Claras Allerleiweltsgedanken

Freiwillig?

23 Kommentare

… oder aus seelischer Not heraus?

Ein sehr guter Schauspieler hat das Leben nicht mehr ausgehalten und es deswegen am 11. August mit 63 Jahren selbst beendet. Vielleicht waren die Probleme für ihn unlösbar, die innere Dunkelheit zu oft und zu lange.

Als ich vor einiger Zeit am Teltowkanal den Hauptweg verließ und ins Unterholz kam, begegnete mir dieses Kreuz.

1308 Kreuz Tod 02

Ein Mann, gerade 45 Jahre alt, findet hier an einer vollkommen einsamen Stelle zu einer Jahreszeit, wo kaum jemand hier lang geht, den Tod? Oder hat er ihn gerade hier gesucht? Wegen dieser Einsamkeit, Einsamkeit in doppelter Hinsicht. – Einen Herzinfarkt oder eine andere plötzliche Todesursache kann man wohl ausschließen, denn das wäre sicher auf dem Weg passiert.

Alles Spekulationen, alles Gedanken über den Tod.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

23 Kommentare zu “Freiwillig?

  1. Es stellen sich bei solch jung gestorbenen Menschen immer viele Fragen -stimmt; mein Vater ist mit 41 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben…bei der Arbeit, wir waren auch fassungslos.

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    • Ich habe ja das Kreuz absolut zufällig entdeckt. Da ich den relativ frischen Blumenstrauß sah, schaute ich mir die Daten und den Standort des Kreuzes genauer an – und machte mir meine Gedanken. Da war von dem Tod von R.W. noch keine Rede – aber ich glaube, einen Zusammenhang zu ahnen.
      Ich wünsche beiden eine ungestörte Ruhezeit.
      Du musst ja damals noch sehr, sehr jung gewesen sein. Doch immerhin so, dass du dich an ihn erinnern kannst.

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  2. eigentlich schlimm und ein schwieriges Thema, Worte wie mutig und feige lösen einander ab, es ist einfach nur traurig, Klaus

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    • Meine Meinung dazu ist: Das Leben darf und soll keine Pflicht sein, sondern eine Freude sein und Spaß machen, was nichts mit dem heutigen Begriff der „Spaßgesellschaft“ zu tun hat. – Wie viele Leute habe ich in Altersheimen sagen hören: „Warum nimmt mich denn der liebe Gott nicht endlich zu sich, ich kann doch gar nicht mehr!“ – Warum sollte nicht jeder das Recht haben, zu seinem gewünschten Zeitpunkt zu gehen, wenn er damit nicht gröblichst die Rechte dritter verletzt.-
      Bei manchen Todesfällen habe ich das Gefühl, die Hinterbliebenen nehmen sich zu ernst und gönnen dem Verstorbenen nicht seine Ruhe und seinen Frieden.

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  3. Verdammt nochmal furchtbar finde ich die, die unbeteiligte Menschen einfach mitnehmen!
    Eigene Verantwortung ansonsten, obwohl dieses Leid für Angehörige und Freunde….
    Was für ein schweres Thema!

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    • Du hast Recht – es ist ein schweres Thema – und ich möchte es auch nicht zerreden.
      Robin, vielleicht gibt es ja in der anderen Welt auch Seelen, die du mit deinem Talent erfreuen kannst, denn spielen konntest du ja wirklich gut!

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  4. Suizid aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ist noch ein anderer Grund als der aus gesundheitlichen. Aber im Grunde genommen ist alles Sch….

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  5. Seelenstreik hat einen Link eingestellt. Da schreibt ein Journalist, der offensichtlich selbst unter schweren / schwersten Depressionen leidet oder litt, wie es wirklich ist bei einer hochgradigen Depression.
    Doch genug davon – ich wünsche ihm Ruhe, Frieden und Glück in der anderen Welt.

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  6. Bei Gudrun habe ich noch einen Satz zu „Feigheit“ geschrieben, die du ja ins Feld geführt hast.

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  7. selbstmord ist feige?? ich empfehle ahnungslosen, nicht depressive menschen, diesen artikel:
    http://ivinfo.wordpress.com/2014/08/12/robin-und-robbie-und-warum-ahnungslose-dringend-schweigen-sollten/

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    • Ich begrüße dich erst einmal hier.
      Du hast deinen Kommentar sicher geschrieben, bevor du all meine Antworten lesen konntest, weil sie noch nicht da waren. In meinen Kommentaren kommt ganz klar meine Meinung zum Freitod zum Ausdruck. Ich scheue mich ja sogar, den Tod als SelbstMORD zu bezeichnen.
      Jetzt werde ich bei dem Link lesen gehen.

