Claras Allerleiweltsgedanken

Urlaubsrückblick Ruhrgebiet – Teil 2

23 Kommentare

Auch hier der Link zum Fotoblog gleich am Beginn. (Passiert am 7.10.)

Als Kind war ich oft in Oberschlesien zu Besuch – ein Gebiet, das von Kohlebergbau und Stahlindustrie gekennzeichnet war. Tiefe Risse in Häusern und Straßen ließen erahnen, was sich mit den riesigen Löchern unter der Straße abspielt – kleine und mittlere Katastrophen, ab und an auch mal eine größere. – Die dreckigen Fenster und Gardinen sprachen nicht gegen den Hausfrauenfleiß, sondern gegen die schlechten Filter in den Schornsteinen.

Ruhrgebiet – eine Gegend, die bis 1985 einen ähnlichen Charakter trug, vielleicht nicht ganz so schlimm, nicht ganz so dreckig – aber keine erstrebenswerte Ecke, um dort zu wohnen. War man dort geboren, kannte man es nicht anders und fand es vielleicht sogar schön, am Abend die lodernden Feuer zu sehen oder die angestrahlten Schornsteine. Die Fördertürme machten immer einen fleißigen und strebsamen Eindruck, wenn sie sich so unermüdlich drehten.

Und plötzlich Schluss – die deutsche Steinkohle war zu teuer, der sogenannte „Kohlepfennig“ sollte helfen, andere Löcher in Deutschlands Staatssäckel zu stopfen.

SCHLUSS – AUS – ENDE – KONIEC – FINI.

Alles war noch da, aber (fast) alles war tot, wurde nicht mehr gebraucht, stand im Weg rum. Da hieß es, sich einen klugen Kopf zu machen, was mit den riesigen Industriearealen passieren soll. Hätte jemand in den frühen 70er Jahren den Traum gehabt,

  • dass hier in Duisburg mal ein Landschaftspark entstehen wird
  • dass mal  schwindelfreie Touristen mit ihren weniger schwindelfreien Begleiterinnen auf ehemalige Hochöfen klettern können
  • dass der Weinstrauch mit seinen hübschen Blättern die Wände zuwachsen lässt
  • dass die nicht zugewachsenen Wände mit Kletterhaken gespickt sein werden
  • dass sich verspielte Windräder vor gut inszenierter Wolkenkulisse drehen
  • dass Kinder und große Kinder Rutschbahnen hinab sausen und (mühsam) die Treppen wieder hinaufsteigen
  • dass sich so nach und nach die Natur hier wieder breit macht, wo vorher der Mensch ihr (der Natur) so viel geklaut hat, um seine spuckenden Maschinen in Riesenhallen zu stellen
  • und so weiter und so fort

– so hätte jeder diesem Träumer einen Vogel gezeigt. Und genau das alles finden wir jetzt dort.

Wenn ihr jetzt in den Collagen gleich furchtbar viel Clarafotos zu sehen bekommt, so sind das nur zum Teil „Auftragswerke“. Wenn ich aber der besten aller meiner Fotografinnen = Lucie und der zweitbesten  = ihre Tochter M. = Drachenlady = noch ohne Blog sagte, ich hätte gern in der oder der Situation ein Foto, so fand ich dann nachher auf dem Stick, auf den sie mir alle Fotos gezogen hat, auf denen eine rote Jacke leuchtet, gleich ein halbes Dutzend. Ich schmeiße kaum Essen weg – Fotos schon, aber es blieben immer noch ausreichend übrig.

Das ist ja richtig zum Kopflos-Werden. Nun denkt aber bitte, bitte nicht, dass Lucie oder das Töchterlein so schlecht fotografiert haben oder dass sie auf dem Display nichts erkennen konnten – nein ich habe mich „geköpft“.

Also jetzt, auf die Plätze – fertig – los. Manege Collagen frei!!!

Ich habe ja schon oben auf den Fotoblog verwiesen – dort sieht man einige der Fotos genauer. Keine Angst, es sind keine Clara-Fotos dabei – die Rotfrontjackenaktion findet nur hier statt.

Dass ich jetzt hier so unanständig den Schnabel aufreiße und mir nicht die Hand vorhalte, liegt sicherlich daran, dass ich mich unbeobachtet fühlte – denn die Fotografin neben mir sprach ja gerade mit ihrem Fotoapparat. Dass aber ihr Ablegerkind auch fotografisch bestens ausgerüstet durch die Gegend zog und (un)heimliche Fotos schoss, das hatte ich kurz mal ausgeblendet.

Wenn man mit der Maus auf dieses und das kopflose Foto zeigt, erscheint nur SONY DSC – ich habe den Fotos einen Namen gegeben, aber Sony setzt sich durch, lässt sich nicht überschreiben.

