Claras Allerleiweltsgedanken

Ausgebürgert? — Eingebürgert?

17 Kommentare

Vor kurzem habe ich ein ganz alltägliches Foto gemacht, ihm aber einen nicht so alltäglichen Namen gegeben: Ausgebürgert oder Eingebürgert – da kann ich mich nicht einigen.

Ein Grasbüschel zwischen Pflastersteinen – ein Ort, wo es EIGENTLICH nicht hingehört! – Warum nicht? Wo es mit Füßen getreten wird. –  Man kann auch drumrum gehen. Wo es bei eifrigen Gartenbesitzern sogar Ärgernis erregt. – Macht es wirklich die Steine kaputt?

Warum kam mir die Assoziation zu einem Afrikaner, zu einem Türken oder einem Lybier (alles willkürliche Beispiele), der in seinem Heimatland nur mit großer Gefahr leben könnte und deswegen in Deutschland Asyl gesucht hat? – Wird es ihm hier nicht so ähnlich schwer gemacht wie diesem Grasbüschel?

Er kann sich auf alle möglichen Arten versuchen anzupassen, er wird immer als Ausländer erkennbar bleiben. Auch wenn er seine nationalen Eigenschaften ins Gegenteil verkehrt – also ein „Negativ seiner selbst wird – er wird kaum die Chance haben, gleichberechtigt eingegliedert zu werden.
So weit wäre das vielleicht noch okay – doch warum muss er so oft gejagt und gebrandmarkt werden?

Er kann versuchen, die „graue Maus“ zu werden – es wird ihm nicht gelingen – solange nicht, bis Deutsche nicht bereit sind, andere Nationalitäten gleichberechtigt neben sich wohnen zu lassen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

17 Kommentare zu “Ausgebürgert? — Eingebürgert?

  1. Was man über ein Grasbüschel doch alles assoziieren kann. Ich bin platt.

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    • Am liebsten würde ich sagen: „Ich auch“ – aber es stimmt nicht, gleich beim Fotografieren hatte ich diese politische Assoziation, sonst hätte ich es nicht für wert gefunden, fotografiert zu werden, denn soooooooooo schön ist es ja nun auch nicht.

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  2. Das hast Du sehr gefühlvoll reflektiert, Clara!
    GLG

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    • Ich habe mal irgendwo gelesen: „Wir Deutsche sind überall Ausländer außer in Deutschland“ – und daran versuche ich zu denken.
      Ich bin so froh, dass meine kleine Anna bisher noch keine negativen Erfahrungen in Richtung Rassismus gemacht hat.
      Lieben Gruß nach Mexico von Clara

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  3. Künstlerisch gestaltete Stellungnahme, die mir gefällt!
    Gruß am Dienstag-
    von Sonja

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  4. Ein sehr guter Vergleich, liebe Clara. Ich komme gerade von meiner türkischen Autowerkstatt, mit der ich sehr zufrieden bin 🙂

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    • Und wenn man mal Ärger mit Ausländern hat, kann das eine Ausnahme sein – dieses Verallgemeinern kann ich sowieso nicht leiden – und „wir“ benehmen uns auch öfter mal daneben.

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  5. Dabei vergessen wir „Deutsche“ so sehr gerne, dass wir selber alles andere als ein „reines“ Volk sind, sondern seit Olim’s Zeiten, mindestens seit der Völkerwanderung, ausgesprochen bunt durcheinander gewürfelte Wurzeln haben… Und der Ursprung der Menschheit liegt ja ohnehin in Afrika, bei den von Rassisten so häufig geschmähten, beschimpften und diskriminierten „Schwarzen“. Daran sollte man eigentlich jedesmal denken müssen, bevor man den Mund aufmacht, um „Kanaken“, „Schwarze“ und „anderes Gesindel“ zu beschimpfen und zu deskreditieren…

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    • Ich denke an die Jahre vor 1989, wo viele aus der DDR in den Westen gegangen sind. Kaum zwei Jahre dort, guckten sie dann z.T. sehr abwertend auf die, die est nach 89 kamen und Arbeit und Wohnung finden wollten. – Manchmal sind Deutsche wirklich nicht die freundlichsten.

