Claras Allerleiweltsgedanken

Brandenburg erkunden – Jüterbog 1

27 Kommentare

Durch Zufall hat mich mein „Pensionärs“-Brandenburg-Ticket nach Jüterbog verschlagen. Ich hätte immer gedacht, das ist eine Stadt, an der man vorbeifährt oder um die man einen Bogen macht – es wäre schade gewesen, denn das hier habe ich euch mitgebracht:

Antikes – Lampen – Lokomotiven – Zunftzeichen

Wie auf meinem Fotoblog, soll auch hier dieses Motto beachtet werden und in alphabetischer Reihenfolge abgearbeitetlaufen und fotografisch dokumentiert werden.

„Antikes“ – besser oder schlichter gesagt Altes, denn bis in die Antike wollte ich nicht zurückkrabbeln, nachdem ich mich mühsam aus dem Paradies befreit habe.

Ein Blick durch das Stadtwappen auf die 1000jährige Stadt ist doch schon ganz vielversprechend.

Aber Ziegenböckchen, was hast du für große Pfoten?
Damit ich besser durch die Stadt trampeln kann.
Aber Ziegenböckchen, was hast du für große Hörner?
Damit ich die trägen Politiker anstoßen kann.

Wenn man auf der stadtabgewandten Seite den Bahnhof verlässt, begegnet man dem Verfall. Ganze Häuserzeilen sind wie bei Dornröschen zugewachsen, leer und runtergekommen. Durch das schöne Wetter sehen sogar diese Fotos ansehnlich aus – die Häuser waren es nicht mehr.

Da konnte ich bei Photoscape nur den schwarzen Rahmen wählen, weil es wie eine Todesanzeige für Häuser ist.

Auf dieser Seite zeigten immer wieder Schilder zum Flaemingskate – einer der bekanntesten Rundkurse für Skater, Radler,  Rollerfahrer. Ich hätte ihn mir bedeutsamer vorgestellt.

Nicht irritieren lassen, das habe ich mit meiner "Nachtsichtkamera" aufgenommen!

Die eigentliche und nach meinem Geschmack recht hübsch anzusehende (Alt-)Stadt ist eine halbe Stunde Fußmarsch vom Bahnhof entfernt. Auf dem Weg dorthin begegneten mir viele attraktive Neubauten, u.a. ein Seniorenheim mit einem Wohnturm. Ich weiß nicht, ob die Zimmer wie Tortenstücke sind, aber hübsch sahen sie aus. Die neuen Wohnhäuser ließen keine armen Leute dahinter vermuten, eher Millionäre.

Das Seniorenheim habe ich mal (für mich) zentral gestellt.

Nicht nur um Neues zu erhaschen, brach ich in dieses Städtchen auf, nein, Altes sollte mir begegnen, was wieder schön und herrlich ist.

Erst noch ein paar Häuser, die immer wieder riefen: „Fotografiere uns, wir sind fast wie neu!“

Ich sage dazu: Einfach gelungen - nicht Fotos und Montage, sondern die Sanierung

Doch jetzt lasse ich euch erst einmal mit den ersten Eindrücken von Jüterbog allein. Es geht weiter, versprochen – und wem es heute gefallen hat, dem gefällt es in den nächsten Tagen erst recht.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

27 Kommentare zu “Brandenburg erkunden – Jüterbog 1

  1. Ihr Lieben, wenn ich das Regengebiet in der Priegnitz hier verlassen habe und wieder an meinem trockenen Computer sitze, der mich auch mittels Passwort in die Gefilden von WordPress lässt, dann antworte ich euch – heute abend noch!
    Liebe Grüße von Clara an alle!

