Claras Allerleiweltsgedanken

ClaraAugen streifen durch Jordanien 2

14 Kommentare

Reise-Highlight: Petra – UNESCO Weltkulturerbe

(diese Überschriften schreibe ich aus dem Reiseprospekt ab)

Der Tag beginnt wie immer mit einem exzellenten Frühstück, dann mit dem Koffer-Reise-Ritual und dann mit Ärger.

Im Restaurant hatte ich keinen Fotoapparat dabei, außerdem schmeckt es immer besser als es aussieht.

Als ich die Koffer meiner Mitreisenden sah, fragte ich mich ernsthaft, ob sie nach Jordanien auswandern wollen. Zwei Personen haben zwei riesige Koffer und einen dritten kleineren, den sie als Handgepäck in die Kofferablage „schummeln“. Offenbar ist die Royale Fluglinie nicht so streng. Da kam ich mir mit meinem kleinen Koffer richtig unterrepräsentiert vor. 🙂 … und, ich wäre mit noch weniger ausgekommen.

Der unter dem Pfeil hat wohl Angst, dass er von den Großen verdrängt und nicht mitgenommen wird, weil der Platz im Kofferabteil nicht reicht.

1812-amman-hotel-koffer-pfeile

Hätte ich bemerkt, dass J.W. dieses Foto macht, hätte ich seinen Focus auf etwas weiter rechts verschoben, damit man besser sieht, wie klein dieser Blaue mit dem Bauchgürtel ist.

Und jetzt zum Ärger. Am zweiten Urlaubstag wagte ich es, mich auf einen Platz zu setzen, auf dem ich dem Reiseleiter  und damit vielleicht auch einem besseren Verstehen näher wäre. Das Gezeter von der grimmigen Alten mit ihrem untergeordneten Ehemann hättet ihr eigentlich bis Deutschland hören müssen. Sie haben da schon IMMER gesessen und da bleiben sie auch sitzen, das ist ihr gutes Recht. Wer also am ersten Reisetag so früh wie möglich vor dem Bus steht und auf den besten Platz sein „Handtuch“ legt, hat für den Rest des Urlaubs ausgesorgt.

Als der Reiseleiter mich unterstützen wollte und meine Schwerhörigkeit als Argument anführte, fiel ihr plötzlich ein, dass ihr Gatte ja auch schwerhörig sei. Meine Frage nach seinen Hörgeräten konterte er mit einem dummdreistdämlichen „Was haben sie gesagt?“ und dann mit der Auskunft, dass er die zu Haus gelassen habe, um sie hier nicht zu verlieren. – Den Rest der Reise konnte er sich aber sehr wohl flüsternd mit seinem Hausdrachen unterhalten. – Aus Personenschutzgründen darf ich kein Foto von ihr zeigen – ich habe selten ein verbisseneres und verkniffeneres Gesicht gesehen. – Ich habe ihnen nicht so übelgenommen, dass sie ihren Platz in der ersten Reihe mit Händen und Füßen verteidigt haben, sondern dass sie schamlos gelogen haben.

Das Drama ging noch ein wenig weiter. Die fünfte Reihe links war mit zwei Rucksäcken besetzt, zu denen die „Rücken“ fehlten. Als der Reiseleiter fragte, bekannten sich die beiden dahinter sitzenden Einzeldamen dazu. Auch da gab es erst Gezeter, da sie meinten, dass sie nicht an die Ablage reichen könnten. Zumindest eine von ihnen war groß genug und mit Hut sogar größer als ich. – Die Welt ist voller friedlicher Adventsmenschen.

Doch jetzt zum richtigen Reiseprogramm: Der Tagesausflug führte uns heute in das UNESCO-Weltkulturerbe Petra. Ich habe ja schon Angst, als Kulturbanause zu gelten, wenn ich zugebe, dass sich meine Begeisterung ein wenig in Grenzen hält. Das hat nichts mit den unwahrscheinlich schönen Felsformationen zu tun, auch nicht mit den um die Zeitenwende errichteten Bauten in den Felsen, auch nicht mit den angebotenen Waren an Ständen und Kiosken – es hat mit dem ganzen Drumherum zu tun.

Der Weg vom Eingang (eine Tageseintrittskarte kostet ca. 67,00 €) bis zu den ersten Sehenswürdigkeiten ist ca. 800 m lang, der Weg ist schmal und natürlich von der Pflasterung so wie damals.

