Claras Allerleiweltsgedanken

Sprichwort-Bilder im Februar – 22

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Ja, was nehme ich mir denn nun aus als Stichwort für die Sprichwörter-Lexikonsuche? Trichter? Loch? Verkaufstempel? Spiegelungen?

Auf das französische Kaufhaus La Fayette in Berlin, wo das Foto entstanden ist, trifft alles zu bis auf „Loch“ – das wäre ungerecht, denn verkriechen kann man sich dort nicht in einer einzigen Ecke – immer kommen ganz schnell Verkäufer angewuselt, wollen einen bedienen oder zumindest zurechtweisen, dass die oder die Deko oder Puppe doch bitte nicht fotografiert werden sollte, „weil … das Haus nicht in schlechten Ruf kommen will“ – alles nach den Punkten hinter „weil“ ist einzig und allein meine Definition *grins*

Trichter?“ – erfolglos, gibt es in meinem Buch kein Sprichwort dazu

Verkaufen„? – „Gut ausgelegt ist halb verkauft“ – das gut auslegen beherrschen die dort vollkommen, die Verkaufszahlen kenne ich nicht

Oder sollte ich lieber „Mit guten Worten verkauft man schlechte teure Waren“ wählen? – Doch am besten finde ich: „Wo verkauft wird, da wird gelogen.“ – Jetzt wissen wir es, zumindest wird der Preis unangemessen hochgesetzt.

Und zu Spiegel sagt mein Sprichwörterlexikon:

Der beste Spiegel ist ein alter Freund.
Wenn man dich lobt, so sieh‘ in den Spiegel.
Die Gestalt sieht man im Spiegel, aber das Herz sieht man im Wein.

**********

Die Verkäufer, die dort eingestellt werden, müssen folgenden Test bestehen: (nach http://witze.net)

Wie wollen sie beweisen, dass Sie eine Verkaufskanone sind?“
„Ich habe eine Melkmaschine an einen Bauern verkauft, der nur eine Kuh hatte. Die Kuh habe ich als Anzahlung genommen.“

Kurz, bevor der Post erscheint, kommt jetzt eine aktuelle Ergänzung. Nachdem ich heute (21.2.) tagsüber bis in den späten Abend hinein mehrere Telefonate geführt habe, die allesamt weder lustig noch erbaulich waren, fällt es mir jetzt soeben wie Schuppen aus den Haaren. Ich weiß, was das Ding in meinem Unterbewusstsein schon immer zu bedeuten hatte: „Es ist ein Strudel –und zwar ein ziemlich gefährlicher. Jemand, der in seinen Sog kommt, muss alle Kraft der Welt aufbieten, um dort heil rauszukommen und nicht unterzugehen. Rettungsringe, Stangen und gute Ratschläge helfen sicher, die Gefahr zu überwinden. – Wie ihr jetzt meine Parabel deutet und rätselt, wem hier geholfen werden muss, das bleibt jedem selbst überlassen.

Zu „Strudel“ habe ich weder ein Sprichwort noch ein Zitat gefunden, auch ein Witz war nicht aufzutreiben.

Also dann bis morgen.

Aber vorher noch schnell im Fotoblog gucken.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

35 Kommentare zu “Sprichwort-Bilder im Februar – 22

  1. Der glitzernde Schlund der Verschwendung!
    Tolles Foto!
    GLG

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  2. La Fayette ist in Berlin? Ich hätte es glatt nach Londo verpflanzt 😉

    Ich hoffe, dass sich für die unerfreulichen Telefonate/Situationen für Dich akzeptable Lösungen finden lassen!

    Clara, ich kann Dir gern Bilder aus Sri Lanka schicken, die größer sind. Sie sind allerdings eingescannt, denn damals hatte ich noch keine Digi Cam. Sag einfach Bescheid.

