Claras Allerleiweltsgedanken

Hasch mich … RB

16 Kommentare

Heute ist ja Nikolaus – und da bekommen alle, die nicht brav waren, was mit der Rute übergezogen. Da ich jedoch genau weiß, dass ich in der kommenden Geschichte zwar dumm, aber dennoch brav war, habe ich keine Angst.

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Mai 2010

„Hasch” mich – ich bin der Wahnsinn!

Durch den Beitrag “Blauer Dunst” wurde ich an eine zwar freiwillige, dennoch  sehr unangenehme  “Jugendsünde” im zarten Alter von 51 erinnert.

Der Kalender zeigt September 1996. Clara nimmt an einer Fahrradtour mit lauter Jungvolk teil. Sie will und muss sich nach dem Tod ihres Liebsten im Mai erholen, auf andere Gedanken kommen und sich mit dem Fahrrad beweisen. Im bergigen Frankreich boten sich ihr besonders zu letzterem genügend Gelegenheiten. Viel jüngere Mitfahrer und wesentlich bessere Fahrräder bedeuteten Kampf und Selbstüberwindung vom ersten bis zum letzten Tourenkilometer – und diese Zahl war vierstellig.

Bar jeglicher Drogenerfahrung – wer verkaufte schon gegen Ostgeld Wunderdrogen? –  wundert und fragt sie sich, was da zwei junge Männer immer von einem schwarzen Stück raspeln, in ihrem Tabak verstecken und dann eindrehen. Warum diese Joints  nach vorn offener werden und nicht gleichmäßig rund wie Zigaretten sind, weiß sie bis heute noch nicht. Auf jeden Fall werden diese Tüten im Kreis herumgereicht und nach kurzer Zeit kichern alle; nicht nur die beiden jungen Männer bekommen größere Pupillen – bei allen wird der Blick ein wenig irritiert und irritierend.

Am Ende der Tour wollen alle eine “Hasch-Party” feiern. Offensichtlich hatten sich die beiden zum Ziel gesetzt, mich an ihren pupillenvergrößernden Erfahrungen teilhaben zu lassen. – Da ich nicht rauchte, gab es im erweiterten Angebot  Hasch-Kekse und heißen Hasch-Kakao. Ich ließ mich überreden, trank einen, aß einen. Alle versicherten mir die Ungefährlichkeit dieser Substanz, nur jeder vergaß zu erwähnen, dass Hasch die allgemeine Grundstimmung verstärkt, in der sich der “Konsument” momentan befindet. Kann diese Stimmung ca. 3 Monate nach dem Tod eines geliebten Menschen gut sein? Eher nein! Und so kam es auch. – Als ich bemerkte, wie eine Mitradlerin – wie ich auch Hasch-Neuling – aus dem Kichern gar nicht mehr rauskam, bedurfte es keiner großen Überredungskünste mehr, um mich zum Zweitkeks und zum Zweitkakao zu überreden – ich wollte auch mal wieder unbeschwert gackern, lachen, froh sein. – Und dabei sieht diese Pflanze so unschuldig und harmlos aus:

Kurz nach dem Genuss spielt das Gleichgewichtsorgan von Clara verrückt. Mit absolut klarem Kopf und unverknoteter Zunge kann sie zwar bestens diskutieren und debattieren, doch nicht “jonglieren” – mit anderen Worten, sie könnte nicht auf einem Strich laufen. Noch viel weniger, sie kann gar nicht mehr laufen – so glaubt sie es jedenfalls. Den notwendigen Gang zur Toilette legt sie mit ausgebreiteten Armen zurück – immer in Bereitschaft, sich beim Stolpern oder Straucheln rechts oder links abzufangen.

Als sie dann weit nach Mitternacht endlich den Gang ins Bett wagt, geht der Hexentanz erst richtig los. Das Bett “verändert” ständig seine Lage, fährt mit ihr Kettenkarussell, das Kopfende ist mal hoch oben und mal tief unten. Ständig tauchen irgendwelche Gestalten auf – na eben Halluzinationen vom feinsten.

Eklig wird es erst, als sie die anderen Truppenmitglieder vor der Tür reihern hört. Einerseits ist es ihr ein Trost, dass die anderen dieses Teufelszeug auch nicht vertragen, andererseits wird ihr von den K…geräuschen so übel, dass sie auch nach draußen gestürmt wäre, hätte das Bett nicht so gewogt und geschwankt.

Auch der strengste Drogengott hat mal mit jedem kleinen Sünderlein ein Einsehen – irgendwann deckte der Schlaf den Mantel über den Haschischrausch und die -berauschte.

Ein Blick vor, neben und hinter die Türen, an denen Clara nächtens die “Opfernden” hörte und deren Handlungen bildlich vor sich sah, ergab: Nichts, absolut nichts. Alle hatten hervorragend geschlummert, keiner hatte seine Cannabisprodukte auf den Boden gespuckt und Clara war um eine Erfahrung reicher:

“Das brauchst du nie mehr wieder!”

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Original: https://chh150845.wordpress.com/2010/05/05/hasch-mich-ich-bin-der-wahnsinn/

Kommentare von 2010: Anna-Lena, freidenkerin, Gedankenkrümel, Lies von Lott, podruga, Sunny, Ute,

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

16 Kommentare zu “Hasch mich … RB

  1. Ich schuf 1993 mal einen Lehrstuhl, einen Prof und ein Seminar an der Uni Bielefeld, um recht problemfrei zu einem Chattertreffen von Metropolis fahren zu können. Dort fand ich den Geruch des gerauchten Krautes noch eklig. Nur sieben Jahre später entdeckte ich, daß es ab und zu doch recht hilfreich ist, sich diesen Krautes zu bedienen (ein- oder zweimal im Jahr zu ich es immernoch).

