Claras Allerleiweltsgedanken


11 Kommentare

Eine Null und eine Sieben … eigentlich umgedreht …

kullern jetzt hier über den Bildschirm.

Nicht 007 taucht hier auf – nein es geht um eine stolze „70“. Da könnt ihr doch sicher verstehen, dass ich mein Versprechen bezüglich der nicht erfolgten Vorbloggerei einmal brechen musste.

Ute, eine Bloggerin, die ich fast so lange „kenne“, wie ich mich in Bloggersdorf rumtreibe, feiert heute einen runden Geburtstag. Und dazu möchte ich ihr natürlich gratulieren. Wir sind beides „Löwen“ – die eine mehr, die andere weniger ausgeprägt – aber es verbindet. Außerdem geht sie mir tapfer mit diesem „Runden“ voran, den ich in 36 Monaten und 15 Tagen auch feiern kann. –

(Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern)

31. Juli 1942

Wir haben eine Tochter, ein kleines Löwen-Mädchen Ute ist heute geboren worden und alle, alle freuen sich darüber. Da die Zeiten durch Krieg und fehlende Informationsmittel schlecht sind, geben wir das jetzt nachträglich hier bekannt:

31. Juli 1952

Der Geburtstag unserer Tochter ist zum ersten Mal zweistellig und auch sonst macht sie sehr gute Fortschritte im Leben und in der Liebe. Leider sind wir als Eltern nicht so genau informiert, ob sie der obere oder der untere Löwe ist – aber Eltern müssen ja auch nicht alles wissen.

31. Juli 1962

Eine Jahreszahl, die zu damaligen Zeiten fast die Volljährigkeit bedeutete und ein großer Schritt ins Leben waren. Zwei-stellig im wahrsten Sinne, nämlich: 20

Da viele Junglöwen und Junglöwinnen in diesem Alter anfangen, an Familien- und Rudelbildung zu denken, gratuliert hier ein Familienkind – stolz auf einem Berliner Altlöwen sitzend.

31. Juli 1972

„30 Jahr‘ – langes Haar und so wunderschön …“ – Ich weiß es nicht, aber keiner kann widersprechen. Und Ute selbst wird doch nicht so unklug sein, dem letzten Teil des Satzes zu widersprechen 🙂 – und deswegen behaupte ich mit Fug und Recht: Goldene Lebenszeiten fangen an, Deutschland kommt ins Wirtschaftswunder – mit allen und allem geht es stetig und ständig bergauf.

31. Juli 1982

„Ab 40 geht’s bergab“ – einer der vielen boshaften Sprüche über das Altwerden. Und deswegen muss man den ersten Altersanzeichen ganz mutig die Zähne zeigen und über Zipperlein lachen, die so langsam unaufhörlich anfangen. Doch wie gesagt: Tut einem morgens nichts mehr weh, dann hat man ausgesorgt. – Zu dieser Zeit war ja von Bloggern und gar von Bloggerinnen aus dem Osten noch nichts zu ahnen – der Osten war noch ganze sieben Jahre lang weg.  Die Zeiten sind noch goldig, aber das Gold hat schon ein wenig Patina angesetzt.

31. Juli 1992

Der 50. Geburtstag ist für viele der erste richtige Schock in ihrer Geburtstagsfeierlaufbahn. Dabei sollten doch alle, die darüber klagen und lamentieren, froh sein, dass sie ihn erleben – denn: „Wer nicht alt werden will, muss frühzeitig sterben“ – da beißt die Maus keinen Faden ab. – Und deswegen gibt es zu diesem halben Jahrhundert ein Zunftzeichen einer standesgemäßen „Kneipe“ in Görlitz – denn der wilde Osten ist jetzt dabei und will mitfeiern.

31. Juli 2002

Wer die Jahrtausendwende geschafft hat, wird doch wohl auch diesen läppischen Sprung zur 60 schaffen, schließlich winkt ja jetzt schon die Zeit, wo man sich auf eine fette Rente freuen kann, auf ganz viel Freizeit und auf ganz viel Fotografieren.

Und deswegen gibt es jetzt endlich mal eine Löwin, nicht immer nur die männliche, zugegebenermaßen langhaarigere Ausgabe Ausgabe dieser Tierart. Die Löwin ruht auf einem Podest und hat gerade einen Preis für sehr schöne Landschaftsfotografie entgegen genommen.

