Claras Allerleiweltsgedanken


Jordanien aus dem Fotoblog – 3

Der Wüstentag war so schön, dass ich ihn nicht einfach so mit Collagen „abarbeiten“ will – da gibt es viele Fotos, die sich lohnen, hier in voller Breite gezeigt zu werden. – Die gegenüberliegende Bank im Jeep fotografierte die unsere – hier saß ich also eingeklemmt zwischen Bankbügel und Nachbarin – letztere war weicher und drückte nicht so.🙂 – Bequemer wäre es gewesen, nur vier Leute hinten auf die Bänke zu setzen – doch da hätte die Reiseleitung einige Jeeps mehr bezahlen müssen.

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Foto: J.W. – Die Jeeps brachten uns „mitten hinein“ und wurden dann abgestellt, da wir entweder zu Fuß liefen oder zu Kamel ritten.

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oder hier das Foto von J.W. – ich fand die Felsenkulisse noch weitaus beeindruckender als den Sand auf der Erde.

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2212-wueste-4Es war teilweise sehr pfiffig, so dass gutes Einpacken und Sand- und Windschutz angeraten waren.

2212-wueste-12Die typischen Kopftücher werden von Männern und Frauen genutzt – und schützen gegen alles.

Es ist nicht viel, was wächst, aber es wächst ein wenig. Schafe oder Ziegen haben wir jedenfalls keine gesehen.

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Und jetzt geht die Kamelerei los. – Der Reiseleiter macht es vor – es sieht kinderleicht aus.

2212-wueste-13Die ersten Mutigen finden sich:

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Die Königin besteigt mit ganz leicht ängstlichem Gesicht ihr Reittier – Foto von J.W.

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„Die Königin von Saba“ – auch nicht von mir fotografiert

2212-kamelreiter-jwLawrence von Arabien – nicht von mir fotografiert, aber fast so elegant.

Für uns alle gibt es am Ende ein Picknick mit einem Foto von J.W..

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Und jetzt zum Ausklang noch ein wenig Natur

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ClaraAugen streifen durch Jordanien 3

Damit das mit den in Jordanien streifenden Augen endlich mal dokumentiert wird:2112-claraaugen3. Reisetag: Jeepsafari durch das Wadi Rum

Diese Wüstenlandschaft soll mit ihren monolithischen Felsformationen zu den abwechslungsreichsten der Erde zählen. Voller Spannung ließen wir uns dahin fahren. Bei mir zumindest wurde die Begeisterung dadurch erheblich beeinträchtigt, dass wir auf der Ladefläche des Jeeps zu 6 Personen saßen, wo 4 vollkommen ausreichend und dann auch bequem gewesen wäre. Die Bänke hatten einen Eisenbügel als Begrenzung. Und dieser drückte sich mehr als unschön in meinen rechten Oberschenkel, der sowieso schon Schmerzkampfgebiet ist. Die Strecken waren zwar nicht lang, die wir in (fast) atemberaubendem Tempo auf dem Wüstenhighway  gefahren wurden. Doch (zum Glück) hatte man die Wüste noch nicht asphaltiert, so dass es gehörig ruckelte und schuckelte und wackelte.

Ich versuchte, Spuren zu hinterlassen, doch das gelang genau für 10 Sekunden – dann hat der Wind schon wieder alles verweht. Unten rechts ist eine Wüstenameise.

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Hier sind 4 Leute unserer Jeepbesetzung zu sehen, die anderen zwei will ich nicht zeigen, weil ich dafür keine Genehmigung habe. Das sind auch die vier Leute, die sich spätestens am dritten Tag zu einer festen Tischgemeinschaft zusammen gefunden haben.

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Hier führt uns der jordanische Reiseleiter wunderschöne Sandspielereien vor, die ich leider alle schon wieder vergessen habe.

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Hier sieht man die wunderbaren Felsen, die die Wüste so abwechslungsreich machen. Die Kamelreiterei nimmt hier ihren Anfang.