    Aber zu DDR-Zeiten gab es nur eines, das vergleichbar war: Faustan+Blauer Würger 😉

  2. wir flower power kinder haben doch alle gekifft .. hör mir doch auf 😛

    ich persönlich hatte dann mal so einen richtigen horrortripp ähnlich wie du clara und dann wollte und hab ich auch nie mehr … :0)

    • Hallo du – wie ich so in meinem westlichen Bekannten- und Arbeitskollegenkreis mitbekam, hatten wirklich sehr viele Hasch-(mich)-Erfahrungen, das war nicht anrüchig, nur ein ganz klein wenig anrüchiger als Rauchen. – Aber wir abgeschotteten Ostkinder kannten das ja nicht – also musste ich diese Erfahrungen konzentriert später machen. Und damit ich für die Erfahrungen nicht so lange brauche, habe ich gleich die volle Erfahrungs-Dröhnung abfassen dürfen. Das hat gleich geholfen.

  3. Liebe Clara,
    das gehört zu den Erfahrungen, auf die ich bis heute verzichtet habe und das wird auch so bleiben und das ist gut so, gell!
    Man/frau muss nicht alles selber ausprobiert haben, ist meine Devise.
    Liebe Grüße
    moni

    • Ja und nein, liebe moni. Ich bin ja nicht mit all solchen Sachen aufgewachsen, es gab um mich herum solche Dinge nicht. – Obwohl wir alle wissen, dass Alkohol und Nikotin schädlich sind, haben wir doch fast alle solche Erfahrungen gemacht.
      Als ich 1985 zum ersten Mal in den Westen reisen durfte, war ich auch – zum Schrecken meiner Verwandtschaft – in einem Sexshop und auch in einer entsprechenden Videokabine. Ich bin neugierig bis sonstwohin – und wie kann ich über etwas urteilen, wenn ich es nicht selbst gesehen und erlebt habe. – Nun gut, ich kann auch nicht gut darüber schreiben, weil meine Erfahrungen auch hier einmalig blieben, zumindest die mit der Kabine.
      Harte Drogen würde ich wissentlich nicht probieren, doch hier wurde immer nur Spaßiges berichtet.
      Mache es gut, liebe moni!

  4. Unbeschreiblich erzählt, musste mich sehr beherrschen, um keinen Flash-back zu kriegen bei dem Gewelle und Gewoge…mein Vater aß mal welche von meinen Keksen, warf sich lachend in sein Bett und jammerte darob lange, lange, dass sein eines Bein verschwunden sei…
    Das mit der stimmungsverstärkenden Wirkung ist wohl wahr- und du hast gut daran getan, nie mehr wieder…(ich auch ab einem bestimmten Ereignis, das tödlich verlief).

    • Wie ich lese, hast auch du mal Haschkekse gebacken. – Da hat wohl dein Vater, eben so unerprobt wie ich, auch gleich die volle Dosis der Halluzinationen abbekommen. – Ich weiß ja im Nachhinein die Menge nicht mehr, also ich weiß nicht, was die in so einen Kakao gekrümelt und was sie in den Keksen verbacken haben – aber es war definitiv zu viel. Vielleicht gut, denn bei angenehmen Erfahrungen hätte ich vielleicht weiter gemacht.
      Kann Hasch auch schon tödliche Folgen haben oder braucht es dazu stärkere Erfahrungen?

      • Nein, von Toden in Zusammenhang mit Canabis habe ich noch nie gehört. Doch hier ging es um einen, dem das nicht reichte, der ein Ass in Chemie war, sich für ein „Jugend forscht“-Projekt gewisse Zutaten beschaffte, damit seine eigene Droge, LSD-Nähe, braute, diese nahm, sich vom Taxi zur geliebten Rheinwiese fahren ließ, auf der Brücke aus dem Auto sprang, übers Geländer und auf die Ufersteine knallte. Es war kurz nach dem Abi, er hatte seinen Studienplatz für Medizin in der Tasche…

        • Wahrscheinlich wollte er sich nicht das Leben nehmen, sondern hat in seinem LSD-Wahn geglaubt, er könnte fliegen. – Der Mensch hat schon eine Menge Teufelszeug erfunden, um sich das Leben für einen kurzen Moment leicht, aber ansonsten mehr als schwer zu machen.

  5. So ist das mit den „Lebenserfahrungen“ – liebe Grüße Leonie

  6. Joints nach vorn offen………Damit man sie von Kippen unterscheiden kann? (Damit die Kinder nicht aus Versehen an bösen Tabak kommen)

  7. Das sind so Erfahrungen, nach denen ich mich nie gedrängelt habe. Ich habe zwar vor kurzem meinen Hausarzt erpresst, das ich anfange zu kiffen, wenn nichts anderes unternommen wird, aber der wusste, dass es nur Geschwätz ist. 🙂
    Dass du damals etwas gegen einen ganz anderen Schmerz unternehmen wolltest, kann ich gut verstehen.

    • Gudrun, du kannst mir glauben, dass ich mich nicht gedrängelt habe, sonst hätte ich das Zeug gleich zu Beginn der Reise probiert. Aber so haben sie mich mehr oder weniger damit reingelegt – ich war nur, wie immer, einfach zu neugierig und vielleicht auch zu gutgläubig. – Die medizinische Wirkung von Hasch soll ja wohl tatsächlich existieren – Opium wird ja auch als Schmerz- und Beruhigungsmittel verwendet.
      Bewusst habe ich das Zeug jedenfalls nicht gegen meine Trauer eingesetzt. – Seit dieser Zeit habe ich nie, nie wieder einen klitzekleinen Versuch unternommen, mich mit Drogen zu beruhigen – denn nach dem Rausch ist der Ärger nur größer.

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