31. Juli 2012

Da ich von dir nicht solche schönen Löwen-Besetzer-Fotos habe, musste ich mich eben selbst drauf setzen und dir zurufen: Alles Liebe, alles Gute und halte die Ohren steif

22. 2.  2022

Und falls du an diesem schnapszahlenähnlichen Tag mal darüber nachdenken solltest, wie du deiner Nachwelt mal in Erinnerung bleiben willst, habe ich bei einem Steinmetz in Bernau eine schöne Idee 🙂 gefunden. Wie wäre es damit:

Das ist jetzt aber schon außerhalb des Protokolls und nicht ganz ernst zu nehmen.

Im Fotoblog gibt es noch eine Geburtstagscollage.

Advertisements


41 Kommentare

Wenn die Große mit der Kleinen …

mal spazieren geht, in’n Urlaub fährt, nicht auftaucht hier …

Nähere Aufklärung gibt es danach. Auf jeden Fall ist die Kleine Anna und dass Clara die Große ist, dürfte klar sein. Aber wen wir alles besuchen dürfen und durften, das erzähle ich euch hinterher, sonst seid ihr nur neidisch!!! Es geht in den Norden und Tiere mit ihren „dranhängenden“ Menschen spielen eine Rolle.

Als erstes flummige Kater und gestreifte kleine Zebras, die ganz neugierig überall ins Bild hinein und aus dem Bild heraus gucken.
Und dann werden stippvisitet ein Hund, der auf den schönen Namen Anton hört oder auch nicht hört, und viele, viele eierlegende, pfützenbadende und tirillierende Federtiere. –

Insider wissen jetzt Bescheid, die anderen müssen eben noch warten.

Ich erzähle euch nur kurz, was wir alles eingepackt haben, was wir im Urlaub machen wollen und wer uns – außer euch natürlich – noch vermissen wird.

Warme Sachen sind im Auto, auch Schlafzeug, falls uns unterwegs am Straßenrand ein Schlafanfall überkommt, ziehen wir die Schlafsäcke raus und ratzen erst einmal einen weg.

Ein Streifzug durch die Botanik ist auf jeden Fall eingeplant, da wir auch in ländlicher Umgebung sein werden. Diese beiden Pflanzenexemplare begegneten mir im Zoo – beide kannte ich nicht, beide gefielen mir:

Diese Blumen erwähnte ich im Kommentar an Ute, als sie ihre roten Pflanzen zeigte. – Ich bin bestimmt wieder die Zweiteinzigste, die diese Blumen nicht kennt. – Na und, einer muss es ja sein!!!

Natürlich werden wir auch auf Spielplätzen sein. Hoffentlich geht mir Anna da nicht verloren, so wie hier mal passiert. Da ist sie doch einfach stecken geblieben 🙂 (Zu diesem bearbeiteten Foto habe ich mich von einem Cartoon animieren lassen, den  ich irgendwo in einer Zeitschrift gesehen habe. Nur vermisste dort der Enkel seine Oma – und soooooooo deutlich wollte ich auf meine Gewichtszunahme nicht hinweisen – bevor ich stecken bleibe, rutsche ich lieber nicht mehr! Basta!)

Tja, wer wird uns resp. mich vermissen? Auf jeden Fall Lenni, der muss jetzt zwei Wochen ohne Bauchstreichler von mir auskommen. Aber ich habe ihm hier ins Ohr geflüstert, dass ich bald wieder da bin und dass er zwei ganz wichtige Aufgaben von mir übertragen bekommt.

Erstens muss er auf meine Wohnung aufpassen und jeden bösen Eindringling ganz  laut verbellen und zweitens muss er die hier so wahnsinnig oft ankommenden Spamkommentare „fressen“. Da er immer Hunger hat, frisst er bestimmt auch Spam. So schlimm wie in den letzten Wochen war es vorher nicht.