    Liebe Grüße
    Katinka

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    • Katinka, jetzt muss ich dich mal aufklären. LaFayette ist eine der größten französischen Ladenketten oder so, auf jeden Fall edel, teuer und sehr französisch.
      Danke für das Fotoangebot – nein, ich brauche sie nicht in meinem Besitz, ich hätte sie nur gern auf deinem Blog in größer gesehen.
      Und tschüss für heute sagt
      Clara

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  3. Ja nach aktueller Stimmung kann man dieses Bild wohl anders interpretieren. Da es mir gerade recht gut geht, sehe ich einen gläsernen Blütenkelch und keinen Strudel.
    Grüßle Bellana

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    • Gut, ich lasse mich mal auf den Blütenkelch ein – gäbe es denn eine Pflanze, die so einen tiefen Kelch hat? Du weißt, Zoologie und Botanik sind nicht meine Spezialgebiete!
      LG von Clara

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  4. Das Foto ist genial!
    Das lässt so viele Deutungen zu,
    Rundherum im Kreise
    gehen wir ganz leise
    haben unsre Freude
    denn es geht uns gut
    gestern und auch heute
    doch seid auf der Hut!

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    • Bei der Reim-Runde muss ich aussteigen, das liegt mir nicht.
      Dort in dem Kaufhaus ist immer ein ziemlicher Lärmpegel, da man ja fast überall der Meinung ist, mit Musik die Verkaufszahlen zu steigern – mich treibt es eher aus dem Laden, weil ich dann noch schlechter verstehe, was die Verkäuferin von mir will.

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  5. Was befindet sich am tiefsten Grund von dem Ding? Vielleicht weißt Du es ja!?
    Gruß von Sonja

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    • Von dem auf dem Foto weiß ich es, liebe Sonja. Von dem allegorischen, symbolischen, metaphysischen oder sonst was weiß ich es nicht. Wie ich dich kenne, willst du nicht die profane Antwort von dem ersten wissen – sondern die andere, die ich dir nicht geben kann.
      Lieben Gruß von Clara

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  6. Der Blick in den Abgrund – schaurig schön. Ein tolles Motiv. Man meint förmlich, man wird eingesaugt. Vor Strudeln sollte man sich hüten, nur gucken, nie reingehen ins Wasser … Telefonieren ist auch gefährlich, sollte man auf ein Minimum beschränken. (Ich bin da ganz untypisch.)

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    • „Man meint förmlich, man wird eingesaugt.“ – Genau, wie du es sagst, liebe April. Als ich gestern Abend den vorbereiteten Post noch einmal ansah, um eventuell kleine Fehler(chen) oder kleinste Veränderungen vorzunehmen, da überkam mich plötzlich dieses Gefühl: „Das ist ein Strudel, und zwar ein ganz schön heimtückischer, gefährlicher. Alles andere, was ich noch sah, war Kopf- oder Herzkino, aber nicht dieses von der Sorte Rosamunde Pilcher, sondern eher Dr. House (oder wie heißt diese Serie mit dem bärbeißigen Doktor?)
      Nein, beim Telefonieren bin ich typisch Weib, aber mein Gymnastikball und mein Affe sprechen auch nicht mit mir, deswegen muss ich Kommunikation über das Telefon ausführen.

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  7. Liebe Clara,
    ich bin fündig geworden und meine, dieser urururalte Satz passt auch und gerade auf die modernen Konsumtempel von heute:

    von Ovid
    (20.3.43 vChr – 17/18 nChr)

    Überall herrschet der Zufall. Laß deine Angel nur hängen; wo du’s am wenigsten glaubst, sitzt im Strudel der Fisch.

    Getreu diesem Motto werfen die großen Einkaufspassagen die Angel nach dem „Kunden Fisch“ aus und fangen tagtäglich offenbar genügend.

