Claras Allerleiweltsgedanken

Luxus

23 Kommentare

Bisher habe ich erst einmal über Luxus geschrieben, und zwar da. Ich finde es witzig, dass es fast auf den Tag genau 2 Jahre her ist, dieser Artikel. Geändert hat sich an meiner Auffassung nichts.

Wäre es zum Beispiel Luxus für mich, im Bioladen einkaufen zu können? Würde ich es tun, wenn ich über Geld nicht nachdenken müsste? – Doch wenn ich folgenden Aufsteller sehe, dann bekomme ich – gelinde gesagt – nur einen Schock. Rhabarber war lange Zeit mit das billigste „Obstgemüse“, das man sich vorstellen konnte, denn er verlangt keine besondere Pflege, keine aufwändige Ernte, wächst neben Kürbis oft an den bescheidensten Plätzen – und dann dieses Preis?

Wenn ich den Preis in DM übersetze, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Nicht nur bei diesem Beispiel denke ich, alle Preisgestalter haben einen Schuss an der Waffel.

Und jetzt das nächste übergeschnappte Beispiel. Ich sage immer: Was produziert wird, wird auch gekauft. Also:

Überlegt mal, 30,00 € oder rund 60,00 DM für eine Garnitur in farbiger Baumwolle – spinnen die? So schön könnten die Farben gar nicht sein, als dass ich je für eines meiner Lieblinge so viel Geld ausgebe.

Da gefällt mir der Luxus für alle in den gleichen Farben schon viel mehr. Gesehen auf der Landesgartenschau vor langer Zeit in Rathenow.

Und dann der absolute Anti-Luxus: Davon berichte ich übermorgen.

Im Fotoblog gibt es auch einen Glückwunsch.

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

23 Kommentare zu “Luxus

  1. Gestern erst hab ich Bio-Heidelbeeren in der 125g Packung für 2,89€ gesehen. Da blieb mir auch die Kinnlade unten.

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    • Ich frage mich oft, ob das Zeug gekauft wird für diesen Preis oder ob es am Abend wenigstens die Verkäuferinnen zum halben oder viertel Preis nach Hause nehmen dürfen – wäre dann sinnvoll.
      Grüße zu dir!

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  2. Hier auf dem Lande kriege ich das mit der immer weiter klaffenden Schichtenschere nicht mit. Unser Rhabarber aus dem Garten mundete mit zartem Vanillepudding, ganz schön billig, das Dessert- jetzt sind die Johannisbeeren dran.
    Meine Tochter, die in den Staaten lebt, staunt immer, wenn sie hier ist, wie günstig die Lebensmittel sind hier…
    Ich genieße viele, viele Umsonstdinge, wie z.B. den grandiosen Abendhimmel heute…
    Gruß von Sonja

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    • Sonja, sage nicht, dass es auf dem Land keine arme Leute gibt, die, die mit dem Existenzminimum oder weniger leben müssen. Sicher fällt es in der Stadt mehr auf, wenn Dutzende von Leuten – und kaum einer davon sieht aus wie ein Alkoholiker – die Papierkörbe durchsuchen, von der Bettelei bei einer Fahrt mit den Öffentlichen gar nicht zu sprechen. Nicht die Musikanten meine ich vorrangig, die spielen, um Geld zu bekommen – sondern ich meine die, die um etwas zu essen betteln. In meiner Kindheit habe ich das in Polen erlebt. Wie man es geschafft hat, die DDR so gut wie „Bettlerfrei“ zu halten, weiß ich nicht – es gab sie nicht oder auch ich habe sie in der Kleinstadt nicht erlebt.
      Es mag durchaus sein, dass die Lebensmittel in Deutschland preiswerter sind als anderswo – sogar Berlin hat ein niedrigeres Niveau als andere Großstädte – dennoch kommt es darauf an, wieviel Geld am Tag nach Abzug der Kosten bleibt und ob dir noch was bleibt. Wenn Jugendämter für offizielle Betreuungstätigkeit für 70 Stunden 198.00 € zahlen, kann an der Lohnpolitik etwas nicht in Ordnung sein. Jede Putzfrau verlangt 10,00 €/Stunde bar auf die Hand, doch das Jugendamt zahlt für verantwortungsvolle Arbeit 2,85 €. Warum wird in Deutschland um einen Mindestlohn gefeilscht, wenn ihn noch nicht mal staatliche Stellen einhalten?
      Doch du kannst beruhigt sein, die berühmte „Berliner Luft“ und auch der Abendhimmel sind auch hier noch umsonst – es fehlt dann vielen nur noch an der Liebe, dann könnten sie von Luft und Liebe leben.
      Einen Morgengruß von Clara

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  3. Huhu Clara,
    es ist schon wirklich irre, wie die Preise zum Teil explodieren.
    Und daneben oft die wirklichen „Dumpingpreise“ wo man dann aber hört, unter welchen Umständen die zustande kommen. Das möchte man dann ja auch nicht.

