Claras Allerleiweltsgedanken

Spät … aber nicht zu spät

22 Kommentare

bigi vom Synchronuniversums-Blog postete heute zum Erinnerungstag der Reichskristallnacht eine schier unglaubliche Meldung. In Greifswald waren alle Stolpersteine, die zur Erinnerung an deportierte und umgekommene Juden erinnerten, in der Nacht vor dem 9. November gestohlen worden.

Nur Hirnlose klauen Stolpersteine.

Nur Geistlose negieren Stolpersteine.

 Nur Gefühllose lachen über Stolpersteine.

Aber der Rest der Bevölkerung, also mindestens 99,9 %, sieht und ehrt sie als das, was sie sind:

Zeitzeugen an die Verbrechen in der Nazizeit.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

22 Kommentare zu “Spät … aber nicht zu spät

  1. Ich verstehe nicht ganz: sind diese „Stolpersteine“ wirklich in Gehwege oder Strassen eingelassen? Wenn ja, warum nicht als Gedenktafeln an Wänden, da eben, wo keiner drauf tritt oder sich die Kaugummis festkleben?
    Das Wortspiel „Stolperstein“ mag ja dem Wortschöpfer provokativ anregend vorkommen, für mich ist Stolpern aber nicht unbedingt eine anregende Erfahrung. Über den Hintergrund der Geschichte der eingravierten Namen sollte man nicht stolpern, sondern seriös zum Nachdenken gebracht werden.

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    • Vallartina, sie sind eingelassen – direkt in den Hauseingang dieser Juden, die damals abgeholt und deportiert und getötet wurden.
      Gedenktafeln und Denkmäler gibt es – aber hier ist der Gedanke wohl wirklich der, dass man immer wieder positiv daran erinnert werden soll. Sie sind aber so in das Pflaster eingelassen, dass man nicht stolpert. Man muss schon sehr achtsam sein, um sie zu sehen. – Ich habe diesen Gedanken nicht aufgebracht, wie man sie verlegt – aber ich finde ihn gut – sie sollen in gewisser WEise in unseren Alltag integriert bleiben.
      Tschüss sagt Clara

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  2. Nun frage ich ab, wer von den oben Eintragenden noch nie beim Massenbieter Neckermann kaufte. Oder deren Eltern. Ich leider schon, aber das preislich und in meiner Größe Passende liegt nicht in jedem schuckeligen linksdrehendem Onlineladen rum.
    Wieso Neckermann? Es wird im kapitalistischen Wahn nicht mehr lange dauern, bis die Historie soweit zurechtaufgearbeitet wird, dass man dem Billy Joel entgegenschleudert, dass er doch froh sein kann, dass Neckermanns Jupp die Läden Billy’s Eltern sich unter die Nazinägel rissen. Und die Familie ausreisen „durfte“, anders als andere., Wie lange es dauern wird, bis sie es so senden? Ach, für alle, die sich nur alle Jubeltage interessieren, das lief schon., ca. 1998 in Phoenix…..und die Moderationsschlampe hat die Erbinnen, die Neckerfrauen nicht gestoppt. Die erzählten, dass der Vater Jupp ja kein Nazi war, aber ohne Neckermann Unterwäsche hätte man ja nicht Russland überfallen können. (Näheres entnehmen Sie bitte nie.nie, nie den Ausführungen des Neckermannkumpels Weizsäcker, da, dem schlimmeren der Bande, der Moskauattackierer, der natürlich deshalb auch mal BRD Präsi wurde, Papst ging da grad nicht) Und Billy Joel saß im Studio mit dem deutschen Pack im dt. Sender. „Echte“ Rockstar hätten diese miese Gesellschaft angenehmerweise bei Zertrümmern ihrer Gitarren gleich mit zerdeppert.

