Claras Allerleiweltsgedanken

Sherlock Holmes reaktiviert

10 Kommentare

Nächstes Jahr hat die ehemalige 12A vor genau 50 Jahren Abitur gemacht. Und einer, der jetzt in H. wohnt, kam auf die gute Idee, ein Klassentreffen anzudenken. Die, die noch in G. wohnen, unterstützten ihn sofort und gleich und kompetent. – Da wir mit solcherlei Treffen sehr schlampig waren, war der eine oder die andere schon mal durch die Maschen gerutscht – also unauffindbar.

Irgendwann kam eine lückenhafte Liste bei mir an. Der erste Schreck: Von ca. 25 leben 4 nicht mehr. Die Einschläge kommen immer dichter.

Es ging um eine „vermisste“ R.R., von der nur der Geburtsname und ihre Staatsanwaltstätigkeit in XY bekannt war. Ich erklärte mich bereit, bei der Suche zu helfen. – Ich suchte mir die Nummer der Justizeinrichtungen in XY raus, die leiteten mich weiter zur Generalstaatsanwaltschaft. – Einige Nummern wollten am zeitigen Nachmittag nicht mehr gestört werden. Gründe. Da plötzlich – der Generalstaatsanwalt oder sein dritter Vertreter nahm den Hörer ab.
Der Name meiner Mitschülerin sagte ihm erst einmal nichts, doch er schickte seine pfiffige Mitarbeiterin in die Spur. Einen Tag später hatte ich den jetzigen Namen und die Anschrift. – Er meinte, ich könnte auch was für ihn tun. Ich erstaunt: „Und was???“ – „Uns Ihre Zweitstimme geben.“ Mir war sofort sonnenklar, dass es sich nur um die blaugelbe Partei handeln könne. – Was hatte ich für ein Glück, dass ich Namen und Adresse schon in Sack und Tüten hatte, denn auf diiiiiiiiesen Deal hätte ich mich sicher nicht eingelassen. – Na gut, ich muss so fair sein – er bestand auch nicht drauf.
So, jetzt fehlte nur noch die Telefonnummer. Das Telefonbuch zeigt eine, doch die ist falsch. Die gut Informierte von der Magentakom kann mir nicht helfen, weil dort kein Anschluss gemeldet ist. Klar doch, Staatsanwälte arbeiten inkognito, offenbar auch pensionierte.
Also Straße und Hausnummer in XY im Telefonbuch anzeigen lassen und die fünf angezeigten Namen mit Telefonnummern durchprobieren. Bei der letzten wurde ich pfündig. Eine knapp 80jährige Dame war immerhin so pfiffig, mir NICHT die gesuchte Nummer zu geben, sondern sich meine aufzuschreiben, zu ihr zu gehen und – 5 Minuten später war ein munteres Plauschen in der Leitung.
Mail und alle anderen Un-Wichtigkeiten wurden getauscht und die Organisatoren waren beglückt . Noch mehr beglückt waren sie, als sie erfuhren, dass R.R. auch die vorletzte gesuchte Mitschülerin auftreiben kann.
Also alles in Butter.

Passend zu dem Titel im Fotoblog „Vielfarbige Pflanzenvielfalt“ zeige ich euch jetzt einige „Backfischschönheiten“, denn wir konnten damals ja kaum das Wort Teenager aussprechen, geschweige denn, dass wir welche waren. Die Bilder sind von 1962, also mehr als 50 Jahre her. Dass sie beim Fotografen aufgenommen wurden, sieht man auf den ersten Blick. Sortiert sind sie nach dem Alphabet, nicht nach Reichtum oder Schönheit.

Die glorreichen Sieben: Ich könnte jetzt natürlich fragen: Wer ist Schauspielerin geworden? Welche hat einen Millionär geheiratet?

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

10 Kommentare zu “Sherlock Holmes reaktiviert

  1. Die Fotoverrückte in mir sagte sofort: Wow, was für tolle Aufnahmen, als ob sie aus einer damaligen Illustrierte des Frisörs stammten 😉 .
    Schön, dass dir so geholfen wurde, spannende Suche.

    • Das mit den Fotos sehe oder sah ich auch so – und für 50 Jahre her finde ich sie noch gut erhalten – na gut, ein wenig hat das Fotoprogramm auch seinen Anteil daran. – „Suchet, und ihr werdet finden“ – manchmal hat die Bibel doch Recht 😉

  2. Tolle Geschichte, liebe Clara,
    hier hat sich Deine Hartnäckigkeit wirklich ausgezahlt.
    Lieben Gruss
    moni

    • moni, es war fast wie eine unausgesprochene Wette – eine der Organisatorinnen erzählte mir am Telefon, dass sie alle schon versucht haben, die letzten drei zu finden. Und ich sofort: Um R. kümmere ich mich, mal sehen, ob es klappt.
      Wenn es sein muss, kann ich sehr hartnäckig sein.
      Grüße zu dir, liebe moni!

  3. Beeindruckend aus diversen Gründen: Dass Ihr überhaupt so etwas veranstaltet, dass noch so einigermaßen viele Eurer Klasse leben, wie Du mit Deinen Findigkeiten die Leute zusammen bekommst….weiter gutes Gelingen!

    • Danke, danke. Ich finde den Verlust von 4 Mitschülerinnen viel – aber schon andere sagten mir, dass ich das wohl etwas zu rosig sehen – immerhin gehen wir alle stramm auf die 70 zu. Ich will es immer noch nicht wahrhaben. – Das Treffen ist erst nächstes Jahr, denn dann sind es 50 Jahre bis zum Abitur. Und ich staune, wie viele Lehrernamen, wie viele Mitschülernamen ich auf Anhieb noch zusammen bekommen habe.

  4. Mich wunder sehr, dass du Auskunft bekommen hast, und das auch noch von der Staatsanwalschaft. Fällt das nicht unter Personenschutz????

  5. Im Radio spricht eben einer von „neoavantgardistischer Utopie“. Das wäre dann das untere Bild.
    1 und 3 sehen Winnetou, den edlen Häuptling der Arbeitsagent..ä Apachen!
    2 und 4 sehen: da geht ein Mann Richtung Jev*r…5 erkennt: aber nur zum Kühlschrank, vergesst ihn.
    6 trägt GOLD!—- also unauffindbar…..tja, Schwestern, ich denke, das wäre mal ’ne objektivierbare Anknüpfungsperspektive, echt jetzt. Werde mal dem Schriftführer die Pracht präsentieren…

    • Ich habe oder werde allen Beteiligten und dem Rest aus der Klasse den Link zu diesem Artikel schicken, damit sie sich an deinen Einschätzungen freuen können (oder auch nicht, weiß ich nicht – Menschen freuen sich ja so unterschiedlich.)
      „Neoavantgardistische Utopie“ stimmte zu damaligen Zeiten für diese junge Dame sehr gut. –
      1 und 3 waren Banknachbarinnen und hatten deswegen oft ähnliche Perspektiven – ihre in G. und meine in B.
      Mit 2 und 4 scheinst du vollkommen richtig zu liegen – sie sind beide noch mit dem „Anfangsmann“ verheiratet – sie haben also den Gang akzeptiert.
      Und 5 hat ihn wirklich vergessen und ist aus der kleinen Stadt in eine große Stadt gezogen, die nicht Berlin heißt, aber auch mit B. beginnt.
      Und wie weit deine Einschätzung bei 6 stimmt, muss ich mich erst beim Klassentreffen schlau machen.

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