Claras Allerleiweltsgedanken

Dicht vorbei ist auch daneben

18 Kommentare

Plötzlich (und nur zum Teil unerwartet) standen am 29. August  Tochter und 2 Enkelchen vor der Tür – der Kinderpapa wollte nicht mit uns feiern – als Ausgleich blieben die drei länger. Ich war zwar darauf nicht eingestellt, denn die Liege war verschenkt, das Bettzeug schon in Säcken verstaut – aber die große Hitze erlaubte es allen, nur unter einem Bettbezug immer noch zu schwitzen. Ansonsten wurden Fernsehsessel zum Schlafen umfunktioniert. Bei good will geht alles. – Als der Sessel dann nachts doch zu unbequem war, schliefen alle drei auf der Doppelbettcouch – sie lagen wie die Heringe in der Sardinenbüchse.

A propos verschenken. – Wenn man helfen möchte, muss man z.T. einen Hürdenlauf absolvieren. Mehrere Sammelstellen für Spenden sind bis über die Halskrause in ihren Kapazitäten überfüllt, so dass die von mir herausgesuchten Wintersachen nicht genommen wurden. Da ich die Kiste nicht umpacken wollte, versuchte ich es da und da auch noch – erfolglos. – Jetzt hat es ein Sozialladen bekommen, der es für geringes Geld verkauft, ist mir jetzt auch recht. – Das Geld bin ich viel unkomplizierter losgeworden als die Sachen, was ich aber auch irgendwie verstehen kann. Kopfkissen und Bettzeug beanspruchen mehr Lagerkapazität als der Gegenwert in Geld.

*********

Aber jetzt zu der Überschrift. Tochter musste und wollte Schulvorbereitungen machen, mit den Enkeln wollte ich in die  Gärten der Welt in Marzahn. Ins Auto gesetzt, Ziel im Navi programmiert, Schattenplatz für das Auto auf dem Parkplatz gesucht und Eintrittskarten gelöst. Gleich hinter dem Eingang ist ein Lageplan. – Beide Kinder kennen den Garten, beide suchen auf dem Plan vergeblich das große Labyrinth – auch ich suche eifrig mit. Bis es mir plötzlich wie Schuppen aus den Haaren fällt: „Wir sind im falschen Park oder Garten!!!!“ Statt in die „Gärten der Welt“ bin ich in den Britzer Garten gefahren, der mehr oder weniger um die Ecke bei mir ist. Der Kassenmensch war so nett und gab uns das Eintrittsgeld zurück, so dass wir dann zum richtigen Ziel aufbrechen konnten. Die vielen Wasseransammlungen im Park machten uns den Park trotz Hitze sehr angenehm – nur die vielen Wespen waren ekelhaft, eine davon suchte sich meinen kleinen Finger als Anflugplatz zum Stechen aus. – Gleich daneben war ein Kiosk wo ich zum Kaffee ein Glas Wasser zum Kühlen des Fingers wollte – ich bekam eine Zwiebelscheibe, die viel besser geholfen hat.

Vielleicht war ich einfach deswegen so durcheinander, weil ich meine zwei Paar Ersatzschlüssel nicht gefunden habe. Der Sohn will nichts davon wissen, dass er eine Garnitur hat, ich hoffe aber, dass sie sich noch anfindet. – Und wo mein Reserveschlüssel ist, das weiß vielleicht der heilige Antonius, der Schutzpatron aller Verlierer und Schussel. Das kann mich ganz schön teuer kommen, wenn ich die nicht bis zum Auszug auftreibe.

Inzwischen hat sich alles eingefunden nach längerem Suchen. Ein schlechtes Gedächtnis macht wirklich Mehrarbeit. 🙂

 

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

18 Kommentare zu “Dicht vorbei ist auch daneben

  1. Als jemand, der einmal nach 14 Tagen seinen Salzstreuer im Kühlschrank wiedergefunden hat, habe ich da vollstes Verständnis.

