Claras Allerleiweltsgedanken


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Clara bekommt Telefon (1985) – RB

Advents- und Weihnachtszeit sollte auch Zeit der Kommunikation sein. Ist diese persönlich nicht möglich, sind Telefone wichtige Hilfsmittel. Doch vor Jahren mussten hohe Hürden gemeistert werden, um an solch einen Sprechknochen zu kommen. Mangel fördert Eigeninitiative und die hat mir oft geholfen.

Und morgen gibt es dann den ersten alten Beitrag im Fotoblog!


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Aktuell – nicht rückgeschaut

Glück im Unglück

Am 4.12.2014 habe ich einen Termin beim Akustiker. Ich kann trödeln, denn es bleiben noch einige Minuten bis 13.00 Uhr. Also gehe ich in einen Innenhof, um in aller Ruhe und Beschaulichkeit ein Telefonat zu führen – die Straße ist mir dafür zu laut.

Nach ca. 5 Minuten möchte ich meinen Weg zum Akustiker fortsetzen – doch der Ausgang auf die Straße ist versperrt – mit einer hohen Gittertür. Ich erinnere mich, dass vorhin die Stadtreinigungsleute die Tonnen geholt haben – und die haben dann die Tür verschlossen.

Kein Hinterausgang ist möglich – alles mit Zäunen abgeriegelt. Der Weg über den Keller durch das Haus – versperrt. Das Klopfen an allen Fenstern ergebnislos.

Ein Überklettern der hohen Gittertür erscheint mir zu gefährlich, doch versucht habe ich es. Dabei beobachteten mich Leute und wollten mir helfen. Sie versuchten, Mieter im Haus per Klingel zu erreichen und zum Aufschließen zu bewegen – niemand zu Haus.

Die letzten Energiereserven des Telefonakkus lassen es gerade noch zu, bei der 110 anzurufen. Als einzige Standortbeschreibung konnte ich nur sagen „auf der Lietzenburger, gegenüber vom Hotel xyz“. Er ortete mich und versprach, einen Einsatzwagen zu schicken.

Dann meldete ich mich kurz beim Akustiker, um mein verspätetes Eintreffen anzumelden. Seine Frage: „Wie viel später kommen sie?“ – Ich: „Je nachdem, wann mich die Polizei hier rausholt.“ – Ich hätte sonst was dafür gegeben, sein Gesicht in diesem Moment zu sehen.

Einige Minuten später bremst ein Polizeifahrzeug und drei freundliche Polizisten steigen aus, sprechen mit mir durch die Gitterstäbe. Sie wollen sicherstellen, dass ich nicht mit unlauteren Gedanken auf den Hof gegangen bin. Einer bietet an, zu mir rüberzusteigen und Räuberleiter zu machen. Mein Gesicht in diesem Moment sahen nur die anderen.

Dreist in diesem Moment kommt ein Hausbewohner und fragt: „Wollen Sie raus?“ Und ich konnte nur bejahend nicken und wie die Dschungelkämpfer rufen:

Ich will hier raus!

Vielleicht habe ich einen Sturzflug in vier kräftige Männerarme versäumt – doch diese Variante war mir die angenehmere 🙂