Claras Allerleiweltsgedanken

Vor 50 Jahren haben wir gebangt …

11 Kommentare

… und zwar genau hier in dieser Aula … ob der Abiaufsatz auch gut bewertet wird, ob alle Matheaufgaben lösbar sind und in welchem Fach wir in die mündliche Prüfung müssen.

1705 Schule Aula Deutschaufsatz

In einer Schulbroschüre fand ich die Aufsatzthemen von 1964:

  1. Hohe Anforderungen an sich selbst stellen ist die Voraussetzung für schöpferisches Tun (aus dem Jugendkommunique)
  2. Brecht: „Das Leben des Galilei“ – Papstszene erläutern
  3. Gedanken zu dem Bild von Jürgen Wittdorf „Urteil des Paris“
  4. Der Dichter muss ein Kenner, ein Bekenner und ein Könner sein.

Ich habe diesen unseeligen Aufsatz so verdrängt, dass ich noch nicht erst mal weiß, welches Thema ich gewählt habe. Ich weiß nur noch, dass ich „nur“ eine zwei bekam, damit in die mündliche Prüfung musste und dort bei „Mario und der Zauberer“ offenbar auch die falschen politischen Schlussfolgerungen gezogen habe … denn die Eins in Deutsch aus den letzten 12 Jahren war dahin. Das einzige Fach, wo ich wirklich etwas konnte, wurde auch hier von der „Einstellung zur Sache“ beeinträchtigt – aber ich habe es überlebt.

Hier im Fotoblog sind einige große Fotos zu sehen.

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

11 Kommentare zu “Vor 50 Jahren haben wir gebangt …

  1. meine Meinung gelesen?
    schönes Wochenende, Klaus

  2. Was das wohl für Deutschlehrer waren, die Euch damals unterrichtet haben- es müssen so einige ihre Liebe zum Fach und zur Literatur irgendwie anders ausgelebt haben…?

    • Einspruch, euer Ehren – wir hatten die beste Deutschlehrerin aller Zeiten und wir haben sie fast alle geliebt, einschließlich meiner Person. Aber so ein Aufsatz wurde von 3 Leuten zensiert und in der Prüfungskommission zur mündlichen saßen meiner Meinung nach noch mehr Leute. Ich weiß definitiv, dass ich von ihr IMMER die Bestnote bekam, na gut, fast immer, aber im Abi hundertpro. – Sie hat mich auch oft vor zu schlimmen Ver-Galoppierern bewahrt. Sie ist schon seit vielen Jahren tot, aber ich denke immer noch mit einem „heißen Herzen“ an sie. – Da sie geraucht hat wie eine Schlotin, hat sie ziemlich zeitig einen Schlaganfall bekommen. Ich habe sie danach noch einmal besucht, aber es war keine Kommunikation mehr möglich. Ich hätte oder habe (fast) geheult. – Viel an meinen Zensuren hat mein Klassenlehrer gedreht. Erst jetzt beim Treffen habe ich erfahren, dass er in der NS*D*AP war. Wahrscheinlich wollte er jetzt durch übergroßen Eifer seine Vergangenheit reinwaschen.

  3. Sicher ist es schrecklich, dass man die jahrelange Eins zum Schluß gegen eine Zwei eintauschen mußte, für dich zu den Zeiten noch schlimmer als heut für so manchen Abiturienten.
    Ich hab nie was besseres als ne Drei in dem ungliebten Fach gehabt….was soll’s.
    Aber ich ärgere mich auch immer noch über die versaute Matheabschlußarbeit von damals – die enttäuschende Erinnerung wird leider ewig haften bleiben….bei jedem von uns.

    • Hier war der Ärger nur deswegen so groß, weil ja nicht Leistung beurteilt wurde, sondern Gesinnung – und die war bei mir nun mal nicht rot, wie es gewünscht war. – In Mathe war ich mit meiner zwei mehr als zufrieden, alles andere wäre unververschämt.

  4. na und, hat es geschadet, sei herzlich gegrüßt, Klaus

    • Irgendwie schon – nicht unbedingt die zwei in Deutsch. Aber keinen Studienplatz zu bekommen, weil der Satz in der offiziellen Abibeurteilung lautete: „C. muss sich ernsthaft um eine positive Einstellung zu unserem Arbeiter und Bauernstaat bemühen“ – und in der inoffiziellen standen noch weitaus schlimmere Sachen. Aber das kannst du wahrscheinlich nicht nachvollziehen, denn wie ich so mitbekommen habe, warst du Direktor an einer Schule und hattest sicher das richtige Abzeichen am Revers oder zumindest eine ordentliche Kaderakte. – Mir versaute u.a. z.B. mein Halbbruder diese Akte, denn er war in Wuppertail stellvertretender Polizeipräsident – und ich wollte mich partout nicht von ihm lossagen.

      • liebe Clara, das tut mir für dich echt leid, mein Sohn durfte auch nicht Informatik studieren, da wir Verwandte im Westen hatten, ich war trotzdem Schulleiter 20 Jahre an einer heute genannten Förderschule, hatte nicht immer was mit dem Bonbon oder Anderes zu tun, sicher aber oft

  5. Clara, aus heutiger Sicht ist doch bestimmt eine „ehrliche“ zwei viel mehr wert, als eine eins, die auf der „Einstellung zur Sache“ gründet …
    Hab‘ einen schönen Tag – Iris

    • Natürlich hast du Recht, liebe Iris – doch so ein ganz kleiner Stachel ist auch nach 50 Jahren noch geblieben, vor allem, da er sich durch mein gesamtes Berufsleben gezogen hat. Beim Studium, das ich erst mit 34 Jahren angefangen habe, war es ähnlich. Weil ich aus bestimmten Gründen nicht ins System passte, habe ich von allen die schlechtbezahlteste Stelle bekommen, obwohl ich den besten Studienabschluss von allen hatte. – Der Spruch, der mich wegen seiner Heuchelei in der DDR immer am meisten aufgeregt hat, hieß: „Jedem nach seinen Fähigkeiten …“ – Bei mir hat der nie gestimmt. Aber das ist jetzt auch schon wieder 25 Jahre vorbei – und hier gibt es andere Ungerechtigkeiten.
      Einen schönen Tag für dich!

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