Claras Allerleiweltsgedanken

Aktuell – nicht rückgeschaut

28 Kommentare

Glück im Unglück

Am 4.12.2014 habe ich einen Termin beim Akustiker. Ich kann trödeln, denn es bleiben noch einige Minuten bis 13.00 Uhr. Also gehe ich in einen Innenhof, um in aller Ruhe und Beschaulichkeit ein Telefonat zu führen – die Straße ist mir dafür zu laut.

Nach ca. 5 Minuten möchte ich meinen Weg zum Akustiker fortsetzen – doch der Ausgang auf die Straße ist versperrt – mit einer hohen Gittertür. Ich erinnere mich, dass vorhin die Stadtreinigungsleute die Tonnen geholt haben – und die haben dann die Tür verschlossen.

Kein Hinterausgang ist möglich – alles mit Zäunen abgeriegelt. Der Weg über den Keller durch das Haus – versperrt. Das Klopfen an allen Fenstern ergebnislos.

Ein Überklettern der hohen Gittertür erscheint mir zu gefährlich, doch versucht habe ich es. Dabei beobachteten mich Leute und wollten mir helfen. Sie versuchten, Mieter im Haus per Klingel zu erreichen und zum Aufschließen zu bewegen – niemand zu Haus.

Die letzten Energiereserven des Telefonakkus lassen es gerade noch zu, bei der 110 anzurufen. Als einzige Standortbeschreibung konnte ich nur sagen „auf der Lietzenburger, gegenüber vom Hotel xyz“. Er ortete mich und versprach, einen Einsatzwagen zu schicken.

Dann meldete ich mich kurz beim Akustiker, um mein verspätetes Eintreffen anzumelden. Seine Frage: „Wie viel später kommen sie?“ – Ich: „Je nachdem, wann mich die Polizei hier rausholt.“ – Ich hätte sonst was dafür gegeben, sein Gesicht in diesem Moment zu sehen.

Einige Minuten später bremst ein Polizeifahrzeug und drei freundliche Polizisten steigen aus, sprechen mit mir durch die Gitterstäbe. Sie wollen sicherstellen, dass ich nicht mit unlauteren Gedanken auf den Hof gegangen bin. Einer bietet an, zu mir rüberzusteigen und Räuberleiter zu machen. Mein Gesicht in diesem Moment sahen nur die anderen.

Dreist in diesem Moment kommt ein Hausbewohner und fragt: „Wollen Sie raus?“ Und ich konnte nur bejahend nicken und wie die Dschungelkämpfer rufen:

Ich will hier raus!

Vielleicht habe ich einen Sturzflug in vier kräftige Männerarme versäumt – doch diese Variante war mir die angenehmere 🙂

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

28 Kommentare zu “Aktuell – nicht rückgeschaut

  1. Die jeweiligen Gesichter hätte ich auch gern gesehen! Gute, gute Polizei, kommt so schnell herbei, um ein eingesperrtes Handymädelchen zu retten 🙂

    • Ich knuddel dich für das „Handymädelchen“ – aber na gut, wer über Tore klettern will …
      Schnell kann man wirklich sagen, denn bei dem Großstadtverkehr in 10 Minuten VOR den Gittern zu sein, ist schnell.

  2. Ich schweiß mich weg …*lol* So was kann auch nur dir passieren! Wat treibst du dich auch auf fremden Höfen rum … könnte ich jetzt noch zum Besten geben! *duck und weg*

    Schönen Abend wünsche ich dir 🙂

    • Ich sch“w“eiße natürlich nicht sondern schmeiße mich vor lachen weg. Prust*

    • „Wer den ‚Schaden‘ hat, braucht für die Lacher nicht zu sorgen“.
      Mein Akustiker hat natürlich gleich gesagt, als ich mit 15 Minuten Verspätung bei ihm eintraf: „Wenn Sie zu diesen Geräten den Telefonclip haben, dann müssen sie nie mehr wieder auf Hinterhöfen telefonieren, dann verstehen Sie alles glockenklar!“ – Der hat auch gleich seine Verkaufs-chance gewittert, doch das hat er auch verdient.
      Lasse es dir gut gehen und richte liebe Grüße von mir aus!

  3. Was für eine lustige Schreibe – ich bleibe Dir auf den Fersen! 🙂

  4. Ich kann mich nur den Vorschreibern anschliessen, saß ich doch auch hier und habe gelacht, das kann nur Clara passieren, das passt 😉
    Aufregung pur liebe Clara und Du hast es gemeistert, mit unserer Erheiterung kannst Du ja leben 🙂 wie Du selber schreibst.