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  3. Mir fällt spontan ein: Solche A….löcher. Ansonsten bin ich eher sprachlos, weil ich „Menschen“ nicht verstehe, die sowas tun…

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  4. Hier in Greifswald werden sie geklaut, in Wismar wurden im September die Stolpersteine mit identisch großen Stahlplatten und Superkleber geschändet, einfach überklebt. Derweil sind die Emotionen nicht verflogen, aber die Sicht hat sich leicht verändert – im Prinzip haben sich die Bratzen ein Eigentor geschossen, denn jetzt sind nur noch klaffende Wunden im Asphalt und die Erinnerung wird mit Plakaten, Kerzen und Blumen lebendig gehalten. Weit über den gestrigen Tag hinaus. So war sicher nicht der Plan!
    ♥ Dicken Kuss bigi

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    • bigi, dann ist es ja in diesem Falle noch mal so wie mit den zwei Seiten einer Medaille – die Ohne-Hirnis wollten schaden, aber im Endeffekt haben sie Aufmerksamkeit im positiven Sinne erreicht – vielleicht buddeln sie die Dinger klammheimlich wieder ein, damit endlich diese Schilder, Rosen und Plakate wieder verschwinden – denn die sind ihnen ja noch unangenehmer. – Also wieder einmal: „Erstens kommt es anders als Ohnhirni denkt“

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  5. Hirnlos stimmt nicht so ganz, die sehen Metall, Glanz wie bei Onkel Dagobert und das wird mittlerweile überall geklaut. Ich frage mich eher, wo die Verbrecher ihre Betriebe haben, die ganze Skulpturen und halbe Friedhöfe einschmelzen. da müssen doch welche arbeiten, denen das auffällt. Da ist es mit „Arsch huh, Zäng ussenander“ schnell wieder vorbei.


    So einen Mozilla kann man auch prächtig mit addons kaputt konfigurieren. Hatte ich auch mal, will ich nicht mehr.
    Wenn Du (viel) Zeit hast und einen Browser suchst, kann man sich hier Vorschauen abholen:
    http://browsershots.org/

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    • Vielleicht passiert das Einschmelzen nicht hier im Land.
      Ich bin aber mit Mozilla zufrieden, selten zerschieße ich mir was und heute hat die Installation (deinetwegen!!!!!) vom FlashPlayer ja auch schadlos geklappt.

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  6. In der DDR waren das für mich auch die Verbrechen der Nazizeit. Mittlerweile sinds die Verbrechen unserer Großeltern. Und mit den 99,9 Prozent bin ich mir auch nicht sicher. Wenn ich manche Kollegen so reden höre… Käme ein neuer Hitler, die würden das gar nicht MERKEN. Ich habe übrigens auch immer dieses mulmige Gefühl, dass ich auf keinen Fall drauftreten darf…

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  7. Liebe Clara,
    ich bin Deiner Meinung, finde nur den Namen „Stolper“steine nicht besonders gelungen.

    Mir wäre es lieber, sie hiessen vielleicht Ehrensteine,Gedenksteine,Gedankensteine…..oder auch Erinnerungssteine….sicher gibt es noch viele – meiner Ansicht nach – besser passende Bezeichnungen.

    Namen sind ja leider nicht nur „Schall und Rauch“. Sie lösen in uns Assoziationen aus und bei „stolpern“ fällt mir nichts wirklich Gutes ein. Höchstens so etwas wie: Wir stolpern über unsere Geschichte, über die Vergangenheit stolpern, und sogar (schlimmstenfalls) Stolpern ist nicht gut, also aus dem Weg mit diesem Hinderniss.

    Abschließend möchte ich noch sagen, dass in einem Land, in dem weder Kirchen, noch Friedhöfe geehrt und geachtet werden, braucht man sich über „hirnlose“ Taten wirklich nicht mehr wundern! Gottseidank gibt es aber auch und gerade bei uns die – leider schweigende – Mehrheit, die solche Taten als das sieht, was sie sind, nämlich kriminelle Handlungen!!!