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… und hier findet die Kamelreiterei ihr Ende.

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Mit einem Picknick auf den Ladeklappen der Jeeps fand die Safari ihr Ende.

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Und morgen wieder Einzelfotos im Fotoblog.

 


Jordanien aus dem Fotoblog – 2

Tagesausflug nach Petra, das 2007 zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt wurde

Heute gibt es hier einen kleinen Fotomarathon (19 Fotos), aber ich wusste nicht so richtig, was ich weglassen sollte. Und die sonst üblichen Collagen wollte ich nicht bzw. nur als Ausnahme machen. Also auf in den Kampf …

 

1912-petra-pferdekutscheFoto: J.W.  Hier steht also nur noch eine Pferdekutsche – die anderen haben lauf-bequeme Leute einige hundert Meter weiter befördert.

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Symbolisch musste eine Formation nabatäischer (???) Soldaten passiert werden – die haben uns aber auch durchgelassen, wenn wir kein Schutzgeld entrichtet haben.

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Foto: J.W. – Dass ich wirklich mit dabei war, kann ich mit diesem Foto unschwer beweisen.

Platz ist in der kleinsten Hütte … Quatsch, Wasser ist in der kleinsten Ritze.

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Und wer behauptet denn, dass hier die Trockenheit zu groß ist für Fische??? Für kleine vielleicht, aber nicht für große Fische. Oder seht ihr was anderes in diesem Felsen?

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Die verschiedenen Felsen in ihren vielfältigen Formen und in unterschiedlicher Licht-Schatten-Wirkung – das hat schon was.

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Und jetzt nähern wir uns den ganz berühmten Bauwerken.

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Aber Petra kann noch besser: So in Teilen hat das mein Minifotoapparat noch selbst geschafft – das Gesamtbild musste ich mir von J.W. ausborgen.

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Ich freue mich sehr darüber, dass ich das Schatzhaus hier in voller Größe und voller Schönheit von J.W. bekommen konnte. Ich trage jetzt wieder Teile bei.

1912-petra-43Es war ja ganz schön hoch bis zu dieser Etage – da hat meine Minicam doch echt was Gutes geleistet

Und vor dem Schatzhaus lagen die Schätze der Beduinen:

1912-petra-37-dromedarZum Ausklang noch ein bisschen Felsen:

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J.W. hat noch ein Panoramafoto mit seinem „Ei“phone aufgenommen.

1912-petra-panoramaUnd das war so in etwa am Ende der Besichtigungstour – aber die noch folgende Galerie dürft ihr nicht auslassen – die Farben der Felsen sind sooooooooooooo schön – nur lila waren sie nicht, aber trotzdem schön.

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Hier, bei diesen wunderschönen farbigen Gesteinsformationen habe ich mal eine Galerie erstellt – man kann sich ja die Bilder ein wenig größer ansehen.

Als wir dann wieder auf der Straße waren, „überraschten“ uns dann diese gleichförmigen Sandfelder.

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ClaraAugen streifen durch Jordanien 2

Reise-Highlight: Petra – UNESCO Weltkulturerbe

(diese Überschriften schreibe ich aus dem Reiseprospekt ab)

Der Tag beginnt wie immer mit einem exzellenten Frühstück, dann mit dem Koffer-Reise-Ritual und dann mit Ärger.

Im Restaurant hatte ich keinen Fotoapparat dabei, außerdem schmeckt es immer besser als es aussieht.

Als ich die Koffer meiner Mitreisenden sah, fragte ich mich ernsthaft, ob sie nach Jordanien auswandern wollen. Zwei Personen haben zwei riesige Koffer und einen dritten kleineren, den sie als Handgepäck in die Kofferablage „schummeln“. Offenbar ist die Royale Fluglinie nicht so streng. Da kam ich mir mit meinem kleinen Koffer richtig unterrepräsentiert vor. 🙂 … und, ich wäre mit noch weniger ausgekommen.

