Claras Allerleiweltsgedanken

ClaraAugen streifen durch Jordanien 1

25 Kommentare

„Am Abend wird die Faule fleißig“ – im doppelten Sinne gemeint. 9 Tage vor Weihnachten beginne ich mit einer Reise“reportage“, die sich garantiert bis nach Weihnachten erstreckt.

Generell habe ich mir die Frage gestellt, ob es günstiger ist, allein oder zu zweit zu reisen. Wenn ich all die zwar schon älteren (Viva d’Or ist der Reiseveranstalter für die fortgeschrittene Jugend), aber dennoch sehr liebevoll miteinander umgehenden Paare erlebt habe, spricht das unbedingt für das eheliche Reisen. Na gut, es gab noch einen Reise-Single und zwei anders gemischte Paare unter den 30 Leuten, aber die vermeintlich Glücklichen überwogen mit einer Zahl von 24.

Der Flieger ging am 24. 11. gegen 14.00 Uhr. Zwei Frauen aus meinem ehemaligen Haus kamen früh zum Frühstück und die eine von ihnen fuhr mich dann zum Flughafen. Sie liegen (für mich) zwischen der Töchter- und der Enkelgeneration, also blutjung. Um so schöner finde ich es, dass wir noch immer Kontakt haben. Danke J., danke P.!!!! – Als ich wieder WLAN-Empfang hatte, bekam ich die Daten zu unserem Flug – J. hätte als erste in der Heimat mitbekommen, wenn mit unserem Flug was nicht gestimmt hätte.

Im Flieger saß ich zufällig neben einem Ehepaar aus der Gruppe. Ihren Erzählungen konnte ich entnehmen, dass sie in den Jahren nach der Wende all die Reisen nachgeholt haben, die sie früher nicht machen konnten. Mir wurde ganz schwindlig bei der Aufzählung all der Orte und Länder, in denen sie gewesen sind.

Die Stewardessen sprachen kein Wort Deutsch, obwohl diese Royal-Jordanian-Airlines regelmäßig zwischen Berlin und Amman fliegt. – Das Essen war gut, der Tomatensaft würzig und dieses Bier das letzte preiswerte für Tage. Der in der Rückenlehne eingelassene Bildschirm zeigte immer, ob wir beim zu heftigen Ruckeln nach den Schwimmwesten oder nach den Luftkissen für eine weiche Landung hätten suchen müssen. – Nein, ich will nicht unken, es war ein vollkommen ruhiger und schöner Flug.

Unser Begleiter für die nächsten 12 Tage holte uns am Flughafen ab. Alle Koffer waren da, alle Pässe in Ordnung und bald saßen alle im Bus, der uns zum Grand-Palace-Hotel in Amman bringen sollte. Amman bei Nacht zeigte wenig von dem Sand, dem Staub und dem wenigen Grün, es zeigte Verkehr, es zeigte dicken Verkehr, es zeigte Wahnsinnsverkehr. Es ließ mich zwar keine Verkehrsregeln erkennen, aber es muss welche gegeben haben, denn Unfälle sah ich keine.

Die Schwierigkeiten für die nächsten Tage ließen sich für mich schon vorausahnen. Der Reiseleiter sprach gut deutsch und ich wäre froh, eine Fremdsprache so perfekt zu beherrschen – ich verstand ihn dennoch nicht, zumindest nicht gut, zu wenig, um Zusammenhänge mitzubekommen.

Die ganze Zeit über bekam ich ein Doppelzimmer. Na gut, mit 40,00 € pro Nacht hatte ich den Ausgleich vom EZ zum DZ bezahlt. Ich fand es nur deswegen traurig, weil dieses Land an seiner Trockenheit leidet. Böse Reiseleiter Zungen behaupten, dass ihnen das Wasser vom Nachbarstaat Israel durch einen Staudamm am Jordan abgegraben wird. Und deswegen fand ich es so wahnsinnig schade, wenn nach einer Nacht (die ersten drei Übernachtungen) 4 große Kopfkissenbezüge, ein riesiges Bettlaken und ein riesiger Bettbezug gewaschen werden müssen.

Nach einem superguten Abendessen und einem nicht minder gutem Frühstück ging es in aller Herrgottsfrühe los.