  2. Liebe Clara,
    momentan wird Dir in Sachen Flexibilität so einiges abverlangt, gell. 😉
    Behalte Deinen klaren Kopf und nimm Dir zwischendurch immer wieder mal eine kleine Auszeit, eine kleine Regenerationspause, das tut gut und erspart viel Ärger. 😉
    Lieben Gruß
    moni

    • Liebe moni, die Pausen nehmen mich, nicht ich die Pause 🙂 – Ich werde oft blitzartig von einem Halbstundenschlaf gestreift, aber das ist auch gut so. – Jetzt muss ich nur noch den Behördenkram erledigen, Kisten packen, Kisten auspacken und dann ist auch schon alles vorbei. – Leider sitze ich so etwas nicht mehr auf einer Backe ab, aber ganz lieben Dank für deine guten Wünsche und ein Gruß geht zu dir von
      Clara

  3. Es ist so tröstlich, wenn man weiß, dass es anderen Menschen auch so geht. Bei mir ist es so, je länger ich suche, desto geringer ist die Chance, das Gesuchte zu finden. Also abwarten, irgendwann ist bisher alles wieder aufgetaucht. Allerdings musstest du ja in deinem speziellen Fall die Schlüssel wegen der Übergabe schneller finden. Hauptsache, jetzt ist wieder alles im Lot.

  4. Ich erinnere mich noch heute, dass vor über 40 Jahren eine Woche vor dem Umzug Schwägerin und Schwager mit Baby und Kleinkind plötzlich vor der Tür standen. Wir haben dann in den 13 qm-Zimmerchen, in dem gewohnt, geschlafen, gekocht und gewaschen wurde (ja so etwas gab es!) zwei Nächte zu 7. geschlafen. In der dann bezogenen 2-Zimmerwohnung wurde es bei Besuch auch nicht viel besser.Die Ostsee vor der Haustür zog immer viel Verwandschaft, Freunde und Freunde von Freunden an. Um so ruhiger haben wir es jetzt in der tiefsten Provinz. Leider.
    Ach Clara, ich kann zwar Deine Unruhe wegen der fehlenden Schlüssel vor dem Umzug verstehen. Aber suchen wir nicht alle und, mit zunehmenden Alter immer mehr, immer etwas? Meine bessere Hälfte meint dann immer: wo hat es die Katze denn wieder hingeschleppt ! (Wir haben keine Haustiere außer Fischen.)
    Bald hast Du es ja geschafft und bist in Deiner Villa Kunterbunt. Dann kommt nur noch die Phase des Suchens, wo was seinen Platz gefunden hat und Du kannst Dich zufrieden zurück lehnen und Dein neues Zuhause genießen.
    Möge alles weiter weitestgehend nach Plan laufen!!!

    • Liebe Biene, den Ausspruch „Wo hat es denn die Katze wieder hingeschleppt“ finde ich großartig – ab sofort werde ich mit mir selbst reden und mir eine imaginäre Katze anschaffen.
      Das mit der Wohnungsgröße kenne ich. Wir haben 1971, als das zweite Kind bereits geboren war, eine 2-Zimmer-Wohnung mit 49 qm bekommen und ganze 10 Jahre darin gewohnt. Nicht nur die Oma kam regelmäßig zu Besuch, auch andere, die in Berlin die besseren Einkaufsmöglichkeiten nutzen wollten und mit vollgeladenem Trabant wieder abfuhren.
      Danke für das Mitgefühl – aber die längste Zeit der Unruhe und Unordnung ist wirklich vorbei.
      Auf die Sucherei in der neuen Wohnung bin ich jetzt schon gespannt.

