Claras Allerleiweltsgedanken

Im Dreisprung von Nord nach Süd (10/28) Bornholmer Straße

16 Kommentare

Für mich ist diese Gegend „doppelt belastet“ – lange Zeit hat dort mein vorheriger Zahnarzt praktiziert, der einiges „Unheil“ angerichtet hat, was dann der jetzige wieder gerade biegen musste.

Außerdem war das eine markante Stelle der Teilung Berlins – denn über diese Brücke durften wir Ostler nicht mehr, da begann das „gelobte Land“ – haben wir damals zumindest noch geglaubt.

Und so sieht das gelobte Land heute aus: Fahrräder werden mit 3 Schlössern gesichert, damit am Abend nicht „zwei von ihnen“ dastehen. Also mal ehrlich, auf die Kriminalitätsrate hat sich die Vereinigung nicht unbedingt positiv ausgewirkt.

Die Schmierereien gab es nicht – einfach deswegen nicht, weil es keine Spraydosen gab, es gab ja noch nicht mal vernünftige Farbe für die Häuser. Also hat alles seine zwei Seiten. Einmal die überall besprayten Fassaden und anderes:

Zum anderen die gut anzuschauende Farbigkeit der Häuser, die mein Auge und meinen Fotoapparat immer wieder erfreuen.

Und hier der Link zum Lampenfoto.

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Bei Blogspot gibt es ein Blattfoto, das außer Konkurrenz zur Freude für Frau Kunterbunt läuft. Salat soll ja gesund sein, besonders für solche Fitnessbestrebten.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

16 Kommentare zu “Im Dreisprung von Nord nach Süd (10/28) Bornholmer Straße

  1. Stimmt nicht, wir hatten noch andere Vorteile, die mit unserem ungewollten Geld zusammenhingen und mit der Mauer um das Land herum: „Keine Drogen, weniger Autodiebstähle; weniger Schwerstkriminalität, da die Leute nicht flüchten konnten; schneller einen Krippenplatz, weil der Versorgungsschlüssel dafür höher war.“ – Aber gut, jetzt haben wir das, was wir haben – und Wowereit würde sagen: Und das ist auch gut so.

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  2. Danke für die Begrüßung – das wird ja heute eine lange Computernacht. Erst werde ich die Bilder laden und grob bearbeiten, dann mir den Feed ansehen.
    Irgendwann bin ich dann wieder im Rhythmus!

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  3. Kann da nicht viel zu sagen, habe damals die Maueroeffnung in Mexico erlebt. Das mit der Krimainalitaet ist ein ganz spezielles Thema und ich bin wirklich erschrocken ueber die zunehmende Gewaltbereitschaft. Was ist die beste Loesung, wenn es denn eine gibt????
    Hier in Paraguay ist es noch heftiger, aber das ist wieder eine andere Welt. saludos

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    • Hallo sayrueart, wie du schon sagst: „Was ist die beste Loesung, wenn es denn eine gibt????“ – Ich denke, ein ganz, ganz wesentlicher Punkt ist die Perspektivlosigkeit – keine Arbeitsstelle, kein Einkommen. Eigentumsdelikte sind zwar nicht schön, aber bis zu einem gewissen Schweregrad verschmerzbar, oft zahlt ja die Versicherung – aber wenn an einer geklauten Handtasche eine Frau dranhängt, die dann wegen 20 € halb tot geschlagen wird, da verstehe ich die Welt nicht mehr. Nur, die Welt macht sich da nichts draus, ob ich sie verstehe oder nicht. – Die Ausländer mit dem heißeren Blut oder die Drogen allein sind es nicht, die Medien leisten einen nicht unbeträchtlichen Anteil zur gestiegenen Kriminalität. – Eine nicht unwesentliche Rolle spielt sicher auch, dass es uns von den höchsten Kreisen (Korruption, Betrug oder ähnliches) vorgemacht wird, nur hängt man meist die Kleinen und lässt die Großen laufen, weil die die besseren Anwälte bezahlen können!
      So viel wollte ich gar nicht antworten!

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  4. Margot, viele nehmen gar den Sattel mit, damit man damit nicht fahren kann. – Meine „Bilanz“ ist besser: „zwei geklaute Autos, 1 Fahrrad, 3 Portemonnaies aus Handtaschen und ein riesengroßes Westpaket aus dem Auto. – Schlecht sind die Menschen, schlecht!

