Claras Allerleiweltsgedanken


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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier –

einmal dusselig, öfter dusselig.

(ich will nicht sagen: immer dusslig)
Ob ich von meiner beinah geplatzten Italienreise schon mal berichtete, weiß ich gar nicht – ansonsten lest ihr es ein zweites Mal, da es einen konkreten Anlass gibt.

Anfang des 21. Jahrhunderts – eine Woche Urlaub gebucht, bezahlt, Busplatz reserviert. Ich stehe am Abreisetag am Busbahnhof – nur komischer Weise allein, zumindest an dem bezeichneten Steg keine Mitfahrer, keine Gepäckstücke, kein Bus. Ich rufe mittelgradig irritiert meinen Sohn an und bitte ihn, das Unternehmen zu recherchieren und dort Erkundigungen einzuziehen.

Er bekam folgendes zur Antwort: Hätte ihre Mutter gestern zur gleichen Zeit gestanden, hätte sie all das vorgefunden, was sie jetzt vermisst.

(Aber sie waren so kulant und haben mich einige Tage später die Reise ohne Umbuchungsgebühren machen lassen.)

Und jetzt wäre mir um ein Haar ähnliches passiert, nur keine Urlaubsreise nach Italien, sondern eine Weihnachtsreise zu den Enkeln stand auf dem Spiel. Meine Kalendereintragung war auf Sonntag, 22.12. nach 22.00 Uhr (City-Night-Express) ausgestellt. Fahrkarte, Bahnkarte und Kreditkarte als Legitimation schon eingepackt, Vorfreude auf Sonntag Abend bzw. Montag früh dosiert.

Dann doch noch einmal ein Blick auf die Fahrkarte. Das Reisedatum ist der 21.12. – und hier hätte mir dann der Schaffner gesagt: Gestern Nacht hätten sie bequem in einem solchen Sessel ruhen können.

Wäre die Bahn kulant, hätte ich keine neue Karte zum vollen Preis bezahlen müssen – doch wäre sie es nicht, dann …

Das ist das Leben, was so wunderbar bloggenswert ist! 🙂