennen – von der Seite in den Prilen heran und füllte die leere Fläche langsam, aber stetig auf.

Uns verging sämtlicher Spaß. Es hieß nur noch: Sachen aus, an einem Arm aneinander festkrallen und Richtung Ufer, so schnell wie möglich. Mir hing das Herz vor Angst schon 3 cm unter der Kniekehle.  Dem großen Hamburger Segler gefror das sonst so kecke Lachen mitten im Gesicht. Als das Wasser unsere Achselhöhlen wässerte und die Strömung immer stärker zu werden drohte, waren es zum Glück nur noch wenige Meter bis zum Ufer.

Für die Gedanken der Einheimischen hätte ich einen Kasten Flensburger verwettet, hätte ich sie denn gekannt. Wir betraten nämlich so aufgeweicht dieses Strandrestaurant auf Stelzen, das uns im Wasser den Weg gewiesen hatte.

„Idiotische Landratten“ wird einer der harmlosesten Gedanken in ihren Köpfen gewesen sein.

Und was ‚lernt‘ uns das, Frau C.H.?“ „Mach dich in Zukunft selbst schlau, dann kannst du nachher einzig und allein mit dir selbst meckern!“

Wenn es ein „Anschlag“ oder ein „Versuch“ war, gemeinsam die Schwelle vom Trockenen zum Nassen zu überschreiten, dann war es zwar ein guter, aber kein gelungener!

Ob mir die Verkleidung von dort mich vor dem Gang ins kalte Nordseewasser bewahrt hätte, wage ich anzuzweifeln, aber man hätte mich im Wasser vielleicht besser gesehen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

21 Kommentare zu “Gemeinsam ins Wasser gehen (2/2)

  1. Hallo, ich begrüße dich hier in unserer Kommentatorenrunde – leider heute gerade über ein leichtsinniges und feuchtes Thema. Die „Veranstalter“ dieser Touristen-Dofi-Unternehmens“ hatten zum Glück beschlossen, dass keiner der Testkandidaten zu Schaden kommen soll! – Und wie gesagt, eine Wiederholung ähnlich (dummer) Art gab es nicht!

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  2. Liebe Clara,
    ich lese St. Peter-Ording und bin schon unterwegs… ich liebe diesen kleinen Ort (auch, wenn das Wasser kilometerweit weg ist 😉 ) Wir waren erst kürzlich dort, ein paar Bildchen habe ich mitgebracht.
    Ja, ist schon weitläufig …

    Viele Grüße!!

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  3. Die Nordsee ist ganz schön gefährlich und wird von den meisten Menschen, die nicht dort wohnen, unterschätzt. Da ist schon so mancher ertrunken. Ich habe mächtigen Respekt vor dem Wasser und erst recht vor Prielen:
    http://april11.wordpress.com/2009/06/07/der-priel/

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    • Tja, liebe Ingrid, wenn du mit deinen ernst zu nehmenden Warnungen und Wahrheiten aber auch erst jetzt kommst *grins*! Mein Verstand muss damals liebesvernebelt gewesen sein, denn im Normalfall habe ich vor dem Wasser mindestens so viel Respekt wie der Teufel vor dem Weih-Wasser, ich renne – aber damals bin ich (fast) in mein Verderben gerannt. Niemand von euch hätte mich bedauern können, weil mich noch keine kannte!
      Gut, dass ich das jetzt alles mit einer gewissen Altersweisheit (hahaha!) aufschreibe!

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  4. Manchmal neigte er zu einer gewissen Großmäuligkeit – aber ich auch, und daher nahm ich das nicht übel.

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  5. Marianne, jetzt würde ich auch nicht mehr ins Wat latschen wie eine ultrablöde Touristin – jetzt würde ich auch gucken. – Aber wenn das Wasser auch noch Balken gehabt hätte, wäre es beim Weggespült werden ja schmerzhaft geworden. – Witzbold, im Roten Meer kananst du ja beim Schwimmen Zeitunglesen mit Füßen nach oben!