Die großen Einzelbilder kommen immer einen Tag später auf dem Fotoblog, hier gibt es fast nur Collagen, um die Bilderflut in Grenzen zu halten.

Amman – Berg Nebo – unterwegs auf der Straße der Könige – Madaba, die Stadt der Mosaike – Kerak, Festung der Kreuzritter

… so wäre der Programmablauf gewesen, wenn alles glatt gegangen wäre.

Wir fuhren zum Berg Nebo – die Temperaturen und der Wind waren fast so heftig wie in Deutschland. Der Berg hat viel mit Religions(geschichte) zu tun. Besonders beeindruckend waren die Mosaike und Teppiche, die zu besichtigen waren. – Vor einiger Zeit war der letzte Papst auf diesem Berg – und ihm zu Ehren hat man ein Denkmal aufgestellt. (Es ist das unten links)

1512-coll-berg-nebo

Es wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, damit man die Mosaike und die Teppiche besser sehen kann.

1512-coll-kirche

Die Bilder waren zwar in einer anderen Kirche, aber solche „Reiseverfälschungen“ müsst ihr in Kauf nehmen.

1512-collage-kirche

Dann ging es in eine Kirche, in der eine ganz berühmte Mosaiklandkarte zu sehen war – ihr könnt sie erst morgen sehen.

Touristen sollen Geld ins Land bringen – und dafür wurden die vielen Verkaufseinrichtungen eröffnet. Zuerst waren wir im Mosaikzentrum. Es war schon interessant, die Männer beim Legen der kleinen Steine zu beobachten, die meist in Naturtönen gehalten werden.

1512-coll-mosaik

Und keiner kommt jetzt bitte auf die Idee, dass der Löwe aus bestimmten Gründen mein Lieblingstier sein könnte.

1512-coll-loewenmosaik

Dann ging es noch in einen weiteren Laden. Weder die Sessel noch die voluminösen Porzellansachen wollten zu mir nach Haus – vom Ärger mit dem Zoll mal abgesehen, da man nichts davon im Koffer verschwinden lassen kann.

1512-coll-wohnzimmermoebel

Auch die Kronleuchter waren mir zu ausgefallen.

1512-coll-kronleuchter

Schlendern macht Appetit oder gar Hunger. Da hatte es dieses Geschäft leicht – alle, alle wollten dort was kaufen.

1512-nach-berg-nebo-geschaeft

Mit diesem schönen Tor verabschiedeten wir uns aus dieser Gegend.

1512-collage-mosesreisen

Dann sollte es zur Festung Karak gehen. Bei den Blicken aus dem Busfenster fielen mir die vielen, vielen Polizisten auf, die überall auf der Straße präsent waren. Auch wir hatten einen mit im Bus, der sich später als sehr nützlich erweisen sollte. Wir fuhren durch einen Ort und plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, der von einem kräftigen Zittern des Busses begleitet war.

Ein Auto war uns trotz Ortschaft mit rasender Geschwindigkeit entgegen gekommen. Offenbar hatte der Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und knallte gegen unseren Bus. Der Beifahrer war sofort tot und der Fahrer verstarb ebenfalls, bevor der Rettungswagen eintraf.1512-coll-busunfallIch will jetzt darüber nicht viel sagen – tragisch war nur, dass die beiden Männer Brüder war und sie zu ihrem schwerkranken Bruder nach Amman wollten. Ich stelle mir den Schmerz der Eltern vor, die auf einen Schlag gleich zwei Söhne verlieren.

Wir standen lange an der Unfallstelle. Viele von uns hatten Prellungen, auch ich war mit dem Brustkorb auf die vor mir eingebaute Getränkekiste geknallt.

Unser Busfahrer – obwohl absolut unschuldig – wurde inhaftiert und nur gegen Kaution freigelassen. Wir unterschrieben dann alle ein Blatt, in dem wir seine Unschuld bezeugten. Seltsame Gerichtsbarkeit.

Wir fuhren im Schritttempo zur Polizeiwache und warteten dort auf einen neuen Bus. Dieser Besichtigungspunkt war außergewöhnlich und hoffentlich einmalig.