    Ich hoffe und wünsche, dass der Rest der Woche für Dich erfreulich und angenehm verläuft und schicke Dir
    liebe Grüße
    moni

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    • moni, das ist ein guter Vergleich. Und ich stelle mir jetzt vor, das LaFayette wird geflutet – nicht um alle Verkäufer und Waren zu versenken und zu ersäufen, sondern um aus dem Trichter einen Teich zu machen, ihm die Gefährlichkeit eines Strudels mit dem finsteren, gefährlichen Loch am Grund zu nehmen. Ich stelle mir die Kunden, ausgerüstet mit einer hauseigenen Angel, am oberen Rand stehend vor und angeln. Jeder „Goldfisch“ ist dann allerdings so teuer, dass du für diesen Preis einen ganzen Teich mit Garten dran bekämst. – Doch offensichtlich haben solche Exclusiveinkaufstempel dennoch ihren Reiz.
      Lieben Gruß an dich von Clara

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      • Liebe Clara,
        ich gestehe, ich schlendere gerne durch solche „Tempel“. Sie „schenken“ mir das befriedigende Gefühl, nichts zu brauchen, nichts zu vermissen! Ich kann die reine Freude am Staunen und Bewundern, was es so alles gibt, richtig genießen (und natürlich Fotos machen)!
        Lieben Gruß
        moni

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        • Ganz, ganz tolle Auslegung: „nichts zu brauchen, nichts zu vermissen …“
          Um mit noch mehr Freude dort zu schlendern, hätten sie mich nicht zwei mal ansprechen dürfen, dass ich nicht fotografieren dürfe. – Natürlich habe ich es dennoch gemacht. – Bei dem Trichter gab es keine Proteste, aber bei der Markenmode – Produktpiraterie wird da wohl befürchtet.

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  8. ein sehr interessantes Foto. Mir fiel spontan Roulette ein…

    Ein Strudel, in den man hineingerät? Hm, klingt schlimm und ich suche sofort nach einem Ausweg, nach einem Türchen, nach einer Pforte aus dem Strudel, der nach unten zieht und dem man/Frau sich schnellstens wieder entziehen muß, damit man nicht dort unten tief am Boden zermahlen wird wie überflüssiges Gut, das man an dieser Stelle unbemerkt und leicht entsorgen könnte.
    Weg da, raus aus dem Ding. Flügel ausbreiten, natürlich mußte man sie vorher sichern, aber kluge Frauen können das, glaube es mir und dann schweben über allem und auch über diesem Trichterdings, das hinabziehen möchte.

    Sehr nachdenkliche Grüße von Bruni

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    • Ich denke, in die alltäglichen Strudel, die auch ganz schön nerven oder schaden können, sind wir alle schon mal gezogen worden.
      Doch in einen echten – ob im Wasser oder im Leben – wahrscheinlich nur die wenigsten, zum Glück auch – denn oft enden solche Begegnungen sehr ungut, die betreffende Person nimmt richtig Schaden.
      Ich wage anzuzweifeln, dass Überwindung von richtigen Schwierigkeiten eine Frage von Klugheit ist – manches trifft die Klugen vielleicht eher als die Dummen. Ein boshaftes Beispiel: Gehirnschwund kann doch nur Kluge treffen, was sollte bei anderen schwinden?
      Ich grüße dich, liebe Bruni, herzlich!

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      • Gehirnschwund ist ja etwas ganz Spezielles *grins*. Das lassen wir mal außen vor. Ganz vor. Kluge Frauen denken nach, finden Wege, bewegen sich vorwärts. SIE haben die Flügel, die den anderen fehlen.
        Clara, denke an die Flügel, nicht an die Abgründe.
        Lieber Gruß von mir

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        • Wenn ich jetzt ins Bett gehe, werde ich immer sagen: „Clara, Flügel denken, Flügel denken, Flügel denken!“ – und wenn ich im Bett angekommen bin werde ich nicht mehr wissen, was ich mit diesem Satzfragment anfangen soll *grins*
          Nein, Gehirn funktioniert noch hervorragend!

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  9. Mein erster Gedanke war der „Nürnberger Trichter“, der sich aber irgendwie nicht durchsetzen konnte 😉
    Bei Deinem Foto könnte das bedeuten: Erst wird einem „Geiz ist geil“ eingetrichtert, anschließend strudelt mancher durch dieses Kaufhaus und verlässt es um etliche Euronen leichter.
    Liebe Grüße,
    Elvira

