Claras Allerleiweltsgedanken

Man kann auch übertreiben

25 Kommentare

Heutzutage sind die Pflaster so steril und so aufreißsicher verpackt, dass ich „fast verblute“, bevor ich überhaupt das Pflaster aus der Verpackung geschält habe.

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Jetzt zeige ich euch Fotos, die im ersten Moment nach einem Pflaster für die Seele schreien – aber in ca. 10 Tagen wird von diesen „Wand-Wunden“ nichts mehr zu sehen sein.

Alle Tapeten werden bis auf den Beton abgeweicht. Das war für den Maler und seine „Assistentin“ – (wenn ich Langeweile habe und auf einen Termin oder anderes warte, dann beteilige ich mich an dem Abfetzen der Tapete) – ein wirklich hartes Brot, besonders im Wohnzimmer. Sein Standardausspruch: „Die müssen mit Pattex geklebt worden sein“. Sie gingen wirklich nur quadratzentimeterweise ab. Anders im kleinsten Zimmer: Eingeweicht und die Bahnen blieben zum Teil von oben bis unten heil – allerdings auch da drei Schichten. Die Vliestapeten spalten sich ja in eine Ober- und eine Unterschicht – und das ist nicht politisch gemeint. – Aber noch darunter war zum Ausgleichen von Unebenheiten Papiertapete geklebt. – Genau nach einer Woche – Freitag zum Arbeitsschluss, war alles abgerissen. Die Müllsäcke stapeln sich nur so – und die langen Gardinenblenden samt indirekter Neonröhrenbeleuchtung versperren den Balkon.

Den hatte ich neben dem bereits fertigen Badezimmer schon aufgehübscht – neue Balkonkästen mit Vorratsbewässerung gekauft (die kosten ja inzwischen auch ein halbes Vermögen) und die fertigen Pflanzbehälter aus der Wohnung hingetragen und einfach in die Kästen gesetzt.

Etwas will ich noch zu dem hübschen Badezimmerschrank sagen, der leider meiner Waschmaschine weichen muss. Darin müssen die Kronjuwelen der englischen Krone gelagert worden sein, denn der Schrank war hinten in eine Schiene eingehängt, überall mit Silikon verkittet und  mit mehreren Schrauben rechts und links an die Nachbarschränke verschraubt. Sogar der sehr pfiffige Maler wollte schon das Handtuch werfen, bis er den Trick mit den Schubladen gefunden hat.

Der Schrank war sooooooooooo schwer, dass ich ihn noch nicht mal vor die Wohnungstür tragen konnte, geschweige die Treppen zum Keller. Wahrscheinlich lagert hinter den Pfeilen der Kronschatz!!!!!  – deswegen das Gewicht 🙂

Und hier zum Entspannen noch ein schönes Foto:

0908 Balkonausblick 93

Berlin ist nicht Paris – und Marienfelde nicht Mont martre, aber ich fand es dennoch passend:

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

25 Kommentare zu “Man kann auch übertreiben

  1. Sag mal, beteiligt sich der neue Vermieter eigentlich anteilig an den Renovierungskosten?

    Gruß aus Potsdam
    orangata

  2. Das sieht nach Arbeit aus. Die wunden Wände verpflastern. Feines Bild!
    Der Blick aus luftiger Höh‘ – himmelhoch freu ich mich da mit Dir!
    Es wird ein schöner Clara-Horst!
    Ganz liebe Grüß‘

    • Fee-lein-chen, „Clara-Horst“ ist ein ganz süßer Ausdruck mit meinen Initialen. Früher wollte ich ja immer ein Junge sein, aber Horst hätte ich dennoch nicht heißen wollen.
      Morgen früh gegen 9.00 kommen die roten Fliesen sukzessive an die Wand – und dann schau’n wir mal. Die Küche kommt erst nach dem Wohnzimmer und meinem Zimmer dran, denn dort wird nichts geliefert. Und das kleinste Zimmer und der Flur haben es auch nicht sooooooooooo eilig.
      Stell dir vor, ich gehe jetzt gleich ins Bett – ich bin fertig uff die Birne 🙂
      Lieb grüßt die Horst-Clara

      • Ach Clara…Du Nachtkind, ich lieg schon in meiner Wellen-Koje und schunkele…
        Du denkst an einen Kerl (nämlich Horst…who ’s the f….is Horst…?!!) und ich denke an den Adler-Horst. Nein, nicht wie Geier-Wally!
        Morgen gegen 9:00 Uhr denke ich Dir ein paar Gelinggarantiegedanken nach Berlin.
        Träum süß…
        …von Horst(en)…😎✨

        • Lieb-Fee, ich hatte das mit dem Adlerhorst schon begriffen, ohne die Geier-Wally anzudenken.
          Morgen vormittag überschlagen sich die Ereignisse – die Fußbodenauslegeware wird geliefert, ich bekomme die Fernbedienung für die Garageneinfahrt und ich muss wegen der späteren Liegenlieferung anrufen. – Und ich muss immer wieder in der Küche den Fortschritt begutachten. – Ich freu mich!

