Claras Allerleiweltsgedanken

Altweiber“herbst“

23 Kommentare

Ich schreibe ganz bewusst nicht Altweibersommer, denn auf meiner Lebensuhr ist die Sommerzeit schon lange vorbei.

Manchmal habe ich Angst vor dem Alter und seinen unangenehmen Begleiterscheinungen. In meiner VerwandtBekanntschaft ist eine Frau – für mich immer das Vorbild an Sportlichkeit und Fitness – die kann seit längerem so gut wie nicht mehr laufen und vor allem keine Treppen steigen. Die Hüfte spielt nicht mehr mit. Schlimm daran ist, dass die Ärzte keine Ursache finden, denn der übliche Hüftgelenksverschleiß, der eventuell mit einer Gelenkserneuerung beseitigt werden könnte, der ist es nicht.

Hier bei mir im zweiten Stock wäre das nicht mehr möglich, wohnen zu bleiben, weil diese Treppen schon für Gesunde eine Herausforderung darstellen.

Oder das leidige Bücken. An viele Sachen in der Wohnung komme ich nur tief gebückt oder knieend heran. Vielleicht bezahlt mir dann die Kasse, wenn ich das nicht mehr kann, einen Callboy, der sich nicht für mich bückt, sondern statt meiner – doch das kann ich mir wohl aus dem Kopf schlagen *grins*. Wer weiß, was die Mädels von der Kasse denken, wenn die Callboy hören oder lesen.

Manchmal wache ich früh auf, aber mein linker Arm schläft noch eine Zeit lang weiter. Wie schrecklich wäre es, nur noch einen Arm gebrauchen zu können?

Gegen ein Übel habe ich Abhilfe gefunden. Kauerte ich in der Badewanne zum Duschen, tat mir nach kurzer Zeit der linke Fuß mit den stark gebeugten Zehen weh, so dass ich mich aufrichten musste. Dann sind meine Zehen wie versteinert, etwa so, nur etwas größer:

1009 Zehen

Im Alter wächst man bekanntlich nicht nach oben, sondern eher nach unten – und alle Töpfe stehen plötzlich zu hoch oben auf dem Schrank. Da kann eine Fußbank perfekt Abhilfe schaffen, denn die kann man besser „erklimmen“ als einen Hocker. Und der zweite Vorteil: Setze ich mich beim Duschen darauf, läuft alles jetzt ganz entspannt ab. – In meiner Badewanne fühlt sich jede/r wie an der steinigen Karibik. – „Alt werden kann schön sein – mit so phantastischen Hilfsmitteln“ – Ironiemodus aus.

1009 Badewannensitz

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

23 Kommentare zu “Altweiber“herbst“

  1. Macht der Hocker nicht ein zeitlos schickes Muster auf den Popo? 😉 Und so ein netter, junger, hilfsbereiter Mann in der Wohnung ist doch nicht zu verachten?
    Außerdem: Alt werden ist nichts für Feiglinge. Und mutig bist Du doch!

    • Ruthie, ich will weder die Blaugelben verteidigen noch bei mir einen Fehlkauf entschuldigen – aber der Hocker ist einfach nur super. Unten durch die Gummirandfüße kann er nicht rutschen. Oben das sind keine Löcher, die Abdrücke machen, sondern weiche Gummipunkte. Sogar meine Tochter war beim Duschen begeistert.
      Den Callboy würde ich gleich und sofort nehmen, aber bisher kann ich mich ja noch bücken und auf Hocker steigen.
      Zum Altwerden braucht man einfach Durchhaltevermögen, um auch mit unangenehmen Sachen fertig zu werden. – Schau’n wir mal!

  2. Egal wie du die Jahreszeit nennst, hauptsache Frau gibt sich Tag täglich nen Anschubs, wenn es auch manchmal wehtun mag, der Körper braucht Bewegung. Meine Nachbarin hier, 93 Jahre alt ist fit wie ein Turnschuh – im Kopf auch, sie walkt Sonntags, spielt Mittwochs Mensch-ärgere-dich-nicht und ist viel mit dem Rad unterwegs………….und langweilt sich fürchterlich, sodass sie eine regelrechte Putzsucht entwickelt hat- mach das bloß nicht liebe Clara, sie putz mit dem Staubtuch die Fußleisten im Gemeinschaftsflur *stöhn* da guck ich lieber nich mehr hin.
    Da finde ich geistige Beschäftigung tausendmal besser.

  3. Über das Altwerden zu klagen ist wohl „in“…
    ich frage mich nur warum?!
    Denn gehört es nicht zum Leben wie das Geborenwerden?
    Gehört nicht der Schmerz auch zum Herz?

