Claras Allerleiweltsgedanken

Lang, lang ist’s her … 1

4 Kommentare

lang ist’s her. Da spielte ich u.a. dieses Stück auf dem Klavier – das muss so etwa 58 Jahre her sein.

Das meine ich aber jetzt nicht – sondern ich meine den jetzigen Kur- und Badeort, als er so langsam aufblühte zu dem, was er heute schon wieder nicht mehr ist. Das Atelier W. Mock hat mit kundiger Hand Szenen dieser Entwicklung auf das Bahnhofsgebäude gemalt und ich will versuchen, daraus eine bebilderte Geschichte zu machen. Es ist nicht direkt aufs Mauerwerk oder den Putz gemalt worden, sondern auf Platten, die dann auf das Gebäude montiert wurden.

0911 1383  Wunderblutkirche 90Das erste Mal machte dieser Ort auf sich aufmerksam, als bei einem Kirchenbrand 1383 drei Hostien den Brand überlebten. Diese wurden dann schnellstens von der katholischen Kirche oder einem geschäftstüchtigen Bischof zu „Wunderbluthostien“ erkoren. – Will man so einen Fund gewinnbringend umsetzen, muss eine Kirche her – möglichst eine recht prächtige. Also wurde die wirklich schöne „Wunderblutkirche“ aus rotem Backstein erbaut. Und flugs entwickelte sich ein reger Wallfahrts- und Ablassverkehr. Die Gläubigen mussten zahlen und bekamen dafür tageweise ihre Jenseits-Höllen-Schuld erlassen. Das finde ich eine ganz prima Idee 🙂 , denn keiner konnte überprüfen, ob die Kirche ihr Versprechen wirklich eingehalten hat. Versprechen war doch das Stichwort, was wir gerade hatten.

0911 1395 Wunderbluthostien 91

In der neuen Kirche wurden dann die drei Hostien zur inbrünstigen Anbetung ausgestellt – und ihr überseht hoffentlich nicht das aufgestellte Schatzkästlein, in das der Rubel erst rollen musste, bevor gebetet werden durfte. Umsonst beten war nicht – zumindest nicht direkt davor.

Jetzt überspringen die Maler und ich mal einige Tage, Wochen und Monaten und wenden uns angenehmeren Dingen zu. Die Landwirtschaft war ein lebensnotwendiger Zweig, damit die Leute was zu essen hatten. Und Traktoren und so gab es damals noch nicht – also mussten Pferde diese schwere Arbeit verrichten. Und die erwarb man auf dem Pferdemarkt.

0911 1540 Pferdemarkt 89

Der eine guckt dem Pferd ins Maul (ich hätte schlechte Karten auf so einem Markt), der andere hält schon die Hand auf – seit 1540 hat sich also nicht so vieles wesentlich geändert.

Nach der Reformation machte ein Pastor Schluss mit diesem Spuk und vernichtete diese drei Wunderbluthostien im Feuer – eben in einem solchen, das sie vor Jahren überstanden hatten. – Na, wo wird der wohl nach seinem Ableben geschmort haben???

0911 1552 Wunderbluthostien 92

Um das Schlechte der alten Zeit noch abzuhandeln, zeige ich auch noch das Bild von den Plagen, die über das ungehorsame Volk kamen, Krankheiten wie Pest und Cholera, Seuchen jeder Art kamen über das Land und kaum ein Arzt konnte die Kranken retten. Also sprang sicher wieder die Kirche ein und versprach Heilung, wenn …

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Notfalls kann man ja den Druck noch ein wenig durch Feuersbrünste erhöhen, die sind immer wirkungsvoll.

Doch jetzt mache ich erst mal einen Schnitt, Fortsetzung folgt.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

4 Kommentare zu “Lang, lang ist’s her … 1

  1. Es ist ja wie bei der Bekleidung, der Mode: neuerdings reden und schreiben dazu auch sog. Erwachsene von „Anziehsachen“, denn bei denen wiederholt sich auch so mancher Trend, nun sind die Seuchen wieder global schwer angesagt.
    Aber getätschelt werden die, die sich aufraffen und aus den Elendsgebieten fliehen (solange sie nicht nach Europa und da speziell in den einzig allerbesten Teil der Welt sich aufmachen), also Eigeninitiative (SPD und andere Kranke) zeigen und lieber bei der Arbeit für den depperten Araber krepieren.
    Und Gestalten wie Bauck und Geckenbauer werden unerträglich alt unterdessen.
    https://www.tz-online.de/sport/fussball/heinrich-heute-franz-sklaven-3203882.html

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