Claras Allerleiweltsgedanken


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Urlaubshimmelstürmereien – Teil 3

Der Link zum Fotoblog sieht heute soooooo aus und passiert ist es am 8.10.

Bevor ich mit euch gleich den Himmel erstürmen gehe, zeige ich euch erst einmal, wie komfortabel meine unmittelbare Umgebung war. Wie im Paradies wuchsen mir die Früchte des Himmels fast in den Mund …

die Pflanzen riefen alle: „Fotografiere mich, fotografiere mich, mach ein Makro aus uns!!!!“

Würde ich fast als Makropflanze bezeichnen

oder auch in gelb zu bekommen:

… nur haben wir hier wieder den Effekt, dass der Hintergrund scharf ist und das Objekt der Begierde schwimmt, ach nein, ist verschwommen.

Dass die Stühle – wie so oft hier im Ruhrgebiet – schon von anderen erobert wurden, daran musste ich mich erst gewöhnen. – Wenn ich das nicht konnte, zog ich mich in mein Zimmer zurück, hatte das ganze Bett für mich alleine und konnte auf der Tastatur rumhackenschreiben, wie ich wollte.

(Das ist jetzt kein illegaler Beitrag zum Herzprojekt von Anette, auch wenn auf meinem Notizbuch mit den vielen klugen Stichworttexten so viele Herzen sind!)

Und dann fuhren wir los – zu „Tiger und Turtle“ – einer sogenannten Landmarke auf der Industriekulturroute. Diese Endlostreppenschleife faszinierte mich sofort, als das allererste Mal Lucie auf ihrem Blog berichtete und hier berichtet sie auch und zeigt weitaus phantastischere Fotos als ich. Und jetzt habe ich selbst und eigenfüßig den höchsten Punkt, also die höchste Treppenstufe davon erklommen. Ein wenig stolz bin ich schon auf mich, zumal ich noch vor einigen Jahren ziemlich höhenkrank war, besonders dann, wenn ich durch die Treppen nach unten schauen konnte.

Die besseren und größeren Aufnahmen von dort sind im Fotoblog.

Und die Ereignisse überschlugen sich fast. Als wir von dort aufbrachen, fuhren wir zum Rheinpark. Ich möchte ihn fast als Sprayerparadies bezeichnen, da die vielen Wände freigegeben waren und wahre Künstler unter den Sprayern auf den Plan riefen.

Ganze Geschichten wurden auf den langen Wänden erzählt

… und wäre die Allgemeinbildung besser gewesen, hätten wir gleich und sofort auf Anhieb erkannt, wen der Künstler / die Künstlerin uns hier zeigen will. Ihr dürft es gern probieren, besser als wir zu sein. Einstein haben wir selbst erkannt!!!!

Und jetzt sagt bitte, dass ihr diese unsportliche Frau, die nicht mal auf diese glatte Halbkugel kommt, auch nicht erkennt.

Als sie (die Frau) die Schnauze voll hatte von ihren vergeblichen Versuchen, legte sie sich einfach in die Sonne – von Lucie natürlich nicht ungesühnt gelassen und fotografiert.

Als wir auch von der Sonne genug hatten, gingen wir einen Cappuccino trinken und wurden fröhlich von Ziegen begrüßt.

Und tschüss für heute. Der Titel des Bildes ist kein Schreibfehler *grins*

Aber das Vieh litt offensichtlich an Magersucht.

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8 BSuM – Im Britzer Garten entdeckt

Solche alten Schinken habe ich aus dem Archiv gebuddelt – denn das hier ist von 2007. Von den gezeigten Sachen existieren die Hose, das T-Shirt und die rötlichen Haare nicht mehr, die Brunnen und Clara gibt es noch.

Also dann, die richtigen Fotos sind wie immer im Fotoblog.

Bevor ich es vergesse, das Projekt ist von Lucie.


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Urlaubsrückblick Ruhrgebiet – Teil 2

Auch hier der Link zum Fotoblog gleich am Beginn. (Passiert am 7.10.)

Als Kind war ich oft in Oberschlesien zu Besuch – ein Gebiet, das von Kohlebergbau und Stahlindustrie gekennzeichnet war. Tiefe Risse in Häusern und Straßen ließen erahnen, was sich mit den riesigen Löchern unter der Straße abspielt – kleine und mittlere Katastrophen, ab und an auch mal eine größere. – Die dreckigen Fenster und Gardinen sprachen nicht gegen den Hausfrauenfleiß, sondern gegen die schlechten Filter in den Schornsteinen.

Ruhrgebiet – eine Gegend, die bis 1985 einen ähnlichen Charakter trug, vielleicht nicht ganz so schlimm, nicht ganz so dreckig – aber keine erstrebenswerte Ecke, um dort zu wohnen. War man dort geboren, kannte man es nicht anders und fand es vielleicht sogar schön, am Abend die lodernden Feuer zu sehen oder die angestrahlten Schornsteine. Die Fördertürme machten immer einen fleißigen und strebsamen Eindruck, wenn sie sich so unermüdlich drehten.