Und das war’s dann auch schon – ich wünsche euch und uns eine schöne Zeit! Ich habe mein Versprechen gehalten und nichts, absolut nichts vorgepostet. (Wenn ich mal von einer einzigen Ausnahme absehe, aber die muss sein!) Ich wünsche euch gute Erholung vom Lesen bei mir! 🙂
Clara, die Quirlige


13 Kommentare

Gestüt Himmelhoch bereitet sich zum Ausritt vor – 3

Alle Fotos kann man sich größer klicken, so man will

Ja, was hat denn der Twingo noch so für Pferde unter seiner Motorhaube? Dieses hier ist auf jeden Fall dabei: Der wachsame Schlaukopf – Das Pferd ist Bestandteil der Pferdeskulpturengruppe in Berlin-Dahlem auf der Clayallee, die gleich neben dem Alliiertenmuseum zu sehen ist. Da das Pferd so schlau ist, erzählt es uns, dass General Lucius D. Clay der „Vater der Luftbrücke“ ist. Auch erzählt es, dass diese fünf Pferde symbolisch über die Trümmer der Berliner Mauer springen. – Und weil das Pferd wachsam und schlau ist, passt es auf meinen Blog auf, während ich das nicht selbst machen kann. Auf die Wohnung passt ja schon Lennox, der Bellfreudige auf.

Die Plastik heißt: „The Day the Wall Came Down“ und wurde von der Amerikanerin Veryl Goodnight und ihrem Team 1998 dort aufgestellt. Das Ungezügelte der Pferde kommt hier wunderbar zum Ausdruck.  – Wenn mich meine Zugpferde so ungestüm ans Ziel bringen, dann muss ich wohl ununterbrochen aufs Bremspedal treten. 🙂

Das Denkmal bekamen die Berliner von den Amerikanern als Erinnerung an den Mauerfall geschenkt – damals war Bush noch  Präsident und der hatte es im Gepäck.

Das ist ein Symbol für die Chauffeuse des Autos – die Ungeduldige. Mit geblähten Nüstern – jeder Nerv und jeder Muskel angespannt – dem Ziel entgegen, dem Ziel entgegen.

Für mich eine phantastische Bildhauerarbeit. Es ist deswegen fast schon Frevel, dass ich hier ein wenig farblich gespielt habe, da mir bei Pferden natürlich gleich der „Turm der blauen Pferde“ von Marc eingefallen ist. Ich weiß, dass das Bild ganz anders aussieht. – Man wird ja noch ein bisschen spinnen dürfen!

********

Der weitere Ausritt findet hier statt: http://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/07/17/gestut-himmelhoch-reitet-aus/


28 Kommentare

Gestüt Himmelhoch bereitet sich zum Ausritt vor – 2

Wenn Anna und ich auf Tour gehen wollen, begleiten uns noch mehr Pferde. Bisher hatten wir das bodenständige Pferd, das Kinderschaukelpferd, das Land- und Navigationspferd als auch das gepanzerte Pferd, das von unserem Auto allen Schaden abhalten soll. Von dem langsamen will ich hier nicht weiter reden, mein Auto ist schon langsam genug.

Aber es kommen heute und übermorgen noch ein paar weitere Pferde mit, die ich euch vorstellen möchte, denn in meinem Motor stecken noch ein paar mehr. Vielleicht guckt ihr mal unter euren Motorhauben, was sich da alles versteckt (außer kabelknabbernden Mardern zum Beispiel)

Das wichtigste Pferd wollen wir nicht vergessen: Das Otto-Normalverbraucher-Pferd – dieses Pferd sagt allen anderen Pferden, wann sie was zu machen haben. Guckt es denn nicht sehr klug und aufmerksam?

Tja, und jetzt kommt das Fress- und Saufpferd, denn so von ganz alleine laufen ja die Pferdchen unter der Motorhaube nicht, die wollen mindestens aller 400 km teures stinkendes Wasser saufen, was an der Tankstelle aus dem Zapfhahn fließt. Ich werde jetzt mal seine Nahrung auf E10 umstellen, mal sehen, was es dazu sagt. Wenn es immer mit Gras zufrieden wäre wie hier, dann würde ich mir auch ein größeres Auto mit mehr Pferden leisten. (stimmt nicht, würde ich nicht)  (Das Pferd steht im Park am Märkischen Museum in Berlin)

Und, was haben wir noch für ein Pferd im Angebot? Dieses hier stand im Schaufenster des KdW und wird von mir als Pflasterpferd bezeichnet – nicht, weil es unter dem Sattel so hübsches, buntes Pflaster hat – nein, weil es vorzüglich auf Pflaster laufen kann. Es rutscht durch seine spitzen Beine nicht so ab.

