Claras Allerleiweltsgedanken

Sie haben in Sachen Ihrer Mutter …

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vor Gericht zu erscheinen!“

Das ist ja wohl so ein „Jok“e, wie man deutsche Sprache missverständlich anwenden kann bzw. wie er wohl in Gerichtsakten und in Juristendeutsch schon vorgekommen sein soll.

Vor kurzem berichtete ich ja von der Aus-, Wechsel-  und Umrangieraktion in Sachen Kleidung. Diese Aktion dehnte ich natürlich auch auf meine Mutter aus, denn dort ist der Platz in einem Schrank natürlich noch begrenzter. Und das ständige Sitzen und die wenige Bewegung haben an ihrer Figur  ein übriges getan.

Alles wurde anprobiert und vieles wanderte in einen „Zu-klein-Sack“, der eigentlich von mir sofort in die Kleidersammlung umgeleitet werden sollte.

Doch dann befiel mich ein wenig Wehmut, als ich all die Kleider sah, die jahrelang zu ihren Lieblingsstücken gehörten. Auf vielen Fotos kann ich das nachverfolgen. – Das Material gefällt mir zwar nicht, da es alles Kunstfasern sind. Doch was aus Wolle so werden kann, habe ich ja bei meiner Hose gesehen – dann vielleicht doch besser Kunstfasern.

Ich probierte sie alle an – in vielen kam ich mir dann aber doch vor wie eine Uroma. Sie und ich – wir hatten schon immer eine ganz unterschiedliche Figur und einen absolut anderen Geschmack.

Eines ist dann doch in meinen Kleiderschrank gewechselt. Ich zeige euch mal, wie sie 2005 in Görlitz damit aussah. Es gibt dazu noch eine Jacke. – Mal sehen, ob ich es einmal oder weniger tragen werde, da ich gar kein Kleidermensch bin. Am Anfang werde ich die orthopädischen Schuhe und den Rollator noch weglassen beim Tragen des Kleides.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

18 Kommentare zu “Sie haben in Sachen Ihrer Mutter …

  1. Es ist so erstaunlich, wie man sich vom Gesicht so ähnlich sein kann und vom Wesen wie „Feuer und Wasser“. Ich glaube nicht, dass ich dir einreden kann, meine Mutter gibt seit 96 Jahren das Gastspiel als „Feuergöttin“, zumal sie mit ihrem Märzgeburtstag auch noch Fisch ist.
    Lieben Gruß von Clara

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  2. Als mein Lebensgefährte 1996 starb, war seine Familie an allen Dingen interessiert, nur seine Kleidung sollte komplett in die Altkleidersammlung wandern. Da habe ich protestiert und mir vieles rausgesucht, was ich noch lange getragen haben. Wir hatten fast die gleiche Statur und Größe. – In „Szene gesetzt“ habe ich sie nicht extra – das Foto ist einfach beim Spaziergang in Görlitz entstanden. Da war sie gerade 90 geworden, jetzt ist sie ja 96 und sieht verhältnismäßig immer noch gut aus.
    Lasse dich lieb grüßen von Clara

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  3. welch Ähnlichkeit .-)

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    • Das sehen ja meist Außenstehende besser als man selbst. – Bei der Einschulung meiner Tochter sagte die Lehrerin sofort: Hier sieht man die Familienähnlichkeit. – Ich sehe es besonders auf Fotos, auf denen sie so in etwa in meinem jetzigen Alter ist.

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  4. Dein Aussehen hast du auf alle Fälle von deiner Mutter geerbt.
    Wenn du in dem Alter auch noch so zufrieden lächelst, hat es doch alles gelohnt 😉

    Ich käme nie auf die Idee Kleider meiner Mutter zu tragen,
    aber man soll ja nie nie sagen 😉

    Ich brauche eigentlich nicht so ganz viel Kleidung.
    Ich trage ausser Haus andere Kleidung als im Hause
    und somit hält die schon eine ganze Weile.
    Dennoch bin ich Frau genug um zwischen durch zu sagen…
    Dr. Vielguut, ich hab nix anzuziehn *lol*