Der unter dem Pfeil hat wohl Angst, dass er von den Großen verdrängt und nicht mitgenommen wird, weil der Platz im Kofferabteil nicht reicht.

1812-amman-hotel-koffer-pfeile

Hätte ich bemerkt, dass J.W. dieses Foto macht, hätte ich seinen Focus auf etwas weiter rechts verschoben, damit man besser sieht, wie klein dieser Blaue mit dem Bauchgürtel ist.

Und jetzt zum Ärger. Am zweiten Urlaubstag wagte ich es, mich auf einen Platz zu setzen, auf dem ich dem Reiseleiter  und damit vielleicht auch einem besseren Verstehen näher wäre. Das Gezeter von der grimmigen Alten mit ihrem untergeordneten Ehemann hättet ihr eigentlich bis Deutschland hören müssen. Sie haben da schon IMMER gesessen und da bleiben sie auch sitzen, das ist ihr gutes Recht. Wer also am ersten Reisetag so früh wie möglich vor dem Bus steht und auf den besten Platz sein „Handtuch“ legt, hat für den Rest des Urlaubs ausgesorgt.

Als der Reiseleiter mich unterstützen wollte und meine Schwerhörigkeit als Argument anführte, fiel ihr plötzlich ein, dass ihr Gatte ja auch schwerhörig sei. Meine Frage nach seinen Hörgeräten konterte er mit einem dummdreistdämlichen „Was haben sie gesagt?“ und dann mit der Auskunft, dass er die zu Haus gelassen habe, um sie hier nicht zu verlieren. – Den Rest der Reise konnte er sich aber sehr wohl flüsternd mit seinem Hausdrachen unterhalten. – Aus Personenschutzgründen darf ich kein Foto von ihr zeigen – ich habe selten ein verbisseneres und verkniffeneres Gesicht gesehen. – Ich habe ihnen nicht so übelgenommen, dass sie ihren Platz in der ersten Reihe mit Händen und Füßen verteidigt haben, sondern dass sie schamlos gelogen haben.

Das Drama ging noch ein wenig weiter. Die fünfte Reihe links war mit zwei Rucksäcken besetzt, zu denen die „Rücken“ fehlten. Als der Reiseleiter fragte, bekannten sich die beiden dahinter sitzenden Einzeldamen dazu. Auch da gab es erst Gezeter, da sie meinten, dass sie nicht an die Ablage reichen könnten. Zumindest eine von ihnen war groß genug und mit Hut sogar größer als ich. – Die Welt ist voller friedlicher Adventsmenschen.

Doch jetzt zum richtigen Reiseprogramm: Der Tagesausflug führte uns heute in das UNESCO-Weltkulturerbe Petra. Ich habe ja schon Angst, als Kulturbanause zu gelten, wenn ich zugebe, dass sich meine Begeisterung ein wenig in Grenzen hält. Das hat nichts mit den unwahrscheinlich schönen Felsformationen zu tun, auch nicht mit den um die Zeitenwende errichteten Bauten in den Felsen, auch nicht mit den angebotenen Waren an Ständen und Kiosken – es hat mit dem ganzen Drumherum zu tun.

Der Weg vom Eingang (eine Tageseintrittskarte kostet ca. 67,00 €) bis zu den ersten Sehenswürdigkeiten ist ca. 800 m lang, der Weg ist schmal und natürlich von der Pflasterung so wie damals.

Da sich sehr viele Besucher mit der Mini-Pferdekutsche oder mit Kamelen oder Dromedaren hinbringen lassen, ist der Weg gepflastert mit den Hinterlassenschaften dieser Tiere, so dass das Auge tunlichst nach unten gucken sollte. – Und wenn wir dann wieder zum Bus auf dem schmalen Weg zurück gehen mussten, machten mir die Rennen-fahrenden Kutschen oder auch die Dromedare, die in ca. 20 cm Abstand mit einem Affenzahn an mir vorbeiritten, schon ein wenig Angst. Ich hatte das Gefühl, dass zu Fuß gehende Personen davon überzeugt werden sollten, dass es in der Kutsche oder auf dem Kamel doch besser sei.