Beinahe hätte ich vergessen, eines der allerwichtigsten Pferde ein- und anzuspannen: das Spaßpferd – denn was ist ein Urlaub ohne Spaß??? Trister Alltag. – Auch dieses habt ihr schon einmal bei mir im Einsatz gesehen. – Ich überlege, ob ich das Pferd „Anna“ taufe oder wegen der steil aufgerichteten Ohren doch „Clara“ oder am besten „Claranna

 

Für heute nähern sich die Pferde langsam dem Ende, übermorgen sind auch noch welche im Angebot.

Wir haben noch gar nicht über den so ungeliebten Stau gesprochen, der sich immer wieder dann bildet, wenn mindestens die Hälfte aller Berliner Autofahrer in die gleiche Richtung wie ich wollen und einer dabei Mist baut, so dass es durch einen Unfall zum Stau kommt – und dieses Stau- oder Standpferd behält dann die nötige Ruhe, vor allem, wenn ein Polizist hoch zu Pferde angeritten kommt und für Ordnung sorgt.

Zwei „habbich“ noch. Was auf keinen Fall fehlen sollte, ist das geflügelte Pferd, denn so interessant kann der längste Stau nicht sein, dass man nicht irgendwann mal über die Autos vor einem hinwegfliegen möchte. Voilà: (Wenn es nicht mit uns gerade fliegt. steht es auf dem Konzerthaus in Berlin am Gendarmenmarkt auf dem Dach)

Und nun das allerletzte Pferd für heute:Das wertvolle Pferd. Wäre es nicht so geschmacklos und hässlich, hätte ich es ja meinen lieben Gastgebern mitgebracht. Ich hätte es etwas gefleddert, so dass jeder ein paar Perlen, einen goldenen Huf und Edelsteine bekommen hätte. Ich habe es bei einer dieser „Pflichtstops und -shops“ in der Türkei auf einer Reise fotografiert. Alle sollten da rein – es gab tolle Fotomotive.

*********

Doch jetzt noch einen „Witz“, der aber gar kein Witz ist, sondern wirklich erlebte Wahrheit. Beim Doko am Donnerstag erzählte mir eine Mitspielerin, dass sie zu ihrem Polo kam und im Lenkrad ein großes Loch entdeckte. Sie fuhr zur Polizei, um zu melden, dass man ihr den Airbag und die Hupe geklaut hätte, obwohl das Auto total unbeschädigt aussah. Sie erfuhr, dass sie die neunte Schadensmeldung dieser Art aus der Gegend sei. Die Löcher in den Lenkrädern betrafen überwiegend VW-Autos, wie sie auf der Straße noch bei anderen feststellen konnte. – Per Klick ging das Auto zu öffnen und zu verschließen, aber nicht mehr per Schlüssel. Schnelles Spezialwerkzeug hatte das Auto geöffnet, dabei jedoch den Schließzylinder zerstört.

Also: Nehmt nicht nur die Codekarte vom Auto mit nach oben, sondern auch eure Airbags „kicher“ „wieher“ „prust“, so ihr in einer solchen kriminellen Stadt wie Berlin wohnt.


21 Kommentare

Gestüt Himmelhoch bereitet sich zum Ausritt vor – 1

Wie sich das für Pferde gehört – sie wollen reiten, ausreiten, Trab reiten und auch mal im gestreckten Galopp dahineilen. Meine Pferde, die ich unter der Motorhaube von meinem Twingo versteckt halte, durften schon lange nicht mehr eine große Strecke unter die Hufe nehmen. Doch bald dürfen sie.

Natürlich zeige ich euch jetzt nicht alle 75 Pferde(stärken), die mich mehr oder weniger prächtig vorwärts bringen, doch einige Kategorien davon habe ich mal rausgesucht:

Ein bodenständiges Pferd kennt seine Aufgaben genau (dieses hier ist aus Hildesheim):

Ein Schaukelpferd sollte immer dabei sein, wenn man mit einem Kind auf Reisen geht (dieses hier ist aus Rendsburg,  wunderschön gestaltet, und vielleicht fahren wir sogar dort vorbei, damit Anna reiten kann) – Für mich hat dieses Pferd aus dem Norden noch eine andere Bedeutung – es reitet fliegend ganz geschwind zu Heiko in den Himmel(?)  und bringt ihm meine Geburtstagswünsche. Würde er noch feiern können, wäre das heute der 70.

