Claras Allerleiweltsgedanken

Warum lese ich so wenig?

22 Kommentare

Ich lese sehr, sehr viel – fast rund um die Uhr meines Wachseins – aber eben nicht in echten Büchern, auch nicht in elektronischen oder auch nicht in raschelnden Zeitungen oder Zeitschriften. In ersteren überwiegend nur dann, wenn ich faulenzend auf einer Wiese liege oder in einem lauten, nicht selbstgesteuerten Verkehrsmittel sitze. Und das alles ist entweder wetterbedingt nicht möglich oder kommt relativ selten vor, denn z.Z. finden keine zeitfressenden Fernreisen statt.

Aber es hat auch noch einen anderen Grund. Ein wenig kommt mir lesen vor wie fernsehen – ich konsumiere nur und kann nicht aktiv meine Meinung dazu äußern. Mit einem Kommentar zu einem gelesenen Text kann ich meine Meinung ausdrücken – ein Buch kann ich nur weglegen oder weiterlesen – im Grunde genommen ist das dem Autor egal.

Oscar Wilde sagte:
Auf seine eigene Art zu denken ist nicht selbstsüchtig. Wer nicht auf seine eigene Art denkt, denkt überhaupt nicht.

Beim Bloggen komme ich mir viel aktiver vor – es entsteht etwas eigenes, von der Qualität des Entstandenen mal abgesehen. Dieses „Eingemachte“ kann ich bei Bedarf zu Büchern verarbeiten – muss ich aber nicht, denn wer weiß, wer diese Bücher liest. Vielleicht sagen später die Enkel oder Urenkel:

Was war unsere Oma doch fleißig – aber womit sie sich so alles beschäftigt hat, das können wir nicht nachvollziehen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

22 Kommentare zu “Warum lese ich so wenig?

  1. Ich lese noch Bücher. So richtige Raschelbücher aus Papier aber auch zunehmend ebooks. Gefällt mir ein Buch nicht, bekommt es die Bibo stehenden Fußes zurück. Das passiert ab und an, denn alles kann einem nicht gefallen.
    Ein Blogbuch wird es bei mir nicht geben. Dafür ist das, was ich dort so fabriziere viel zu unwichtig. Irgendwann wird es vergessen sein.
    Liebe Grüße von der gerade heimgekommenen Gudrun.

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    • Nu, junge Frau, nu stellen sie mal nich wieder ihre Kerze unter den Eimer, nein Scheffel.
      Meine Mutter hatte mal angefangen, ihre Lebensgeschichte zu schreiben – leider hatte sie keinerlei Ausdauer dabei, so dass nach 10 Seiten wohl Schluss war. – Meinst du nicht, dass deine Nach- und Nachnachfahren später gern mal nachlesen würden, was ihre Oma-/Mama so getrieben hat. – Aber ich kann ja gar keinen Anbieter empfehlen.

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  2. Meine liebe Clara – da geht es mir auch wie dir, ich lese am liebsten im Internet. Für mich gibt es wenige Illustrierte, die meine Aufmerksamkeit fesseln. Fernsehen ist auch nicht so der Burner. Bücher lese ich am liebsten im Urlaub am Strand. Was mich hier so fasziniert ist die Kreativität…besser als jedes Buch.
    LG Isis

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  3. Ohne in einem Buch gelesen zu haben, kann ich schon gar nicht mehr einschlafen, das wurde zu so einer Art Ritual. Leider, leider aber, hatte ich in den letzten Monaten ein schlechtes Händchen in der Auswahl meiner Lektüre! Tagsüber bieten mir Blogger so viele, so unterschiedliche Themen zum Lesen an, und manche kompensieren gar für’s momentane „schlechte“ Buch. GLG

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  4. Früher wollte ich mal Einsiedlerin, Trapperin in Sibirien, Hüttenbauer- und bewohnerin in Kanada…werden. Immer noch schweife ich mit den Augen gen Himmel und in die Natur. Eine Lesedame bleibe ich, egal, ob andere das für sinnvoll halten. Ich liebe das Verschwinden in gut Erzähltem…von Kindheit an. Wie meinte mal so ein Sparteneinteildoktor: Eskapismus….Bezüglich meines Arbeitsplatzes ähnlich gehalten wie die Hauptperson von „Nachtzug nach Lissabon“.
    Das Liegen auf den Wiesen- und nicht unter diesen- gefällt mir an Dir, an mir, an allen Hippie-im-Geiste gebliebenen….

