Claras Allerleiweltsgedanken

Einleben ist angesagt

17 Kommentare

Die ersten Tage bedeutete das, wirklich ca. 18 Stunden ununterbrochen auf den Beinen zu sein – entsprechend schmerzten sie dann am Abend. Und was will der Mensch in so einer Situation machen: ??? Schlafen!!!

Also legte ich mich auf meine neue, todschicke Polsterliege. Doch das nicht lange – ich drehte mich zur rechten Seite – ging nicht, Schleimbeutelentzündung im Weg; ich drehte mich zur linken Seite: ging nicht, Schmerzen vom Ileosakralgelenk spielten verrückt; ich drehte mich platt wie eine Flunder auf den Rücken: Zu hart für das empfindliche Prinzesschen auf der Erbse. Drei Nächte startete ich einen Einschlafversuch. Vor lauter Erschöpfung wankte ich ins Wohnzimmer und klappte den Fernsehsessel nach hinten – das brachte Erfolg.

Nach diesen drei Tagen wendete ich die Prinzessin-Methode an: Schaffelle untergelegt, dickes Winterbett darauf gepackt – und – Erfolg wieder nicht zufriedenstellend.

1010 Prinzessin auf der Erbse 83

Zum Glück stand ja im Besucherzimmer meine alte Liege. – Das Zimmer war gleich von Anfang an ziemlich gemütlich, weil ja dort nicht viel eingeräumt werden musste.

1010 Prinzessin reißt aus

War ich vom Tagewerk erschöpft – hier konnte ich mir sogar ein wenig Fernsehen gönnen – zwar nicht in HD-Auflösung, weil das mit dem Kabelreceiver bei Satellitenempfang natürlich nicht funktionieren kann – aber das war mir egal, ich schlief eh nach kurzer Zeit vor Erschöpfung ein.

1010 Besucherzimmer

Jetzt bin ich zu folgendem Entschluss gekommen: Die neue Liege kommt ins Besucherzimmer, die braune wird verschenkt und ich kaufe mir das  beste Bett meines Lebens: 1,20 breit als jetzt nur 0,90, mit Probe gelegener Feinstmatratze und einem Lattenrost, den ich am Kopfteil und / oder am Fußteil mit elektrischer Fernbedienung verstellen kann. Und mit diesem Bett fahre ich dann in 15 Jahren bei meinem nächsten planmäßigen Umzug in den Himmel – direkt und ohne Umwege. Ich weiß nur nicht, wie ich durch meine enge Schlafzimmertür hinaus gelangen werde.

Und dann kam der Tag 5 nach meinem Umzug. An meiner Tür klebte folgender Zettel:

1010 Nachbarbrief

Dazu muss ich sagen, dass die gleichen Sachen nie länger als 1 bis 2 Tage standen, dann wurden sie zum Sperrmüll gefahren oder – bei vernünftigen Sachen – als „Zu verschenken“ gekennzeichnet an eine markante Stelle auf der Straße gestellt. Ein voller Umzugskarton war nach kürzester Zeit leer geräumt und der Karton sogar ordentlich in der Papiertonne entsorgt.

Ich glaube, ich bin schon bei einem Einzug freundlicher begrüßt worden. – Da er mehr oder weniger anonym geschrieben war, konnte ich nur auf diesem Zettel antworten: …… Leider erlaubt die Gewerkschaft der über 70jährigen Rentnerinnen keine längere Arbeitszeit als 16 Stunden am Tag – und diese Zeit überschreite ich täglich. …“ – Klammheimlich wurde der Zettel wieder entfernt.

Das war ja fast so „motivierend“ wie die Bemerkung einer jungen Frau. Sie meinte, ich hätte doch den ganzen Tag nichts anderes zu tun als meinen Umzug vorzubereiten, ich solle mich nicht so anstellen (sinngemäß) Sie sei mit 35 trotz Arbeit und zwei Kindern umgezogen. Dabei vergaß sie offensichtlich ihren helfenden, ebenfalls nicht berufstätigen Mann zu erwähnen und übersah den geringen Altersunterschied. Als ich 55 war, richtete ich gleichzeitig die Wohnung meiner Mutter und die meinige ein und wuppte eine neue Arbeitsstelle. Damals fiel mir das auch nicht so schwer wie heute, dass ich tagelang jede Faser in meinem Körper spürte.

Ich beschloss, diese Bemerkung unter „Ulk“ zu verbuchen.

