Claras Allerleiweltsgedanken

Handwerks“kunst“ à la Clara

10 Kommentare

Fortsetzung von gestern und vom 29. Juni

In diesem Post beschrieb ich, wie ich mit der Idee schwanger ging, etwas an dem Aussehen der Schrankwand zu verändern. – Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, diese Arbeiten (ab- und ankabeln der gesamten Technik, Folienbezug von zwei Möbelteilen) bei „My hammer“ einzustellen. Offenbar war das nicht das Portal, was ich meinte, denn es wurden Fachfirmen angesprochen, die sich über diesen Miniauftrag wahrscheinlich amüsierten. Der eine, der darauf reagierte, wollte (fast) so viel Geld – da hätte ich bei Roller eine ganze Schrankwand bekommen, denn die geben alles für die Hälfte, weil sie umbauen. (Ich hatte handwerklich begabte Laien ansprechen wollen.)

Also spuckte ich selbst in die Hände und entschied mich für die do-it-yourself-method. Von den angebotenen Folien gefiel mir letztendlich nur die gemusterte schwarze Folie, der Preis bewegte sich zwischen 7,50 und 9,90 für eine 67 cm breite und 2 m lange Rolle. dc-fix hat eine Konkurrenzfirma, die sogar die gleichen Muster herstellt, aber für weniger als die Hälfte verkauft. Leider hatten sie meine Folie nicht vorrätig.

Die Vorbereitungen bestanden hauptsächlich darin, dass ich alle Kabel mit Leukoplast kennzeichnete und von den wichtigsten Anschlussstellen ein Foto machte. Das untere davon könnte schon fast bei dem Gesichtsprojekt von Ruth mitmachen, oder?

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Seht ihr einen der hässlichen Fußabdrücke, die auch nicht wegzuwischen sind? – Auf den Staub auf den Kabeln muss jetzt keiner gucken.

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Als nächstes wurde der Fernseher geparkt – ich machte es ihm echt gemütlich – und auch alle anderen Geräte ausgelagert. – Auch ein Flachbildfernseher hat sein Gewicht.

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Jetzt konnte die Folienaktion beginnen. Das kleine 60×60-Möbelteil wollte ich aushängen und extern bearbeiten. Aber wie, wenn ich es kraft meiner Wassersuppe noch nicht einmal aus der Befestigung ausgehakt bekomme??? – Mein Lieblingslehrer hat die Volksweisheit „Dumm kann man sein, aber man muss sich zu helfen wissen“ ganz besonders gern angewendet. – Also legte ich mich auf die Erde, ging mit den Füßen unter das Schrankwandteil und hopp war das Teil ausgehakt. –

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Beim Bekleben hatte ich mich für die Nassmethode entschieden und mir die notwendigen Kenntnisse in mehreren YT-Videos angeeignet. Schnell wurde eine Mineralwasserflasche zur Sprühflasche umgewandelt. Zum Ausstreichen des Wassers und der Luftblasen wurde ein besonderer Schaber empfohlen, doch auch ein Teigschaber sollte ausreichen. Da ich kaum backe, fand ich so ein Teil nicht. Doch eine Schachtel hatte so wunderbar abgerundete Kanten, dass sie als „geeignet“ eingestuft wurde. Die Schachtel hat sich bestimmt über diese Funktion gefreut – sie fristet sonst ein trauriges Leben, zusammen mit den anderen Vorratsschachteln.

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Bei der kleinen Fläche funktionierte alles recht gut. – Damit der Kontrast ein wenig abgemildert wird, verzierten die abgeschnittenen Streifen die Schubladen.

In der Zwischenzeit versuchte ich, die Folie für die große Fläche etwas glatt zu bekommen. – Da ahnte ich schon die Schwierigkeiten, die auf mich zukommen werden. An mehreren Stellen bildeten sich lange „Tunnel“ – Stellen, an denen das Obermaterial nicht (mehr) mit der Trägerfolie verbunden ist.

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Und meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Ich denke, auf dem Foto sind die Dellen gut zu erkennen. – Schaue ich mir das obere Foto so an, so stelle ich fest, dass ich die von Heiko geerbten Lexika vorwiegend zum Beschweren benutze – zum Lesen nehme ich lieber Wiki!