  3. Liebe Clara,
    ich gratuliere Dir zu Deiner herrlichen Wohnung mit einem geradezu fantastischen Fernblick über die Dächer von Berlin!!!
    Die viele Arbeit und Mühe lohnt sich, das sieht man!!!
    Angenehmen Sonntag
    moni

    • Täglich dreimal danke ich dafür, dass ich mit dem Maler so ein Glück habe – ich habe ihn aufgrund einer Hauswurfsendung gewählt, die ich vor ca. 3 Jahren im Kasten hatte. Ein Anruf zeigte, dass die Firma noch existiert. Und jetzt kann ich mich überzeugen, dass alles klappt. – Ich glaube, den Ausblick genießt er eher selten, da er nicht raucht und nicht auf dem Balkon steht.
      Wunderhübsche Grüße zu dir von HC = HandwerkerClara

  4. Eine feine „Ummantelung“ des eigentlichen Eintrags! Die Einleitung mit dem „Bild“ des gut verpackten Pflasters finde ich besonders gelungen!

    • Liebe Sonja, bis zum 8. August, 22.30 Uhr standen nur diese ersten zwei Zeilen mit dem Pflaster da – aber das erschien mir dann doch etwas mager.
      Und da mir die Überschrift zu den fast unlösbar angebrachten Tapeten sehr passend erschien, blieb sie auch stehen.
      So hat sich wieder mal etwas gefügt, was ursprünglich nicht so gedacht war.

  5. Es geht voran liebe Clara. Schade, dass der Badezimmerschrank weg muss. Aber die WaMa ist natürlich wichtiger. Einen herrlichen Blick hast du aus deinem neuen Domizil.

    • Hallo Ute, zuerst wollte ich den Badschrank dem Sozialprojekt mitgeben, aber jetzt behalte ich ihn doch im Keller. Er ist mit den Schubladen sehr gut für Kleinteile geeignet. – Ich muss mal sehen, wie ich meinen Badkrempel unterbekomme, denn die Spiegelschränke fallen ja auch weg – d.h., einer kommt ins kleinste Zimmer. – Bisher habe ich die Zierregale im Bad mit Fischen dekoriert, wie das hier im alten auch war, aber vielleicht muss da noch was geändert werden. – Der verbliebene Schrank hat eine Glasscheibe, so dass ich da auch nicht einfach Krusch dahinter aufheben kann. Notfalls kommt auf die Glasscheibe eine Folie – da bin ich ja erfahren.
      Es ist schon lustig – in der Fischerinsel haben wir von 1970 bis 81 im 6. Stock eines Plattenbaus gelebt – Erstbezug. Dann sind wir 1981 in den 16. Stock gezogen, auch Plattenbau, 76er Baujahr. Und jetzt werde ich im 7. Stock eines Plattenbaus wohnen, das so ungefähr in der gleichen Zeit gebaut wurde.

  6. Diese Wohnung ist optimal für dich liebe Clara, da kannst du gut leben Himmelhoch oben über Berlin… wenn dank dem Vorzugsmalermeister tapetenpolitisch Ober- und Unterschicht restlos entfernt sind und alles farbig schön ist und kein Elektrokrimi die Harmonie stört…

    • Carlheinz, du hast so etwas von Recht: Zu HIMMELHOCH passt nur das oberste Geschoss. – Ganz oben hat noch einen Vorteil: Wenn ich meinen Elektrogrill auf dem Balkon anwerfe, stört der Fleischgeruch keine Nachbarn.
      Wenn der September vollständig ins Land gegangen sein wird, ist die alte Wohnung weg und die neue ganz schön fertig – vielleicht noch nicht 100%ig, aber die Umzugskartons werden sicher auch schon weg sein, denn bei so etwas bin ich schnell.

