Claras Allerleiweltsgedanken

Paradies à la Clara (4)

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Als die Behausung fertig war, machten sich die Außerparadiesischen – das waren Lebewesen, die es dort schon vorher gegeben hatte,darüber lustig, dass an allen Fenstern Gitter angebracht waren. EvaClaras schwache Nerven konnten das nicht ertragen und so änderten sie das noch einmal ab. Am Ende gab es zur Feier der Haustaufe mit dem Namen Villa Kunterbunt ein großes Fest und alle wurden eingeladen. Jetzt bewunderten sie das Haus vorbehaltlos. Hätten sie das nicht getan, wäre EvaClara fortan auf diesem Kritikohr taub gewesen – eine ihrer leichtesten Übungen.

So nach und nach kehrte allmählich der Alltag ein. Das Hauptproblem war die Nahrungsbeschaffung. Im Paradies hatte das ja schlaraffenlandähnliche Züge – das Essen wuchs einem förmlich in den Mund. Und jetzt – nichts wuchs, zumindest nicht von allein, wo man nicht vorher im Schweiße seines Angesichtes das Land urbar gemacht hatte, etwas angepflanzt und dann geerntet hat.

Der Adam, dieser grundfriedliche Mensch, der keiner Fliege was zuleide tun konnte, sollte jetzt Tiere töten, damit die Familie was zwischen die Kiemen äh Zähne bekommt. Apropos Kiemen, mit den Fischen ging es noch am besten – er fing sie und Eva musste sie ausnehmen und zubereiten.

Als er dann endlich auch gelernt hatte, Hirsche und Bären zu töten, weigerte sie sich jedoch, zur Abschussstelle hinzukommen, um das Tier auszunehmen.

Sie schenkte ihm ein scharfes Messer (das hatte sie klugerweise aus dem Paradies an der Auslasskontrolle vorbeigeschummelt) und damit zerlegte er die Beutetiere in handliche Mittagsportionen.

Adam beim Angeln könnt ihr hier sehen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

18 Kommentare zu “Paradies à la Clara (4)

  1. 😀 Ich weiß nicht, warum ich bei der Geschichte immer so breit grinsen muss… Egal, macht jedenfalls die Falten schöner 😉

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    • Weil ich dir die Religion und das Leben von einer anderen Seite her erkläre. Du weißt doch, Pädagogen ist das erklären und erziehen in die Wiege gelegt, sie sind da geburtsgeschädigt!

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  2. Wenn ich mir das Foto nochmal so angucke, sieht EvaClara eigentlich so aus, als wenn sie in Gedanken überprüft, ob mit diesem mickrigen Fisch die ganze Familie satt wird.
    Und wenn ich mich an Adam so zurückerinnere, hatte der auch weniger einen Stich, noch weniger eine Stichwaffe – er machte vielleicht mal ab und an einen …., der dann eben zu den Folgen führte, die EvaClara nicht so recht akzeptieren wollte, zumal die Mutter aus dem engsten Freundeskreis war.

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  3. Du meinst, Fensterläden macht man freiwillig zu, die engen aber ansonsten nicht so ein.
    Vielleicht, weil ich so ein armes „Zonen-Zaun-Mauer-Kind“ bin, stören mich Zäune nicht so. Sie sind oft ein Gestaltungselement auf meinen Fotos, was ihr ab 1. Oktober des öfteren zu sehen bekommen werdeT

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  4. Marianne, du meinst, die haben damals schon Häuser besprüht – aber da wurde es noch zum Verschönern gemacht – heute zum Beschmieren!

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  5. Ahhh da ist sie ja “ meine Villa Kuntebrunt “ wirklich sehr sehr schick liebe Clara…. Da sieht man mal wieder “ wir Frauen denken in allen Lebenslagen mit “ hüstel 🙂

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  6. eine Mikrowelle bräuchte ich als EvaMartha auch, aber ja, die ist ja bei dieser Geschichte nicht mitdabei – Gottseidank – *lach*

    Sei ganz lieb gegrüsst, bisous, Martha

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    • Martha, da musst du noch ein wenig warten – wenn die Nachparadies-Menschen gelernt haben, aus den Gewitterblitzen oder aus der Sonne Strom zu gewinnen, dann gibt es irgendwann vielleicht auch (d)eine Mikrowelle – nur nicht in dieser Geschichte. Hier musst du dich erst mal mit offenem Feuer begnügen. Wir finden es romantisch, aber diese Leute damals sicher nur anstrengend. – Dafür hatte keiner psychische Krankheiten – dafür war gar keine Zeit!

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      • offenes Feue? Ach ja, dann bratet einfach mein Mann (s)ein Fleisch und wir haben es alle lustig, oder? Ohne psychische Beschwerden wird es uns doch gut gehen … ah nein, wir leben ja nicht zu dieser Zeit, wir leben ja heute und heute soll es so psychische Krankheiten ja geben. Nun denn, versuchen wir das Beste zu machen aus allem 🙂 bisous, Martha

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  7. Und schon geht das Morden los. Aber was sollen sie auch machen, sie brauchen ja etwas zu essen 🙂

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    • Ich denke immer, wenn es wie in der Tierwelt nur zur Befriedigung des eigenen Hungers dient, ist es natürlich. Nur das, was die Menschen später draus gemacht haben, ist widernatürlich. Andersherum müssen ja so viele Milliarden auch ernährt werden – und wenn alle Vegarier wären, gäbe es sicherlich keinen (essbaren) Grashalm mehr auf unserer Erde.
      Alles ganz schön schwer. Ich hätte nicht der Oberregisseur dieser Geschichte sein wollen!

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  8. An diese blauen ‚Stangen‘ können sie die Beute zum Trocknen hängen oder so *pragmatischdenk*

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    • Dich würde ich im Nach-Paradies zur „Ministerin für praktische Problemlösungen“ machen! – Aber bekomme mal ohne Kreissäge (Äxte müssen sie schon gehabt haben? oder?) anständige Jalousiebretter hin – und ohne anständiges Zeichenprogramm gerade Striche!!!!!!!!!!)

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  9. das haus sieht ohne die gitter viel freier aus, auch wen es nicht im paradiesgarten steht. wenn adam nun schon handliche mittagsportionen anfertigt, dauert es bestimmt nicht mehr lange bis zur herstellung von fertignahrung ;-).

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    • (Die Gitter sind ja noch da – sie sind, wie so oft – nur übertüncht und übermalt – aber wenigstens freundlich übermalt, so dass man die „Fesseln“ = Gitter dahinter schneller vergisst und sie schützenimmer noch. –
      Hier in dieser Geschichte wird es wohl eher keine Fertignahrung geben – bei der Clara von heute wollen wir mal nicht so streng auf den Speisezettel schauen. Für eine Person …. so aufwändig … schade um die Zeit … keine Lust zum Kochen!

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