    Hab ein schönes Wochenende, lieben Gruss
    kkk

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    • Es würde ja schon ausreichen, wenn ich jetzt so zufrieden lächelte wie meine Mutter mit 90.
      Da ich keinen „Dr. Vielgut oder sonst jemanden habe, der für meine Kleiderneubeschaffung zuständig ist, muss ich das schon selbst machen und finanzieren. Da bin ich recht bescheiden.
      Du kannst 100pro sicher sein, dass ich auch noch nieeeeeeeeeee was von meiner Mutter getragen habe – aber als ihr all die schönen Kleider, die sie über Jahre hinweg zu den Festtagen und besonderen Anlässen getragen hat, nicht mehr passten, befiel mich eben doch ein wenig Wehmut. – Ich probierte es zu Haus an. Da ich knapp 20 cm größer bin als sie, wirkt es gar nicht mal soooooo übel. Ob ich es wirklich mal anziehe, weiß ich nicht – ich habe auch eigene Sommerkleider, die ich nicht trage.
      Morgen früh um 7.30 sitze ich in der Bahn, um meine Enkel zu holen, bin aber Sonntag wieder zurück.
      Lieben Gruß von Clara

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  5. Huch, ich war schon auf einiges vorbereitet, als ich die Überschrift las und stellte mich innerlich schon auf eine Rechtsstreitdiskussion ein. Bloß gut, dass dem nicht so ist.
    Mensch Clara, du kannst vielleicht für Verwirrung sorgen. Aber gut, nun mal Butter bei die Fische.
    1. deine Ma würde ich sofort ins Herz schließen, sie schaut so lieb und gütig drein und so gar nicht nach einem alten Zankbolzen.
    2. ich mag Omis mit einem herzlichen Lächeln, was auch gerne etwas schelmisch sein kann und das hat sie definitiv!
    3. …und dann mag ich Omis, die so schöne graue Haare tragen und nicht auf Teufel komm raus,

    Aber sag mal, hast du deiner Ma den Einkaufskorb vom Rolli geklaut? Ich schwöre Clara, da gehört einer ran! Unsere Frau B. fährt darin ihr tägliche Ration Bier spazieren. Und wo packt deine Ma nun all ihre kleinen Schätze rein? Na??????

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    • Hallo, du Allesseherin: Das Foto ist vor 6 Jahren in Görlitz aufgenommen worden, da hatte ich den großen Einkaufsrucksack oder ähnliches auf dem Rücken.
      Jetzt hat sie den Korb dran, braucht ihn aber so gut wie nie, weil sie kaum selbst einkaufen geht. Sie transportiert damit den Wochenspeiseplan, die Taschentücher und die Hörgerätebatterien und die -schachtel für die Geräte sowie die neueste bunte Zeitung.

      Eigentlich war die Sache mit dem „Joke“ so. Eine Witwe bekommt das SChreiben: „Sie haben in Sachen Ihres Mannes vor Gericht zu erscheinen!“ und ruft ihren Sohn an: „Was soll ich denn machen, Papas Sachen haben mir doch nicht gepasst und ich habe alle verschenkt!“

      So – jetzt habe ich das Ding hinreichend aufgeklärt, hoffe ich.
      Warum sollte meine Mutter ein Zankbolzen sein, sie ist doch meine Mutter und nicht meine „Zwillingsschwester“ *grins*. Sie ist auch sehr beliebt, da sie gar keine Anforderungen stellt – sogar das ihr zustehende Duschen musste ich für sie „einklagen“. Für alles, was sie nicht will oder kann, hat sie seit vielen, vielen Jahren mich.
      Die weißen Haare liegen in meiner mütterlichen Familie – meine Oma hatte auch solche, aber einen Zopf.
      Zufrieden mit den Auskünften?

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    • Nachtrag: Bei meiner Mutter wird es wohl nichts geben, um das es einen (gerichtlichen) Streit lohnte. Das einzig wertvolle Buch hat vor Jahren die Enkeltochter bekommen, die evtl. wertvollen Möbel der Sohn und die lebenslange finanzielle Unterstützung die Tochter. – Und um den Heimplatz wird es keinen Streit geben – auch nicht um den wunderschönen Fernsehsessel.

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      • Das finde ich schön. Ich habe auch nur ganz wenige Teile von meiner Oma. Um all das andere, was da war, haben sich die Familienhyänen die Köpfe zerstritten. Soll ich dir mal verraten, was ich von Oma habe, wo andere darüber nur dümmlich gelächelt haben? Einen Wecker für Blinde. Da konnte sie draufdrücken und dann krähte immer ein Hahn und sagte die Zeit an. Mit diesem Wecker verbinde ich ihr liebes Lächeln, wenn sie so im Sessel saß und still vor sich hin lächelte. So seh ich sie heute noch sitzen und diese Erinnerung, verbunden mit dem Wecker, die kann mir keiner nehmen. Materiell sicher nicht wertvoll, ideell unbezahlbar.