Doch jetzt endlich zu Collagen. Hier wird uns vorgeführt, wie diese Sandflaschen entstehen.

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Hier wird mir vorgeführt, wie Dromedare in Ruhe friedlich aussehen.

1812-coll-petra-kamele

Und das sind die Kutschen, die wie beim Sulkyrennen auf der Marienfelder Pferderennbahn rasen können. Wenn Gäste drin saßen, fuhren sie ganz gesittet – nur leer auf dem Rückweg schlugen sie auf die Pferde ein, dass einem diese Leid tun können.

1812-coll-petra-pferdekutschen

Von unserem Reiseleiter habe ich bisher immer nur erzählt, hier ist er zu sehen.

1812-coll-petra-reiseleiter

In der unteren Reihe ist der zweite Reiseleiter zu sehen. Die Notwendigkeit eines zweiten Reiseleiters habe ich nicht verstanden, weder akustisch noch mental. Der größere kommt aus dem Jemen, hat aber jetzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Der zweite ist Jordanier und konnte wohl manche Sachen besser regeln als ein „Ausländer“.

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Die Schönheit und Gewaltigkeit der Felsen kommt auf diesen Aufnahmen nicht genügend zur Geltung – aber morgen gibt es wieder welche im Fotoblog.

Mich erstaunte immer wieder, wie zwischen diesen Felsen noch Grünzeug wachsen kann.

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Felsen, Felsen, Felsen und Bauwerke derer, die Petra erschaffen haben.

1812-coll-petra-hochkantfotos

Aber Hunde und Katzen habe ich auch viele rumlaufen sehen – sehr zur Freude vieler Mitreisenden, die zu Haus Hund oder Katze haben.

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Heute sollen es nicht wieder so viele Wörter werden, deshalb Schluss.

Der Reisetag war der 26.11.2016 ….. und morgen kommen wieder im Fotoblog die großen Bilder.

 

 


Jordanien aus dem Fotoblog – 1

Hier nur die Kopie der Artikel, die im Fotoblog schöner und größer sind. Da es aber Leute gibt, die alles an einer Stelle haben möchten, mache ich das jetzt so.

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Der richtig lange Text zu diesem Tag ist bei Claras Allerleiweltsgedanken am gestrigen Tag zu lesen, hier gibt es jetzt nur Fotos mit wenigen Erklärungen.

(Immer, wenn unter den Fotos J.W. steht, dann sind sie von einem Reisegefährten, Wir haben getauscht – er hat meine Collagen bekommen und ich habe über Google Drive auf seine Fotos zugreifen können.

Auf dem sehr windigen und äußerst kalten Berg Nebo sind mir fast die Finger erfroren beim Fotografieren. Zum Glück sind Männer da nicht so empfindlich. Hätte ich meine Jacke mit den Armen gespreizt, ich hätte fliegen können, zumindest fast.

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Foto: J.W. In richtig groß wie im Original wirkt diese Panoramaaufnahme besser als hier.

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Foto: J.W. – Bald kommt der Tag von Christi Geburt und nach Bethlehem wird uns hier der Weg gewiesen – nur 50 km, nach Jerusalem sind es auch nur46 km.

In der Kirche und der Gedenkstätte waren die Mosaiklandkarte aus ältester Zeit und die Teppiche sehenswert.

1612-berg-nebo-81-kirche

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1612-coll-kirche-2Es ist schon Kunst, so etwas herzustellen.

Als meine treue Leserin Mallybeau von Mosaiken schwärmte, bin ich doch gleich noch einmal in die Datei von J.W. gegangen und habe noch drei Bilder runtergeladen. In der Manufaktur hat er – ähnlich wie ich – kaum fotografiert, das war alles mehr oder weniger Massenproduktion, auch wenn es Steinchen für Steinchen geklebt werden muss. Doch die alten aus der Kirche sind wirkliche Kunstwerke.

1612-mosaik-kirche-1Foto: J.W.

