Claras Allerleiweltsgedanken

Großeltern reisen – Erfurt I

20 Kommentare

Gegen 15 Uhr kamen wir in der Jugendherberge Erfurt an. Dort erwarteten uns viele, viele ganz freundliche Erfurter Wunschomas, ein riesiges tolles Kuchenbuffet, phantasievoll geschmückte Tische und eine „Fahrgeld-Rückerstattung“, zumindest teilweise. Besonders über den Ostpfennig habe ich gelacht und mich erfreut – eben „alte Bekannte“. Eine der Wunschgroßmütter, der sogenannte „Kreativkopf“ der Truppe, hat ihre alte Sparbüchse geknackt. – Und der Nachtisch „Herz an Tasse“ war sehr wohlschmeckend.

1105 AW GED Begrüßung 71

Abends begaben sich die Nicht-Hexen zu den Hexen auf den Domplatz , denn es war ja schließlich Walpurgisnacht, leider eine verregnete. Diese brachte mir durch nasse Socken und Schuhe offensichtlich den Status „Hund von Baskerville“ ein. – Zum Glück ließ sich der „Scheiterhaufen“ nicht durch den Regen beeinflussen, sondern brannte lichterloh. –

1105 AW Walpurgisfeuer 77

Die Wartezeit bis dahin nutzten wir bei Glühwein (hä??? Ist doch kein Weihnachtsmarkt???) und der vielgelobten echten Thüringer Rostbratwurst.  Ihr seht, ich finde die nicht nur höllisch gut, sondern auch himmlisch – nomen est omen, Frau Himmel-hoch.

1105 AW Höllisch gut Grill 90

Die darauf folgende Nacht war weder ruhig noch erholsam – für Schnarchen kann keine, aber wenn es sogar mich stört, die ich grottenschwerhörig bin, muss es schon hörbar gewesen sein. Ohropax störte zu sehr, also ertrug ich.  – Die Betten und vor allem die Kopfkissen ließen mich die Nacht mit vielen Grübeleien zubringen, nicht mit Schlafen. – Um so „erfreuter“ war ich, dass die erste schon gegen 6.00 Uhr vernehmlich barfuß durchs Zimmer trampelte, weil wir ja schon 8.30 Uhr beim Frühstück sein mussten. Alle anderen folgten beim Aufstehen, nur ich blieb unausgeschlafen zurück. – Aber als ich dann gar noch um die Ohren gehauen bekam, dass ich 5 Minuten nach dem Löschen des Oberlichts angeblich  „mitten in der Nacht“ mit einer Taschenlampe durchs Zimmer „getobt“ sei, war mein Tag gemacht. In Wirklichkeit hatte ich mir aus meinem neben dem Bett stehenden Spind dicke Socken geholt, da ich eiskalte Füße hatte. Damit alles so leise wir möglich passieren kann, hat eine Taschenlampe suchen geholfen.

Doch jetzt zu angenehmeren Sachen, der Stadtbesichtigung. – Die Thüringer können sich wohl nicht so richtig entscheiden, ob sie mit

1105 AW Gas 89

oder mit

1105 AW Abgaz 81

fahren sollen und ob sie bei Pisa nun mitmachen sollen oder lieber nicht. Klug, wie sie sind, steigen sie auf Elektroautos um. Muss man die Autos dann sooooooo schrumpfen, wie es hier passiert ist?

1105 AW Ladestation Elektroauto Graffiti 84

Das vielleicht berühmteste Erfurter Cabrio ist so groß geblieben, aber das gibt es wie viele andere Fotos nur im Fotoblog zu sehen.

Die Erfurter haben wunderschön wiederhergestellte Architektur, wovon ich euch einiges zeigen will.

1105 AW Architektur 36

Alles wird dominiert von Dom und Severikirche.

1105 AW Dom Severikirche 95

Der Fluss, die Gera, ist nicht nur für die berühmte Krämerbrücke gut (Fotoblog), sondern auch für Blumenboote.

1105 AW Fluss Gera Blumenboot 45

Springbrunnen gibt es viele und auch schöne, ich zeige einen mit Hintergrund. Außerdem habe ich ihn noch ein wenig „aufgerichtet“, damit nicht das ganze Wasser aus der Schale laufen kann – so schräg stand er vorher.

1105 AW Brunnen 54

Toll fand ich, dass die Erfurter zum 1. Mai offen ihre Meinung bekundet haben.

1105 AW Nazis raus 48

Und wer jetzt noch „laufen“ kann,

der geht zum Fotoblog.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

20 Kommentare zu “Großeltern reisen – Erfurt I

  1. Na, was gefällt mir wohl besonders gut??? Na logo, die Blumenboote in der Gera!
    Höllenfeuer für Frau Himmelhoch *grins*

    Oh je, wenn so viele Großeltern auf Reisen gehen … dann gibbet auch mal Unstimmigkeiten, nicht wahr! 😉

    Liebe Grüße von mir 🙂

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    • Frau Himmelhoch kann solches Höllenfeuer ganz lässig ab – sie sahen ja wirklich nicht schlecht aus, aber es gab auch viele andere schöne Sachen.
      Da ja sehr viele Alleinlebende dort versammelt sind, ist das ja durchaus verständlich.