    Einen Mittelweg zu finden ist momentan echt schwer, finde ich.

    Viele liebe Grüße
    Katinka

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    • Katinka, war das Gedankenübertragung – gestern oder vorgestern war ich auf deinem Blog, um zu gucken, ob mein Feedreader nicht mehr arbeitet. – Aber nein, die Katinka arbeitet zu viel – an anderen Sachen als dem Blog, was bei Arbeitenden ja durchaus vorkommen kann.
      Für mich ist dieser Mittelweg doch mehr in Richtung preiswert oder sogar billig – leider muss ich mir dann politische oder gesundheitliche Bedenken aus dem Kopf schlagen. Ein Filmtitel hieß mal: „Weil du arm bist, musst du früher sterben“ – kann bei meinem schon fast methusalemischen Alter aber nicht stimmen. – Jetzt lügen auch schon die Filmtitel 🙂
      Grüße zu dir von Clara

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  4. Und wie ist der Rhabarber Tarif, wenn die „Aktion“ vorbei ist?

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  5. Bei uns unterschieden sich Mutter und Sohn in dieser Beziehung gravierend: für die Markenklamotten ist der Sohn zuständig, nicht ich. Ich brauche die nicht – noch schlimmer, ich kenne die meisten Firmen noch nicht einmal.
    Bei Elektrogeräten habe ich schon mal einen Geschirrspüler von M*iele gekauft, nachdem der erste kurz nach der Garantie im Eimer war.

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  6. Das ist u.a. ein Grund, warum ich meine Wohnung so liebe: Sie ist absolut ruhig, kein Straßenlärm und sonstiges, ganz selten mal ein Rettungshubschrauber für das Klinikum, kein Fluglärm. – Sie wird die letzte Bastion sein, die ich räume, also lebe ich nach deiner Definition luxuriös.

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  7. Luxus sind nicht nur die materiellen Dinge, sondern bedeutet für mich z.B. auch, Zeit zur freien Verfügung zu haben.
    Grüßle Bellana

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    • Bellana, so sehen das wahrscheinlich Leute, die in Lohn und Brot sind und viel arbeiten müssen. Doch nach deiner Definition müssten ja alle Arbeitslose und Rentner im reinen Luxus leben. – Von den letzteren sicher einige, aber vielleicht nicht das Gros. – Ich habe schon oft versucht, Zeit gegen Arbeit für Geld zu tauschen. – Das Jugendamt zahlt für Kinderbetreuung für 70 Stunden im Monat ca. 200,00 € – also noch unter dem Mindestlohn, also ca. 2,80 € die Stunde. Wenn ich Anna nicht so gern hätte, würde ich diesen Lohndumping von staatlichen Stellen nicht unterstützen.
      Und dann ist die Frage, was man so in seiner vielen Freizeit mit wenig Geld anfangen kann – ich möchte immer wieder betonen, dass ich nicht vordergründig von mir spreche, aber ich habe inzwischen auch so viele Leute kennen gelernt, die kaum das Existenzminimum haben, die denken nicht an Kultur, Reisen, Fahrten, Kino, Fitness oder oder oder Bio beim Essen.
      Es heißt so schön: Geld macht nicht glücklich – doch ohne Geld sind die wenigsten glücklich.
      Liebe Grüße zu dir!

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  8. Es könnte aber auch am Euro liegen. Der ist doch längst nicht mehr soviel wert wie bei Einführung

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    • Natürlich ist der nicht mehr so viel wert – der war es auch bei seiner Einführung nicht – nur haben sie die Hartz-IV-Sätze oder die Mindestrenten leider nicht im entferntesten an die Kaufkraftsenkung des Euro angepasst.

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      • Gleichwohl hat man die Benzinpreise an das Bedürfnis angepasst, weniger fahren zu wollen. Zur Hilfe bei der Unterstützung der vielen Inneren Schweinehunde. Lass uns lieber laufen – heißt nun die Devise. Was zu deutlich weniger Stau und gar Unfällen führt.
        Es gibt nie Schlechtes ohne auch Gutes.

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        • Und man wird dem Bedürfnis nach „gar nicht mehr fahren wollen“, ja sogar dem, gar kein Auto mehr haben zu wollen, auch im Laufe der Zeit nachkommen.
          Das sage ich doch auch immer: „Guck dir auch die zweite Seite der Medaille an – die ist oft noch schlechter als die erste.“
          In Berlin helfen die Ferien deutlich gegen den Stau – so „leer“ dürfte es immer sein.