1612-mosaik-kirche-2Foto: J.W.

1612-mosaik-kirche-3Foto: J.W.

Mit diesem Torfoto verabschiedete ich mich aus dieser Ecke Jordaniens. Ich fand es einfach schön und ich fand auch den Namen schön.

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Als die Besichtigung der wahren Kunst vorüber war, kamen wir in der bekannten Stadt Madaba an der Königsstraße in die Mosaikmanufaktur, wo „Steinchenbilder“ nach des Volkes Wunsch und Wille zusammengesetzt wurden. Manche waren sehr ansprechend, andere weniger. Doch letztere habe ich nicht fotografiert.

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1612-berg-nebo-mosaik-3Es gab eigentlich für jeden Lebenszweck Mosaikwerke – nur Toilettenbrillen habe ich nicht gefunden. Ob ich das hätte anregen sollen?

Huschhusch, und schon ging es in die nächste Verkaufseinrichtung. Ich frage mich immer, ob die Reiseveranstalter oder die Touristen stärker den Wunsch haben, dass diese Verkaufssalons besucht werden.

Obwohl ich die Vasen sehr hübsch finde, könnte ich sie mir dennoch nicht in meiner Wohnung vorstellen.

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Auch diese Sessel wären viel zu prunkvoll und unbequem.

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Edles Material wird hier verwendet – doch dazu gehört eben auch ein edler Sultanspalast – ich möchte aber nie und nimmer in einem edlen Sultanspalast als dritte Frau von links gelebt haben.

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Alkohol ist ja in den arabischen Ländern für Strenggläubige verboten – also können das auch keine Weinhumpen der anderen Art sein. – Genau weiß ich es nicht, wofür sie gedacht sind.

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Hier hat sich des Rauchers Seele ausgetobt. Aber nicht nur Wasserpfeifen gibt es, auch andere Sachen, die ich nicht brauche.

1612-geschaeft-wasserpfeifenFoto: J.W.

Dann ging es weiter und kurze Zeit später passierte der schreckliche Unfall.

Als wir dann in einem Restaurant „abgefüttert“ wurden, um unseren Schreck besser verarbeiten zu können, habe ich diesen edlen Teppich fotografiert.

1612-coll-schriftzug-1Und wieder stelle ich fest: Nicht nur Sultanspalastinhaltsfrau wollte ich sein, Stickerin von solchen edlen Kunstwerken auch nicht.

Frage: Was will ich eigentlich sein?

Als wir dann wieder im Bus saßen, fuhren wir – wie fast immer – an solchen kargen, trockenen, sandigen Flächen vorbei. Obwohl wir noch nicht in der Wüste waren, sah die Landschaft fast überall so aus: Der Himmel blau, die Erde sandgelb.

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Beide Fotos: J.W.

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Reisetag: 25.11.2016

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Übermorgen wieder im anderen Blog


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ClaraAugen streifen durch Jordanien 1

„Am Abend wird die Faule fleißig“ – im doppelten Sinne gemeint. 9 Tage vor Weihnachten beginne ich mit einer Reise“reportage“, die sich garantiert bis nach Weihnachten erstreckt.

Generell habe ich mir die Frage gestellt, ob es günstiger ist, allein oder zu zweit zu reisen. Wenn ich all die zwar schon älteren (Viva d’Or ist der Reiseveranstalter für die fortgeschrittene Jugend), aber dennoch sehr liebevoll miteinander umgehenden Paare erlebt habe, spricht das unbedingt für das eheliche Reisen. Na gut, es gab noch einen Reise-Single und zwei anders gemischte Paare unter den 30 Leuten, aber die vermeintlich Glücklichen überwogen mit einer Zahl von 24.