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        • Das habe ich schon oft gedacht. Unsere Gedanken wandern oft in eine gemeinsame Richtung.
          Ich habe noch keinen Plan, was ich von meiner Mutter behalten werde. Wahrscheinlich nur Vorwürfe.

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  6. „Süß“ irgendwie schon – ob ich „lustig“ auch als charakterisierend sagen würde, weiß ich nicht. Mir würde eher „zufrieden“, „friedfertig“ „in sich ruhend“ einfallen.
    Tina, letzteres ganz besonders: „sich einfach mal zwischendurch hinsetzen können und ich muss mich weiterschleppen! ;o)“ – Du hast ja so Recht – und es gibt sie ja auch schon rezeptfrei, ich habe sie bei Discountern schon im Angebot gesehen. – Na, und orthopädische Schuhe erst, die bekomme ich doch für lässige 150,00 Zuzahlung auch hinterher geworfen. Vielleicht sollte ich auch langsam meine Utensilien für den Alltag umrüsten.

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  7. Eine ganz besonders Aufmerksamkeit erregende Überschrift ist das auf jeden Fall- wie heißt noch mal das Spezialwort dafür?
    Das ist eine schöne Charakterfrau, die da so elegant lässig hockt – gefällt mir sehr.
    Ich verstehe nur nicht die Bedeutung, die dem Körpergewicht gegeben wird?
    Gruß von Sonja

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    • Vielleicht liebe Sonja nicht „Bedeutung“ – aber das im Laufe der letzte Jahre gesteigerte Gewicht war Ursache der Ausräumaktion, da ja im Schrank Platz für passende Sachen geschaffen werden musste. Es passen tatsächlich mehr als die Hälfte aller Sachen nicht mehr.
      Denn sonst hätte ich doch nie und nimmer ein Kleid von ihr anprobiert – auf diese Idee kommen ja wohl nur junge Mädchen, die mit 15 älter erscheinen wollen und sich im Kleiderschrank ihrer Mutter bedienen.
      Bei mir ist dieser Ausspruch „Sie haben in Sachen …. vor Gericht zu erscheinen“ ein so gängiger Joke, dass ich mir nichts Böses dabei gedacht habe. Für mich ist es eine Wortspielerei mit der unterschiedlichen Deutung von „Sachen“, mehr nicht.

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  8. Du siehst deiner Mutter sehr ähnlich, liebe Clara. So kleine Erinnerungsstücke sollte man wirklich behalten.

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    • Ich weiß, das sieht man auch auf den ersten Blick – aber es ist nur eine Gesichtsähnlichkeit – weder vom Charakter noch von der Figur her sind wir uns ähnlich.
      Da meine Mutter in ihrem Pflegeheimzimmer kaum nennenswerte Erinnerungsstücke hat, wird es (vielleicht) mal nicht so schwer. Ich schrieb ja schon mal: Der lila Ring, der übrigens bestens zu diesem Kleid passt, der wird mich erinnern.
      Vieles/manches wurde schon verschenkt oder aufgeteilt, als sie 2008 ins Seniorenheim gezogen ist – da waren Möbel und Bücher, die Erinnerungen darstellten.
      Lieben Gruß von mir

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  9. An Vivi + Sucherin und an die, die noch kommentieren wollen:
    Ich habe durch meinen (manchmal) komplizierten Denk- und Schreibstil ein wenig Verwirrung gestiftet und deswegen den Anfang des Textes noch einmal bearbeitet.
    Nein, kein Gerichtsprozess in Aussicht, der über irgendwelche Sachen entscheiden soll – sondern nur eine große Tüte voller Sachen von meiner Mutter, die ihr nicht mehr passen, und wo ich mich entscheiden musst: Kleidersammlung oder was anderes.
    Und bei einem einzigen Kleid habe ich mich für „was anderes = behalten“ entschieden, alles andere ist schon „Kleidergesammelt“.
    Und da meine Mutter noch lebt und ziemlich guter Dinge ist, gibt es noch nicht so schwerwiegende Erinnerungen oder Entscheidungen, die alles kompliziert machen.
    Das wollte ich doch nochmal klarstellen. Über ernste Dinge würde ich nicht so lockerflockig schreiben.
    Herzliche Grüße an alle von Clara

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  10. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, musst Du wegen der Sachen Deiner Mutter nicht vor Gericht erscheinen, darfst sie jedoch behalten?! :-)LG

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