Claras Allerleiweltsgedanken


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Für Frau tonari

Eine Ansichtskarte liegt mit vielen ihrer Geschwister in einem Ständer, zeigt ihr buntes Gesicht, wird hier oder da mal in die Hand genommen und manchmal, so das Glück es so will, auch gekauft. Letzteres passierte kürzlich auf einer der schönsten kanarischen Inseln, da dort eine besonders schreibeifrige, ja ich möchte fast schon sagen – schreibwütige – Touristin unterwegs war.Viele, viele dieser mit südländischen Motiven, großblättrigen Bäumen und zauberhaften Blumenmotiven verzierten Karten wurden von ihrem Ansichtskartenständerschicksal erlöst, in liebevoller Kleinarbeit mit blauen Buchstaben verziert und mit einer bunten Briefmarke beklebt via Germany oder oder oder geschickt.

Im allgemeinen kann eine geschriebene Ansichtskarte sehr verschiedene Schicksale erleben.

  1. Die Karte wird aus dem Briefkasten genommen, der eine, ziemlich lieblos hingeschmierte Gruß ist in weniger als einer Minute gelesen, das Kartenmotiv ist nichtssagend – also wird gleich der danebenstehende Papierkorb mit den zerrissenen Überresten gefüllt.
  2. Frau holt die Karte aus dem Kasten, stellt fest, dass Verwandtschaft X oder Bekanntschaft Y im Land Z Urlaub machen, das auch wirklich kundtun wollen und erzählen so das, was glückliche Urlauber von ihrem Urlaub zu berichten haben. – Da Frau keine Ansichtskarten sammelt, kommt auch diese Karte in Bälde in den runden Restsammelbehälter.
  3. Frau öffnet den Briefkasten und holt voller Erstaunen – das ist jetzt wirklich nicht übertrieben – voller Erstaunen eine Karte raus, die schon vom Herkunftsland sofort den Absender verraten würde – aber nicht genug, auch die Schrift ist ihr sofort vertraut. Frau freut sich wirklich ehrlich, dass durch eine Wichtelaktion ihre Adresse gerade in diese Hände gelangt ist. – Doch nochmehr freut sie sich, als sie liest – und vor allem einen Satz liest – doch davon später.
    Und so eine Karte schafft es sogar in meinen Blog und bekommt zwei Bilder spendiert und eine Geschichte.

Der erste Satz lautete: „Heute ist mir Santa Clara erschienen.“

Britta, dass es einen St. Claus gibt, habe ich schon mal gehört, aber dass ich mir jetzt auch das „Santa“ schon verdient habe, ist ein klein wenig zu viel der Ehre. Könnte es etwa so ausgesehen haben? Woher weißt du, dass Weihnachtsfrau meine zweite Natur ist? *grins* (Das habe ich nicht über PhotFunia gefriemelt, sondern mich selbst zum Verkleiden bequemt!)

Und im Normalfall bringen Weihnachtsfrauen und -männer ein Geschenk mit. Für dich hat er Blumen mitgebracht, aber die hat er dort versteckt.

Danke nochmals, ich habe mich wirklich gefreut und herzlich gelacht.