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  9. Luxus ist es heute schon seine Medikamente in der Apotheke bezahlen zu können…
    Wenn ich daran denke,
    wie ich früher täglich ins Bistro bin…
    Heute kostet eine Tasse Kaffee fast 3,-€,
    nehme ich ein Kännchen könnte ich mir ein Pfund Kaffee kaufen *seufz*

    Und dennoch, einmal einkaufen zu gehen ohne auf den Preis zu gucken,
    einfach kaufen was am besten gefällt,
    den Wagen bis oben hin voll packen…
    Das wär` schon der Knaller… für mich zumindest

    Liebe Grüsse
    kkk

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    • Du sagst es mit recht treffenden Worten. Wenn ich einen Wocheneinkauf für mich mache, wo nichts Außergewöhnliches dabei ist, kein Alkohol, keine Haushaltschemie oder irgendwelche teure Sachen – zahle ich so ca. 40,– bis 45,00 Euro, und da ist nichts Bio dabei, kein besonderes Fleisch, viel Obst, viel Gemüse. Für diese umgerechnet 80,00 bis 85,00 DM bin ich früher für zwei Personen einkaufen gegangen und meist war es noch nicht einmal so teuer.
      Ein Eisbecher für 4,50 € erscheint einem schon fast preiswert.
      Dennoch lassen wir uns die Freude nicht verdrießen!
      Lieben Gruß von Clara

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      • Ich denke und rechne auch immer noch so um, allerdings muss man auch berücksichtigen das die Preise 10 Jahre weiter sind und das tun wir nicht wenn wir umrechnen. Wir haben dann den letzten DM Preis im Kopf…Musste ich mir vor kurzem auch erst zu Gemüte ziehen.
        Dennoch stehen die Preise in keinem Verhältnis mehr.
        Nützt aber nichts.
        Bio kaufe ich sehr wenig, ich hab keine Lust mich noch mehr über den Leisten ziehen zu lassen 😉
        100,- DM damals war auch viel mehr wert als heute 50,- €
        Damals habe ich zum Beispiel Fleisch Rinderbraten/Rouladen etc. für 7,77DM im k&K bezahlt. Heute zahlst du 11,99€ also umgerechnet ohne Erhöhung 24,- DM im Angebot 8,99€ und auf die 3 € kommt es dann auch nicht mehr drauf an…
        Und der neueste Clou, die Gläser vom z.B. Marmelade werden immer kleiner, der Preis jedoch höher.

        Ich kaufe gerne Gamble de fabrik Marmelade.
        Das 600g Glas im Angebot für 1,99€
        normal 400g Glas 1,99 €
        Seit Monaten nichts davon im Angebot.
        Letzte Woche dann das 320g Glas Angebot 1,79€

        Kannst ja mal den Grundpreis ausrechnen….

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        • Zum Glück stehen ja fast immer die Kilopreise dabei, da kann ich besser vergleichen.
          Da ich ja ein großer Obst- und Gemüsefan bin, erschüttern mich die Preise für Kirschen, Erdbeeren am Stand oder Markt und vor allem der Spargel bis in die Grundfesten. – Gibt es dann einfach nicht, ist halt so.

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  10. Guten Morgen Clara 🙂 !
    Am besten gefällt mir das untere Bild von der Landesgartenschau- ich mag bunt und kreativ sein…(und bin gern auf LGS und BGS)
    Ich musste immer sparsam sein, weil ich nie etwas dazutun konnte außer meinen Arbeitseinsatz, den Rundumjob für die Familie halt.
    Angesichts der unverschämten Preise vieler Markenprodukte kam ich aus dem ständigen Kopfschütteln fast nicht heraus.
    DEN Luxus, den wir uns jährlich leisten, ist unser Urlaub;auch wenn unser Konto dann nur so japst im tiefroten Bereich – man lebt nur einmal 😀 und die Welt ist groß.
    Liebe Grüße vom Frühstückstisch von Isis

    P.S. Du bist schnell heute

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    • Ich glaube, liebe Isis, gegen Sparsamkeit ist kaum etwas einzuwenden – denn das bedeutet für mich, Geld nicht sinnlos und mit vollen Händen aus dem Portemonnaie zu werfen. – Aber einen absoluten Mangel zu verwalten, wenn bei vielen Familien das Geld hinten und vorn nicht reichen kann und die Kinder in Armenküchen essen gehen müssen, wohingegen andere über Geld kaum nachdenken müssen, da besteht für mich schon eine gewaltige Diskrepanz in unserem Land – und diese Schere wird leider immer größer.
      Und jetzt bin ich so langsam mit der Antwort. Ich mache gerade für eine Freundin eine Fotoerzählung zu ihrem Geburtstag. 6 große Seiten sind schon fertig, morgen noch und Mittwoch Abend muss alles fertig sein.

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