Claras Allerleiweltsgedanken

Brandenburg erkunden – Der geteilte Himmel …

25 Kommentare

kein Buch von Christa Wolf …

sondern eine Fensterinterpretation, auch mit geteilter Erde. Von Clara H.

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2704 Himmel bearb

Der geteilte Himmel zeigte sich innerhalb der Architektur weniger sonnig als außerhalb.

2604 Der geteilte Himmel

Die geteilte Erde jedoch hatte außerhalb der Architektur mehr Gänseblümchen als innerhalb.

DSCI1460

Wenn nichts anderes hilft, musste ich eben den Boden ein wenig gießen und düngen, damit mehr Gänseblümchen wachsen.

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Auf der anderen Straßenseite lockte mich ein Kunst-Gebilde. Beim näheren Hinsehen entpuppte es sich als Denkmal. Ein politisches Denkmal. Ein (typisches) DDR-Denkmal, denn es hat mit dem unsäglichen 17. Juni 1953 zu tun. – Wenn man die Geschichte des Denkmals liest, weiß man genau, dass es nach 1989 hier hingestellt worden ist – denn zuvor gab es SOLCHE Denkmale (oder -mäler?) nicht.

Sieben Männer werden verhaftet – und ihre Frauen sind klug, halten zusammen und erklären kategorisch, dass sie erst wieder arbeiten, wenn ihre Männer freigelassen werden. Und sie haben es geschafft. Was hier was symboliseren soll, das könnt ihr euch selbst rausklamüsern – ich mache keine Kunstführung.

2604 Widerstandsdenkmal Teltow 64

Die Trompeten von Jericho werden es nicht sein – sollen es Blumen sein?

2604 Widerstandsdenkmal Teltow 63

Nicht vergessen – das ist KUNST!

Und so wird die Kunst zusammengehalten!

2604 Widerstandsdenkmal Teltow 72

Im Fotoblog könnt ihr u.a. sehen, mit wem ich meinen Himmel nicht mehr teile.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

25 Kommentare zu “Brandenburg erkunden – Der geteilte Himmel …

  1. Wenn du die lange Erklärung liest, die ich im Netz gefunden habe, dann ist vieles klarer. Vielleicht heißen solche Dinger deswegen Denk-mal, weil wir gedenken oder nachdenken sollen, was es sein könnte. –
    Es ist ein ganz normales, allerdings rundes verglastes Treppenhaus. Ich habe durch das Geländer durch den Himmel aufgenommen.

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  2. Dein geteilter Himmel sieht sehr interessant aus. Womit hast du denn die Gänschen gegossen? 😉

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  3. Ach, irgendwie sieht es aus wie Sprossen, wie irgendetwas, was gerade beginnt zu wachsen. Da sieht auch immer alles halbfertig aus. Bis es sich eben entwickelt und die volle Pracht entfaltet. Ach was, ich mag eigentlich solche Überlegungen nicht, was sich irgendein Künstler – wer auch immer – gedacht hat.
    Gruß von der Gudrun, recht spät. Irgendwie komme ich heute nicht aus dem Saft, brauch heute für alles so endlos lange.
    (Ich hoffe, du teilst den Himmel noch mit mir 🙂 )

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    • Letzte Frage zuerst: Gibt es irgendeine Buchstabenkombination, die sich auf dich beziehen könnte???
      Ich war heute zum ausgiebigen Brunch und dann bei meinem Lieblingshund. Ich muss sehen, ob die Fotos gut sind – alles come underfoot-Aufnahmen. Wir lagen beide auf der Erde und guckten uns an – und er freute sich immer, wenn es klickte.
      Der Mensch, vor allem dieser Mensch, der wenig künstlerisch begabt ist, will doch immer wissen, was der Künstler sich gedacht haben könnte.

