Claras Allerleiweltsgedanken


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15 ° Unterschied sind Welten dazwischen

Seit drei Stunden bin ich von meinem dreitägigen Diagnostikaufenthalt in der Klinik wieder zu Haus und musste , wie üblich, drei mal zehn Taler bezahlen.

Das Essen war wirklich gut, doch die Ärzte und die Untersuchungen auch. Die Blutuntersuchungen haben gezeigt, dass bisschen mit Vitamin B und D in mich hinein gehört – wird sich machen lassen.

Die Stromuntersuchungen an den Beinen zeigten mit schmerzhaftem Zucken, dass sie nicht mehr so zucken, wie sie sollen – aber schließlich bin ich ja nicht Diabetikerin, wo es um Zucker geht. – Ohne Spaß, die Nervenleitgeschwindigkeit ist verringert – ganz im Gegensatz zu mir, wo noch keine Geschwindigkeit verringert ist.

Und dann die leicht gefürchtete Untersuchung auf Morbus Menière 0 Drehschwindel mit Übelkeit, Stürzen und teilweise sogar mit Erbrechen. Ich wusste schon vorher, dass ich DAS nicht habe, aber es war dennoch gut, dass es getestet wurde. – Zuerst wurde 42 ° warmes Wasser in die Ohren gespritzt – das ist wie angedeutete Gehirnwäsche. Dass ich danach glaubte, die ganze Liege fährt mit mir Karussell, ist normal. – Unangenehmer fand ich das 27 ° kalte Wasser – zum Glück wusste ich, dass mein Gehirn oder Innenohr nicht schockgefrostet werden sollten. – Na gut, 10 ° unter der Körpertemperatur, ÄÄÄÄTTTTZZZZEEEENNNNDDDD, wirklich.

Dann spielte der Oberarzt mit mir Karussell – so, wie ich das mit meinen Enkelkindern immer gemacht habe. Ich saß auf einem Drehstuhl, Beine hoch, dann wurde ich gedreht und danach die Augen gemessen. – Da ich nicht runter gefallen bin, war ich vielleicht sogar gut.

Gar nicht konnte ich den „Schnürgang“, Beine dicht voreinander – ich wette, das können so und so viel andere auch nicht. Muss man auch nicht!

Also, es ist alles halb so schlimm – man kann sich darauf einstellen.

Worauf ich mich in den drei Tagen nicht einstellen konnte, war das laute (sie war ja mit 78 Jahren auch nicht mehr so ganz gut-hörend), fast ununterbrochene Kofferradiogedudel in Musikarten, die nicht meine sind. Dreist, wenn sie meine gewesen wäre, hätte ich sie auch nicht hören wollen, denn dann verstehe ich keine Sprache mehr.

Am zweiten Tag habe ich dann „Ruhestunden für meine Ohren“ durchgesetzt und bin oft genug in den Park gegangen, damit gedudelt werden konnte.

So jetzt wisst ihr Bescheid, über meinen dreitägigen All-inclusive-Kilinikaufenthalt.

Auf jeden Fall war ich im Zimmer als das lustige lila Fresssäckchen verschrieen, da ich mich immer am meisten über das Essen gefreut habe.

0707 lila Clara