Und plötzlich Schluss – die deutsche Steinkohle war zu teuer, der sogenannte „Kohlepfennig“ sollte helfen, andere Löcher in Deutschlands Staatssäckel zu stopfen.

SCHLUSS – AUS – ENDE – KONIEC – FINI.

Alles war noch da, aber (fast) alles war tot, wurde nicht mehr gebraucht, stand im Weg rum. Da hieß es, sich einen klugen Kopf zu machen, was mit den riesigen Industriearealen passieren soll. Hätte jemand in den frühen 70er Jahren den Traum gehabt,

  • dass hier in Duisburg mal ein Landschaftspark entstehen wird
  • dass mal  schwindelfreie Touristen mit ihren weniger schwindelfreien Begleiterinnen auf ehemalige Hochöfen klettern können
  • dass der Weinstrauch mit seinen hübschen Blättern die Wände zuwachsen lässt
  • dass die nicht zugewachsenen Wände mit Kletterhaken gespickt sein werden
  • dass sich verspielte Windräder vor gut inszenierter Wolkenkulisse drehen
  • dass Kinder und große Kinder Rutschbahnen hinab sausen und (mühsam) die Treppen wieder hinaufsteigen
  • dass sich so nach und nach die Natur hier wieder breit macht, wo vorher der Mensch ihr (der Natur) so viel geklaut hat, um seine spuckenden Maschinen in Riesenhallen zu stellen
  • und so weiter und so fort

– so hätte jeder diesem Träumer einen Vogel gezeigt. Und genau das alles finden wir jetzt dort.

Wenn ihr jetzt in den Collagen gleich furchtbar viel Clarafotos zu sehen bekommt, so sind das nur zum Teil „Auftragswerke“. Wenn ich aber der besten aller meiner Fotografinnen = Lucie und der zweitbesten  = ihre Tochter M. = Drachenlady = noch ohne Blog sagte, ich hätte gern in der oder der Situation ein Foto, so fand ich dann nachher auf dem Stick, auf den sie mir alle Fotos gezogen hat, auf denen eine rote Jacke leuchtet, gleich ein halbes Dutzend. Ich schmeiße kaum Essen weg – Fotos schon, aber es blieben immer noch ausreichend übrig.

Das ist ja richtig zum Kopflos-Werden. Nun denkt aber bitte, bitte nicht, dass Lucie oder das Töchterlein so schlecht fotografiert haben oder dass sie auf dem Display nichts erkennen konnten – nein ich habe mich „geköpft“.

Also jetzt, auf die Plätze – fertig – los. Manege Collagen frei!!!

Ich habe ja schon oben auf den Fotoblog verwiesen – dort sieht man einige der Fotos genauer. Keine Angst, es sind keine Clara-Fotos dabei – die Rotfrontjackenaktion findet nur hier statt.

Dass ich jetzt hier so unanständig den Schnabel aufreiße und mir nicht die Hand vorhalte, liegt sicherlich daran, dass ich mich unbeobachtet fühlte – denn die Fotografin neben mir sprach ja gerade mit ihrem Fotoapparat. Dass aber ihr Ablegerkind auch fotografisch bestens ausgerüstet durch die Gegend zog und (un)heimliche Fotos schoss, das hatte ich kurz mal ausgeblendet.

Wenn man mit der Maus auf dieses und das kopflose Foto zeigt, erscheint nur SONY DSC – ich habe den Fotos einen Namen gegeben, aber Sony setzt sich durch, lässt sich nicht überschreiben.

Jetzt rutsche ich mal so ganz langsam zum nächsten Post …

… aber vorher habe ich noch eine Aufgabe zu erfüllen. Allen meinen sagenhaft netten Gastgeberinnen und ihren Ehemännern möchte ich diese Rose widmen. – Hätte ich nicht überall einen eigenen Computer zur Verfügung gehabt, wäre ich jetzt mit der Bildaufbereitung noch nicht so weit.


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Urlaubserinnerungen Ruhrgebiet – Teil 1

Jetzt geht sie also los, die Urlaubsberichtserstattung – das heißt – die Pause und das Nichtstun haben ein Ende. Passiert ist dieses hier alles in der Zeit vom 4. – 7. Oktober.

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Bevor ich anfange – UNBEDINGT den Teil im Fotoblog gucken – der ist viel schöner als hier die Montagen. Dort habe ich verschiedene Thesen aufgestellt, wie ich das Ruhrgebiet empfunden habe und daraufhin diese CLARA-Thesen mit Fotos belegt. Hier seht ihr einige dieser Fotos im kleinen Montagenformat. Glaubt ihr mir die Verspieltheit, das Gefährliche und die Verfressenheit???

Diese Fotos wurden alle in Essen und Herten aufgenommen.

In Herten gab es den schon auf anderen Blogs gezeigten Erntedank-Teppich, der jedes Jahr liebevoll von vielen Freiwilligen mit Naturmaterialien erstellt wird. Viel lieber wäre mir gewesen, ich hätte das mit Emily gemeinsam angucken können, aber die hatte keine Zeit. Und andere Blogger aus der Gegend wollten mich nicht sehen – schlussfolgerte ich.