  2. Der Herr Ziegenbock hat wahrlich ungewöhnliche Ausmaße.
    Alles kann wohl nicht saniert werden.
    Aber der Altenunterkunft-Turm sieht echt klasse aus.
    Die Baumblätterschatten auf den Häuserfronten sehen so schön aus. Hab gestern sowas in klein geknipst. Wir mir aufgefallen, wie schön das aussieht. Nun bei dir halt im Großen 🙂
    Danke für den tollen Spaziergang durch Jüterbog

    • Das Seniorenheim ist ein im Stil angepasster Neubau, der jedoch gut reinpasst. – Der Ziegenbock ist nicht groß, nur ganz nahe an der Kamera – das täuscht, liebe Bärbel. Das Foto ist seitenverkehrt, falls sich jemand dort richtig gut auskennt. Aber es sah so blöd aus, „Jüterbog“ in Spiegelschrift.
      Die Schatten finde ich auch sehr schön, deswegen sind Fotos bei Sonnne so viel schöner.

  3. Die Bilder sind super, besonders das mit „Nachtlichtaufnahme“….aber ich bin nicht so ein Freund von den Backsteinbauten..weiß nicht warum 😕

    • „Julchen“, jede kann ja auch nicht alles lieben – ich finde bei Backsteinbauten wahrscheinlich so schön, dass dieser Stein relativ unverwüstlich ist und auch zu DDR-Zeiten gegenüber Putz-Bauten ansehnlich war. Und jetzt – einmal sandgestrahlt – strahlen sie wirklich wieder in voller Schönheit.
      Tschüss für dich von Clara

  4. Schöne Eindrücke, besonders mit den launigen Bemerkungen von Frau Clara. Wegen der Tortenstückchen hast du mich jetzt aber neugierig gemacht. Vielelicht haben sie auch runde Mögel?? *grübel*. Jedenfalls war es interessant, schon mal einen ersten Einblick zu bekommen. Und jetzt muss ich noch gucken, wo das überhaupt ist, Jüterbog, so ein komischer Name.

    • Ingrid, wäre ich eine mustergültige Berichterstatterin, hätte ich entweder auf Wiki hingewiesen oder gesagt, dass es im Umkreis von unter 100 km im Südwesten von Berlin liegt – mein Navi zeigt 66,6 km.
      Und das mit den Tortenstück-Mobeln sollten wir mal in Erfahrung bringen. Vielleicht lässt der Altenheimbetreiber wirklich Möbel anfertigen, um alle Rundungen auszunutzen!

  5. Da lerne ich wieder eine neue Ecke kennen. Schöne Stadtführung, liebe Clara. Leider ist das weiße Haus schon an Margot vergeben 🙂 Übrigens, so zwischendurch mal ne Nachtsichtkamera ist auch nicht schlecht 🙂
    LG Ute

    • Meinste nicht, Ute, wir würden auch zu mehreren dort reinpassen? – Vor allem alle wir, die wir gar nicht so viel Geld hätten, um das ganze Haus zu bewirtschaften. Es sieht zwar traumhaft schön aus, aber die Lage ist nicht schön. Da der Verkehr nicht durch das Stadttor kann, fährt alles dort vorbei. – Wir suchen noch ein schöneres!

  6. und früher fuhr für mich die olsenbande nach jüterbog. was wusste ich schon von jùtland… schöne sachen machst du da, da wirst du in brb viel schönes entdecken.

    • Podruga, das ist das allerallerschönste an der Wende: – Jetzt kann ich fast überall schöne Häuser entdecken, weil sich die ehemals nur vergrauten so herrlich gemausert haben und ihre Jugendstilelemente, ihre Stuckfassaden und ihre leuchtenden Farben wieder zeigen.
      Du kanntest Jüterbog früher schon, weil du die „Olsens“ dorthin schicken wolltest? – Tolle geografische Leistung. Aber ich war schon immer in diesem Fach stark im Vergessen!

  7. doch doch – liebe Clara, auch Fotos und Montage *lächel*

    bisous, Martha

  8. tja, auch wenn der verfall noch immer und überall im osten zu sehen ist, wurde der aufbau ost für beendet erklärt (de maiziere). nur der soli wird wahrscheinlich nicht abgeschafft. die sanierten häuser sehen edel aus. mir gefallen diese alten backsteinbauten.