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  5. Meine Große, ich habe ja schon paar mal geschrieben, dass ich ab 1986 jedes Jahr zu Besuch im Westen war. War man bei der Staasi einmal als „zuverlässiger Rückkehrer“ eingestuft, durfte man auch Verwandtschaft erfinden, um zu deren 60. oder 70. Geburtstag zu fahren.
    Und dabei erlebte ich folgendes: Sonst ging mir die Teilung ziemlich am Popo vorbei, da ich keine Herzenstrennungen zur Verwandtschaft erlebte. Aber als ich in WB auf so einer Aussichtsplattform 500 m meine Wohnung auf der Fischerinsel sah, da habe ich Rotzblasen geflennt. Da begriff ich die Teilung so hautnah.
    „Gelobt“ und „gebeutelt“ gefällt mir – und bald werden wir alle zu den „Gebeutelten“, zu den „Ausgenommenen“ zählen.
    Und tschüss!

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  6. 100 Punkte für die Kandidatin – die nächste Station ist Gesundbrunnen. Ich bin wieder zurück von meiner Reise – die „Kutsche“ hat mich mit Tempo 140 – 150 nach Haus befördert – ich musste aufpassen, dass ich nicht vom Kutschbock fliege.
    Currywurst – morgen – vielleicht gleich am Nachmittag, denn ich bin am Vormittag dort in der Nähe unterwegs. – Gleich am Bahnhof oder wo, liebe Lucie? Nicht, dass ich die falsche Wurst kaufe und esse und denke, du hast einen abartigen Geschmack.
    LG von Clara

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  7. die böse brücke an der bornholmer: hier bin ich zum ersten mal von ost nach west, am 10. november 89. ich werde es nie, nie, nie vergessen.
    was mir als erstes im westen (dort wedding) auffiel, waren die blinkernden sexlädchen.

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    • Aber warum denn „böse Brücke“, liebe Podruga, die kann doch am allerwenigsten für die Teilung. War das nicht überhaupt die Stelle, die als allererste aufgemacht wurde? Ich kann mir das Gedränge vorstellen, das am 10. bestimmt nicht weniger gewesen ist als am 9. in der Nacht. Da warst du ja wirklich flott bei der Sache. – Das mit den Läden kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich war bei meinen Besuchen sogar todesmutig drin und wollte mir in einer Kabine für etwas edles Geld mal so ein Filmchen ansehen – mir wurde schon von dem Geruch der weggeworfenen, benutzten Taschentücher schlecht und ließ dann dieses Unterfangen sausen. Den Rest gaben mir dann die Hüllen der entsprechenden DVDs. Da habe ich mich das erste Mal gefragt, ob ich vielleicht doch prüde bin.

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      • die brücke, die die bornholmer mit der osloer straße verbindet heißt so: bösebrücke.

        wikipedia: „Am 5. Juli 1948 wurde sie nach dem 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer Wilhelm Böse benannt.“

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  8. Es gibt an fast jedem Ding zwei Seiten, nur nicht bei Bällen 😉 Aber selbst die können schillernd bunt sein.

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    • Ich glaube, dass es für viele der Ostler eine herbe Enttäuschung war, auch die nicht so guten Seiten des Westens kennen zu lernen, wo doch manche wirklich geglaubt haben, euch fliegen die gebratenen Tauben mehr oder weniger – ohne gorßartig etwas zu tun – in den Mund.

      LG von Clara, die gerade die wunderschönen Städte Peine, Wolfenbüttel und Helmstedt näher beschnuppert hat.

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      • Tina, diese komplizierten „REVONNAH“ -Buchstaben hatten sich im Scrabble-Beutel ganz nach unten verkrochen, wahrscheinlich deswegen, weil ich diese schöne Stadt nicht erst beschnuppern musste, sondern sie schon liebgewonnen habe. – Na, habe ich die Kurve gekriegt?

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  9. die gegend ist für mich nach wie vor sehr bewegend. ich bekomme jedes mal gänsehaut, wenn ich an die tage der maueröffnung denke. du weißt, daß ich graffiti eigentlich mag, aber solche tags finde ich auch vollkommen daneben, da wäre es besser, die in ein heft zu kritzeln, so mißlungen sehen die aus.

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    • Wortfeile, ich bin keine Expertin für Graffiti – manche mag ich, aber desöfteren empfinde ich sie doch mehr als Schmierereien, vor allem auf den Sitzen in Verkehrsmitteln oder noch schlimmer – eingekratzt in die Scheiben. – Und das ist natürlich in Großstädten verbreiteter als auf Dörfern, wo sowieso keine S-Bahnen fahren. – Berlin ist schon manchmal gewöhnungsbedürftig. – Vor ein paar Stunden bin ich gerade an der Gedenkstädte Helmstedt – Marienborn vorbeigefahren – da kräuseln sich ja bestimmt bei allen, die zwischen Berlin und Westdeutschland per Auto unterwegs waren, die Nackenhaare in der Erinnerung. – Von da an mussten sie gemeinsam mit den stinkenden Zweitaktern auf der Autobahn fahren, durfen ihre Autos nicht ausfahren, weil die Geschwidigkeitskontrolleute besonders auf Westgeld scharf waren. – Ach, was alles schon so Geschichte ist!

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