Jetzt rutsche ich mal so ganz langsam zum nächsten Post …

… aber vorher habe ich noch eine Aufgabe zu erfüllen. Allen meinen sagenhaft netten Gastgeberinnen und ihren Ehemännern möchte ich diese Rose widmen. – Hätte ich nicht überall einen eigenen Computer zur Verfügung gehabt, wäre ich jetzt mit der Bildaufbereitung noch nicht so weit.

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Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

23 Kommentare zu “Urlaubsrückblick Ruhrgebiet – Teil 2

  1. Landschaftpark Nord ist fein! 🙂
    Auf der Rutsche da war ich auch schon.
    Bei uns ist grün. Viel grüner als die Republik denkt.
    Hast du sehr schön rausgestellt. 🙂

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  2. Hach Clara, einfach herrlich die Bilder mal in Collagen zu sehen. Es freut mich das du Spaß hattest und ich ein paar tolle (heimtückische) Bilder knipsen konnte 😀 Liebe Grüße vom Ablegerkind

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    • Willkommen hier zur Premiere, allerschönstes Ablegerkind, holdeste Drachenlady – Fotografinnen, die es fertig bringen, solche seltenen Momente (haha, am Computer halte ich mir nie die Hand vor beim Gähnen, weil ich beide Pfötchen fürs Tippen brauche) festzuhalten, sind hier immer und jederzeit willkommen.
      Ich finde es unheimlich toll, dich und dein Drumrum kennengelernt zu haben.
      Eine Frage: Konntest du bei deiner guten Kamera auf dem Display wirklich erkennen, dass ich gerade die Zahnarztarbeit zur Schau stelle?
      Clara grüßt

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      • Ich halte es meist so wie „Mudda“ und schaue durch den Sucher. Ich habe zwar gesehen das du den Mund offen hattest, da ich aber so weit weg war und euch ja nicht hören konnte, sah es für mich eher so aus als sagtest du: „Haaahhhh, ist das schööön hier“ 😉
        Grüße auch von meinem „Drumrum“

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  3. Ich lach mich gerade schlapp *prust* Das Ablegerkind hat echt ein Auge für Situationskomik! Haha, ich spruch nicht mit dem Apparillo, sondern er säuselt mir gerade etwas ins Ohr! *grins*

    Der Gatte sagt DANKE 😀

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  4. Ich sehe schon, ihr habt nichts ausgelassen ;o)

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  5. So eine Rutsche hätte ich in meiner Industriebrache auch gebrauchen können. Das war ein elender Auf und Abstieg, den ich in Kürze zeigen werde. 😀
    Dich hätte ich aber garantiert mitgenommen, liebe Clara.

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  6. Hallo liebe Clara, da hast du recht..ich bin nicht mehr sooo viel am gucken, weil ich seit kurzem ganz aktiv mit dem Malen begonnen habe und Abende in meinem Atelier *hust* Küche 😉 vor mir hinpinsele.
    Aber ich schau mir jetzt deine schönen Collagen und den Reisebericht an – so viel Zeit muß sein.
    GLG zu dir
    isis

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  7. Clara, ich glaube, mit dir an der Seite kann es ganz schön anstrengend werden 🙂 Niemals würde ich so eine Rutsche betreten. Dafür muss ich dich wirklich bewundern. Alle Achtung, was du noch unternimms. 🙂

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    • Lucies Tochter fragte: Wer rutscht mit (und damit war die lange Röhre gemeint, nicht dieses flache Ding)? Endlich war noch jemand (fast) Erwachsenes dabei und ich mit meinem kindlichen Wunsch nicht allein. – Ute, du hättest nur – wie Lucie – fotografieren dürfen. Wäre das auch zu anstrengend??? 🙂
      In den 90er Jahren sagte mir mal ein damals 20jähriger (ich war demnach knapp 50): Wenn ich im Alter auch so wie du werde, dann söhne ich mich damit aus.

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  8. Nee, erinnert mich eher an MICH, oder wie ich, denke und hoffe ich, in wenigen Jahren immer noch sein werde 🙂

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  9. Kommste von der Rutsche hoch oder soll ich dir eine Hand reichen? Uppps, schnell wieder weg hier.

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  10. Das wo du ganz oben auf der Rutsche sitzt, gefällt mir am besten 🙂

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    • Snoopy, aber sage jetzt nicht, das Foto erinnert dich an dein Arbeitsumfeld *grins* – im Alter wird man ja ein wenig zum Kind oder viel zum Kind, wenn die Körper- und Geistesfunktionen auch noch nachlassen. Letztere sind bei mir noch da, aber albern kann ich schon noch sein wie ein halbes Kind.

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