Claras Allerleiweltsgedanken


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Es ist nicht schwer … RB

Wenn ich schon vor fünf Jahren  meine Witzchen über das Alt- und Älterwerden riss, wie viel mehr sind die jetzt erst berechtigt. Doch nach wie vor ist für mich Lachen die beste Medizin. – Im Vergleich zu damals lasse ich das Abtrainieren überflüssiger Pfunde und bin schon in Rente gegangen.

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Januar 2010

Es ist nicht schwer… jung auszusehen, es dauert nur täglich etwas länger.

Wenn ich so überlege, was im Laufe der Jahre so alles zu der täglichen morgendlichen to-do-Liste hinzugekommen ist, finde ich es erschreckend.

  • dem Kreislauf gut zureden, damit er weiß, es wird jetzt vertikal
  • Augen unter Wasser setzen – damit meine ich nicht Waschen, sondern “künstliche Tränen” in die Augen tropfen, damit die Augenliddeckel nicht knarren wie ungeölte Scharniere
  • Brille putzen, da diese Kunststoffgläser den Dreck anziehen wie gelbe Blusen die Sommerfliegen
  • Zähne und besonders sorgfältig die Implantate putzen
  • die richtige Feuchtigkeitscreme verwenden, die entweder Olivenöl, Hyaluronsäure, Gingko oder Ameisenblut von jungfräulichen Ameisen oder nichts davon enthält – denn der Zahn der Zeit nagt so oder so, und wenn Frau ihn nagen lässt, schont sie wenigstens ihren Geldbeutel
  • und so weiter und so fort, ich will nicht noch mehr Interna ausplaudern.
In größeren Abständen wollen

die Haare gefärbt, die Augenbrauen gezupft, die Haut verschönt, die Nägel gepflegt, der Körper bewegt, die Haare geschnitten, die verspannten Muskeln massiert, die Seele gestreichelt und die überflüssigen Pfunde abtrainiert werden nach dem Motto:

Alt werden will jede(r), alt aussehen will keine(r).
Als üble Prognose könnte am Horizont auftauchen:
Die (künstlichen) Gelenke müssen gefettet werden, der Herzschrittmacher muss eingestellt,die Thrombose mit Spritzen verjagt,  der Diabetes muss mit Injektionen im Zaum gehalten, der Blutdruck durch die Einnahme bunter Smarties gesenkt, der Rollstuhl repariert, die Augen müssen durch künstliche Linsen durchsichtiger gemacht, die Schlabberfalten müssen hinter den Ohren festgenagelt werden und jeden Morgen darf gesungen werden:

“Wir sind die junge Garde …”

Kann mir mal bitte jemand sagen, wo ich für das alles die Zeit und vielleicht auch das Geld hernehmen soll?
Da muss ich ja glattweg in Rente gehen – aber Rentner haben ja noch weniger Zeit!- Also lasse ich mich durch jede Falte ehren und verzichte auf mindestens die Hälfte aller dieser schrecklichen Sachen!

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Original: https://chh150845.wordpress.com/2010/01/19/es-ist-nicht-schwer/

Kommentare: Freidenkerin, Gedankenkrümel, Ute (nur 2010)