Der Flieger ging am 24. 11. gegen 14.00 Uhr. Zwei Frauen aus meinem ehemaligen Haus kamen früh zum Frühstück und die eine von ihnen fuhr mich dann zum Flughafen. Sie liegen (für mich) zwischen der Töchter- und der Enkelgeneration, also blutjung. Um so schöner finde ich es, dass wir noch immer Kontakt haben. Danke J., danke P.!!!! – Als ich wieder WLAN-Empfang hatte, bekam ich die Daten zu unserem Flug – J. hätte als erste in der Heimat mitbekommen, wenn mit unserem Flug was nicht gestimmt hätte.

Im Flieger saß ich zufällig neben einem Ehepaar aus der Gruppe. Ihren Erzählungen konnte ich entnehmen, dass sie in den Jahren nach der Wende all die Reisen nachgeholt haben, die sie früher nicht machen konnten. Mir wurde ganz schwindlig bei der Aufzählung all der Orte und Länder, in denen sie gewesen sind.

Die Stewardessen sprachen kein Wort Deutsch, obwohl diese Royal-Jordanian-Airlines regelmäßig zwischen Berlin und Amman fliegt. – Das Essen war gut, der Tomatensaft würzig und dieses Bier das letzte preiswerte für Tage. Der in der Rückenlehne eingelassene Bildschirm zeigte immer, ob wir beim zu heftigen Ruckeln nach den Schwimmwesten oder nach den Luftkissen für eine weiche Landung hätten suchen müssen. – Nein, ich will nicht unken, es war ein vollkommen ruhiger und schöner Flug.

Unser Begleiter für die nächsten 12 Tage holte uns am Flughafen ab. Alle Koffer waren da, alle Pässe in Ordnung und bald saßen alle im Bus, der uns zum Grand-Palace-Hotel in Amman bringen sollte. Amman bei Nacht zeigte wenig von dem Sand, dem Staub und dem wenigen Grün, es zeigte Verkehr, es zeigte dicken Verkehr, es zeigte Wahnsinnsverkehr. Es ließ mich zwar keine Verkehrsregeln erkennen, aber es muss welche gegeben haben, denn Unfälle sah ich keine.

Die Schwierigkeiten für die nächsten Tage ließen sich für mich schon vorausahnen. Der Reiseleiter sprach gut deutsch und ich wäre froh, eine Fremdsprache so perfekt zu beherrschen – ich verstand ihn dennoch nicht, zumindest nicht gut, zu wenig, um Zusammenhänge mitzubekommen.

Die ganze Zeit über bekam ich ein Doppelzimmer. Na gut, mit 40,00 € pro Nacht hatte ich den Ausgleich vom EZ zum DZ bezahlt. Ich fand es nur deswegen traurig, weil dieses Land an seiner Trockenheit leidet. Böse Reiseleiter Zungen behaupten, dass ihnen das Wasser vom Nachbarstaat Israel durch einen Staudamm am Jordan abgegraben wird. Und deswegen fand ich es so wahnsinnig schade, wenn nach einer Nacht (die ersten drei Übernachtungen) 4 große Kopfkissenbezüge, ein riesiges Bettlaken und ein riesiger Bettbezug gewaschen werden müssen.

Nach einem superguten Abendessen und einem nicht minder gutem Frühstück ging es in aller Herrgottsfrühe los.

Die großen Einzelbilder kommen immer einen Tag später auf dem Fotoblog, hier gibt es fast nur Collagen, um die Bilderflut in Grenzen zu halten.

Amman – Berg Nebo – unterwegs auf der Straße der Könige – Madaba, die Stadt der Mosaike – Kerak, Festung der Kreuzritter

… so wäre der Programmablauf gewesen, wenn alles glatt gegangen wäre.

Wir fuhren zum Berg Nebo – die Temperaturen und der Wind waren fast so heftig wie in Deutschland. Der Berg hat viel mit Religions(geschichte) zu tun. Besonders beeindruckend waren die Mosaike und Teppiche, die zu besichtigen waren. – Vor einiger Zeit war der letzte Papst auf diesem Berg – und ihm zu Ehren hat man ein Denkmal aufgestellt. (Es ist das unten links)

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Es wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, damit man die Mosaike und die Teppiche besser sehen kann.