  5. Der heilige Antonius und ich sind alte liebe Freunde. Wie oft habe ich mich schon bei ihm bedankt, wenn er mir verlorene Dinge (oder sogar Menschen) nach inständigen Stoßgebeten zurückschickte oder mir verriet, wie und wo ich sie finden könne. Ich mag den heiligen Antonius und wie ich sehe, hältst auch Du ihn ordentlich auf Trab! Zu meinen vielbeschäftigten Heiligen im Dauereinsatz zählen auch der heilige Christopherus und natürlich Maria, bei der ich mich mit schöner Regelmäßigkeit ausheule, wenn mich mal wieder keiner mehr versteht.
    Beim nächsten City-Besuch wird mich wieder der evangelische Pfarrer anquatschen, was ich denn mit meinem alten Rosenkranz in seiner Kirche verloren hätte und mich zur katholischen verweisen. Wie immer werde ich ihn angrinsen und antworten, dass ich was ich suche überall finde und meine Heiligen auch bei den Evangelischen und aus lauter Protest eine Kerze für meine Kumpel im Himmel anzünden. Wie immer wird er grinsen und sich an mich erinnern (Ich kenn Sie doch irgendwie…???) und wie immer werden wir lachen über Dogmen und Vorgaben, wenn ich ihn zum x-ten Mal frage, wann er denn nun endlich die Marienstatue für mich verirrtes Katholikenschaf in seine hübsche Kirche stellt.
    Grüß Antonius von mir, er ist einfach knorke!😉✌️
    Liebe Morgengrüße✨

    • Deine Worte finde ich so unendlich schön – ich hatte bisher den Hl. Antonius schon oft beschäftigt und auch schon mal richtig ent-lohnt, doch ansonsten ist der Hl. Florian MEIN Heiliger – der Schutzpatron vor Feuer. Der hat schon ordentliche Arbeit geleistet. – Warum zog es mich noch nie zu Maria, wo ich doch an einem ihrer Feiertage Geburtstag habe. – Mit ihr werde ich mich mal nach dem Umzug näher beschäftigen. – Jetzt sollte ich ins Bett, einfach nur hundekaputt.

  6. Das ist normal, wenn man sooo viel im Kopf hat. Ich suche nach 6 Monaten Einzug immer noch Dinge. Dann entdecke ich Sachen, wo
    ich gar nicht mehr wusste, dass ich so was besitze.
    Muss jetzt Treppenhaus putzen, bin dran!

    Ein schönes Wochenende
    lieben Gruß
    Barbara

    • Liebe Barbara, der erste Absatz ist absolut klasse und wahr und richtig – genau so wird es mir auch gehen. – Wenn es nicht gerade wichtige Sachen sind, kann ich es ab. – Vor einigen Wochen suchte ich meine geliebte Kamera. – Sie fand sich in einer Kühltasche an, die ich irgendwo vergessen hatte. Ich nahm sie mit Melonenstücke hin – und dann räumte ich eben auch den Fotoapparat hinein, weil ich alles mit nach Hause nehmen wollte.
      So in etwa läuft das öfter ab.
      Ach, es ist so schön, wenn ich lesen kann, dass es anderen auch nicht anders geht.
      Lasse dich liebevoll vor Freude umarmen von Clara

  7. so ist es – ich habe mir schon mehrmals vorgenommen, jede handlung abzuschliessen und mich nicht ablenken zu lassen von irgend etwas, das mich auch noch anspringt … aber immer wieder vergesse ich, diesen vorsatz durchzuziehen. oder mir vorgenommen, diejenigen dinge, die ritualisiert sind auch ritualisiert immer wieder an denselben ort zu legen. auch diesen vorsatz ziehe ich nicht konsequent durch. so komme ich immer wieder zu mehrarbeit. ich übe weiter.

    • Ach liebe Barbara, das werde ich wohl bis zum Ende meiner Tage nicht mehr richtig erlernen. Aber ich weiß, dass es mit der Konzentration wieder besser wird, wenn ich mich nicht im Hinterkopf immer auf andere Dinge fokussiere, sondern wirklich nur noch auf das, was ich gerade machen will.
      Ich glaube, das größte Problem ist bei mir das Gedächtnis. Ich hatte das dritte Schlüsselbund schon ganz „ordentlich“ in eine Kulturtasche gepackt zu Sachen, die ich bei der Wohnungsübergabe brauche. Und das hatte ich total vergessen. Ich suchte sie in dem Korb, in dem alle meine Reserveschlüssel liegen.
      Mal sehen, wie es wird, wenn ich alles in der neuen Wohnung „suchen darf“.
      Lasse dich lieb grüßen von mir

  8. Krass! Toll! Herrlich! Wunderbar! Du weißt schon!

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