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  6. Vielleicht gefällt uns alles nicht, was unserem scheinbar tollem Ordnungssinn durcheinanderbringt: Pflanzen, die irgendwo nicht hingehören, Menschen, die uns fremd sind, Malerei, die anders ist …
    Als ich mal Urlaub in Vilnius machte, war ich in einem Studentenwohnheim untergebracht. Ich hörte laute, fröhliche Musik und Lachen. Mein Gastgeber erzählten mir, dass da eine Hochzeit gefeiert wird und war plötzlich verschwunden. Wenig später tauchte er wieder auf und meinte: „Los anziehen! Wir gehen zur Hochzeit.“ Ich wollte erst nicht, weil ich nichts anzuziehen hatte, schlecht frisiert war, kein Geschenk hatte… Und überhaupt, ich kannte die Leute doch gar nicht. „Aber sie freuen sich, wenn du kommst“, sagte mein Bekannter. Das war tatsächlich so, und dieser Abend wurde mir unvergesslich, weil er schön war, lustig und interessant.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Stimmt, Gudrun, diese absolut spontane Gastfreundschaft haben wir auch größtenteils verlernt. – Mein Sohn „pokert“ jetzt mit dem Hund. Wie seine Mutter, macht auch er oft den zweiten vor dem ersten Schritt. Er hätte – bevor er einen Hund holt – die Genehmigung der Mietergemeinschaft (es sind alles Eigentumswohnungen und Sohn + andere wohnen in einer vermieteten Eigentumswohnung) einholen müssen. Die stellen sich jetzt ein wenig quer – aber er hat sich heute im Tierheim dennoch dafür entschieden. – Der Hund war heute beim Spaziergang nur „anstrengend“, wenn er andere Hunde gesehen hat – da hat er soooooo stark gezogen, dass ich ihn kaum halten kann. 25 kg können ganz schön ziehen.
      Fröhliche Grüße von mir

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      • Hoffentlich hat man Verständnis für den Hund. Manchmal sind Menschen so elend stur.
        Ich wäre am Wochenende auch fast schwach geworden. Ich traf eine Frau mit einem „Hütepudel“. Oh, der sah aus wie meine Asta damals. Aber, ich glaube, ich habe jetzt erstmal andere Probleme. 😀

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  7. *KRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRREISCH!!!*
    Gras??? HÜLFÄÄÄÄÄ das sind Wannuckis!!! So fängt es an liebe Clara – ganz klein und nahezu harmlos anmutend… aber dann…
    SchockSchwereNot! Wenn ich das dem Hasen erzähle, der flippt aus!

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    • Soll ich mich jetzt freuen oder soll ich traurig sein, dass ich das auf der Straße und nicht auf meinem Balkon fotografiert habe. – Dort, wo in meinem Blumenkästchen die letzten Wanuckis waren, sind jetzt Stiefmütterchen. Vielleicht sind sie deswegen auf andere Art wiedergekommen. – Vielleicht hast du ja Recht.
      Ich muss jetzt ganz schnell weg. Und tschüss!

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      • Ich schäme mich gerade. Muss ich doch gestehen, dass ich diesen tollen Beitrag heute Nacht gar nicht zu Ende gelesen habe, sondern nur auf die Bilder und das Gras angesprungen bin.
        Für den Text einen ganz dicken Kuss!

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        • Ego te absolvo – in der Nacht kann man schon mal die Hälfte – in diesem Fall die ernstere Hälfte – überlesen.
          Ich war gerade wieder für eine reichliche Stunde im Zoo – einige schöne Filmchen gemacht – und das erste Mal mit dem Süßen spazieren.
          Der hat mich bei der Begrüßung bald umgeworfen – das muss er sich noch abgewöhnen. Er ist so menschenfreundlich, dass er wahrscheinlich auch jeden Einbrecher schwanzwedelnd begrüßen würde. Aber er scheint wasserscheu zu sein – er ging ohne Leine ins Wasser rein und plötzlich ist er in ein Loch gesackt und untergetaucht. Natürlich kann er schwimmen – aber so empört, wie er sich viele, viele Male geschüttelt hat, war er nicht begeistert. Auf dem Rückweg hat er nicht eine einzige Pfote mehr ins Wasser gesetzt.

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