    • Frau Wortfeile, ich springe förmlich vor Freude im Karree bei roten Backsteinbauten, auch Kirchen, wenn es sich denn ergibt.
      Ab und an sieht man ja noch Baugerüste irgendwo, aber das ist dann Privatinitiative. Görlitz, mit Bautzen für mich eine der schönsten Städte in Sachsen (weil ich ja Leipzig schon lange nicht mehr besuchen „durfte“), hat z.B. die straßenweise Haussanierung eingestellt, weil sie keine Mieter mehr fanden. Es sind so viele aus dieser Grenzstadt weggezogen.
      Aber ich finde, es gibt und es gilt schon, „Perlchen“ zu entdecken, und deswegen fahre ich bis morgen nach Perle-berg.

  9. Wunderschön! Das wäre eine Stadt ganz nach meinem Geschmack, mit allen Facetten, die du zeigst! Ich freu mich schon auf die Fortsetzung!
    Dicker Drücker von Sunny

    • Was ist denn das für eine Zeit – du schon aufgestanden, ich manchmal zu der Zeit noch nicht im Bett.
      Na, und ich freue mich erst, dass ich damit dich aus dem fernen Regensburg hergelockt habe. (Un)eingebildet, wie ich bin, behaupte ich mal, auch die anderen Tage werden dir gefallen. – Vielleicht beschert mir mein Brandenburg-Ticket noch mehr solche Highlights.
      Drücker wird hierbehalten, dafür wird ein anderer retour geschickt, nämlich der von Clara, der ist heute lilaviolettpurple!

      • Liebe Clara,
        ich bin mir sicher, die anderen Tage werden mir auch gefallen!
        Und wenn du wüsstest, wie lilaviolettpurple ich heute mal wieder bin 😉 Von Kopf bis Fuß und noch einiges dazu. Ich liebe Beerentöne 🙂
        Und schick dir einen ganz beerigen neuen Drücker!

        • Sunny, zu meinen drei gut zueinander passenden Lila-Tönen (Hose, T-Shirt und Sweatshirt) musste ich mir bei meinem fotografischen Stadtbummel in Perleberg einfach eine lila Uhr kaufen, ging nicht anders. der Preis war im Limit und die Farbe genau passend.
          Einen Traum-Gruß zurück, weniger verregnet als hier zur Zeit, von
          Clara

  10. Das weiße Haus mit dem Türmchen unten links hat’s mir sehr angetan. 😉

    • Na, bescheiden bist du ja nicht gerade, aber Träume darf man ja haben – aber ich fand es auch wunderschön, die Häuser waren so toll instandgesetzt, ich möchte nicht wissen, wie runtergekommen sie zu DDR-Zeiten waren. – Diese Sanierung ist fast das schönste am Westen! Nur stand es etwas blöd, an der Hauptstraße.
      Bei den Neubauten gab es halbe Milliardärsvillen.

      • Das sah damals furchtbar aus. Bis auf den Platz vor dem schicken Rathaus (zu dem kommst du bestimmt noch die nächsten Tage) sah alles so aus, wie es jetzt in der Nähe (wenn mann mal von den Hauptwegen abweicht) vom Bahnhof noch immer aussieht. Kannst du dir das vorstellen? Eine ganze Stadt in Grau?

        • Teddy, ich kann es mir vorstellen, denn ich war 4 Jahre jung, als dieser „graue Staat“ gegründet wurde, und eben 40 Jahre älter, als er sein (politisches) Leben ausgehaucht hat.
          Ich weiß, dass es in den Nebenstraßen noch immer Verfall, bröckelnden Putz und Einheitsfassaden gibt – doch wenn ich als Hauseigentümer nicht weiß, ob ich in mein toll saniertes Haus auch Mieter bekomme, die dann die Kosten reinbringen sollen – dann verschulde ich mich vielleicht doch nicht bis zur Halskrause. – Es ist ein ziemliches vabanque-Spiel.
          Du kennst diese Stadt wahrscheinlich so gut wie ich Görlitz kenne.

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