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Da half kein Warten oder einstechen – ich konnte die Luft nirgendwohin ausstreichen. Mir wurde gesagt, ich sollte es am nächsten Tag mit Fön versuchen – doch diese Geduld hatte ich nicht, ich wollte eine ganz bestimmt Sendung sehen. – Als ich es dann mit einschneiden versuchte, sah es echt Sch… aus. Sooooooooo hatte ich mir mein Schrankwandteil auch nicht vorgestellt. Die Blasen und Beulen sieht man hier nicht. – Die vorn überstehende Folie klebte ständig an der Kante fest, so dass sie das Festkleben an der richtigen Stelle verhinderte. Also schnitt ich kurzentschlossen ab. – Und als das auch noch wellig wurde, wollte ich am liebsten heulen. – Wahrscheinlich darf ich so etwas nicht abends und bei schlechtem Licht machen. Nahe sehen ist mit Gleitsichtbrille schlecht – da geht es besser ohne – aber gut geht es damit auch nicht.

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Inzwischen war der Fernbedienungshalter in der Spülmaschine sauber und staubfrei geworden und ich machte mich ans Hinstellen der Technik. Alles klappte, auch der Receiver hatte sich seine Programmierung gemerkt.

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MICH hätte der Teufel nicht erschlagen, weil ich keine Ausrede oder keinen Ausweg gewusst hätte. Kurzentschlossen schnitt ich das beulige, ausgefranste Stück ab. Dass jetzt die Oberfläche mit zwei Folien beklebt ist, liegt nicht an meinem Mut zur Abwechslung, sondern an meiner fehlenden HandwerkerKUNST. –

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Ein wenig anders ist es dann doch noch geworden, weil mich der breite marmorierte Streifen und das Viereck auf der Fläche gestört haben – aber das ist letztendlich nur für mich wichtig.

*************

Doch jetzt kann ich hier nicht länger rum“trödeln“ – ich habe gleich noch eine Folgeidee für das Schlafzimmer – denn dort sind die im Jahr 2000 gestrichenen Türen auch an einigen Stellen von ihrem Lack befreit. – Lasst euch überraschen.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

10 Kommentare zu “Handwerks“kunst“ à la Clara

  1. Liebe Clara, einen guten Tag, Klaus

  2. Dass diese Folienkleberei einem auf die Nerven geht, weiß ich…habe auch schon großflächig damit gearbeitet. Damals mit meinem Sohn – Hand in Hand – ging es einigermaßen.
    Das Resultat deines Verschönerungseinsatzes kann sich durchaus sehen lassen, liebe Clara.

  3. Liebe Clara, du bist ja echt kreativ und es ist doch gut geworden, was die Planung betrifft, mache ich es auch oft so, eine gute Woche leider ohne WM, Klaus

  4. Liebe Clara,
    ich finde das Ergebnis Okay!
    Vor allem aber bewundere ich Deinen Fleiß, Ideenreichtum und die viele Mühe, die Du Dir gegeben hast.
    Ein Schaber (ich habe für sowas kleine Spachtel) hätte Dir bestimmt sehr geholfen. Aber es hat doch letzlich geklappt und dias Marmormuster gefällt mir sehr gut! Gerade in Kombi mit den interessanten Bildern auf den Ordner-Rückseiten.

    Wenn Du mehr Übung hast, also so nach 49., 50.mal geht Dir das Ganze perfekt von den trainierten Heimhandwerkerhändchen. 😉

    Ich wünsche jedenfalls erstmal viel Freude am „neuen“ alten Stück und schicke
    liebe Grüße
    moni

    • moni, ich habe so einen richtigen „Glattstreicher“ von dc-fix, aber mit der großen Schachtel ging es besser und schneller bei den großen Flächen. Und diese blöden Beulen ließen sich mit nichts mehr flach bekommen – d.h., den Fön habe ich nicht ausprobiert, erst später bei den Folien im Schlafzimmer.
      Danke für die lieben Grüße – ich habe das alte neue Stück auch gegrüßt 🙂

  5. Hauptsache Deinen Ansprüchen entsprechend gelungen.

    • Ein wenig schon – doch ich habe einen sehr pingeligen Sohn. Nicht in Richtung Geschmack, da lässt er mich machen, was ich will – aber in Bezug auf die Qualität der Ausführung. – Ich weiß gar nicht, ob er das mehr vom Papa, von der Mama oder von sich selbst „geerbt“ hat.

  6. Marmorfolie lässt sich besser anpieksen als Hochglanz. Das sieht man dann kaum. Ich meine, in „Daggi liest die Buchmesse“ ist auch so ein Folienregal drin. Auf jeden Fall stehen die Bücher im Regal. Klementina kann ja mal ein Foto machen. http://www.bilder-hochladen.net/files/a324-bs-0deb-jpg-rc.html

    • Die schwarze war und ist nicht hochglanz, sondern so ein Holzimitat. Die Blasen oder Beulen waren jedoch so dick, dass aufpieksen nichts mehr half – und das einschneiden sah blöd aus. Doch jetzt gefällt es mir.
      Genau, dieser edle „Marmor“, auf dem sich deine Bücher kühlen können – genau diese Folie ist es.

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