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    • Habe ich ein Glück, dass ich auch schon „lesend nach Lissabon in der Nacht“ gesessen habe, so dass ich dich verstehe.
      Probleme hat mir das Wort „Sparten-einteil-doktor“ bereitet. Varianten: „Spar-tenein-teil-doktor“ oder andere, war eine echte Herausforderung.
      Das „auf der Wiese liegen“ wird irgendwann nicht mehr möglich sein, weil frau dann nicht mehr von unten hochkommt. Dann immer Stühlchen mitschleppen! – Aber dann ist immer noch Zeit genug, unter den Rasen zu kommen, nicht wahr?

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  5. Manchmal denke ich das ich zu wenig lese, aber zusammengenommen, lese ich dann doch wieder ne ganze Menge 😉 Vielleicht interessieren sich ja wirklich mal die Enkel für das was wir so fabrizieren 😉 Wünsche dir ein schönes Wochenende, mit herzlichen Grüßen Barbara

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  6. Wenig ist ja auch relativ. Langsam. denn aktuell liegt an: Ian Kershaw, Das Ende, Gratisexemplar der LZpolB NRW, hat ja NDS nicht) .

    http://www.perlentaucher.de/buch/ian-kershaw/das-ende.html

    Das Lesen geht natürlich nicht so schnell wie Daggis Jahrbuch.
    Aber, bei „ein Buch kann ich nur weglegen oder weiterlesen“ kommt ergänzend dazu, dass im Falle, wenn die ARD wieder so’nen Degeto- Style Müll wie zuletzt ROMMEL sendet, man entsetzt über die Verharmlosung der Nazisau seine Gebühren missbraucht sieht.
    Fanden aber viele toll, der war ja ein GUUUTER, der wollte nur spielen. Oder so.
    Gilt so ja auch für ZDF Knopps Geschichtsbaukasten.

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  7. Alles zu seiner Zeit, liebe Clara. Das Bloggen ist natürlich aktiver. Aber ich lese trotzdem sehr gerne ein spannendes Buch. Ich befinde mich dann in einer anderen Welt, aus der ich erst wieder in die Wirklichkeit zurückkehren muss. Das kann auch sehr schön sein.

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    • Ute, so ein bisschen lese ich ja auch noch nebenbei – aber eigentlich müssten meine Augen öfter am Tage mal was anderes machen. – Beim Tippen kann ich sie schonen und schließen, weil ich recht gut blind schreiben kann – beim Lesen müssen sie sich immer anstrengen.

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  8. Letzter Satz zuerst: Wenn Leute, die irgendwie in der Nähe wohnen, das gern möchten, dann kann ich darüber nachdenken, wenn die Wiesen-Liege-Zeit wieder anbricht.
    Das ist ja wohl die absolute Ausnahme, dass sich AutorIn und LeserIn kennen – ob anonym durch das Bloggen oder sogar persönlich – das liegt wohl unter der1 %-Grenze. Aus meinem Blopgumfeld sind es wohl nur drei.
    Nein, du weißt genau – ich meine jedes andere Buch, dass zu Tausenden in Buchläden, Bibliotheken oder sonst wo steht und auch verstaubt. Autor irgendwo oder schon tot – da kann ich doch keinen Dialog pflegen.
    Sollte ich wieder mal eine große Bücher-Verschenk-Aktion aus Platz- oder anderen Gründen starten, deine beiden kommen wohl erst auf die Liste, wenn ich in der Kiste liege.
    Zu wenigen anderen Büchern habe ich eine direkte persönliche Beziehung – ich finde sie nur langweilig – lesenswert – spannend – fesselnd – erneut lesenswert – berührend – wissenswert und so weiter.
    So, ich gehe jetzt spontan zu meiner „nächsten Leserzuschrift“ weiter.

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  9. Mit einem iPad – so mein Eindruck – liest „man“ automatisch mehr. Auch Bücher. Weil man Textstellen markieren kann und weil man die Lesezeichen wieder entfernen kann. Wir haben zu zweit eine gemeinsame Bibliothek.

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    • Hallo, ich habe kurz geschwankt, ob ich mir ein Smartphone oder einen Tablet-PC kaufe, mich wegen der Vielseitigkeit für das erstere entschieden. Ohne „I“-davor, sondern mit einem großen 4,3″-Display mit LG davor. – Einen E-Book-Reader bekäme ich schon für ca. 60,00 zu kaufen – aber ich müsste dann diese Bücher kaufen, wohingegen ich sie mir in der Bibliothek ausleihen kann. – Lange Fernreisen mache ich eh nicht mehr – und für diese Zeit kann ich ein oder zwei Bücher im Gepäck haben. Ich markiere mir Textstellen immer durch farbige Klebezettel – zu Haus schreibe ich sie dann in den Computer.

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