Zusätzlich gibt es einen Basar mit Sachen aus der sogenannten „dritten Welt“ – die teilweise geschmackvoll waren, manchmal aber für meinen Geschmackssinn eher ins Gegenteil abdrifteten. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.  – Hier ein paar Beispiele.

Hier meine Zusammenstellung der Fotos von dem Erntedankteppich.

Mehr als dieser Teppich haben mich die Kreuzwegbilder fasziniert – ein absolut anderer Stil, wie ich ihn von den schrecklichen Kreuzwegstationsbilder meiner (katholischen) Kindheit her in Erinnerung habe. – Obwohl ich wusste, wie die Kirche heißt und wo sie liegt, habe ich keine Infos über den Maler gefunden. – Bei mir kommt der Verdacht auf, die Kirchenleitung ist mit dieser modernen Form nicht so ganz glücklich und deswegen wird auch nicht so viel im Netz darüber „geplaudert“.

Und ganz zum Schluss will ich euch noch die lieben und netten Leute vorstellen, die es so einige Tage mit mir aus(ge)halten mussten haben. Ihr könnt selbst erkunden, welchen Namen ich dieser Collage gegeben habe.


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Wichtige Unterbrechung für eine Filmpremiere

Die Dauerfernsehberieselung in Bochum hatte eine gute Sache: Ich wurde durch den Kulturkanal auf einen sensationellen Tierfilm aufmerksam. Die junge, bisher relativ unbekannte Regisseurin Daggi Dinkelschnitte versuchte sich unter tatkräftiger Mithilfe ihres Bild-, Ton- und Schnarchassistenten Blinki Blinkfeuer an einer einzigartigen Zusammenstellung und filmischen Bearbeitung von Tieren, die nicht wirklich zueinander passen – doch diese Diskrepanz vergisst man, wenn man mit staunenden Augen vor dem Bildschirm sitzt.

Da die Zeit der Leserinnen und Leser kostbar ist, gibt es hier nur einen Trailer, doch den sollte sich keiner entgehen lassen. Es ist so erstaunlich, wie aus simplen Fröschen und Spinnen Hauptdarsteller und Statisten werden können.

Mein Ausdrücklicher Dank geht an die Produzenten, Sponsoren, die Regisseurin und das Kamerateam  Tontechnikerteam, das unter folgender Adresse zu erreichen ist: http://www.youtube.com/user/BlinkfilmVeryLtd

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Auf dem Fotoblog gibt es heute Giraffen.


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Der Berliner kooft jerne in der Markthalle III

Link zu Halle eins: https://chh150845.wordpress.com/2012/09/20/der-berliner-kooft-jerne-in-der-markthalle-i/

Link zu Halle zwei: https://chh150845.wordpress.com/2012/09/27/der-berliner-kooft-jerne-in-der-markthalle-ii/

Jeder Kreuzberger kennt sie – vielleicht kann man sogar sagen: Jeder Kreuzberger liebt sie: Die Marheineke-Markthalle am Marheinekeplatz. Die Webseite der Markthalle schreibt:

Die Marheineke Markthalle und der Bergmannkiez gehören zusammen wie der Bär zu Berlin und der Fernsehturm zum Alexanderplatz.

So jetzt weiß jeder hoffentlich die Bedeutung dieser Halle zu schätzen. Sie kommt dem, was ich mir unter einer Markthalle vorstelle, in gewisser Weise nahe – nur betont sie für meinen Geschmack den Genuss ein wenig zu sehr – und es war schon immer teuer, einen guten bis auserwählten Geschmack zu haben. BIO mag durchaus seine Berechtigung haben, doch ein großer Teil der Bevölkerung – und ich denke, dass die u.a. auch in Kreuzberg viel zu finden sind – kann sich den Luxus von Biolebensmitteln einfach nicht leisten. Vielleicht wieder mal ein Beispiel von „Weil du arm bist …“

So begrüßt die Halle ihre Besucher von der Straße aus. Alle Fotos werden durch Anklicken zwar größer, aber kaum besser – denn irgendwie hatte ich schon bessere und schärfere Fotos. Vielleicht hat sich mein Inneres gesträubt, als ich die vielen Genusssprüche las – hier ist wohl eine Vergrößerung durch Anklicken angebracht.

Nochmal ein einzelnes Spruchband:

Hat denn Voltaire zu seiner Zeit schon so Genuss-voll gelebt?

Hier was für die Vegetarier und Veganer – aber auch für andere natürlich.

Und hier was für die Nicht-Vegetarier – diese glänzenden Kaninchenpopos kann man sich in ganz groß anzeigen lassen:

Von der Architekturseite her bietet die Halle nichts, außer einer normalen Hallenkonstruktion.

Frische Blumen sind in einer Markthalle oberstes Muss – nur diese sahen zum Teil nicht mehr soooooooo frisch aus. Aber was sollen die Händler auch machen, wenn die Blumen zwei oder drei Tage nicht gekauft werden. – Wie an vielen Stellen, führt das sehr große Angebot zu Schwund und Vergammeln und dieser Schwund wird von vornherein auf die Preise aufgeschlagen.