Da sich sehr viele Besucher mit der Mini-Pferdekutsche oder mit Kamelen oder Dromedaren hinbringen lassen, ist der Weg gepflastert mit den Hinterlassenschaften dieser Tiere, so dass das Auge tunlichst nach unten gucken sollte. – Und wenn wir dann wieder zum Bus auf dem schmalen Weg zurück gehen mussten, machten mir die Rennen-fahrenden Kutschen oder auch die Dromedare, die in ca. 20 cm Abstand mit einem Affenzahn an mir vorbeiritten, schon ein wenig Angst. Ich hatte das Gefühl, dass zu Fuß gehende Personen davon überzeugt werden sollten, dass es in der Kutsche oder auf dem Kamel doch besser sei.

Doch jetzt endlich zu Collagen. Hier wird uns vorgeführt, wie diese Sandflaschen entstehen.

1812-coll-petra-sandkunst

Hier wird mir vorgeführt, wie Dromedare in Ruhe friedlich aussehen.

1812-coll-petra-kamele

Und das sind die Kutschen, die wie beim Sulkyrennen auf der Marienfelder Pferderennbahn rasen können. Wenn Gäste drin saßen, fuhren sie ganz gesittet – nur leer auf dem Rückweg schlugen sie auf die Pferde ein, dass einem diese Leid tun können.

1812-coll-petra-pferdekutschen

Von unserem Reiseleiter habe ich bisher immer nur erzählt, hier ist er zu sehen.

1812-coll-petra-reiseleiter

In der unteren Reihe ist der zweite Reiseleiter zu sehen. Die Notwendigkeit eines zweiten Reiseleiters habe ich nicht verstanden, weder akustisch noch mental. Der größere kommt aus dem Jemen, hat aber jetzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Der zweite ist Jordanier und konnte wohl manche Sachen besser regeln als ein „Ausländer“.

1812-coll-petra-reiseleiter-2

Die Schönheit und Gewaltigkeit der Felsen kommt auf diesen Aufnahmen nicht genügend zur Geltung – aber morgen gibt es wieder welche im Fotoblog.

Mich erstaunte immer wieder, wie zwischen diesen Felsen noch Grünzeug wachsen kann.

1812-coll-petra-pflanzen

Felsen, Felsen, Felsen und Bauwerke derer, die Petra erschaffen haben.

1812-coll-petra-hochkantfotos

Aber Hunde und Katzen habe ich auch viele rumlaufen sehen – sehr zur Freude vieler Mitreisenden, die zu Haus Hund oder Katze haben.

1812-coll-petra-tiere

Heute sollen es nicht wieder so viele Wörter werden, deshalb Schluss.

Der Reisetag war der 26.11.2016 ….. und morgen kommen wieder im Fotoblog die großen Bilder.

 

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

14 Kommentare zu “ClaraAugen streifen durch Jordanien 2

  1. Bin beeindruckt!
    Letzthin wurde irgendwo über Zwangsehen berichtet und dass auch in diesem von Dir besuchten Land sehr viele kleine Mädchen viel ältere Männer heiraten müssen. Darüber hat Euer Reiseleiter sicher nicht berichtet.
    Das mit der Biestfrau tut mir leid. So stelle ich mir verkniffene Anspruchsreisende von aldidings oder so vor.

    • Danke, liebe Sonja. Über Land und Leute haben wir sowieso nicht so viel erfahren – oder ich habe es nicht verstanden. Vielleicht lag es auch daran, dass der Hauptreiseleiter gar kein Jordanier war, sondern aus dem Jemen. – Von Mädchenzwangsehen habe ich nichts gehört, aber wer nennt wohl gleich seine Schwachpunkte gegenüber den Touristen.
      Das Wort „verkniffen“ trifft es so wunderbar, du kannst es beurteilen.

  2. Ohne Touristen wäre Petra beeindruckender 🙂 Ich weiß – blöder Satz. Aber was zu viel ist ist zu viel. So wie du das beschreibst hätte ich wohl umgedreht (so es denn gegangen wäre). Übrigens bei unserer Weihnachtsreise werden die Sitzplätze nach Buchungsdatum verteilt. Da gibt es dann keinen Streit.

    • Ute, ich hätte es nicht besser sagen können – dann müssten keine Kutschen Rennen fahren, keine Kamele wie die Irren durch die engen Schluchten traben usw.
      Weißt du, mit dem Sitzplatz hätte ich ja nichts weiter gesagt, wenn mir nicht der die Reise verkaufende Reiseleiter fest versprochen hätte, dass ich direkt hinter ihm sitzen könnte, damit ich ihn besser verstehe.
      Aber das alles verblasst jetzt langsam.
      Irgendwann bleiben hoffentlich nur die positiven Eindrücke.