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Die Bilder waren zwar in einer anderen Kirche, aber solche „Reiseverfälschungen“ müsst ihr in Kauf nehmen.

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Dann ging es in eine Kirche, in der eine ganz berühmte Mosaiklandkarte zu sehen war – ihr könnt sie erst morgen sehen.

Touristen sollen Geld ins Land bringen – und dafür wurden die vielen Verkaufseinrichtungen eröffnet. Zuerst waren wir im Mosaikzentrum. Es war schon interessant, die Männer beim Legen der kleinen Steine zu beobachten, die meist in Naturtönen gehalten werden.

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Und keiner kommt jetzt bitte auf die Idee, dass der Löwe aus bestimmten Gründen mein Lieblingstier sein könnte.

1512-coll-loewenmosaik

Dann ging es noch in einen weiteren Laden. Weder die Sessel noch die voluminösen Porzellansachen wollten zu mir nach Haus – vom Ärger mit dem Zoll mal abgesehen, da man nichts davon im Koffer verschwinden lassen kann.

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Auch die Kronleuchter waren mir zu ausgefallen.

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Schlendern macht Appetit oder gar Hunger. Da hatte es dieses Geschäft leicht – alle, alle wollten dort was kaufen.

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Mit diesem schönen Tor verabschiedeten wir uns aus dieser Gegend.

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Dann sollte es zur Festung Karak gehen. Bei den Blicken aus dem Busfenster fielen mir die vielen, vielen Polizisten auf, die überall auf der Straße präsent waren. Auch wir hatten einen mit im Bus, der sich später als sehr nützlich erweisen sollte. Wir fuhren durch einen Ort und plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, der von einem kräftigen Zittern des Busses begleitet war.

Ein Auto war uns trotz Ortschaft mit rasender Geschwindigkeit entgegen gekommen. Offenbar hatte der Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und knallte gegen unseren Bus. Der Beifahrer war sofort tot und der Fahrer verstarb ebenfalls, bevor der Rettungswagen eintraf.1512-coll-busunfallIch will jetzt darüber nicht viel sagen – tragisch war nur, dass die beiden Männer Brüder war und sie zu ihrem schwerkranken Bruder nach Amman wollten. Ich stelle mir den Schmerz der Eltern vor, die auf einen Schlag gleich zwei Söhne verlieren.

Wir standen lange an der Unfallstelle. Viele von uns hatten Prellungen, auch ich war mit dem Brustkorb auf die vor mir eingebaute Getränkekiste geknallt.

Unser Busfahrer – obwohl absolut unschuldig – wurde inhaftiert und nur gegen Kaution freigelassen. Wir unterschrieben dann alle ein Blatt, in dem wir seine Unschuld bezeugten. Seltsame Gerichtsbarkeit.

Wir fuhren im Schritttempo zur Polizeiwache und warteten dort auf einen neuen Bus. Dieser Besichtigungspunkt war außergewöhnlich und hoffentlich einmalig.

1512-coll-busunfall-polizei

Da es für alle geplanten Unternehmungen zu spät war, spendierte die jordanische Reiseleitung von Hit-Reisen und Viva D’or-Reisen ein Essen. Ich habe zwar nicht das Essen fotografiert, sondern den schönen gestickten Teppich, der dort ausgestellt war.

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Reisetag: 25.11.2016

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Morgen Fotos im Fotoblog und dann wieder hier.

 

 

 

 


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Ganz leise: Ich bin wieder da

Zuerst möchte ich mich bei den Leserinnen bedanken, die mich wissen ließen, dass sie mich vermissen.

Als nächstes möchte ich mich bei den neuen Leserinnen und Lesern bedanken, die meinen Blog abonniert haben, obwohl hier schon lange nichts Neues mehr steht.

Bei den anderen möchte ich mich auch bedanken, denn immer wieder haben welche nachgesehen, ob hier nicht doch mal wieder was steht.