    Dir einen angenehmen und guten Tag und liebe Grüße
    moni

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    • moni, deinen Kommentar habe ich schon gelesen, als Anna hier war – konnte aber nicht antworten, da ich ja andere Aufgaben hatte.
      Jetzt habe ich mir zum Entspannen einen Krimi eingezogen und jetzt kann ich noch eine Runde bloggen.
      Tagsüber hatte ich Zeit, um über den Begriff „Stolper“stein nachzudenken. Ich bin zu der Auffassung gekommen, dass genau dieser Name in der heutigen Zeit ziemlich gut angebracht ist – man soll wirklich im übertragenen Sinne darüber stolpern, damit man das, was gewesen ist, nicht vollkommen vergisst und ausblendet. – Ich sehe in dieser Tat leider mehr als nur eine „kriminelle“ Handlung, denn wegen des Materialwertes sind diese Steine nicht gestohlen worden. Eine Nacht vor dem Gedenktag an die Kristallnacht vor 74 Jahren kann es nur die Absicht gewesen sein, massiv politisch zu stören.
      Da kommt mir nur mein Spruch aus der Kinderzeit in Erinnerung:
      „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen“.
      Eine gute Nacht wünsche ich dir!

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  8. Solche Taten lassen mich frieren!
    Nicht nur hirnlose Wesen tun so etwas, auch fehlt ihnen warmes Herzblut der Menschenliebe. Jemand gab es ihnen nicht oder machte daraus Hass…

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    • Wenn kein Hirn durchblutet werden muss, dann ist auch kein pumpendes Herz erforderlich. – Hass und Fanatismus – allerdings auf jeder Seite – sind immer der Anfang vom Ende oder der Anfang vom Hass. Die Kreuzzüge waren ja auch eine Form von übereifrigem Christentum.
      Gute Nacht!

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  9. Ich kann das nicht mal millimeterweise nachvollziehen, was in solchen Menschen vorgeht. Da packt mich das blanke Entsetzen, wenn man an die geistige Weiterentwicklung solcher Menschen denkt, die sich womöglich noch fortpflanzen.

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  10. Für geistlos halte ich mich nicht. Dennoch halte ich nicht allzu viel von Stolpersteinen. Warum? Aus dem ganz einfachen Grund, weil es für mich persönlich das Gefühl wäre, ich würde auf den Andenken derer, die nun wirklich schon mehr als genug gelitten haben, herumtrampeln. Ich bin noch nie auf einen Stolperstein getreten und Wege, die mit ihnen gepflastert sind, sind mir unangenehm. Nicht weil ich nicht gedenken will, sondern weil ich nicht auf den Namen derer, denen damit gedacht werden soll, herumtrampeln möchte, will und werde.

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    • Tina, du negierst sie auch ja nicht einfach, du denkst über sie nach, du achtest sie, du setzt dich mit ihnen auseinander.
      Ich finde es schon ein unglaublich freches und respektloses Verhalten, diese Steine auszugraben und wegzu??????, es ist für mich das gleiche, als wenn man Friedhöfe schändet.
      Bei mir funktioniert Mozilla nicht mehr richtig, viele Sachen werden nicht angezeigt, werden falsch gezeigt, also habe ich kurzentschlossen den IE genommen, aber da war alles so ungewohnt und nicht stimmig.

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      • Als ob man Friedhöfe schändet….
        Ja genauso ist dass.

        Die Steine liegen da für Menschen, die gestorben sind, weil sie, ohne selbst etwas dafür zu können dem Hitlerschen System missliebig waren und vergast und verbrannt ihre Letzte Ruhe in Massengräbern fanden.

        Die Steine liegen da, damit jeder, der ihren Namen liest, einen winzig kleinen Moment an sie denkt – und an das, wofür sie gestorben sind.

        Die Steine liegen da, damit man darüber „stolpert“ – und einen Moment lang wachgerüttelt wird.

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    • Das ist ja auch die Haltung von Frau Knoblauch, der ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. Weshalb übrigens München sich nach wie vor verweigert. Ich sehe das anders. In Hamburg liegen über 4000 Stolpersteine und in manchen Stadtteilen kann man kaum ein Haus betreten, ohne das mindestens ein Stein davor liegt. Das mahnt, das erinnert, das macht ein Wegsehen fast unmöglich. Außerdem gibt es zu jedem Stein eine recherchierte Biographie, für einzelne Stadtteile gibt es Bücher mit den Geschichten zu den Steinen, die mühevoll zusammengetragen wurden. Und es heißt Stolperstein… man „stolpert“ und wird unweigerlich an die Geschichte der Shoah erinnert. Und wenn ich mir den gestrigen Tag so angucke, ist das nötiger denn je.

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