1512-coll-busunfall-polizei

Da es für alle geplanten Unternehmungen zu spät war, spendierte die jordanische Reiseleitung von Hit-Reisen und Viva D’or-Reisen ein Essen. Ich habe zwar nicht das Essen fotografiert, sondern den schönen gestickten Teppich, der dort ausgestellt war.

1512-coll-schriftzug

Reisetag: 25.11.2016

************

Morgen Fotos im Fotoblog und dann wieder hier.

 

 

 

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

25 Kommentare zu “ClaraAugen streifen durch Jordanien 1

  1. Grandiose Nachurlaubsreportage!
    Verständlich, dass du lange, lange daran denken wirst!

  2. Liebe Clara,
    Danke für den ausführlichen Reisebericht und über den „Start mit Schwierigkeiten“. Schlimm, wenn man einen Unfall so hautnah miterlebt. Es verfolgt einen lange noch und dauert, bis man es verarbeitet hat.
    Die Collagen sind herrlich, so bunt, so vielseitig, so interessant!
    Ich freue mich schon auf die weiteren Foto-Berichte.
    Liebe Grüße
    moni

  3. Ein interessanter Reisebericht über ein Land, das ich eventuell nächstes Jahr auch besuchen werde. Vielleicht…

    • Lieber Carlheinz, wenn du fahren solltest, dann nimm ein anderes Reisedatum. Ich fand es für die 7 Tage Badeurlaub schon etwas frisch – ich hätte höhere Wassertemperaturen, mehr Sonne und Schatten unterm Sonnenschirm sehr gut vertragen.
      Allerdings möchte ich zur Hauptreisezeit nicht bei den Touristenhighlights sein, da kann man bestimmt nicht mehr treten.

      • Danke Clara. Bin auf weitere Berichte von dir gespannt. Momenta sind meine Wunschziele Jordanien, Israel oder Kuba. Und da ich die Reisezeit flexibel wählen kann, suche ich mir die vom Wetter theoretisch optimale Zeit raus und vermeide die Hauptsaison

  4. Liebe Clara, ein toller Reisebericht. Schrecklich allerdings mit dem Unfall. Da warst Du ja wirklich fleißig. Ich komme mit Südamerika nur schleppend voran. Liebe Grüße nach Berlin, Dagmar

    • Liebe Dagmar, du hast ja auch sicher viel mehr Igel zu kämmen als ich – auf mich warten doch hier kaum Pflichten, ich kann also volle Power auf den Reisebericht legen – und dennoch hat es so lange gedauert.
      Da du deine Reise zu großen Teilen selbst bestimmt hast, war das etwas ganz anderes als hier, wo wir jeden Schritt gelenk und geleitet wurden.
      Liebe Grüße zu dir in den Süden von
      Clara

  5. zu verreisen ohne den Sessel zu verlassen ist auch gut ! danke für den schönen Bericht, der natürlich nur durch diesen schrecklichen Unfall am ersten Tag getrübt wurde. Ich bin zwar in der Welt viel gereist, in Jordanien war ich aber noch nicht. Warte gespannt auf die folgenden Tagen !
    Herzliche Grüße aus Bonn

    • Ja ja, du Scherzbold – du bist doch von uns beiden die Reisetante – ich bin nur gerade einmal (aus Versehen) verreist. 🙂
      Ich bin ganz wenig gereist und war dafür in Jordanien.
      Meine schönste Auslandsreise war 2000 in die Staaten – vielleicht auch deswegen, weil ich damals unbedeutende 16 Jahre jünger war und sogar ein wenig die Amis verstand, die nicht gut Englisch sprechen, sondern eben amerikanisch.
      Lieben Gruß zu dir!

  6. Ja, wie schon auf fb gelesen, die Reise hat nicht sehr glücklich angefangen. Interessant dein Bericht. Ich war im Jahr 1965 in Amman und habe kaum noch Erinnerungen daran. Eines weiß ich aber noch, so viele Einrichtungen bzw. Einkaufsmöglichkeiten für Touristen gab es damals noch nicht.