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  6. Das war schlichtweg gesagt leichtsinnig. Ob ich so schnell hätte rennen können weiß ich nicht, ich glaube ich wäre wie erstarrt stehen gebliebe. Aber dann gäbs mich heute nicht mehr. Wasser war halt noch nie mein Element. Tja, wenn man sich auf Männer verlässt 🙂
    LG Ute

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    • Du sagst es, liebe Ute – aber sonst war er sehr, sehr zuverlässig, aber eben leichtsinnig. „Rennen“ kann man diese eigenartige Form der Wassergymnastik wirklich nicht nennen, das ist im wahrsten Sinne des Wortes „Hindernisrennen“, wobei „rennen“ auch gelogen ist!

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  7. Ohjee….da habt ihr aber Glück gehabt! Ja, das Wattenmeer sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Die zuerst angenehm knöcheltiefen Priele können sich bei auflaufender Flut zu kleinen reißenden Flüssen entwickeln und in kürzester Zeit die Rückwege zum Festland mit Meereswasser füllen.
    Zum Glück habt ihr es noch zurück geschafft…puh!
    Ich war ein einziges Mal im Watt unterwegs….aber mit Wattführer!
    Gruß von Rosie
    http://www.roswithageisler.wordpress.com

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  8. Nein, „zwitschern“ werde ich mir tunlichst verkneifen – ich facebooke auch nur auf ausdrückliche Einladung und habe zu di3sem Medium noch keine feste Meinung. Die Bloggerei habe ich in mein Herz geschlossen, ob das bei fb auch passiert, bin ich mir unklar!

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  9. Hallo Gesa, ich grüße dich auf allen „Kanälen“ – WordPress und Facebook – und hoffe, dass du hier auch weniger feuchte Ergüsse zu lesen bekommst. – In Kiel war ich oft, als meine Cousine (jetzt Eckernförde) noch dort wohnte.
    Wasser aus andererleuts Waschmaschine würde meinen Nächstenliebe-Pegel auch nicht sprunghaft nach oben schnellen lassen.
    Deine Füllhalter-Feder habe ich sicher so oft gesehen wie du meinen Motorroller – auch ich werde mir die Feder im Original(Blogzuhause) ansehen kommen.
    Auch einen schönen Tag wünscht Clara

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  10. hat der herr aber eine recht feuchte variante gewählt, dein herz zu erobern. andere nehmen flammenwerfer, was auch nicht unbedingt angenehmer ist ;-). also ich hätte auch nicht gerne in deiner haut stecken wollen. baden sollte ein vergnügen sein und keine flucht.

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    • Ach du triffst den Nagel wieder mitten ins Gehirn – aber Feuer hat er sich (zum Glück) für andere Situationen aufgehoben – ich muss es wohl originell gefunden haben, auf keinen Fall langweilig – denn du siehst, ich schwärme und parliere noch heut von ihm. (Vielleicht mangels gegenwärtig erlebter Abenteuer?) Du siehst, ich beschreibe ja jetzt schon Ereignisse aus dem Jahr 2033. Arme Clara!!!!!!!!!!!!!!!! Schluchz!

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  11. Das kannst du laut sagen – da blieb wenig Zeit zum Eingewöhnen und da konnte ich auch nicht wegen irgendwelchen Temperaturempfindlichkeiten rumzicken – da hieß es nur noch: raus und weg und festgehalten! So sind se, die Männer. Jetzt musste ich doch dem „Kerl“ mal ein bisschen seinen Heiligenschein nehmen!

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  12. Ich glaube, frühestens nach 3 Tagen entschied ich mich auch für die Lach-Variante, davor war tatsächlich rummaulen angesagt. Aber ich glaube, er hat im Wasser auch echt Schiss gehabt.
    Husch, husch, meine Große, jetzt musst du ins Bett – obwohl, ist ja noch nicht mal 1.00 Uhr!
    Tschüss und jetzt gehe ich zu dir gucken!

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  13. Das kenne ich, aber zum Glück nur aus Erzählungen 🙂

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    • Hallo Ruth – als ich deinen Namen und dein Foto bei Facebook sah, dachte ich: Hä, wer ist denn das. Und dann – na du weißt schon mit den Schuppen und den Augen oder Haaren …
      Du bist aber auch eine echte Nachteule, aber ich bin ja noch viel nachtiger!
      Ich glaube, das war mal eine Situation, wo mir der A… wirklich auf Grundeis ging. Aber, ich war noch nicht dran!

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