  7. Einen schönen Ausblick hast Du da von Deinem neuen Penthous über Berlin :-). Wann ist denn alles fertig? Liebe Grüße Leonie

    • In der neuen Wohnung wird wohl Ende August handwerklich alles fertig sein. Dann lasse ich alles von I..blaugelb aufbauen, damit ich die Kartons besser ausräumen kann. – Am 10.9. lasse ich mir die Umzugskartons liefern. – Am 23.9. ist der Umzug und auch gleich das Entrümpeln. Falls dann noch was ist, habe ich noch bis Monatsende Zeit, denn die Übergabe ist am 30.9. Und dann habe ich nur noch eine Wohnung.
      Aber davor ist ja noch ein anderes „Mammutereignis“ zu überstehen 🙂
      Lieb grüßt die Clara

  8. Da kommen bei mir Erinnerungen an das vergangene Jahr auf. Bei uns waren die vorherigen starken Raucher die uns das Leben schwer gemacht haben. Wir mussten den Fliesenspiegel in der Küche erneuern, den Schmand bekam man selbst mit dem Spachtel nicht runter. Die Decken sind dreimal mit Spezialfarbe gestrichen worden, das Braune kam immer wieder durch. Die Teppichböden waren mit Katzenurin durchtränkt und unsichtbar gemacht mit billigsten Laminat. Nur der Geruch war natürlich nicht zu überdecken.
    Das ist nur eine kleine Auswahl.
    Du bist ja sicher auch heute wieder an schaffen, viel Spaß 🙂

    Alles Liebe
    Barbara

    • Um Gottes Willen, liebe Barbara, das hört sich ja bei dir nach absolutem Chaos an – Raucher, Katzen und Dreck – irgendwas davon ist zu viel, da bin ich ja in ein echtes Paradies gezogen. Deswegen war ich auch ziemlich sauer, als der Elektriker mit seinem Kumpel die Bude blau geraucht haben.
      Mein vielleicht einziges Werk heute war folgendes: Die Liege, die mit umzieht, sollte kleine Füße bekommen. Am Fußende war das kein Problem, die waren schnell festgeschraubt. Aber das Kopfende sperrte sich – mit nichts konnte ich die Liege anheben – der Kuhfuß war schon verpackt. Also holte ich einen Spanngurt, befestigte ihn im Gestänge des Klappenöffnungsmechanismus, stieg mit Kopf und Schulter hinein – und die Liege hat jetzt vier Füße!
      Lass dich lieb grüßen, mir geht es gut – das gleiche wünsche ich dir!

  9. Noch sieht es wüst aus, liebe Clara, aber auch schon recht geordnet. Du hast Recht, bald wird man von den Wunden nichts mehr sehen.
    Das mit dem zentimeterweise Tapete abkratzen, mehrere Schichten übereinander, kenne ich. Im Dörfchen war das so, und beim „Rückzug“ nach Leipzig auch. Pflaster und Bandagen brauchten damals meine Hände, weil ich irgendwann die Spachtel nicht mehr halten konnte und über die rauhe Wand geschrammt bin. Es geht vorbei und wird vergessen.
    Einen schönen Ausblick über die Dächer hast du.
    Gruß von der Gudrun

    • Gudrun, ich hatte manchmal einen Krampf in der Handmuskulatur und konnte den Spachtel nicht mehr halten. – Mich erinnert dieses Abkratzen bis auf den Beton an unsere Wohnung in der Fischerinsel, die wir 1981 bezogen – leider sind wir 1985 schon wieder ausgezogen. Die Leute nach uns hatten es leicht, denn die konnten die eine Schicht Raufaser überstreichen. Wir mussten mehrere Schichten abweichen. Es war nur deswegen so erstaunlich, weil das Haus erst Mitte der 70er Jahre gebaut worden war. Wir waren bass erstaunt, wie man in so kurzer Zeit so viele geschmacklose Tapete übereinander kleben kann.
      Am Samstag hatte der Maler eine tolle Überraschung für mich. Ich wollte neue Getränke liefern und wunderte mich, dass das Radio spielte und nicht abgeschlossen war. Ich meinte schon, ich hätte beides vergessen. NEIN – er war da und hatte die Küche fliesenlegerfertig aufbereitet und drei Wände des Wohnzimmers schon gespachtelt. – Ich habe mir fast einen Wolf gefreut – oder wie das heißt.
      Zum 197sten Mal sage ich, du kannst gern den Ausblick in natura ansehen kommen, wenn du es schon nicht in die alte Wohnung geschafft hast!
      Lieb grüßt Clara

  10. Sind das nicht Vinyltapeten? Vlies kann man abziehen wie der schäuble den Griechen.

    • Ob Vinyl- oder Vliestapeten, ist mir relativ egal. Es ist nur komisch. Diese huckeligen Tapeten waren ausnahmslos überall geklebt – nur in einigen Zimmern gingen sie leicht ab und in anderen, wo noch mehrere Unterschichten vorhanden waren, wollte das so gar nicht klappen. – Jetzt ist es mir egal, jetzt ist Tapeten abweichen Historie.

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