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  2. Glühwein passt doch zum Höllenfeuer, oder? Scheinbar muss man bei so einem Oma-Ausflug doch einiges in Kauf nehmen…..
    Grüßle Bellana

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    • Du hast Recht – bei den Temperaturen passte auch Glühwein.
      Sicher, liebe Bellana, ist einiges nicht vermeidbar bei solch einer Gruppenreise.
      Aber ich würde z.B. im Bus nur Kopfhörermusik haben wollen, damit ich dieses Gedudel nicht hören muss. – Und gegen 6.00 Uhr muss niemand aufstehen, wenn es gegen 8.30 Frühstück gibt. – Und niemand muss laut durch den Bus schreien, dass ich nicht gucken kann. – Das sind so die kleinen Vermeidbarkeiten – aber so ist das eben.

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  3. Wow…. Das mit der Tasse und der Reiseerstattung finde ich ja eine wunderbare Idee!! Und die Blumenboote sind echt klasse!

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    • Bei ersterem stimme ich dir voll zu. – Und nun ist auch mal eine Leserin, die nicht immer nur die Krämerbrücke „will“, sondern auch mal ein Boot. Erinnert dich wohl an die Gondeln in Venedig?

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  4. Omas in der Jugendherberge, das finde ich auch nicht so toll. Ich glaube, ich hätte mich abgesetzt und etwas anderes gesucht 🙂 Erfurt ist eine schöne Stadt. Dort war ich mit meinem Mann des öfteren. Danke für die Erinnerungen.

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    • Ute, ich denke, das ist alles eine Frage des Geldes. So haben diese drei Tage schon etwa 150,00 € gekostet. Bei Hotelunterkunft wäre gut das gleiche noch einmal dazu gekommen – und auch da kannst du mit der Zweitbesetzung im Zimmer Pech haben. Also wäre nur Einzelzimmer eine Lösung – und da könnte ich gleich allein fahren. – Vom Prinzip her war das schon ok, ich habe es ja vorher gewusst – und die meisten haben auch geschlafen, wie sich rausstellte.

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  5. Da hat es schwer gemenschelt- sehr liebevoll, da fühlt man sich doch irgendwie wohl aufgehoben in dieser Welt…und jetzt guck ich weiter, war erst bis zum gebackenen Tassenherz gekommen…

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    • Stimmt, Sonja, bis zu diesem Zeitpunkt hat es noch sehr positiv gemenschelt, denn den Anranzer vom Vortag, als ich die Toilettentür im Bus nicht gleich orten konnte, hatte ich schon halbwegs vergessen.
      Die täg-lichen Eindrücke waren den nächt-lichen um vieles positiv überlegen, und das reicht doch aus!

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  6. Warst du auch in der Krämergasse? Herrlich ist es dort. Ich könnte jedesmal die Zeit vergessen.
    Gruß von der Gudrun, die mal ein bissel weit weg wandert 😀

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    • Viel Spaß beim Wandern und die Ruhe, die du finden möchtest!
      Weißt du, so ganz genau weiß ich das gar nicht, ob wir in der Gasse dran waren oder sie nur als Krämerbrücke fotografiert haben. Bei geführten Stadtbegehungen, wo ich immer einen Teil nicht verstehe, weil ich nicht hören kann, und den anderen, weil ich was anderes fotografieren muss, ist das nicht so einfach zu beantworten!

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  7. Pah, ich war vorher im Fotoblog! *ätsch

    Ein schöner Bericht, liebe CC! Und weißte was?! Ich schlafe fast nur noch mit Socken. Und wenn ich irgendwo anders bin (KH oder sonstige Mehrbettge_legen_heiten) dann generell. Kleine Macke von mir. Aber es erspart die nächtliche Sucherei nach Fußwärmern. Ich sag’s ja immer wieder: Alles kann Vorteile haben, und wenn es noch so verrückt anmutet! 😉

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    • „Mehrbettgelege“ – dieser Ausdruck entschädigt mich für fast alle Unannhemlichkeiten, die es in diesem Zusammenhang gegeben hat.
      Das tröstet mich, dass auch du schon besockt schläfst – ich dachte schon, das ist eine Altweibermarotte (grüüüüüüüns“
      Wenn man sich gut versteht, kann man die Socken aller Personen farblich aufeinander abstimmen und bei Schlaf-Abwesenheit spielen: „Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Sock‘ …“ (der Rest reimt sich dann allerdings nicht mehr)

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      • Och, letztendlich ist es doch dunkel. Wen kümmern dann noch die Farben der Socken? Mich nicht! 😉 Ich habe so richtige Schlafsocken, schön weich und weit. Davon hatte ich dann im Schlaf eine „verloren“. Der Versuch, sie mir zurück zu hangeln, um sie wieder anzuziehen, scheiterte kläglich (resp. genervt) und so zog ich die zweite auch aus. Das war’s dann aber auch nicht. Also stand ich auf, zog „richtige“ Socken an und hatte endlich meine Ruhe.

        Tja, ja, Frauen und ihre Socken. Ohne geht es nicht, mit aber auch nicht (immer)! ;-))

        ***

        Falls es Dich interessiert: Heute Abend 20:15 Uhr auf Eins Festival wird der Film „Die Auslöschung“ wiederholt. Dieses Mal werde ich ihn mir wohl nach Deinen interessanten Berichten doch ansehen.

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