Dafür gab es aus Bloggerkreisen ganz, ganz herrliche und liebevolle Überraschungen. Wenn mich ein „lila Bedürfnis“ überkommen sollte, zwei Bloggerinen haben unabhängig voneinander vorgesorgt – wie reizend.

Und als mich nach einigen Tagen eine richtig schlimme Bronchitis ereilte, bekam ich von einer Fee ein Gesundheits-Strotz-Päckchen. Geschmeckt hat alles sehr, sehr gut, nur hat sich die Verschleimung mit lästigem Reizhusten noch nicht vom Acker gemacht.

Aber es geht vorwärts, es geht voran – und bald werde ich nicht mehr merken, dass ich MAAAL umgezogen bin.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

17 Kommentare zu “Einleben ist angesagt

  1. Himmelfahrtskommando in 15 Jahren?

    Abgelehnt. Du wirst hier noch viel länger gebraucht. Allein fürs Bloggen und noch für vieles mehr.

    Ich wünsche dir jedenfalls eine gute, lange Zeit in dieser Wohnung. Und die Nachbarn mögen mal bisschen freundlicher werden.

    • Danke danke, liebe chinomso. Aber ich dachte mir so, man soll mit dem alt werden auch nicht übertreiben.

    • Danke für die guten Wünsche, liebe chinomso. – Du glaubst wirklich und wahrhaftig, dass ich hier bis 85 blogge? Da gibt es Millionen andere, die das genau so gut oder besser können, da fiele es nur in den ersten Wochen ein wenig auf, dass ich nicht mehr schreibe. Manchmal ist es gut, dass der Mensch vergesslich ist, sonst würde er an seinem Kummer zugrunde gehen.

  2. Du, Clara, eine wahnsinnig fleißige Ausnahmeerscheinung!
    Und: waaaaaaaaas, noch eine andere Bloggerin schickte dir einen solchen Artikel fürs Bad? Unglaublich. Doch toll für dich, dabei hättest du noch Werweißwas gebraucht…
    Das mit den Nachbarn wird schon noch werden, glaube ich.

    • „Er war fleißig stets bemüht …“ – Fleiß ist für mich nicht das allerhöchste Kompliment, doch in diesem Falle kann ich es wirklich nicht anders nennen. Vom Prinzip her könnte ich ja annähernd fertig sein, wenn mir (von anderen) nicht fortlaufend neue Gedanken ins Ohr gesetzt werden, die bei mir auf fruchtbaren Boden fallen, weil ich (ganz tief in meinem Inneren) ähnliches gedacht habe. – Der „geerbte“ Eckschrank aus Kirschbaumholz für Gläser und Geschirr sieht ja für sich wunderschön aus, aber er passt hier nicht rein, bei den fast durchweg weißen oder schwarzen Möbeln ist er ein Fremdkörper. – Ich überlege ernsthaft, ihn zu verkaufen und mir etwas Weißes zu kaufen – muss nicht so riesig sein. – Ich werde mal in Möbelgeschäften gucken, ob ich mir etwas anderes vorstellen kann.
      Wenn ich meinen Sohn nicht hätte, sähe ich ganz schön blöd aus, denn der Maler = Allroundhandwerker, der noch einen Tag kommen wollte, hat es bisher nicht geschafft.
      Liebe Sonja, wirklich „gebraucht“ habe ich eigentlich gar nichts – aber lilasüß fand ich die Idee schon, zumal von anderer Seite so rein gar nichts kommt.

  3. Viele liebe Grüße (und Dir Gesundheit wünschend…)
    …von Deiner Fee✨

    • Die „Gesundheit“ hört nicht auf dich – jetzt habe ich schon zu dem ekligen Zwiebelsaft gegriffen, aber die Verschleimung im oberen Drittel der Bronchien geht und geht nicht weg.
      Heute kümmere ich mich um ein Bett (hoffentlich klappt es) und um den Umtausch der Waschmaschine.
      Ich hoffe, dir geht es gut!