    • Ich weiß nicht, ob es „in“ ist, über das Alter zu schreiben. Ich habe noch nicht einmal das Gefühl, dass ich wirklich geklagt habe, doch einmal in der Zeit kann ich mir schon Gedanken machen (wie ich sie u.a. in dem Kommentar an karfunkelfee zum Ausdruck gebracht habe), was in den letzten 10 Jahren so verschiedenen Dingen den Bach runter gegangen ist – auch wenn es zum Leben dazu gehört.
      Ich weiß nicht warum, aber für mich gehört der Schmerz nur als Ausnahme zum Leben, nicht als Dauerzustand.

  4. Das Problem mit dem 2. Stock habe ich auch mal. Hoffentlich noch nicht so bald. Ach Clara, lassen wir es einfach auf uns zukommen, wir können es eh nicht ändern. Und wie sagt man so schön „auch der Herbst hat noch ein paar schöne Tage“ 🙂

    • Ute, natürlich hast du Recht, doch ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie das bei meiner Mutter abgelaufen ist. 2007 war sie trotz ihrer 92 Jahre noch ziemlich mobil und munter. Dann kamen innerhalb einer Woche drei kleine Schlaganfälle und sie hat ihre Wohnung nie mehr wieder betreten, aus dem Krankenhaus kam sie gleich ins Altersheim. – Sie war ein ganz anderer Typ als ich – ihr war so ziemlich alles egal, sie hat sich auch im Heim nicht um die Sachen gekümmert, die ich ihr aus der Wohnung gebracht habe. So, wie ich es in die Fächer geräumt hatte, lag es auch nach 5 Jahren noch.
      Vielleicht würde ich in diesem Alter auch gelernt haben loszulassen. – Du sagst, wir sollen es auf uns zukommen lassen – was anderes bleibt uns ja gar nicht übrig.

  5. ich kann mir nicht vorstellen, dass du so eine Angst vor dem Alter hast, wünsche einen guten Tag, Klaus

  6. P.S.
    Doch noch zwei Karfunkelfeebilder zum Thema ‚Altweiber‘:

    Silbrige Spinnenfäden gleißend schwebend im Sonnenlicht.

    Herbstzeitlose im Laub – Blaue Krokusse, zart und fragil wie der Frühling.

  7. Alt werden tut weh. Sagen meine mittlerweile in die Jahre gekommenen Erzeuger und quälen sich inzwischen mit mehr als nur ‚Zipperlein‘ herum.
    Fit und aktiv sein oder die Angst, dass dem Körper täglich eine neue Fehlfunktion einfällt und man nie weiß, an welcher Stelle er nun wieder versagt oder eingeschränkter wird…
    ich kann Dich verstehen.
    Du hast einen gesunden Menschenverstand und gebrauchst ihn. Gegen die Unbillen und stillen Ängste hilft der Schalk, ein treuer Begleiter, immer einen flapsigen Spruch auf den Lippen. Wie war das?
    Was ich nicht ernst nehme, kann mich nicht schrecken?
    Hinter dem Lächeln die Gedanken, die sichtbaren, die bekannten, die vertrauten und diese, die sich noch fremd anfühlen, immer noch und die sich nicht gern packen lassen, obwohl sie greifbar groß sind.
    Die Ideale, die Vorbilder sein wollen und dann sind sie plötzlich 36 Jahre alt, superintelligent, in der Forschung, ein toller Mensch seit Sandkastenzeiten und sterben an Leukämie. Einfach so. Noch gar nicht so alt, doch der Schock, wenn jemand, der anscheinend solide im Leben stand, quasi ein Vorbild an Lebenskraft und Energie, plötzlich schwerst erkrankt, scheinbar aus heiterem Himmel heraus, raubt jegliche Illusionen an das Leben und bereitet darauf vor, dass es aus heiterem Himmel auch ganz anders werden kann.

    Ich drück Dich, Herbst-Clara.
    Von Altweibern reden wir andermal ja…?😉

    Einen lieben Morgengruß…

    • Du hast ja so recht, liebe Fee – und ich wollte auch überhaupt nicht richtig klagen und jammern, aber manchmal erschreckt es mich schon, was in den letzten 10 Jahren so auf der Strecke geblieben ist. Wenn mein Zahn- und Ohrenzustand nicht so absolut desaströs wäre (im Vergleich zu Gleichaltrigen), würde ich ja gar nicht auf die Idee kommen, einen Gedanken des Alters-Unmuts zu äußern.
      Aber einen Vorteil hat das Alter auf jeden Fall: Ich kann nicht mehr jung sterben.
      Heute hatte ich Anna und meinen Enkel bei mir – wir haben wunderbar gespielt, nur ich habe „wunderbar“ fast nichts verstanden, was die beiden untereinander geredet haben. Ich glaube, die haben das auch ein wenig ausgenutzt und ein wenig geschummelt.
      Jetzt sitzt er im Wohnzimmer an seinem Laptop und er hat mich hier an den Computer geschickt, damit er Ruhe hat.
      Gute Nacht!