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  4. Für alle:
    „Teltow – Ein Denkmal zum 17. Juni 1953 soll am 17. Juni um 11 Uhr am Hamburger Platz in Teltow eingeweiht werden. Entworfen haben es sieben Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums, der Künstlers Torsten Theel hat es in seiner Hofschmiede in Dahlem umgesetzt: Wie Schilf im Wind neigen sich die nach oben geöffneten Stahlrohre aus einer statischen, rostigen Umklammerung, die den Fuß des Denkmals bildet. „Wir möchten der Opfer des Volksaufstandes 1953 gedenken und dabei die Skulptur einweihen“, heißt es in einer Rathausmitteilung.

    Teltow war einer der Schauplätze des Arbeiteraufstandes: Hier hatten Arbeiter des ehemaligen Dralowidwerk, dem späteren VEB Elektronische Bauelemente am 17. Juli 1953 die Arbeit niedergelegt, um gegen Normerhöhung, die schlechte Wohnsituation und mangelnde soziale Versorgung zu demonstrieren. 25 von ihnen wurden verhaftet. Daraufhin legten die Frauen des Betriebes die Arbeit so lange nieder, bis ihre Kollegen wieder freikamen.

    Unter Anleitung ihres Geschichtslehrers recherchierten die Schüler zu diesen Ereignissen. „Das Verhalten der werktätigen Frauen haben die Schüler und ihr Lehrer als symbolisch für Stärke durch Zusammenhalt und den gemeinsamen Glauben an die Durchsetzbarkeit von Forderungen zur Überwindung eines Machtapparates interpretiert“, heißt es in der Rathausmitteilung. Aus dieser Interpretation haben sie mit Torsten Theel verschiedene Entwürfe entwickelt und diese in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Der Schmied hat schließlich den Entwurf umgesetzt, der auf mehrheitliche Zustimmung stieß. Von den Schülern waren Kira Fischer, Norbert Guratzsch, Marie Therese Maye, Lena Ritz, Hannah Schubert, Loreen Westphal und Ivo Tittmann beteiligt rt

    Erschienen am 08.06.2011 auf Seite 12
    Gefunden hier: http://www.pnn.de/pm/461363/

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  5. Du hast recht, die Verfremdung im obersten Foto ist schon ganz schön groß, aber es sollten nicht alle Bilder gleich sein.
    Ich denke, wir werden uns leider nie darüber im klaren sein, was die Schüler wirklich ausdrücken wollten, zumal dieser Jahrgang schon lange aus der Schule raus ist und ich auch nicht nachfragen könnte. – Ich gockel noch ma´l.

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  6. Doch, es gibt sie noch die Butterblumen. Wenn es aufgehört hat zu schütten, werde ich auf meine Wiese laufen hinter dem Park und werde sie für dich fotografieren. Blümchen kann ich immer gar nicht so recht in Szene setzen, aber ich versuche es.

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  7. Tolles Bild, das Erste.. das ist genau nach meinem Geschmack. Ich steh auf Kunst und Kultur (fast) jeder Art.
    Die Architektur-Details auf den Collagen können, derart kombiniert, auch sehr interessant und nicht nur kalt und kühl wirken.
    Berlin hat so vieles, was ich noch gern anschauen möchte. Gerade bei Kunst kann ich nicht genug bekommen 😉

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  8. Ich hab auch erstmal gedacht: lange Tüten, Radartüten, Langohren? Oder „Is dat Kunst oder kann dat wech?“ Aber was is’n das für’ne Glaskonstruktion? Die Kuppel auf dem Reichtagsgebäude? Da finde ich Deine Bearbeitung ganz oben sehr schön. GLGr aus dem Pommerschen PlattLand vom Wolfgang.

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    • Wolfgang, das mit der Kunst der Gymnasiasten ist ist ja nun ausgiebig besprochen worden. – Das andere ist ein normales Geschäftshaus mit einem gläsernen runden Treppenhaus. Ich ging vom 5 Stock zu Fuß nach unten und guckte plötzlich durch das Geländer und die Scheiben in den Himmel. Spontaner „Literatureinfall“: Das ist der geteilte Himmel. Alle anderen Ideenspielereien damit kamen später.