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    • Deine Schlussfolgerungen sind brillant, liebe Elvira. Doch ich widerspreche: Wer auf die geile Geizformel abfährt, wird nie und nimmer dieses Kaufhaus betreten – höchstens zum Fotografieren (womit nicht ich gemeint sein möchte) – aber in diesem Haus springt einen der Wohlstand gleich an der Tür an – d.h., man muss wirklich Geld übrig haben, um dort einzukaufen.
      Außerdem ist es ja wohl noch so, dass die dortig gehandelten Konfektionsgrößen nicht so sehr auf deutsche Männer und Frauen zugeschnitten sind – wir sind allgemein etwas voluminöser angelegt – und jetzt muss ich natürlich in eigenem Interesse schreiben: „Und das ist auch gut so!!!“
      Grüße in den Ostsüden von Berlin schickt Clara

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  10. Vielleicht noch: Einem gekauften Gaul schaut man nicht ins Maul. Liebe Grüße

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  11. Liebe Clara,
    ich konnte dich gestern abend nicht mehr anrufen. Es war schon spät. Normalerweise hindert mich das nicht, aber ich muss sagen, mir fehlen im Moment die Worte. Ich weiß einfach nicht, wie ich meine Traurigkeit ausdrücken soll. Eigentlich möchte ich sie hinausschreien, weg von mir und weg von Personen, die gerade mit dem Strudel kämpfen.
    Liebe Grüße an dich

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    • Das habe ich mir fast gedacht – denn die Zeit spielt ja bei mir kaum eine Rolle, die ich den Rechner oder mich immer erst in den frühen Morgenstunden ausschalte.
      Jede/r geht mit Angst machenden Situationen anders um. Wenn es hilft, dann soll jede schreien, schreiben, zeichnen, Daumen drücken, telefonieren, auch bis zu einem gewissen Grad ignorieren und auf Normalmodus stellen – denn keinem ist geholfen, wenn die am Rand stehenden durchdrehen, wenn sie alles ihnen Mögliche getan haben. – Du wohnst jetzt noch an einem großen Feld – also schreie, schreie – bis dir vielleicht der Hals weh tut.
      Gudrun, das Schicksal macht das, was es für jeden von uns vorgesehen hat – bis zu einem bestimmten Grad können wir uns dagegen auflehnen oder es auch in andere Bahnen lenken. Und auf letzteres hoffe ich ganz, ganz stark.
      Herzlich für dich und andere

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  12. Ein sehr guter Vergleich mit dem Strudel, liebe Clara. Ich wünsche jedem die Kraft,
    aus einem solchen Strudel wieder herauszukommen.

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    • Gestern Abend, als ich mir dieses blaue Geglitzer so ansah, kam mir der Vergleich. Ich glaube, so schlecht ist dieser Vergleich nicht. – Ich denke, dort in so einem Wassergeschwurbel ist es fast gleich, ob man schwimmen kann oder nicht – da kommt es drauf an, an den richtigen Stellen Luft zu holen, um Kraft zu tanken, und dann mit Glück raus geschleudert zu werden.

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  13. Man benötigt nicht nur sehr viel Kraft, sich aus einem Strudel zu befreien, sondern auch einen hervorragenden Orientierungssinn, denn durch das endlose herum gewirbelt werden verliert man schnell das Gleichgewicht und weiss nicht mehr, wo links, rechts, oben oder unten ist…

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    • Das konnte oder musste ich -Gott sei Dank – noch nie in Wirklichkeit ausprobieren. Das einzige Mal, wo ich ohne fremde Hilfe ertrunken wäre, war das Wasser an der Ostsee für eine 5jährige einfach zu tief, wenn dem kleinen Mädchen plötzlich der Wasserball wegrutscht. –
      Dringendes Bedürfnis, in einen Strudel – gleich welcher Art – zu kommen, habe ich also nicht.

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      • In einen Wasserstrudel bin ich gottlob auch noch nicht geraten. Ich meinte das orientierungslos sein und den Strudel eher im übertragenene Sinne, wie du auch, denke ich. 😉

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        • Kennst du eine meiner Lieblingsredewendungen? „Ich bin dumm, aber nicht ganz dumm.“ 🙂 –
          Wir hatten es schon richtig verstanden, aber man kann ja mal Fährten in verschiedene Richtungen legen.

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