      • Aber ich habe Dich nicht klagend oder jammernd über Alter empfunden…
        Es sind Fragen und Ungewissheiten, die mir normal erscheinen…und wem machte es keine Nachdenklichkeiten, Ängste, wenn das, was stets einwandfrei funktionierte und gesund war, entweder schleichend oder plötzlich erkrankt oder gar versagt? Das, was so selbstverständlich scheint, Dich im Stich lässt? Seit mein Vater, der immer ein Ausbund an Gesundheit war, Schmerzen hat und ich sehe und höre, wie sehr ihm das alles auch Angst macht, dieses Altwerden und als Kind nur Mitgefühl ohne Alles-wird-gut-Garantie geben kann, sehe ich auf der Straße, wie viele im Alter (nahe achtzig) noch ‚fit und aktiv‘ sind und wie viele an Rollatoren Lahmen mit Schmerz und Resignation in den Gesichtern.
        Aber…
        andererseits weiß ich auch nichts über den Lebenswandel dieser Menschen und eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und eine freundliche Lebensgesinnung können viel lindern, abfangen und wirkt krankheitspräventiv. Und mein Vater lebte ziemlich gut, betrieb auch Raubbau mit dem Körper, der gut behandelt werden will wie jedes Ding, das eine lange Lebensdauer haben soll.

        Hast Du mit Deinem Enkel schon mal Memory gespielt…?
        Meine Kinder schlugen mich mit spielerischer Leichtigkeit darin und zeigten mir was ihr jüngeres Gehirn drauf hat…😉

        Einen lieben Morgengruß, Clara
        Löwenherz

        von der
        Karfunkelfee

  8. Es heißt aber „Altweibersommer“.
    Meine Mutter fand immer das Wort „Das Alter ist ein Massaker“ so gut, obwohl sie meist adrett und fit wie ein Turnschuh rumsprang und sang und sang…
    Ich habe immer gespürt, dass mich phasenweise Böses nach unten zog, manchmal wie Beton an den Füßen. Doch damit kann man nicht aufs Trampolin, deshalb dran gearbeitet, wieder leichtfüßig zu werden. Von Dir weiß ich Ähnliches- oder?
    Was steht auf Marcuses Grabstein dort in Berlin, hier nachzuschauen:
    http://kaffeehaussitzer.de/?p=3494

    • Sonja, meine Trampolinübermutszeiten waren Anfang der 90er Jahre – und das habe ich ja mit 3 ernsthaften Verletzungen auch bitter büßen müssen. Und damals war ich 20 Jahre jünger, da hatte ich wirklich noch viele Flausen im Kopf.
      Aber es kommt wie es kommt und dann geht es auch wieder und so richtig jammern oder klagen will ich ja überhaupt nicht. Aber manchmal bin ich schon ein wenig gespannt, was noch so alles kommt.

  9. Alles eine Frage der Betrachtung – wie wäre es mit Frühling der zweiten Lebenshälfte? liebe Grüße Leonie

  10. Weißt du, Clara, all die sind gut dran, die immer ihren Kopf gebrauchen können. So lange das so ist, fällt ihnen immer ein Hilfsmittel ein: Fußbank oder Hitsche, Sockenanziehgerät, Callboy oder sonstwas. 🙂 Spätsommer ist doch auch noch in Ordnung. Oder?

    • Gudrun, bis jetzt geht es mir ja wirklich noch so, dass ich dumme Witzchen machen kann. Und wenn irgendetwas gut bei mir funktioniert, so ist das zum Glück wirklich der Kopf – nur das Kurzzeitgedächtnis lässt immer mehr nach. Was ich gestern irgendwo verräumt habe, suche ich mindestens bis übermorgen.
      Gestern habe ich durch eine Blitzidee meine Radwanderführer gefunden, die ich seit ca. 3 Wochen gesucht habe. Meine Tochter schenkt mir nämlich einen Fahrradurlaub – zumindest das Geld für die Quartiere – da habe ich mich riesig gefreut. Ich glaube, ich werde außerhalb jeglicher Ferienzeit den Spreeradweg wählen – von Bautzen nach Berlin, der hört sich gut an. Und das noch vor meinem spannenden Geburtstag.

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