    • Liebe Ute, wäre ich 1965 verreist, wüsste ich das wahrscheinlich GAR nicht mehr.
      Ich glaube, diese Verkaufsgeschäfte sind eine wesentliche Einnahmequelle für das Land – und das ist auch gut so.
      Aber diese Sachen hier waren ja nicht in Amman – von der Stadt haben wir nur das gesehen, an dem wir mit dem Bus vorbeigefahren sind. Diese Sachen hier waren ca. 30 km weg.

  7. Liebe Clara!

    Was für ein Tag!
    Also zuerst einmal habe ich mir gedacht, Du hast doch sicher Deinen Stofflöwen mitgenommen, damit Du nicht ganz alleine reisen musst. Und kostengünstiger ist solch ein Begleiter ja auch.
    Das Mosaikzentrum ist fantastisch. Ich liebe Mosaiken über alles. Das wäre was für mich gewesen. Vielen Dank für die tollen Aufnahmen.
    Die Kronleuchter sind mir ein klein wenig zu prunkig, aber passen gut in die Gegend 🙂
    Das mit dem Unfall ist natürlich wirklich tragisch. Welch ein Glück, dass ihr noch glimpflich davongekommen seid.
    Was gab es denn zu Essen? Waren das einheimische Spezialitäten oder wurde extra für die Deutschen Schnitzel und Sauerkraut serviert? 🙂

    Liebe Grüße von der Alm
    Ich freu mich schon auf Tag 2 und die nächsten tollen Collagen 🙂
    Mallybeau

    • Hallo, liebe Mallybeau, die Frau mit den guten Vorschlägen und den vielen Fragen, die ich natürlich geeeeeeeeeeeeeerne beantworte.
      Zum Essen: Kein Schwein spränge in einen arabischen Kochtopf – und wenn, dann wird es ganz schnell verjagt.
      Alles, was mit Eiern zubereitet wurde, war wie hier: Omelette, Rührei, Spiegelei, gekochtes Ei
      Gemüse gab es auch all die Sachen, die ich kannte – einige kenne ich noch, aber die gab es nicht.
      Sushi ist wohl auch nicht typisch arabisch, sondern inzwischen international.
      Ansonsten wahnsinnig viel mit Geflügel und auch Rindfleisch.
      Nach dem Essen standen ganze Batterien von Hüftgold auf den Etageren, aber so süß, dass der Zucker oder Honig fast vom Teller tropfte.
      Obst gab es von Äpfeln und Bananen auch Erdbeeren und vieles andere.
      Meine nächste Investition wird ein Schrankkoffer sein – zum Kofferproblem im nächsten Bericht. – Aber bei einem Schrankkoffer hätte mein Begleitlöwe ein angemessenes Quartier. Doch Mist, ich verstehe immer noch nicht löwisch, zumindest seinen Dialekt nicht. Ich weiß, schwache Leistung!
      Wenn du Mosaike so liebst, muss ich doch mal gucken, ob ich morgen im Fotoblog auch genügend für dich hineingepackt habe.
      Und tschüss, jetzt gibt es Reis mit Geflügel und Gemüse – ich habe Hunger.
      Und tschüss und liebe Grüße auf die Alm zurück von
      Clara

  8. Wäre nicht der Unfall gewesen, würde ich sagen, ein schöner Reisebericht ist das. Er zeigt viel von einer mir unbekannten Welt. Du hast viel gesehen, liebe Clara. Gut finde ich das.
    Nächtliche Eulengrüße von der Gudrun

    • Hallo Gudrun, der Unfall hat – bis auf die kleinen Wehwehchen bei den Reisebusinnensitzern – keine ernsthaften Folgen bei uns hinterlassen, bei mir jedenfalls nicht. Mir tut einzig und allein die Mutter von den beiden Leid. Wie man mit so einem Affenzahn in der Stadt fahren kann, ist zwar schlimm, müsste aber nicht immer gleich mit dem Leben bezahlt werden. Es war ein großes Geschenk des Himmels und welchen Gottes auch immer, dass nicht mehr Leute zu Schaden gekommen sind – es hätte viel schlimmer kommen können.
      Für mich war die Reise eine fifty/fifty-Fahrt, was an vollkommen unterschiedlichen Sachen gelegen hat.
      Du wirst weiter von mir lesen – morgen kommen ja erst einmal fast nur Fotos.
      Tageslichtgrüße schickt dir Clara

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