Claras Allerleiweltsgedanken

Die drei Gesichter der Clara H.

16 Kommentare

Der Einsatz meiner Gesichter muss ein wenig warten – erst zeige ich noch eine Fotocollage von dem wunderschönen Ort, an dem ich einen der Hitzetage verbracht habe. Ich kann sehr wohl würdigen, was solch ein Gartenparadies an Arbeit macht, dennoch war ich froh, dass ich nur sitzen, essen und genießen durfte, nicht arbeiten musste.

Für Neulinge: einfach ein Foto anklicken, dann wird es vergrößert.

und jetzt: Gesicht eins

Clara kommt von einem wunderschönen Tagesausflug spät am Abend zurück. Den ganzen Tag hat sie Sonne, Garten, Blumen, Teich und Fische oder Frösche genossen – also, was kann es Schöneres geben, wenn sie dieses Paradies nur genießen darf, nicht pflegen muss.

Und dann schaut sie in den Tiefkühlschrank, weil so ein eigenartiger Summton die Küchenluft durchdringt. Die rote Warnlampe leuchtet. Das wäre ja noch zu verkraften, wenn nicht schon alle Beutel, Tüten usw. angetaut wären.

Zum Glück konnte ich mir erst einmal mit dem Tiefkühlschrank im Besucherzimmer aushelfen, doch viele Sachen mussten gleich und sofort in die Pfanne gehauen werden.

Da es ein Einbauschrank mit besonderen Maßen ist, kommen nur zwei Modelle in Frage – mit Anlieferung nicht unter 400,00 zu bekommen. Den Einbau übernimmt dann der Handwerker-Sohn, der kann alles!

Gesicht zwei:

0209 Gesicht Clara 04

Am gleichen Tag wie obiges, nur etwas früher. Der Tag war heiß, heißer, am heißesten – deswegen sind alle Fensterklappen in der S-Bahn offen. Empfindlich, wie alte Weiter sind, finde ich es sehr zugig. Ich ziehe mir die Jacke an und stelle den Kragen hoch.

Mir schräg gegenüber sitzen ein paar ausländische junge Männer. Einer beobachtet meine Frösteleien. Sofort fragt er mich mich Zeichensprache, ob er das Fenster schließen solle und macht das auch noch mit dem anderen Fenster. – Ich bin wirklich gerührt. Ganz ehrlich, bei deutschen Jugendlichen könnte man sehr lange auf eine solche Geste warten. – Er wurde mit meinem strahlendsten Lachen belohnt:

0209 Claras Lachen

Gesicht 3:

0209 Gesicht Clara 05

Dieses Gesicht ist für die Situation, die ich beschreiben möchte, nicht ganz passend, aber mehr als drei Schalen habe ich nicht aus dieser Kollektion.

Am gleichen Tag, früh auf dem Hinweg zur Regionalbahn. Ich sitze in einem 4er-Abteil der S-Bahn. Mir gegenüber eine Frau mit Notebook. Neben mir ein Mann, über den ich erst mal nichts sagen kann. Doch schräg gegenüber am Fenster ein Mann zwischen 40 und 50 Jahren. Er könnte Italiener sein, er könnte aber auch Spanier sein oder ich irre mich bei beiden Nationalitäten. Und dieser Mann weint, er weint ziemlich stark, will es verbergen, wischt sich immer wieder heimlich die Tränen weg.

Und wie sind die Reaktionen der „mitfühlenden Deutschen?“

Der Mann neben mir steht nach kurzer Zeit auf und ich denke, er will aussteigen. Nein, will er nicht – er stellt sich nur einfach woanders hin.

Die Notebookfrau guckt immer wieder empört, wenn er die Nase hochzieht, weil sein Taschentuch offensichtlich am Rand seiner Füllungskapazität angekommen ist.