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  8. Warum berührt uns das immer so? Vielleicht, weil wir denken, immer helfen und „Unheil“ abwenden zu müssen. Und weil wir nicht akzeptieren, es manchmal einfach nicht zu können.

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    • Du schreibst: „Und weil wir nicht akzeptieren, es manchmal einfach nicht zu können.“ – ich denke, da ist viel Wahrheit drin. Oft wollen die Menschen einem anderen ungewollte Hilfe aufdrängen.
      Wenn einer am Beginn einer Alzheimer Krankheit seine Perspektive kennt, die ihn erwartet und die er nicht will, warum soll er sich dann nicht zu einer Zeit verabschieden, wo ihn alle noch als den Menschen in Erinnerung haben, der er immer war.
      Und wenn ich durch eine zum Tode führende schwerste Erkrankung wirklich nur noch den Tod vor Augen und als Ziel habe – und dieser Weg dahin von unsäglichen Schmerzen begleitet ist – wer hat dann ein Recht dazu, mich dazu zu „verdonnern“, diesen dornigen Weg bis zum Ende zu gehen? Wo ist da bitteschön was feige, wenn ich das Leiden um einige Monate verkürze?

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  9. Es wird ewig die Diskussion geben, ob Freitod nun mutig oder feige ist. Ich weiß es nicht. Tragisch ist es auf alle Fälle immer.

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    • Ute, wenn du mich fragst, ich würde ihn weder als mutig noch als feige ansehen – er ist sicher der gewollte Weg, den der/die Betroffene gehen will, weil das Weiterleben zu schmerzhaft und nicht mehr auszuhalten ist – oder auch einfach nicht mehr lohnt, weil es nicht mehr zu erwarten gibt, auf dass sich der-/diejenige freuen könnte.
      Bei Timm Thaler war es das Lachen, was verloren gegangen ist – bei Leuten, die aus dem Leben scheiden, ist es die Freude und die Hoffnung, die gegangen sind.

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  10. Ich habe es in den Nachrichten gehört. Sie sind sich mit dem Freitod noch nicht sicher, gehen jedoch davon aus. Wieder einer, der die Welt nicht länger aushalten konnte, sich regelmäßig betäubte und schließlich aufgab.
    Ich sah ihn auch gern…war ein Großer, spielte mit so viel Herz und Gefühl.
    Zu viel Herz und Gefühl wurden ihm
    vielleicht am Ende zum Verhängnis…

    Die Stelle mit dem Kreuz im Wald könnte auch ein Lieblingsplatz gewesen sein.
    Jemand ist diesen Sommer mit seinen Freunden angeln gegangen, im Wald. Er bekam einen Herzinfarkt, kein Handy-Empfang, tot mit Mitte Fünfzig. Meine Lesekinder waren schockiert, betroffen, sie fragten, wie es sein könne, dass man im Wald keinen Notarzt anrufen kann.
    Ich beantwortete viele Fragen an diesem Tag, auch die, was im Körper geschieht bei einem Infarkt, die, was mit seiner Frau und den Kindern nun wird und die sonst schon so toughen und selbstsicheren Zweitklässler hatten alle verstörte Kindergesichter, weil jemand, den sie jeden Tag gewohnt waren sehen zu können, mögen zu dürfen, unvermittelt tot war.
    Bald, nach den Ferien, werde ich die Kinder wiedersehen und sie werden sich abgefunden haben mit dem Verlust, doch mit einem nun anderen Verständnis für den Tod und bei einigen werden Fragen kommen, andere hingegen erwähnen den Vorfall nicht mehr.

    Die Stelle im Wald könnte auch ein Ort sein, an dem dieser Tote gefunden wurde: ein Freitod, ein Verbrechen, ein Unglück:
    aber Blumen, ein Kreuz und jemand, der übrig blieb und an ihn denkt.

