Claras Allerleiweltsgedanken


19 Kommentare

Marienfelde ist un-schön …

… aber nicht überall. Ich bin beim Aussuchen der Wohngegend einfach von der Hauptstraße falsch abgebogen. Wäre ich nicht links in den belebten Richard-Tauber-Damm eingebogen, wo die Aussicht aus dem Fenster unheimlich viel hässliche Industrie zeigt, sondern nach rechts in die Halker Zeile, dann wäre ich in einer wunderschönen ruhigen Straße mit gediegenen Einfamilienhäusern gelandet, die schon einen bedrohlichen Geruch nach Reichtum und Snobismus haben. – Und spätestens da habe ich erkannt, dass ich vielleicht doch nicht FALSCH abgebogen bin, denn in eine snobistische Wohngegend hätte ich nun gleich gar nicht gepasst.

Wenn ich mich wirklich mal erholen will, möchte oder gar muss, fahre ich in den Park, von dem ich schon erzählte. Er entschädigt für viele un-schöne Ecken in Marienfelde.

Seit gestern ist ALLES anders – oder zumindest ein wenig ist anders. Ich habe nämlich meine alte Telefonnummer zurück, die Ka<bel Deutschland inzwischen angebrütet hat, so lange, wie sie darauf gesessen haben. Zum Glück hat sie sich nicht verändert. – Ich muss den Magenta-Riesen wirklich loben, mit einer Engelsgeduld haben sie mich durch alle Tücken des Konfigurationsprogramms geführt. Es klappte nicht, weil die Nummer zwar schon „da“ war, aber noch nicht ins System eingepflegt werden konnte. Ich konnte zwar anrufen und sie erschien auf der Gegenseite auch auf dem Display, aber ich konnte nicht angerufen werden: Wie lange der Spruch: „Diese Nummer ist nicht vergeben!“

Und dann bin ich auf den letzten Point den Spiegelschrank losgeworden – zwar nur für einen Appel und ein Ei – aber er steht mir nicht mehr im Weg und behindert nicht die Aufstellung meines „Traumbetts von der kleinen Hävel-Frau“. Im Märchen ist es zwar der Hävelmann, aber wir sind ja flexibel.

Die Serie meiner „Zweitversuche“ läuft. Als erstes erzählte ich ja von dem Polsterliegendrama. Der Sohn hat die Standorte der Liegen getauscht, so dass das Besucherzimmer zu einer wunderschönen neuen Liege gekommen ist. Das Zimmer ist fast fertig. Ein handwerklich begabter Mensch muss noch 3 Bilder andübeln (mit Nägeln kommt man hier nicht weit) und den Spiegelschrank an der Wand befestigen – dann hat das Zimmer ausgesorgt. – Auf dem ersten Foto irritiert der Spiegelschrank rechts, denn der zeigt Sachen, die dort gar nicht stehen.

Bei dem Zimmer kann man sagen: klein, aber oho.

Am Sonntag kommt eine junge Chilenin, die VIELLEICHT für einige Zeit einzieht, schau’n wir mal.

Und jetzt der andere Zweitversuch. Ich hatte mir eine Waschmaschine von Gorenje gekauft. Die muss so leicht gewesen sein, dass sie beim Schleudern nicht nur laut gegen die Nachbarwände polterte und fast im Bad Samba tanzte, sondern insgesamt sehr laut war. Und wenn ich was nicht leiden kann, dann ist das Lärm. – Nun frage mich aber bitte keiner, warum das Waschbecken offen ist. Vielleicht ist das ein Geheimversteck. Meine alte Maschine war höher und hat das Loch abgedeckt.

Am 14. wurde die Austauschmaschine geliefert. Mal sehen, ob sich der Spruch „Aus Erfahrung gut“ bewahrheitet oder doch „Auspacken – einschalten – geht nicht“ sich im Laufe der Zeit als richtig erweist. Der erste Versuch lief schon mal gut an.

Eigentlich bin ich viel zu müde zum Schreiben – ich zeige euch jetzt nur noch ein paar Fotos, dann gehe ich ins Bett. Auf die Zahl im Feedreader darf ich gar nicht schauen – 225 ungelesene Artikel.

In der Küche wärmt mir eine kleine Brücke meine nackten Füße beim Frühstückskaffee, haben jetzt viele notwendige Utensilien hängend ihren Platz gefunden und geht Familie Mörser auf Sonntagsausflug 🙂

Am Flur wurden nur noch kleine Dinge geändert. Der blaue Schrank wurde woanders aufgestellt und die Wände werden jetzt vom „Nachwuchs“ verziert. Manche Möbel passen in den Flur wie Maßanfertigung. – Dass der Einbauschrank Gold wert ist, wusste ich von Anfang an – doch im Laufe der ersten Tage habe ich ihn täglich mehr schätzen gelernt.

Im Wohnzimmer fange ich jetzt an, auf hohem Niveau zu jammern. Der wunderschöne Holzvitrinenschrank ist zwar wirklich wunderschön, nur nicht in meinem Wohnzimmer – dort passt er einfach nicht zu den anderen weißen Möbeln. Ich überlege schon krampfhaft, wie oder wo ich ihn verkaufen oder verschenken kann, denn ich habe ihn ja mehr oder weniger auch geschenkt bekommen. Ich habe gesehen, dass es Schränke dieser Art nicht unter 1000,00 € zu kaufen gibt, deswegen möchte ich wenigstens  so viel dafür bekommen, dass ich mir eine weiße Vitrine kaufen kann. Ich meine den braunen Eckschrank vom ersten Foto. – Der Fernseher ist in der Ecke, die ich nicht fotografiert habe. Im Schweiße meines Angesichtes habe ich mir alle gewünschten Sender geladen und sortiert. – Ich sage ja, es wird und alles geht seinen sozialistischen kapitalistischen Gang.

Advertisements