Und die dritte Person, nämlich ich, versucht ihn ganz tröstend anzuschauen. Vielleicht ist er wirklich Italiener und ist von dem schweren Erdbeben betroffen. In der S-Bahn bei den Fahrgeräuschen könnte ich niemanden ansprechen, weil ich nichts verstehe. Aber eine angefangene Packung Taschentücher kann man auch ohne Worte rüberreichen.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

16 Kommentare zu “Die drei Gesichter der Clara H.

  1. Mal abgesehen von den drei Gesichtern. Du bist halt zu allererst eine gute Seele, liebe Clara. Und das tut anderen nun wieder gut.
    Nächtliche Grüße von der Gudrun

    • Danke, liebe Gudrun, doch ich denke selbstkritisch, dass sich mein „Gutsein“ in Grenzen hält und ich durchaus auch anders kann.
      Ich verrücktes Huhn bin immer noch in der Wohnung zugange, gestern habe ich ein Riesenbild angebracht: 100 x 50 und heute noch eins mit einer richtig komplizierten Aufhängung. Als die mitgelieferte Schraube sich nicht bis zum Ende reindrehen ließ, hätte ich den Lieferant würgen können, denn der Dübel war zu kurz. – Aber jetzt hängt der Gendarmenmarkt an der Wand – wunderschön.
      Einen wunderbaren Tag „ohne Gelenke“ wünsche ich dir.
      Herzliche Grüße von Clara

  2. Feine Mitgefühlsporzellangesichterreportage! Dein Blog ist manchmal wie ein gutes, nein, ein hervorragendes Magazin. Man lebt mit…

    • Ach Sonja, du verstehst es wirklich, meine Seele zu streicheln. Und ich glaube, gerade du weißt, dass ich das ab und an brauche, weil ich von Menschen, die mir wichtig sind, für das „l’enfant terrible“ gehalten werde, für das man sich so ein kleines bisschen schämt, weil es ja so bunt und auffällig ist.

  3. Liebe Clara,
    drei Gesichter (echt niedlich), drei Geschichten, voll aus dem Leben gegriffen, wie man heute so schön sagt.
    Da passt wirklich alles zueinander!
    Lieben Gruß
    moni

    • Liebe moni, bald habe ich keine Lust mehr, vom Smartphone auf Kommentare zu antworten – die verlaufen sich nämlich immer auf dem Weg zu dem Ursprungskommentar, den sie beantworten sollen.
      Danke, die drei Schüsseln mag ich sehr – meist stehen sie gut sichtbar im Eckregal, weil ich genügend andere Schüsseln habe – aber es gab tatsächlich schon Schüsselnotstand und ich musste sie benutzen.
      Und jetzt muss ich mein Bett benutzen. Vielleicht schläfst du schon, dann wünsche ich dir schon für die nächste Nacht einen schönen Traum.
      Und tschüss sagt
      Clara

  4. Liebe Dreifach-Clara!
    Der Park ist wirklich sehr schön anzuschauen, vor allem, wenn kein rücksichtsloser Mensch die Asche eines ungeliebten verstorbenen Verwandten dort gebunkert hat. Nunja, ein Friedhof wäre ja nicht schlimm, aber wer will schon in einem roten Plastikschälchen liegen…. 🙂
    Und wie gut, dass Du so praktisches Geschirr für Deine Gemütszustände parat hast und die Fotoserie sogar noch mit Deinem lila-rosa Haarschopf erweitert hast. War das eine Perücke oder ein zerschnittener Wischmob? 🙂
    Ich hoffe, du hast heute ein strahlendes Gesicht aufgelegt und kannst einen schönen Start ins Wochenende genießen!
    Herzliche Grüße von der herbstigen Alm
    mallybeau