    Lieben Morgengruß von der Karfunkelfee

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    • Liebe Fee, über R.W. will ich jetzt nichts mehr schreiben. Ich stehe ihm das Recht zu, sein Leben selbst zu beenden.
      Da der Tod von „Stefan“ mal gerade 1 Jahr und 8 Monate her ist, glaube ich eher an einen selbstgewählten Tod. Ein Verbrechen hätte sich in Lichterfelde rumgesprochen, denn die Stelle ist knapp 3 km von mir entfernt. Und der Zugang ist durch einen schon vor langer, langer Zeit abgebrochenen und entwurzelten Baum versperrt – man muss erst über den Baumstamm klettern, wenn man dahin will. Also kaum versehentlich.
      Warum empfinden wir Menschen es so viel schlimmer, wenn jemand in dem Alter freiwillig aus dem Leben scheidet als wenn er durch eine Krankheit stirbt. Das Ergebnis ist das gleiche, tot ist tot. Doch ist es einfach das Schuldgefühl, was viele im Nachhinein ihre Versäumnisse erkennen lässt?
      Kinder dürfen ruhig schon als Kinder mit dem Tod in Berührung kommen, denn er gehört zum Leben. Bei Freitod ist das wirklich komplizierter, weil bei Angehörigen sehr oft diese offenen Fragen bleiben, die nicht immer in einem Abschiedsbrief geklärt werden.
      Mit lieben Grüßen von Clara

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      • ‚Warum empfinden wir Menschen es so viel schlimmer, wenn jemand in dem Alter freiwillig aus dem Leben scheidet als wenn er durch eine Krankheit stirbt. ‚

        Liebe Clara,
        es könnte eine Mischung sein:
        die Hilflosigkeit darüber, den Entschluss des Menschen nicht ändern gekonnt zu haben, obwohl man ihn kannte, vllt. sogar liebte und die Fassungslosigkeit darüber, dass sich jemand freiwillig für den Tod entscheidet, der dem Anschein nach gesund wirkte, so dass in der letzten Konsequenz eine Art Unverständnis bleibt. Wie viele Menschen lieben das Leben und wie viele könnten es sich überhaupt vorstellen, freiwillig den Tod zu wählen und den stärksten Trieb überhaupt, den der Selbsterhaltung, auszuschalten…freiwillig Schmerz und Agonie auszuhalten…?
        das sind Gedanken, die ein an Körper und Seele gesunder Mensch nicht in Erwägung zöge.
        Solche Gedanken stellen sich ein, wenn Schmerz entartet und alles andere zu beherrschen beginnt, das Leben sich wie Ohnmacht anfühlt, inexistent und doch bedrängend an jedem neuen schwarzen Nicht-Tag, der sein muss bis die Sicherungen schließlich alle auf einmal durchbrennen und es egal wird, ob noch was wird.
        Den Hinterbliebenen bleibt kein Trost, oder…?
        Sie können nicht sagen:
        er/sie war schon alt
        oder todkrank, es war nur eine Frage der Zeit, bis…
        sie fragen sich stattdessen:
        habe ich genug getan, habe ich genug geholfen…
        hätte ich es verhindern können…?
        die Entscheidung sterben zu wollen ist der letzte absolute Egoismus eines Menschen, der alle anderen Menschen, ob mit oder ohne Abschiedsbrief, von vorneherein ausschließt.

        Trauriges Thema, leider immer aktuell…

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        • Ja, du hast Recht, es ist eine Form des Egoismus, wie du es schreibst: „die Entscheidung sterben zu wollen ist der letzte absolute Egoismus eines Menschen, der alle anderen Menschen, ob mit oder ohne Abschiedsbrief, von vorneherein ausschließt.“
          Ja und – dann ist es eben egoistisch! Ist es Pflicht, für ANDERE zu leben oder lebt man nicht erst einmal für sich selbst und für die eigene Freude, an der auch andere beteiligt sein werden.

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          • Egoismus ist gesund, leider ist das Wort oft negativ besetzt. Nur jemand, der in der Lage ist, gut für sich selbst zu Sorgen, kann auch gut für andere sorgen.
            das erfordert Kraft, Mut, Selbstvertrauen, Zuversicht und auch einen gutteil gesunden Pragmatismus.
            Nicht jeder ist so stark in sich, das gut zu schaffen und Freitod gibt sich auf, es ist …der letzte absolute Egoismus, mit dem ein Mensch versucht, sich selbst zu dienen, weil er das Vertrauen in das Leben und die Welt um ihn herum, verloren hat, vllt sogar glaubt, den anderen ginge es besser, wenn er nicht mehr da sei…
            wie verzweifelt muss sich jemand selbst in die Pflicht nehmen, der eine solche Entscheidung in Betracht zieht…?

            no way out…

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