Ein Landpferd muss dabei sein, wenn die Tour über Stock und Stein und über Land geht – das kennt sich dort aus (das hier ist aus dem Tierpark Germendorf)

EinNavigationspferd sollte dabei sein, das wie ein Hund immer nach Hause findet, wenn man mit Clara Himmelhoch unterwegs ist. Dieses hier (in Bernau auf einem Hinterhof gefunden) guckt etwas unmutig, da es schon so lange Zeit gefangen gehalten wird.

Sollte es mal zu einer leichten Karambolage kommen, ist ein gepanzertes Pferd nicht schlecht (anstelle eines Airbags hält es alles ab, was dem Auto schaden könnte)(Dieses hier habe ich im Tacheles in Berlin auf der Oranienburger Straße fotografiert. Alternative Künstler versuchen dort, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen)

Und last but not least gibt es noch ein sehr behäbiges, langsames Pferd, denn schließlich kann auch die hektische Clara Himmelhoch nicht immer rasen oder fliegen. Warum ich hier nicht im ersten Anlauf des Postes schrieb, dass dieses Pferd mit vielen anderen Skulpturen 2007 auf der Wiese vor dem Berliner Dom stand und von dem Kolumbianer Fernando Botero geschaffen wurde, weiß ich nicht. Altersdusseligkeit??? Der Link zu wiki ist für all die Leser interessant, die noch weitere Plastiken von Botero sehen möchten. Einige davon standen auch in Berlin.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_Botero


35 Kommentare

Luxus – das Gegenteil

(Der Anfang des Artikels ist am 9. Juli zu finden.)

Leute wie du und ich, keine Alkis, keine Kiffer – sie durchsuchen die Papierkörbe nach Flaschen, gehen durch die S-Bahnen und betteln um etwas Essbares. Manchmal habe ich das Gefühl, irgendwer wirtschaftet Deutschland systematisch in die Armut.

Das ist aufgenommen beim Festival der Kulturen. Diese Flaschensammler haben ja nebenbei noch den unschätzbaren Vorteil, dass nicht so viele zersplitterte Flaschen auf den Straßen herumliegen. – Der hier mit seinem Einkaufswagen war recht pfiffig.

Als ich so um den 6. Juli dabei war, an diesem Post zu schreiben, „begegnete“ mir was eigenartiges. In meinem Kasten, an dem groß ein Anti-Werbung und auch Anti-Zeitungsaufkleber prangt, steckte eine der kostenlosen Zeitungen, die „Berliner Woche“. Wenn schon einmal drin, landen sie fast immer in der großen runden Tonne, doch dieses Mal nahm ich sie mit nach oben. Thomas Schubert hatte darin einen Artikel veröffentlicht: „Flaschensammler auf BestellungEine Idee verändert das Geschäft mit dem Pfand“ – zu finden unter http://www.pfandgeben.de – dieses Portal wurde von dem Studenten Jonas Kakoschka gegründet – ich finde, eine Form des sozialen Engagements.

Aus der Faulheit der einen (ihre Flaschen selbst abzugeben, vom „Tatort“ mitzunehmen) und der Armut der anderen, die sich zu ihrem mageren Hartz-IV-Satz etwas dazu verdienen wollen oder müssen, ist eine Internetbörse entstanden mit dem Ziel, dass die einen das Leergut verschenken und die anderen es in dringend benötigte Sachen umsetzt – ich hoffe mal ganz sehr, dass das nicht Alkohol ist. Die Sammler machen das bestimmt nicht aus Jux und Dollerei und niemand ist berechtigt, diesen Menschen ihre Würde abzusprechen, kein Amt und keine Privatperson.

Thomas Schubert berichtet von einer Sammlerin, die in dieser Börse als „Flaschenfee“ verzeichnet ist. Sie sucht dringend nach einer richtigen Arbeit, hat jedoch keine Ausbildung abgeschlossen. Sie gibt diese Flaschensammelei beim Jobcenter als Nebenverdienst an, da sie 100 € im Monat zuverdienen darf. Von diesem Geld kauft sie was für ihre Tochter, die sehr oft zurückstecken muss, weil ihre Mutter weitaus weniger Geld zur Verfügung hat als die anderen Mütter in der Umgebung.