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  9. muhhahhahaa – ich liege mit Sicherheit komplett falsch 😉 – aber es macht Spaß, Fotos zu betrachten und herauszufinden, was der Schöpfer sich einst dabei gedacht haben mag.
    Andererseits hast Du natürlich auch wieder recht: Hätte man denen noch ein Denkmal gesetzt, wärs echt… ohne Worte.

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    • Ich stelle mir jetzt die Gymnasiasten vor: Ihr Kunstgeschichtslehrer stellt ihnen die Aufgabe, für ganz bestimmte Opfer des 17. Juni ein Denkmal gestalten zu müssen oder zu dürfen. – Mich würde wirklich – ohne Ironie – interessieren, was in diesen jungen Köpfen vorgegangen ist, warum sie sich genau dafür entschieden haben.

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  10. Ehrlich gesagt gefallen mir die schönen Gänseblümchen wesentlich besser als die Kunstwerke. Ok, ich weiß ja, kann man nicht vergleichen 🙂

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    • Ute, du sagst es: Blümchen sind Blümchen und Künstchen ist Künstchen. – Unter dem Aspekt, dass es Schüler eines Gymnasiums waren, wie ich ja leider erst später auf dem Schild gelesen habe – steigt doch die Kunst wieder ein wenig im Ansehen – bei mir jedenfalls.

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  11. Ich mag Gänseblümchen auch sehr und die dürfen ausnahmsweise sogar „-blümchen“ heißen – am 1. Mai kommt ein Gänseblümchen“konstrukt“, das auch die in leicht- oder zartrosa enthält.
    Butterblumen sind ganz zart und ganz gelb? Oder?
    Jetzt habe ich mir das mitfotografierte Erklärungsschild vergrößert und gelesen. Es ist eine Schülerarbeit aus dem Gymnasium Teltow und einer Schmiedewerkstatt. – Vielleicht hat jeder der Beteiligten (es sind Jungen und Mädchen beteiligt) zwei von den Langstieligen gefertigt.

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  12. Oder sind es die die Sirenen in ihrem Wettstreit mit den Musen, wer schöner singen könne? Ist aber nur eine Vermutung, denn bin ich Hesiod?

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    • Ich habe gerade einen Kommentar darunter geschrieben, dass es Schüler angefertigt haben. Und da wächst meine Freude richtig, denn ich finde es gut, dass die sich mit solchen Kunstprojekten auseinander setzen.

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  13. Oh, sorry, die Dinger sind ja gar nicht offen oben. Und sorry für meinen unqualifizierten Kommentar, ich hätte erst hier lesen sollen…

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    • Du meinst, dass da die verspielten … nichts reinstecken könnten? – Ich glaube, wenn die offen wären, wären sie bis oben mit Abfall und Kippen gefüllt – das „Volk“ würde sie als Miniabfallbehälter ansehen.

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  14. Also ehrlich gesagt, ich kann das Denkmal nicht deuten (die Mehrzahl sind Denkmäler ;)) – und mein erster Gedanke bei dem einen oder anderen Gebilde war: Sollen das die Ohren der bestimmten Männer sein? Von denen es früher hieß: Hochspringen, ansaugen, horchen?
    Wahrscheinlich lieg ich komplett falsch – aber von KUNST versteh ich einfach nix 😉

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    • Das fände ich dann doch zu dreist, wenn man den Herren von Horch und Guck nach 1989 noch ein Denkmal setzen würde. – Aber wer weiß? Ich muss nächste Woche noch einmal in diese Gegend und dann werde ich nach einem Künstler-Erstellschild schauen, um dann recherchieren zu können.
      Dass die Stasi lange Ohren hatte, ist ja bekannt – aber soooooooooooooooo lange? 🙂
      Bei Kunst liegen wir alle komplett richtig oder komplett falsch!

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