    • Ach, liebe Mallybeau, du solltest schon vor Stunden eine Antwort bekommen – doch es ist jetzt ja auch noch nicht zu spät. Erst kamm ganz lieber, unverhoffter Besuch und wir haben zusammen ge-spät-stückt, ich esse ja früh immer nichts.
      Sie war kaum weg, da wartete ich ewig auf das angekündigte Paket. – Ja, und als das dann da war, da musste ich Fliesen-Un-Heilige natürlich gleich werkeln – dieser Kauf hat sich wirklich gelohnt – es sieht toll aus und es wird zu gegebener Zeit hier sein Debüt geben.
      Dann habe ich noch im Schweiße meines Angesichtes zwei Löcher gebohrt, um ein Großbild (100 x 50) im Besucherzimmer unterzubringen. Beim Versuch, es auf die Schrauben in der Wand zu hängen, waren ständig und immer meine Finter im Weg. Also setzte ich mich gefrustet auf den Sonnenbalkon und genoss bei Kaffee und Kuchen sehr wohlgeformte Gedanken und Sätze über Schatten – und da habe ich mich dann gestgeschattet – nein – gelesen.
      So, jetzt ist die Sonne weg und ich kann noch ein wenig meine Tasten drücken.
      Es war also ein rundum gelungener Tag, der zwei Dinge an die Wand gebracht hat. Mit der Freundin haben wir noch das Konzept für die Bilderverteilung ein wenig geändert. – Das Besucherzimmer ist so schön geworden, dass ich am liebsten mich immer selbst besuchen käme.
      Ach übrigens, der Park hier oben ist kein Park, sondern der Garten meiner lieben Verwandtschaft, leider außerhalb und erst nach längerer Bahnfahrt zu erreichen.
      Von wegen Plastikschälchen – das ist richtige Keramik oder Steingut oder so.
      Was dieses pinkfarbige Ding eigentlich war, weiß ich nicht. Ich war mit anderen bei einer Freundin zum ????? spielen (Doppelkopf) und entdeckte das Ding auf der Toilette. Alle haben sich amüsiert wie Bolle, als ich damit reinkam.
      Einmal hatte ich den ganzen Abend grottenschlechte Karten und meinte: „Jetzt gehe ich mich vor Kummer im Klo ersäufen!“ Nach einiger Zeit kam ich mit klitschnassen Haaren wieder in den Raum – eine hat sich fast verschluckt vor Lachen. Ich setzte noch einen drauf und meinte: „Mein Kopf hat unten nicht durchgepasst“.
      Du siehst, nur bunte Knete im Kopf.
      Grüß mal deine Herbstalm bestens von mir – und die soll dir dann ein paar Grüße abgeben.

      • Wow, liebe Clara!
        Ich bin beeindruckt, dass Du nach einem solch arbeitsreichen Tag noch die Zeit und Muse findest, solch eine lange Antwort an mich zu schreiben. Ich danke Dir. das klingt wirklich nach einem tollen Freitag. Ich habe gerade auch herzlich lachen müssen, dass Dein Kopf nach unten nicht durchgepasst hat 🙂 Und bin natürlich froh darüber !
        Wunderbar, dass Du so viel lila Knete im Kopf hast. Herrlich, Deine Kommentare zu lesen. Ich werde jetzt noch einen Abendspaziergang machen und den Sonnenuntergang ganz herzlich von Dir grüßen.
        Mach Dir einen gemütlichen Abend… bis bald, liebe Grüße
        Mallybeau

  5. Lieb, dass du Taschentücher rübergereicht hast. Das hätte ich wohl auch gemacht.

    • Streicheln konnte ich ihn ja schlecht – und was anderes zur Hilfe oder gar „Anteilnahme“ fiel mir nicht ein. – Es ist ja schon äußerst selten, dass ein Mann öffentlich weint – Männer verkneifen sich ja so oft ihre Gefühle.

  6. Was du inner- und außerhäuslich so alles erlebst – wie ich sehe, wird`s bei dir nie langweilig. Vielleicht sollte ich auch mal wieder öffentliche Verkehrsmittel nutzen….
    Dir ein schönes Wochenende
    liebe Grüße Barbara

    • Liebe Barbara, du hast Recht – ich muss mal einen Pause-nichts-erlebe-Monat einlegen, sonst quillt es hier über.
      Ganz stimmt das nicht, dass es bei mir nie langweilig wird – aber über diese Zeiten berichte ich dann nichts.
      Jetzt warte ich mal gerade wieder auf die DHL. Die Sendung war schon für gestern angekündigt, was sie dann kurz mit einer Mail geändert haben. – Laut Sendungsverfolgung liegt das Paket im Zustellfahrzeug – bloß ob das wirklich noch heute zu uns kommt, bleibt jetzt offen. Die normale Zustellzeit ist lange vorbei.
      Auch dir ein schönes Wochenende wünscht
      Clara

  7. Danke für Gesicht drei. Schön ist Gesicht zu den

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