Ich finde es gut, dass die Jobagentur schlecht in der Lage sein wird, die Anzahl der gesammelten Flaschen genau zu prüfen, so dass meinetwegen solche Leute auch monatlich weitaus mehr Geld zusammensammeln und zusammentragen können, als sie dürfen. – Meinen Segen haben sie!


25 Kommentare

Luxus

Bisher habe ich erst einmal über Luxus geschrieben, und zwar da. Ich finde es witzig, dass es fast auf den Tag genau 2 Jahre her ist, dieser Artikel. Geändert hat sich an meiner Auffassung nichts.

Wäre es zum Beispiel Luxus für mich, im Bioladen einkaufen zu können? Würde ich es tun, wenn ich über Geld nicht nachdenken müsste? – Doch wenn ich folgenden Aufsteller sehe, dann bekomme ich – gelinde gesagt – nur einen Schock. Rhabarber war lange Zeit mit das billigste „Obstgemüse“, das man sich vorstellen konnte, denn er verlangt keine besondere Pflege, keine aufwändige Ernte, wächst neben Kürbis oft an den bescheidensten Plätzen – und dann dieses Preis?

Wenn ich den Preis in DM übersetze, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Nicht nur bei diesem Beispiel denke ich, alle Preisgestalter haben einen Schuss an der Waffel.

Und jetzt das nächste übergeschnappte Beispiel. Ich sage immer: Was produziert wird, wird auch gekauft. Also:

Überlegt mal, 30,00 € oder rund 60,00 DM für eine Garnitur in farbiger Baumwolle – spinnen die? So schön könnten die Farben gar nicht sein, als dass ich je für eines meiner Lieblinge so viel Geld ausgebe.

Da gefällt mir der Luxus für alle in den gleichen Farben schon viel mehr. Gesehen auf der Landesgartenschau vor langer Zeit in Rathenow.

Und dann der absolute Anti-Luxus: Davon berichte ich übermorgen.

Im Fotoblog gibt es auch einen Glückwunsch.

 


28 Kommentare

Ein Hoch auf den Durchschnitt

Dieser Post durchbricht meine momentane, geplante Veröffentlichungsfrequenz (aller zwei Tage einen Artikel)- doch ich musste dem „Durchschnitt“ zur Seite stehen 🙂

*************

Wie man den Durchschnitt beurteilt, kommt auf den Standpunkt und auf den Untersuchungsgegenstand an. – Hier werden keine Werte aus statistischen Jahrbüchern verwendet, sondern einfach empirische Werte aus dem Clara-Leben. –

Ich weiß, dass das wohl eher das Durchmesser-Zeichen als das Durchschnittszeichen ist, aber bleiben wir jetzt der Einfachheit halber mal bei diesem. Grübel, grübel: Hat es was zu bedeuten, dass der Strich nicht genau die Kugel halbiert???

Warum erscheint es vielen als negativ, wenn sie zum Durchschnitt gehören? Bei den Sachen, die ich jetzt betrachten werde, möchte ich gerne zum Durchschnitt gehören. Ich beziehe meine Werte von einer – natürlich statistisch nicht relevanten – Zahl von Frauen in ähnlichem Alter von mir.

Postfrequenz: Der Durchschnitt liegt wohl etwas über 2 pro Woche, also höher, als Herr Luther andere Aktivitäten einschätzt oder empfiehlt – wenn ich mich an diesen Durchschnitt hielte, würde ich viel Zeit sparen (mit der ich dann nichts Vernünftiges anzufangen wüsste 🙂  )

Zahnbefund: Eine durchschnittliche Frau in meinem Alter und in meinem Bekanntenkreis hat eine Zahnmenge von >20 in ihrem Mund – an echten Zähnen mit echten Wurzeln. – Gern würde ich zum Durchschnitt gehören. (Rachitische Nachkriegskinder bei östlichen Zahnärzten hatten es schwer mit ihren Zähnen, die waren schneller weg, als sie in den Spiegel gucken konnten)

Liebesleben: Martin Luther hat einen Satz geprägt, der damit endet: „… macht im Jahr dann 104“ – wäre doch für viele eine verhandelbare Größe, auf diesen Durchschnitt zu kommen.
Und hier muss ich einfach einen Witz loswerden, der passt so schön zum später erwähnten IQ,  von Witze.net ist klar:

In der Germanistikvorlesung fällt der Begriff „a priori“. Der Professor bemerkt in der ersten Sitzreihe eine Studentin, die an dieser Stelle die Stirn runzelt.
Professor: „Na, junge Kommilitonin, Sie wissen wohl nicht, was das heißt?“
Studentin: „Nein.“
Professor: „Das heißt: Von vorn herein!“
Studentin: „Aha, jetzt weiß ich auch, was apropos heißt …“

Urlaubsreisen: Wenn ich mir die vergangenen und gegenwärtigen Urlaubsziele meiner gleichaltrigen Umgebungsdamen anhöre, dann wäre ich schon froh, wenn ich 50 % ihrer Reisen zu meinem Durchschnitt zählen könnte.

Fotografie: Von den Bloggern, die hier oft schöne und wunderschöne Fotos zeigen, haben bestimmt 80 % eine tolle Kamera mit Wechselobjektiven, mit Makro, mit Tele, mit Sonnenblende, mit Schwenkdisplay, mit … und mit … – Das ist das einzige, wo ich nicht zum Durchschnitt gehören möchte, weil ich zu faul bin, mit so schwerem Gerät durch die Botanik zu ziehen.

Spareinlagen bzw. Vermögen: Das werde ich hier nicht zugrunde legen, weil die Millionäre und Milliardäre in Deutschland den Durchschnitt versauen.

Monatliche Bezüge: Die Rentnerinnen, die ich kenne, verfügen pro Monat über mehr als 1.500,– € oder – wenn nicht – zahlen sie keine Miete. – Ich habe einen schriftlichen Antrag gestellt, zum Durchschnitt zu gehören.

Hörvermögen: Nicht mehr alle in meinem Umfeld hören das Gras wachsen, aber alle zumindest verstehen die Gespräche vom Nachbartisch. – Was muss ich machen, um in den Kreis der Durchschnittlichen aufgenommen zu werden?

IQ: Der durchschnittliche IQ in Deutschland liegt bei ca. 100 (90 – 110). Bewegt man sich um die 70, lebt man vielleicht ruhiger, weil man sich über viele Sachen weniger einen Kopf macht, sollte aber sicherheitshalber immer einen klugen Berater an der Seite haben, um knifflige Lebensaufgaben zu lösen. – Bewegt man sich jedoch bei >130, ist man auch ganz schön einsam, weil man nicht immer die anderen 2 % der Bevölkerung um sich hat, um sich auszutauschen. – Auch wissen wir, dass viele Hochbegabte auf Sonderschulen landen, weil sie für unbegabt gelten.
Beim Fleischer wird gefragt: „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ – und hier würde ich heftig mit dem Kopf nicken.


21 Kommentare

So darf es bleiben

Mein Ärger mit der DSL-Technik ist ja schon fast sprichwörtlich – doch vielleicht bin ich jetzt aus dem Schneider. Am 3. Juli war ein Techniker da, der

  • tatsächlich einen fachkundigen Eindruck machte,
  • meine Telefondose gewechselt hat,
  • im Keller bei den  Telefonverbindungen etwas entwirrt hat
  • im Straßenverbindungskasten nach dem Fehler gesucht hat

und der einen hervorragenden Job gemacht hat – bisher jedenfalls. Er gab mir den Rat, das Modem am Abend wirklich mal für 3 Sekunden vom Netz zu trennen, damit es sich neu initialisieren muss und seine Tageslast abschütteln kann.

Die Zeit zwischen den hohen Balken kann man symbolisch mit Skatkarten so ausdrücken:

Kein Null, kein Grand, kein Blatt, kein Bube, kein Spaß – so ist es, wenn die Technik versagt und nur 10 % Leistung oder weniger bringt.

Da kann ich ja wieder zu meinen (harmlos) zweideutigen Witzen zurückkehren und euch hoffentlich an meinem Lachen teilhaben lassen: (Quelle: witze.net)

In der Schule werden Wörter zusammengesetzt.
Als der Lehrer Fritzchen dran nimmt sagt der: „Ich kenne ein Wort das mit A anfängt und mit och endet.“
Antwortet der Lehrer: „Pfui, Fritzchen so was sagt man doch nicht!“
Erwidert Fritzchen: „Aber Herr Lehrer, was haben sie denn gegen Aschermittwoch?“ 🙂