      • Du brauchst RUHE! Darum sitzt das so hartnäckig…
        Schonung. Füße hochlegen und solche Dinge…
        Um ein Bett kümmern ist schonmal eine super Sache. Früh zu Bett gehen noch besser. Spitzwegerichsirup ist nicht ganz so gemein wie Zwiebelsaft. Schal um Hals. Schlafen.
        Ach, menno…ich weiß, das sind alles fromme Wünsche, gerade wenn noch so viel zu erledigen ist…
        Ich drück Dich…✨

      • P.S. Mir geht es gut. Ich falle um halb elf abends kaputtgearbeitet in die Heia und wenn ich mich nicht kaputtarbeite, lese ich ein Buch oder fahre Rennrad oder gehe an die frische Luft. Meine Schniefnase ist fast wieder heile. Tagelang ins Bett legen kann ich mich damit auch nicht. Aber mit Kamille inhalieren. Wirkt übrinx auch prima…😉✨

  4. Sehr traurig, dass die Nachbarn nicht den Mum haben mit dir Aug in Aug zu reden!
    Ich wünsch dir weiterhin gute Besserung. Fühl dich umarmt 🙂

    Liebe Grüße 🙂

    • Liebe Lucie – ich denke ja nach wie vor, dass es „die Wohnung“ von gegenüber ist, die mir diesen Zettel geschrieben hat. – Er hat zwei wunderschöne Pflanzen vor der Wohnungstür im Flur stehen – die größere von beiden bekommt rundherum gelbe Blätter – zur Strafe!!!!!!!
      Es arbeitet in mir wegen eines weißen Eckschrankes!
      Drück dich!

  5. Ja, kauf dir ein richtiges Bett liebe Clara mit allem Drum und Dran und bitte vorher probeliegen. Eine sehr vernünftige Idee. Und dann Türe zu und ausruhen, ausruhen, ausruhen. Du hast das wirklich jetzt nötig und auch verdient. Liebesbriefe von Nachbarn bekommst du hoffentlich nicht mehr so schnell. Darauf kann man verzichten.

  6. Hast du nicht Probe gelegen bei deiner neuen Liege? Sollte man immer machen. Aber die Lösung, die du dir überlegt hast, ist die Richtige. Ja ja, die lieben Mitbewohner, die meinen immer, sie müssten die Neuen erst mal belehren. Anonym ist sehr feige, ein offenes Wort kommt viel besser an. Für alle Wehwehchen wünschte ich dir erst mal gut Besserung.

    Ein ruhiges Wochenende von mir!
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Nein, liebe Barbara, habe ich nicht. In mehreren Möbelhäusern in Berlin bekam ich nichts, was mir auch nur annähernd gefallen hat. – Vor langer Zeit gab es mal eine, die sehr hübsch war, aber eben auch viel zu niedrig.
      Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich auf einer Liegefläche mit Komfortpolsterung NICHT liegen kann.
      Der Tausch zwischen meinem und dem kleinen Zimmer hat mit Hilfe meines kräftigen Sohnes stattgefunden. Sie macht sich dort auch wunder-, wunderbar. – Heute gehe ich in ein renommiertes Bettenhaus, vielleicht bekomme ich dort meine Wünsche erfüllt. – Sonst muss ich eben noch ein wenig länger suchen. – Bis auf die Liegehöhe schlafe ich inzwischen auf meiner alten, vertrauten, „durchgelegenen“ und angepassten Liege sehr gut – das Thema Schlaf kann ich also momentan ad acta legen – bis das neue Bett kommt 🙂
      Mach es gut, du treue Seele, und dank für allen Zuspruch sagt
      Clara

  7. Das ist ja eine Begrüssung ! Das erinnert mich gerade an einen Umzug von mir . Das war auch ein Witz . Die Nachbarin im Erdgeschoss begrüsste mich indem sie mich als erstes kräftig an schnauzte , wir sollten doch gefälligst nach jedem Möbelstück oder Karton den wir reintrugen die Haustüre schliessen .
    Ich wünsche dir das du bald fertig wirst und einfach in Ruhe entspannen kannst .
    Und ein neues Bett , ist ganz bestimmt eine sinnvolle Anschaffung , das kann viel ausmachen .
    Ausserdem wünsche ich dir noch nette Nachbarn .
    L.g.Anja

    • Anja, ich glaube, wäre ich im Winter hier eingezogen, hätte ich mir das gleiche mit der Haustür anhören können. Bei einer Gelegenheit, wo ich auch alle „drei“ Hände voll hatte, fiel schon so eine Bemerkung.
      Ich stelle mir als Ziel, nach 4 Wochen (23. Okt.) mehr oder weniger fertig zu sein. Ob dann schon ein neues Bett steht und ob meine neueste Idee, den wunderschönen Kirschholzeck-Vitrinenschrank (der vom Stil und von der Farbe so gar nicht zu meinen Möbeln passt) gegen einen weißen auszutauschen, das weiß ich nicht. Aber ich muss ja auch 2016 noch was zu räumen und zu kramen haben.
      Grüße mir deinen Vierbeiner und sei selbst lieb gegrüßt von Clara

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