Claras Allerleiweltsgedanken

Der Adoptivhund in der Waschmaschine – RB

6 Kommentare

An diesen Beitrag werden sich Stammleser mit und ohne gutem Gedächtnis sicher noch erinnern, denn wo gibt es – außer bei Clara – über einen Hund in der Waschmaschine zu lesen?

Tierschützer können alle ruhig bleiben, nichts Widerrechtliches passiert und weder Lenny noch Lussy noch Lasko (gibt es eigentlich nur Hundenamen mit L 🙂 ) müssen in den weißen Kasten schlüpfen, wo sich am Ende die Trommel ganz schnell dreht.

Und die Adoption war eine auf Lebenszeit – mal sehen, wer den längeren Atem hat, Clara oder Benno. Zumindest sitzt er bei mir auf der Liege, verfolgt jede Fernsehsendung mit (gemäßigtem) Interesse und wird am herzlichstem von meiner Enkeltochter begrüßt, wenn sie hier zu Besuch ist. Ich (Kulturbanause) benütze ihn überwiegend als Kopfstütze.

Link: Der Adoptivhund in der Waschmaschine

3. September 2011 44 Kommentare

Ich habe es nicht übers Herz gebracht.

Vor ein paar  Tagen bot sich mir an einer Mülltonne dieses Bild:

Relativ ungerührt ging ich daran vorbei, obwohl mich der verkleidete Bär schon ein wenig an die Modenschau mit Bär und Hund bei mir zu Haus erinnerte. Beim Weitergehen überkamen mich so Fragen zu unserer Wohlstandsgesellschaft. Beide Tieren sahen so neuwertig aus, so “unbespielt” – gibt es nicht eine andere Möglichkeit der Weitergabe als “Endstation Mülltonne”?

Nun, man kann ihnen zugute halten, dass sie die beiden Tiere ja neben und nicht in die Tonne gepackt haben – vielleicht wollten die Entsorger Adoptiveltern anlocken. – Doch andersherum – wer nimmt heute schon noch etwas von Leuten, die er nicht kennt – da könnten ja Herr Bazillus Pommeranz und Frau Virusia Hinterschnupf im Fell sitzen und den lieben Kleinen schaden.

Ihr lest richtig – “den lieben Kleinen schaden” – aber auch den lieben Großen?

Schon in Görlitz hatten wir so eine traurige Story von einem blauen Langohrhaasen, der ausgesetzt auf einer Bank sein Dasein fristete. Aber er sah schon stark mitgenommen und vor allem sehr schmutzig aus – da regten sich keinerlei Adoptivomagefühle in mir.

Ich beobachtete die beiden Ausgesetzten – am nächsten Tag waren sie noch immer da. Ich beäugte sie ein wenig näher – sie sahen wirklich gut erhalten aus. – Und siehe da, als ich vom Einkauf oder so wiederkam, war Herr Bär adoptiert worden. – Und nun war der schwarze Hund mit dem wunderschönen Gesicht ganz allein — und er tat mir noch mehr leid. – Ich setzte ihn auf die orangefarbene Tonne, wünschte ihm eine süße kleine Adoptivmama und ging zum Akustiker. Die ganze Zeit sagte mein innerohriges Hörgerät  meine innere Stimme:

Du bist doch blöd, dass du dir um ein Kuscheltier Gedanken machst – soll es doch in der Tonne landen.

Doch nach ein paar Minuten kamen andere Töne:

Du bist ja leichtsinnig – wenn du wiederkommst, hat es dir jemand weggeschnappt und dann guckst du in den Mond – oder in die Tonne!?!

So, und jetzt machte ich es einfach vom Schicksal abhängig, ob ich Adoptiv-Mama oder Oma eines wunderhübschen schwarzen großen Hundes werde.