  3. Tolle Bilder und Zusammenschnitte. Jordanien scheint auch eine Reise wert zu sein. Ich war nur auf der „anderen Seite“ in Israel und Ägypten. Liebe Grüße nach Berlin, Dagmar

    • Das hört sich jetzt blöd an, liebe Dagmar, wenn ich sage, dass mich Israel mehr gereizt hätte. Viel biblische Geschichte, viel Grün, viel Spannungen.
      Behalte deine Reiseländer in guter Erinnerung, denn da warst du ja wirklich mehr als aktiv.
      Liebe Grüße zu dir

  4. WOW, liebe Clara,
    was für Bilder, was für eine Landschaft, was für Eindrücke, Danke fürs Zeigen ♥
    Hab einen feinen 4.Advent
    herzlichst moni

  5. Liebe Clara mit dem kleinen Koffer!
    Die ordentlich aufgereihten Koffer vor dem Hotel sehen aus wie eine Menschenschlange, die am Mittwoch früh vor Ladenöffnung bei Aldi auf die neuesten Sonderangebote wartet. 🙂
    Ein Bild vom Hausdrachen brauchst Du gar nicht einstellen, ich glaube, den kann sich jeder gut vorstellen, muss es wohl auf jeder Reise geben…fauch, fauch .
    Die Petra-Stadt kenne ich aus dem Fernsehen. Das ist ja wirklich ein weites Areal und sehr beeindruckend. mal abgesehen von dem, was Du da noch so berichtet hast. Das wurde in der Doku die ich gesehen habe natürlich auch alles schöngeschminkt.
    Wie mir scheint, habt ihr aber alles in allem wirklich ein Mammutprogramm hinter Euch gebracht. Alle Achtung. Jeder Tag vollgepackt mit so vielen Erlebnissen!
    Ich suche jetzt mal ein Erlebnis in der Küche 🙂
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen vierten Advent!
    Liebe Grüße
    Mallybeau

    • LIebe Mallybeau – zwei Kluge, ein Gedanke. Ursprünglich wollte ich zu dem Bild schreiben: Beeilt euch, im KOnsum gibt es Bananen! – Da aber diese Zeit seit über 27 Jahren vorbei ist, fand ich es zu antiquiert. – Aber das mit Aldi stimmt, hier wird Montag und Donnerstag gestanden.
      Bei der Frau Hausdrachen lag mir auf der Zunge: „Sähe ich so aus wie Sie, dann trüge ich eine Burka“ – doch das wäre eine Beleidigung für die vielen bestimmt bildhübschen Jordanierinnen, denen ich begegnet bin.
      Die ersten Tage waren schon …. ausgelastet.
      Und ich muss auch noch was essen, bevor ich spielen gehe.
      Und tschüss sagt Clara

  6. „Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“
    Blaise Pascal
    französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph
    * 19.06.1623, † 19.08.1662 (heute können Anwärter beim BKA die Studiengänge nicht mehr aufschreiben, werden nicht eingestellt und finden ohne NAVI nicht mehr nach Limburg an der Lahn. Aber so ein Auslandsemester… Manitoba!… Natur pur… aber wehe denen frisst das Wolfsrudel die Rehe weg, die sie im SUV an Zahl 230.000 im Jahr tot fahren.
    „Das ganze Glück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermochten. Und Gebiete mieden, in denen sie womöglich ihre Nachbarn (Fußbroichs! WDR- TV) treffen konnten.“
    Daggis Schriftführer
    * 19.06.1623, (deshalb wohl sooo schlauauauuu), KFZ- Elektriker, Blechschlosser, techn. Zeichner… hui, 3 Berufe schon mit 31… da kommt man eh nie in den Bundestag.. da reden die immer nur über die Deppen, die arbeiten, vgl. auch: das Nahles. 0 h beitragspflichtig beschäftigt im Leben. Und die Kumpels der Nahles besorgen es dem Griechen und Portugiesen fiskalisch, da braucht die BRD kaum eine Armee, wenn man die Touris kennt…oder Kandidaten beim Jauch.

    • Du hast mit den ersten Zeilen vollkommen Recht – in der nächsten Zeit, längeren Zeit, werde ich auf meinen vier Buchstaben in meinen vier Wänden sitzen und täglich viel Blogartikel schreiben oder 4 Kreuzworträtsel lösen., denn ich finde mich ohne Navi auch nicht zurecht und kann ohne Hörgeräte nichts verstehen (mit leider auch nur bedingt) und ohne Außenweltkontakt bekomme ich das Schlechte nicht mit, aber das Gute auch nicht.

  7. atemberaubend schön , da läßt sich der sicher der ärger schnell vergessen ? 🙂

    • Ja und nein, liebe Wolfcat, etwas Besonderes war es schon – dennoch hat es mich nicht so sehr vom Hocker gerissen, dass ich jemals noch einmal in dieses Land reisen würde. Als einziges würde mich Israel reizen, aber dort werde ich nicht hinfahren.

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