    • Hallo Marion, du kennst mich ja auch schon ein wenig länger und weißt sicherlich, dass ich gern widerspreche. Das habe ich bei meinen Lehrern schon gemacht, das habe ich vor allem bei meinen Chefs gemacht. Und das muss ich jetzt leider auch bei dir machen 🙂
      Das ist nicht wahr, dass das nur mir passieren kann, denn der Beweggrund, auf den Hof zu gehen, war ja ein ganz nachvollziehbarer. Aber wahrscheinlich hätten die wenigsten daraus eine Geschichte gemacht. Vielleicht wären sie sich blöd vorgekommen – aber ich habe im Nachhinein gelacht. Das Bild, als ich oben auf dem Gitter hockte und versuchte, mit dem rechten Bein bis zum Knauf runter zu gelangen – das muss köstlich ausgesehen haben – vor allem mit dem großen Rucksack auf dem Rücken. Ich habe mich aber auch nicht getraut, den Rucksack einfach hinüber „ans andere Ufer“ zu werfen.
      Lasse es dir gut gehen, liebe Marion

  5. Eine köstliche Geschichte, liebe Clara. Obwohl für dich weniger schön sitze ich hier und lache. Was hat man denn früher gemacht, als es noch kein Handy gab? Da hättest du dann wohl doch über den Zaun steigen müssen. Ich glaube, die Polizisten werden das Ereignis auch noch eine Weile weitergeben. 🙂 🙂

    • Ute, ich kann mir vorstellen, dass es noch einige Witzchen auf seiten der Polizisten gegeben hat, vielleicht auch Erleichterung, dass sie mich nicht über das Tor hieven mussten.
      Ohne Handy wäre es so abgelaufen, wie ich bei Iris geantwortet habe: Ausharren und auf den/die BefreierIn warten.
      Einen wunderschönen Sonntag für dich!

  6. Wieder eine köstliche Clara- Geschichte und mein 2. Advent beginnt mit einem lauten Lachen.

    • Schön, dass ich zu deiner Erheiterung beitragen konnte, lieber Carlheinz, und das meine ich wirklich nicht ironisch. Nach wie vor glaube ich, dass es meine „Mission“ hier im Blog ist, Leute zum Lachen oder wenigstens Lächeln zu bringen. – Schön, wenn es gelingt.

      • Schmunzeln und Lachen ist gesund und macht Spass und verbessert und verschönt das Leben. Wenn man grad nix zu lachen hat, sollte man versuchen, über sich selbst zu lachen, bis wieder von außen ein Anlass zum Lachen kommt 🙂

  7. Was für eine nette Geschichte! Sachen gibt’s – die gibt’s gar nicht!
    Glückwunsch zur Rettung!
    Genieße deine Freiheit und den 2.Advent
    Liebe Grüße von Gabi

    • Meine erste Antwort an dich ist weg – aber ich weiß, da waren die Akkus der Tastatur leer und ich musste erst aufladen. Dabei scheint er den Kommentar nicht genommen zu haben. –
      Einen lieben Gruß zum ersten Kommentar von mir – ich bin heute frei rumgelaufen, habe alles mit Freude erledigt, mich an Märchen erfreut – richtigen Märchen, keinen Hinterhofgeschichten 🙂
      Ganz liebe Claragrüße zu dir!

  8. Abenteuer lauern überall! liebe Grüße an die „Freigelassene “ Leonie

    • Und Überraschungen auch, liebe Leonie. Und solange ich noch für Überraschungen lustiger Art zuständig bin, muss ich einfach weiterbloggen.
      Gruß auf die Insel mit ihrer schon so gut spanisch Sprechenden Gastbewohnerin

  9. Bestimmt in dem Moment nicht angenehm Trotzdem: Ich sitze hier mit einem breiten Grinsen. So viel Kopfkino …wunderbar geschrieben. Hab‘ einen schönen Sonntag – Iris

    • Iris, hätte es den Termin nicht gegeben, hätte ich am Gittertor auf den Befreier gelauert oder auf den ersten, der seinen Müll entsorgen oder sein Auto parken möchte. – Doch dann wäre nie eine Story für hier entstanden, denn mit abgefrorenen Händen hätte ich schlecht schreiben können 🙂
      Danke! Und der Gruß geht an dich mit gleichen Wünschen gefüttert!

  10. Verfilmt! Der schnellste Schriftführer hat wieder gebastelt…..

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