Und die Überschrift zeigt das Ergebnis an – veni vidi vici – was ja üblicherweise mit “Er kam, sah und siegte”  übersetzt wird und von mir abgeändert wird in:

Er lag neben der Abfalltonne
guckte mich mit seinen dunklen Augen an
und wanderte stehenden Fußes in meine Waschmaschine

um keimfrei zu werden und dann meinem in die Jahre gekommenen Hund Gesellschaft zu leisten. Ich muss mich mal bei der Hausverwaltung erkundigen, ob die Haltung von zwei Hunden in einer Wohnung erlaubt ist. *grins*

Wenn ein Kind adoptiert wird, bekommt es sehr oft einen neuen Namen – bei einem Hund ist das ähnlich. “Benedikt” wollte ich ihn nicht nennen, was kann der arme Hund dafür – also entschied ich mich für Benno (Name ohne L am Anfang!)

Benno kommt aus der Waschmaschine: Meine Nase, war ihm schlecht durch die Dreherei beim Schleudern – völlig entkräftet hängt er über der Klappe der Maschine.

Die nächste Station war die Trockenstange – aber die gefiel ihm erst recht nicht, weil sie das wenige, was noch im Bauch drin war, zusammenquetschte.

Also schlug ich ihm vor, mit mir auf den Balkon in die Sonne zu ziehen – und damit hatte ich endlich das Richtige gesagt. Sein schwarzes, bisher noch ziemlich zotteliges Fell wurde in der Sonne zunehmend schöner und schöner.

Könnt ihr sehen, wie geschafft er ist – er hat vollkommen die Fasson verloren.

… und das andere sind wunderschöne Zirrhuswölkchen.

Und wie er als vornehmer Clara-Stubenhund aussieht, zeige ich später mal – oder auch nicht.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

6 Kommentare zu “Der Adoptivhund in der Waschmaschine – RB

  1. Hast ihn also mitgenommen! Sehr, sehr gut!!
    Beim ersten Bild, in Unkenntnis der Story behind, dachte ich noch, der Schwarze wäre ein Echter.
    Scheint mir auf den Fotos übrigens immer noch so … 🙂
    Gut, dass er jetzt bei Omma Clara wohnt! 🙂

  2. An diesen Beitrag kann ich mich noch recht gut erinnern, weil ich damals dachte: 1. was ist aus dem Eisbären geworden? und 2. genauso hätte ich es auch gemacht! und 3. warum so ein ausgeprägtes Gefühl für Kuscheltiere? liebe Grüße und einen schönen Tag
    PS: existiert Hund noch?

    • Liebe Leonie, ich habe doch im Vorspann folgendes geschrieben:
      „Und die Adoption war eine auf Lebenszeit – mal sehen, wer den längeren Atem hat, Clara oder Benno. Zumindest sitzt er bei mir auf der Liege, verfolgt jede Fernsehsendung mit (gemäßigtem) Interesse und wird am herzlichstem von meiner Enkeltochter begrüßt, wenn sie hier zu Besuch ist. Ich (Kulturbanause) benütze ihn überwiegend als Kopfstütze.“
      Das ausgeprägte Bedürfnis nach Kuscheltieren kommt u.a. bestimmt daher, dass ich als Kind nur einen einzigen kleinen Teddy hatte. Heute ertrinken die Kinder beim Schlafen in ihren Betten fast in Kuscheltieren. – Aber in meinem Bett ist kein Kuscheltier, da bin nur ich! Aber 6 Bären und ein Dino sitzen hinter mir auf dem Regal – da freuen sich immer alle Besucherkinder.
      Er existiert nicht nur, er „lebt“ sogar noch.
      Liebe Grüße auf die „Besser-Wetter-Insel“ zu dir von mir

  3. Da fällt mir ein: Dienstvilla ohne Wachhund, das kann so nicht weiter gehen. Doch soll es Benno sein? Der wirkt ja wie mein Schriftführer, wenn er einen seiner ordentlich recherchierten Beiträge endlich fertig hat. Also..aus der Distanz….soll ich hinschreiben. Was noch? Nicht 1:1. Das muss aber reichen.

    • Nein, Benno auf keinen Fall – der ist zwar der größte Schlaffi aller Zeiten, aber weggeben werde ich ihn auf keinen Fall.
      Ich könnte gerade wieder mal im Quadrat ko….., mir ist wieder der Feed weggewandert – und jetzt habe ich mich gerade versucht, mit Chrome anzufreunden – aber Liebe auf den ersten Blick ist es jedenfalls nicht geworden.

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