Claras Allerleiweltsgedanken


12 Kommentare

Paradies à la Clara (15)

Nachdem EvaClara die Kinder in die Welt hinaus geschickt hatte, stellte sie fest, dass es ganz schön ruhig um sie geworden war, viel zu ruhig für ihren Gechmack. Freunde und Bekannte konnten  manchmal mit ihrer etwas aufgedrehten Art wenig anfangen. Mit denen, die um ihre Freundschaft buhlten, konnte sie wenig anfangen – also wurde sie ein wenig zum Einzelgänger – als „Einsiedler“ kann man es noch nicht bezeichnen.

Sie schaute sich um in ihrem Leben, was sie so erreicht hatte und ließ die gesundheitlichen Macken dabei mal bewusst aus dem Spiel.

Oft genug hatte sie schon ihre Neugier im Paradies bereut – war dieser eine Apfel wirklich den ganzen Ärger wert gewesen? – War die Trennung von Adam wirklich nötig gewesen? Wäre da nicht mehr Kompromissbereitschaft besser gewesen?  – Hätte sie die Kinder so weit weg in die Welt hinaus „schicken“ oder lassen sollen? – Wäre es besser gewesen, sich einen neuen „Adam“ zu suchen, um mit ihm das Alter zu genießen? Nach dem einen unglücklich ausgegangenen Versuch beharrte sie auf ihrer Unabhängigkeit !

Fragen über Fragen, die sie sehr oft bewegten, wenn sie grübelnd auf ihrem Balkon saß. Da sich beim Grübeln ja bekanntlich die „Katze in den eigenen Schwanz beißt“, beschloss sie, jetzt alles so zu nehmen, wie es ist – mit allen Unzulänglichkeiten und allen Imponderabilien (des Lebens).

Die Wiese war eben nicht mit vierblättrigen Kleeblättern übersät – aber dreiblättrige sind auch schön anzusehen! Dafür gab es ab und an auch andere Blumen zu sehen.

Und wenn sie anderen Leuten Geschenke bereitete, bekam sie meist einen netten Brief in dieser Flimmerkiste und einen Lacher zurück.