Bei meinen Blumengießern aus dem Haus möchte ich mich bedanken – nicht nur, dass alle Pflanzen noch leben, sondern dass ich so nett begrüßt wurde:

1312-begruessung-zu-haus

Als ich nach dem Urlaub über 500 Artikel im Feedreader hatte, hat es mich fast erschlagen – da konnte ich doch gar nicht selbst schreiben, da musste ich lesen, lesen, lesen – und ich bin noch nicht durch und immer wieder kommen neue dazu. Also nicht sauer sein, dass ich nicht kommentiere.

Und dann die vielen eigenen Bilder aus dem Urlaub, die bearbeitet werden wollten. Ca. 45 Collagen habe ich schon gefertigt – das kostet auch (ein wenig) Zeit.

Und jetzt ziehe ich mich mit einer Geschichte aus der Affaire, die uns bei der Weihnachtsfeier des Großelterndienstes vorgelesen wurde. Kurzzusammenfassung: Ausländer raus – aber reiner Ironiemodus

Es war einmal
drei Tage vor Weihnachten – spät abends. Über den Marktplatz der Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in den türkischen Dönerladen gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde weiter. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Bürgerhäusern waren ganz schnell wieder zugezogen. Niemand hatte etwas gesehen.
„So, jetzt reicht es uns aber! Wir gehen.“
„Wo denkst du hin? Was willst du da unten im Süden? Da ist es für uns viel zu gefährlich!“
„Lieber zu Hause sterben als in diesem Land, wo wir gehasst werden, stets und ständig Angst haben!“

„Wir tun jetzt was da an der Wand steht: Ausländer raus!“
Und tatsächlich – mitten in der Nacht kam Bewegung in die Stadt. Die Türen in den Geschäften sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie machten sich auf in Richtung Elfenbeinküste und Ghana, wo sie zu Hause waren.
Dann der Kaffee, der Deutschen Lieblingsgetränk – säckeweise rollten sie nach Uganda, Kenia, Kolumbien und Guatemala, wo sie in der warmen Sonne herangereift waren.
Ananas und Bananen; ebenso die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika; fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf und machten sich auf den Weg in ihre Herkunftsländer: Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne zerfielen in sich, weil die Gewürze in ihrem Inneren sich herauslösten und nach   Indien zurückkehrten.
Der Verkehr brach zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, voll gestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik krochen der aufgehenden Sonne entgegen. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse gen Polen ziehen; auf ihrer Bahn gefolgt von den feinen Seidenhemden und den herrlichen Teppichen des fernen Asiens.
Mit Krachen lösten sich die Tropenhölzer aus den Möbeln und schwirrten in das Amazonasbecken. Man musste sich höllisch vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überallher quoll Erdöl hervor; ihre Rinnsale bildeten Bäche und schwollen schließlich zu Strömen an, die in alle Himmelsrichtungen flossen.
Dass sich sehr viele Straßen auflösten, weil der ausländische Asphalt sich zurückzog, fiel kaum auf, denn die Autos waren schnell wertlos geworden. Sie lösten sich in ihre Einzelteile auf. Das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Chile und Westafrika; ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien.

Der Naturkautschuk war zunächst verwirrt, denn seine Heimat Zaire hatte sich inzwischen einen neuen Namen gegeben und hieß jetzt Demokratische Republik Kongo.
Nach drei Tagen war der Spuk vorbei. Der Auszug war geschafft – gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches gab es mehr in diesem Land. Doch Tannenbäume und Apfel und Nüsse waren noch reichlich vorhanden.

Mit Extragenehmigung durfte sogar noch „Stille Nacht“ gesungen werden; es kam immerhin aus Österreich.
Nur eines wollte nicht ins Bild passen: Maria und Josef mit ihrem Kind waren geblieben – ausgerechnet drei Juden! „Wir bleiben“, sagte Maria.

„Wenn auch wir gehen – wer soll ihnen den Weg zurück zeigen, zurück zur
Vernunft und zur Menschlichkeit?“

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Dem habe ich nichts hinzuzufügen